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Thema: Nach EnEV Dämmung Außenfassade

  1. #16

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    Lustig, wie da die Meinungen auseinander gehen. Ich bleib jedoch bei meiner Ansicht und werde auch nicht rechthaberisch oder polemisch.

    Aber, XV-4 steht überhaupt nicht im Widerspruch zu XI-15. In XV-4 wir nur klar gestellt, was "gesamte jeweilige Bauteilfläche" bzw. 100 % Bauteilfläche bedeutet, um ermitteln zu können, ob man die 10 %-Grenze überschreitet oder nicht. Dass man bei Überschreitung der 10 % auch die restlichen 100-x % ändern muss, steht da definitiv nicht.

    Dass der Arbeitsentwurf der EnEV noch keine endgültige EnEV darstellt, ist mir auch klar. Daher habe ich ja auch das Wörtchen "wahrscheinlich" zusätzlich verwendet.

    Mit der Zitierung gebe ich nur zu verstehen, dass sich die EnEV-Verfasser auch darüber bewusst sind, dass die aktuelle (also unglückliche) Formulierung leider unterschiedliche Auslegungen ermöglicht. Diese textliche Änderung ist auch keine inhaltliche Änderung der EnEV, sondern eben nur eine Konkretisierung dessen, was schon immer gemeint war: wenn die 10 % überschritten sind, muss dort, wo geändert wird, der U-Wert eingehalten werden und das können 10,1 bis 100 % der Fläche des Bauteils sein.
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  2. #17

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    Zitat Zitat von Mark Beitrag anzeigen
    Aber, XV-4 steht überhaupt nicht im Widerspruch zu XI-15. In XV-4 wir nur klar gestellt, was "gesamte jeweilige Bauteilfläche" bzw. 100 % Bauteilfläche bedeutet, um ermitteln zu können, ob man die 10 %-Grenze überschreitet oder nicht. Dass man bei Überschreitung der 10 % auch die restlichen 100-x % ändern muss, steht da definitiv nicht.
    Stimmt. Die Regleungen in XV-4 stehen nicht im Widerspruch zu den Regelungen in XI-16 und XII-7. Sie heben diese auf!:

    Zitat XV-4:
    Diese Auslegung ersetzt die Auslegung XI-16 [...] sowie die Auslegung XII-7 [...]


    Damit ist jede Interpretation, ob sich die nach überschreiten der Bagatellregel zu ändernde Bauteilfläche nach §9 Abs. 1 nun auf die Teilbauteilflächen, wie in XI-16 explizit erwähnt oder auf das Bauteil als solches oder auf die in §9 Abs. nunmehr aufaddierte Bauteilfläche bezieht, entzogen.

    Was machen wir also damit?

    Wenn ich den Absatz 3 zum trölften mal lese fällt mir auf: ... Wenn die Fläche der geänderten Bauteile nicht mehr als 10% der gesamten Bauteilfläche ...

    Versuche ich das zu interprtieren: Ich habe 6 Wände. 9, 15, 20, 20 und 30 qm. Die Wandfläche von 9 qm muss neu verputzt werden (ob jetzt partiell oder Vollflächig ist irrrelevant, da mit: Fläche der geänderten Bauteile immer die gesamte Bauteilfläche greift) dann kann diese ohne Erfüllung der Werte aus Anlage 3 Tab. 1 erfolgen. Sollte jedoch eine der anderen Wände in Angriffgenommen werden, dann müssen jeweils die in Angriff genommenen Wände die Forderungen erfüllen.


    Zitat Zitat von Mark Beitrag anzeigen
    Dass der Arbeitsentwurf der EnEV noch keine endgültige EnEV darstellt, ist mir auch klar. Daher habe ich ja auch das Wörtchen "wahrscheinlich" zusätzlich verwendet.

    Mit der Zitierung gebe ich nur zu verstehen, dass sich die EnEV-Verfasser auch darüber bewusst sind, dass die aktuelle (also unglückliche) Formulierung leider unterschiedliche Auslegungen ermöglicht. Diese textliche Änderung ist auch keine inhaltliche Änderung der EnEV, sondern eben nur eine Konkretisierung dessen, was schon immer gemeint war: wenn die 10 % überschritten sind, muss dort, wo geändert wird, der U-Wert eingehalten werden und das können 10,1 bis 100 % der Fläche des Bauteils sein.
    In Hinblick auf die eigentlich klare, jedoch ziemlich verschwurbelte Formulierung durch die Nähe von Bauteil und gesamte Bauteilfläche glaube ich nicht, dass die von dir angebrachte Formulierung wirklich so aufgenommen wird.
    Diese Formulierung würde keine Verbesserung bringen.

    Und nein, es ist im Moment klar geregelt, dass, wenn mehr Fläche als 10% aller gleichartigen Bauteile geändert wird, das zu ändernde Bauteil (in Gänze) die Forderungen erfüllen muss. Eine Aufweichung, wie von dir hier wiedergegeben, würde eine Schwächung der EnEV-Forderungen bedeuten, die ich nicht glauben kann, bis ich sie im Bundesanzeiger lese.
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  3. #18

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    Stimmt. Die Regleungen in XV-4 stehen nicht im Widerspruch zu den Regelungen in XI-16 und XII-7. Sie heben diese auf!:

    Zitat XV-4:
    Diese Auslegung ersetzt die Auslegung XI-16 [...] sowie die Auslegung XII-7 [...]
    Es geht um XI-15, diese Auslegung ist nicht aufgehoben und hat auch nichts direkt mit XV-4 zu tun.

    Versuche ich das zu interprtieren: Ich habe 6 Wände. 9, 15, 20, 20 und 30 qm. Die Wandfläche von 9 qm muss neu verputzt werden (ob jetzt partiell oder Vollflächig ist irrrelevant, da mit: Fläche der geänderten Bauteile immer die gesamte Bauteilfläche greift) dann kann diese ohne Erfüllung der Werte aus Anlage 3 Tab. 1 erfolgen. Sollte jedoch eine der anderen Wände in Angriffgenommen werden, dann müssen jeweils die in Angriff genommenen Wände die Forderungen erfüllen.
    Klares Jein. Machen wir mal ein paar Varianten um XI-15 zu verstehen. Wir gehen davon aus, der U-Wert der Wände sei 1,4 W/m2K und es erfolgt eine Außenputzerneuerung (Alter Putz runter bis auf´s MW und neuer Putz wieder drauf)

    1. Wand 1 wird komplett neu verputzt: 9 m2 <= 0,1 x 94 m2 => keine Anforderung, Wand kann nur neu verputzt werden => keine Dämmmaßnahme erforderlich

    2. Wand 3 wird komplett neu verputzt: 20 m2 > 0,1 x 94 m2 => Nach dem Verputzen muss der U-Wert der Wand <= 0,24 sein => Dämmen von 20 m2 vorgeschrieben

    3. Wand 3 wird teilweise (9m2) neu verputzt: 9 m2 <= 0,1 x 94 m2 => keine Anforderung, auf Wand 3 können 9 m2 nur neu verputzt werden => keine Dämmmaßnahme erforderlich

    4. Wand 3 wird teilweise (10m2) neu verputzt: 10 m2 > 0,1 x 94 m2 => Nach dem Verputzen der 10 m2 muss der U-Wert der Wand in diesem Bereich <= 0,24 sein => Dämmen von 10 m2 vorgeschrieben
    => nur sinnvoll (optisch, technisch), wenn mindestens diese ganze Wand (20 m2) gedämmt wird => ggf. Befreiung wegen unbilliger Härte möglich => Wand wird ggf. nur neu verputzt


    Und nein, es ist im Moment klar geregelt, dass, wenn mehr Fläche als 10% aller gleichartigen Bauteile geändert wird, das zu ändernde Bauteil (in Gänze) die Forderungen erfüllen muss. Eine Aufweichung, wie von dir hier wiedergegeben, würde eine Schwächung der EnEV-Forderungen bedeuten, die ich nicht glauben kann, bis ich sie im Bundesanzeiger lese.
    Es ist im Moment eben nicht klar geregelt, sonst würden wir nicht diskutieren . Nochmal, die neue Formulierung wäre somit keine Schwächung, sondern nur eine Konkretisierung bzw. ein Versuch dessen.

    Zur Verdeutlichung hier der 2. und 3. Absatz von XI-15


    2. Die Anforderungen gelten nur, soweit eine der in Anlage 3 genannten Maßnahmen durchgeführt wird, das heißt, nur für die von der jeweiligen Maßnahme betroffene Bauteilfläche. Damit soll dem Wirtschaftlichkeitsgebot des Energieeinsparungsgesetzes Rechnung getragen werden, zumal eine wärmetechnische Verbesserung im Regelfall nur in Kombination mit ohnehin durchgeführten Maßnahmen wirtschaftlich ist. In entsprechenden Gutachten, die der Verordnungsgeber hat anfertigen lassen, ist die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen nach Anlage 3 auch ausschließlich in Zusammenhang mit den dort genannten Anlässen und demzufolge nur für die betroffenen Teilflächen allgemein nachgewiesen worden.

    3. In vielen Fällen lässt sich eine Maßnahme an einer Teilfläche (9m2) aber nur dann in der von der Verordnung genannten Weise technisch korrekt ausführen, wenn die Maßnahme auf die gesamte Fläche ausgedehnt wird. Hiervon kann in vielen Fällen insbesondere dann ausgegangen werden, wenn es sich nicht um zusammenhängende, in sich abgeschlossene Teilflächen handelt. Eine derartige Ausweitung einer ursprünglich in kleinerem Umfange geplanten Maßnahme ist aber auf Grund der vorgenannten Tatbestände meist nicht wirtschaftlich im Sinne des Energieeinsparungsgesetzes, so dass hier vom Vorliegen einer Härte nach § 25 Absatz 1 EnEV ausgegangen werden kann.
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  4. #19

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    Ich würde das Thema gerne mal wieder auf den neuesten Stand bringen!

    Hat sich bei Euren Meinungen zu diesem Thema in den letzten Monaten etwas verändert?
    Ich denke mal wieder darüber nach, eine Seite des Hauses zu dämmen. 10% der gesamten Fassadenfläche sind überschritten. Ich bin nach ewigen suchen und lesen noch nicht zu einem Ergebnis gekommen.
    Darf ich Nun die Wand dämmen (dabei werde ich natürlich den geforderten U-wert für die bearbeitet Fläche einhalten)...oder muss ich dann auch den Rest der gesamten Fassade dämmen? (alle 4 Wände)
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  5. #20

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    Es hat sich in der letzten Zeit nichts geändert.

    Die erste Frage lautet: Welchen U-Wert hat die Bastandsawand.
    Die Zwite Frage: Ist es der Auftakt zu einer Komplettdämmung in absehbarer Zeit?
    Die dritte Frage: Ist das Gebäude überhaupt komplett zu Dämmen (Grenzbebauung oder ähnliches)?

    Damit können wir dann mal Schritt für Schritt erörtern, was bei Dir zu tun ist.

    Die Antwort, die Ich (ohne Information und Prüfung) nicht geben darf, lautet: Dämme die Wand, wenn es geht deutlich besser als die EneV fordert (Energie wird nicht billiger) und sei, bis Du die nächste Wand dämmst, glücklich.
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  6. #21

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    Danke für die schnelle Antwort:
    1. Bestand: U=1,1 - geplant mit 140mm WLG 032 zu dämmen
    2. Nein, nur die eine Giebelseite - Die anderen Wände vielleicht mal in 10 Jahren wenn der nächste Anstrich oder ähnliches ansteht
    3. Um es auf heutigen Stand zu bringen wäre eine Dämmung ohne weiteres möglich: freistehend, zugänglich, keine besonderen Zwängungen durch Balkone, Dachüberstände etc.

    Wie gesagt: es geht mir nicht darum, wie ich zu dämmen habe sondern in welchem Umfang. Auch wenn sich nichts an den Wortlauten der Enev verändert hat, konnten mir sowohl Energieberater als auch Handwerkskammern nicht mit 100%-tiger Sicherheit sagen, ob der Rest des Hauses auch zu dämmen wäre. Die Dibt-Erläuterungen sagen mir eigentlich auch nur, dass die Richtungsorientierung für die Berechnung der 10% weggefallen sind.

    Nochmal in kürze:
    Beziehen sich die "betroffenen Außenbauteile" für das die 0,24 dann eingehalten werden muss auf meinen zu bearbeitenden Giebel oder auf die gesamte Fassade?
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  7. #22

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    §9, Abs. 3, EnEV sagt nur, dass bei der Sanierung von Bauteilflächen <10% der gesamten Bauteilfläche die Anforderungen der EnEV nicht angwendet werden müssen. Nicht mehr und nicht weniger. Ergo, wenn die zu sanierende Bauteilfläche > 10% gesamten Bauteilfläche, dann greift die EnEV, aber nur für die Bauteilflächen die saniert werden. Es steht aber nirgendwo, dass dann die gesamte Bauteilfläche entsprechend EnEV energetisch ertüchtigt werden muss. Ob dies sinvoll ist oder nicht, ist eine andere Frage.
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  8. #23

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    Ok, aus dieser Annahme würde sich dann auch folgendes ergeben:

    - mehr als 10 % der Fenster werden getauscht und ich brauche dann auch nur für die zu tauschenden Fenster Enev einhalten, die anderen bleiben so erhalten
    - ich lasse mir nur eine Dachhälfte dämmen :-)
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  9. #24

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    Nee ganz so einfach ist es nicht. Beim Dach geht es um den oberen Gebäudeabschluss, welcher extra behandelt wird.

    Der Streit, ob bei einer Überschreitung der Bagatellgrenze (10% gesamte Bauteilfläche) alle Bauteile oder nur der anvisierte Bauteilteil (ich hoffe Du merkst den Murks mit den Begriffen) saniert werden muss, wurde noch nirgends zufriedenstellen banantwortet oder formuliert (auch nicht in den Auslegungsstaffeln zur enev).

    Saniere also deine Aussenwand. Ich würde aber nicht 140mm nehmen, sondern wenn die Maßnahme durchgeführt wird, gleich einen guten Schlag mehr. Warum? Die Maßnahme soll eine recht dauerhafte (30a+) Angelegenheit werden. Jetzt gibst Du Geld aus der Hand und mit einer sehr geringen Mehrinvestition (Mehrdicke der Dämmung) kannst Du nochmals bessere Ergebnisse erreichen. Bei dieser Gelegenheit solltes Du prüfen, ob nicht auch gleich die Fenster auf Aussenkante Mauerwerk (oder gar dovor gesetzt werden sollten. Minimierung der Wärmebrücken) gesetzt werden sollten (Wärmebrückenberechnung - Verringerung der Wärmeverluste je Meter - Kostenersparnis - Gegenrechnen des Aufwandes mit der Energieersparnis).
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  10. #25

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    Für die letzten Skeptiker, hier endlich die offizielle Klarstellung in der der Begründung der EnEV 2013 zu Nummer 8 § 9:

    http://www.bbsr-energieeinsparung.de...tml?__nnn=true

    Download Referentenentwurf der Zweiten Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung (pdf/1868-KB) (pdf-Seite Seite 96/ 97)
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  11. #26

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    Vielen Dank für diesen Beitrag.

    ich gebe zu: auch ich bin ein Adressat dieser Klarstellung, weil auch ich es immer (vielleicht aus der Angst, nichts falsch zu machen) trotzdem falsch ausgelegt habe... (nur bin ich immer einen anderen Weg gegangen, um mich in solchen Einzelfällen rauszuwinden. Aber das ist ein anderes Thema).

    Gut, dass es jetzt Rechtsicherheit gibt: wir dämmen nur die Flächen, die wir ohnehin ändern wollten, sofern die Bagatellgrenze überhaupt erreicht wurde...
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