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Nach EnEV Dämmung Außenfassade

Diskutiere Nach EnEV Dämmung Außenfassade im Forum EnEV 2002 / 2004 / 2007 / 2009 auf Bauexpertenforum.de


  1. #1
    Talya
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    Pfeil Nach EnEV Dämmung Außenfassade

    Nabend,

    ich weiß, es steht in der EnEV, habs da schon gelesen, aber ich finds grad nicht.

    Theorie: Wenn man an die Außenfassade Bestand Wohngebäude dran geht und irgendwas ändert (mehr als 10 %) muß man gleich gesamt ordentlich nach Stand EnEV 2009 dämmen.

    Nun weiß ich aber nicht sicher, ob es sich auf die Teilfläche bezieht oder auf die gesamte Außenfläche?!

    Beispielsweise ein Laster fährt einem an die Front, die Fassade muß dort gemacht werden, muß dann alles auf gleichen Stand gebracht werden oder nach EnEV nur die eine Front?

    In Praxis: Würde es Sinn machen, gleich alles richtig zu dämmen?

    Gruß & Dank
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  2. Nach EnEV Dämmung Außenfassade

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  3. #2

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    Der Bezug ist Bauteilweise (jede Wand für sich). Die Forderungen steht in §6. Die Tabelle mit den Anforderungen dazu in Anlage 3.

    Was sinnvoll ist, muss geplant werden und errechnet werden.
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  4. #3

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    Zitat Zitat von Taipan Beitrag anzeigen
    Der Bezug ist Bauteilweise (jede Wand für sich).
    nein, leider nicht!
    Hierzu verweise ich auf die Auslegungsfragen zur Energieeinsparverordnung des DIBt, Staffel 15, letzter Punkt ( http://www.dibt.de/de/Data/EnEG_Staffel15.pdf )

    hierin steht:
    Leitsatz:
    „Gesamte jeweilige Bauteilfläche“ im Sinne von § 9 Absatz 3 EnEV 2009 sind jeweils die nach Maßgabe
    der Kapitelaufteilung der Anlage 3 zusammengefassten Bauteilflächen.


    Die Einzelflächen sind damit zur jeweiligen gesamten Bauteilfläche aufzuaddieren.

    Das heißt: Sollten Sie eine Fassade dämmen müssen und wird damit die 10%-Grenze überschritten, so müssen Sie die gesamte Fassade dämmen.
    Aber berücksichtigen Sie: diese Forderung greift nur unter den Voraussetzungen der Anlage 3, EnEV 2009. Also z.B. nur dann, wenn ein U-Wert von 0,9 überschritten wird oder der Putz erneuert wird.

    Konkreter kann man nix sagen, dazu müsste man den konkreten Fall kennen...
    Aber suchen Sie mal hier im Forum nach "Brand", da ich vermute, dass es um einen Versicherungsfall geht. Und die Frage, welche Kosten eine Versicherung zu übernehmen hat , z.B. im Falle eines Dachstuhlbrandes, ist schon mehrmals diskutiert worden.
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  5. #4
    Talya
    Gast
    Okee, hatte es nämlich auch so im Kopf. Wenn, dann muß man komplett drangehen und nicht nur an eine Wand von vieren. Der Vater meines Freundes, Hausverwalter, hat mich gestern richtig böse angefahren und mich sogar geduzt (nach immerhin 5 Jahren) und meinte, nein, nur die Front, er kenne sich da aus. Besten Dank, ich lese nochmal nach und gebs an meinen Freund weiter...

    Bezug auf u-Wert ist hilfreich, das weiß ich nun nicht aber generell kann man sagen muß, wenn das Haus nicht auf aktuellem Stand ist bzw. einen schlechteren u-Wert aufweist.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Alfons Fischer Beitrag anzeigen
    nein, leider nicht!
    Recht haste. Hatte die Staffel 11 im Kopf, in der es anders ausgelegt war. Dort hatte sich das DIBT ja schon mal ausgiebig mit dem §9 beschäftigt und mit (berechtigtem) Hinweis auf die Wirtschaftlichkeit die Bagatellregel Bauteilweise interpretiert.

    Warum entscheiden die sich eigentlich binnen drei Jahren um?
    Mich würde mal interressieren, wer da wieder seine Finger drin hatte.

    Mit dieser Auslgeung haben wir hier in den Städten der neuen Bundesländer echt Probleme. Hier werden regelmäßig einzelene Gebäude aus einer Blockstruktur gerissen. Die entstehenden Giebel werden gedämmt und verputzt. Der Rest des Gebäudes bleibt unverändert, was nach dieser Auslegung nicht geht.

    Das heisst, dass derjenige, welcher ein Gebäude aus dem Bestand reisst dem Nachbarn die Dämmung des gesamten Gebäudes zahlen müsste. (??!!)

    Prima.

    Egal.

    Gut zu wissen.
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Taipan Beitrag anzeigen
    Warum entscheiden die sich eigentlich binnen drei Jahren um?
    Mich würde mal interressieren, wer da wieder seine Finger drin hatte.
    Der Witz dabei ist, dass die Leute dann halt eher nix machen.
    Nach der alten Regelung hätten die den Westgiebel gedämmt, weil er rissig war oder nicht mehr schön.

    Wenn die Hausbesitzer jetzt hören, dass sie das ganze Haus dämmen müssen, höre ich regelmäßig (und ich kann es verstehen): "dann lass ich es halt ganz sein..."

    Noch ein Punkt (ok, ein bisschen frech): Die EnEV sagt zwar, was alles gedämmt werden muss, aber sie sagt nicht aus, in welchem Zeitraum das passieren soll.
    Also könnte man erst mal den Westgiebel dämmen. Und wenn jemand nachfragt, sagt man: "ich hab doch schon angefangen... Ich bin halt noch nicht fertig geworden."

    Ja, und außerdem gibt es ja noch den §25 EnEV, der im Falle eine unbilligen Härte eine Befreiung möglich macht: "die nach Landesrecht zuständigen Behörden haben auf Antrag von den Anforderungen dieser Verordnung zu befreien". Sie haben zu befreien, es gibt keinen Ermessensspielraum der Behörde. Und wenn Sie das Geld nicht haben oder Ihr gespartes Geld für Ihre Altersvorsorge brauchen, dann stellen Sie halt einen Antrag...
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  8. #7

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    Wenn eine unbilligende Härte vorliegt gibt es wohl keinen Ermessensspielraum.
    Aber wann liegt eine "unbilligende Härte" vor? Ist wohl wieder Auslegungssache.
    Damit wäre man halt wieder genauso naß.

    Gruß
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  9. #8

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    Probiers mal mit Unwirtschaftlichkeit. Wenn die Maßnahme mehr kostet als sie über Ihre Lebenszeit einspart, dann haste auf jedenfall einen Grund.

    Oder wie mein Beispiel mit dem Abriss zeigt, wird dies sicher drunter fallen.

    Nur: es wird sich kaum ener die Mühe machen und einen solchen Antrag stellen. Es wird einfach nur die eine Fassade gemacht und gut. Auch wenn dies, drücken wir es vorsichtig aus, nicht gesetzeskonform ist.

    Und wie Du siehst, bin ja zum Beispiel ich bis heute Morgen davon ausgegangen, dass die Bagatellregel eben Bauteilweise und nicht auf Bauteilgruppen abzielt. Und da werde ich sicher nicht der Einzige sein (siehe Freundesvater von TE).
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  10. #9
    Talya
    Gast

    Idee

    ...

    Die Einzelflächen sind damit zur jeweiligen gesamten Bauteilfläche aufzuaddieren.

    Das heißt: Sollten Sie eine Fassade dämmen müssen und wird damit die 10%-Grenze überschritten, so müssen Sie die gesamte Fassade dämmen.
    Aber berücksichtigen Sie: diese Forderung greift nur unter den Voraussetzungen der Anlage 3, EnEV 2009. Also z.B. nur dann, wenn ein U-Wert von 0,9 überschritten wird oder der Putz erneuert wird.

    ...
    Computer abgestürzt alles also nochmal ganz kurz.

    Ganz so einfach ist es glaube ich nicht. Die Auslegung der Staffel 15 ist für (vor allem private) Hausbesitzer günstiger. Ob ich nun 10 % von 60 qm oder 10 % von 240 qm bis zum Erreichen der Bagatellgrenze habe, ist ein großer Unterschied.

    Bis 10 % des Bauteils darf ich nur kein Bauteil mit schlechteren bautechnischen Eigenschaften einbauen, das steht aber woanders in der EnEV. Katzenklappe scheidet damit aus.

    Anderer Fall wäre, man liegt bei der „Veränderung“ des Bauteils bei mehr als 10 %. Hierbei ist, wie bereits oben erwähnt, die Anlage 3 zu beachten. Als UND-Bedingung sind im § 9 aber noch andere Forderungen genannt, die zu erfüllen sind. Der Jahres-Primärenergiebedarf des Gebäudes darf danach nicht mehr als 40 % vom Hundert höher als der vom Referenzgebäude liegen. Der auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogenen Transmissionswärmeverlust darf ebenfalls maximal 40 % höher als der Transmissionswärmeverlust des Referenzgebäudes sein. (Ich beziehe mich in diesem Fall weiterhin nur auf den Fall Wohngebäude.)

    Daraus folgt, daß erst einmal zu prüfen ist, ob die Bagatellgrenze erreicht würde. Wenn dies der Fall ist dann müssen Werte nach Anlage 3 für das Bauteil einzuhalten sein. Weiterhin muß eine Gesamtbetrachtung des Gebäudes gemacht werden, sprich eine komplette EnEV-Berechnung.
    Ein Überschreiten der Bagatellgrenze heißt nicht automatisch „alles dämmen“ sondern vielmehr hat der Eigentümer mehrere Parameter, an denen er drehen und versuchen kann, die geforderten Werte zu erreichen. Das kann natürlich auch durch dämmen sein. Möglich wären aber unter Umständen auch der Einsatz neuer Fenster, Heizungsanlage usw. da ist alles offen, wie die Werte zu erreichen sind. Da die EnEV-Berechnungen aber wohl größtenteils mit Programmen gemacht werden, ist es dort relativ einfach, die Parameter zu ändern und etwas herumzuspielen und Varianten auszuprobieren, bis man die Werte erreicht.

    So habe ich das jetzt verstanden.

    Zitat Zitat von Taipan Beitrag anzeigen
    ...

    Warum entscheiden die sich eigentlich binnen drei Jahren um?
    Mich würde mal interressieren, wer da wieder seine Finger drin hatte.

    ...
    Ich vermute, um den privaten Hausbesitzern entgegenzukommen.
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  11. #10
    Talya
    Gast
    Zitat Zitat von Taipan Beitrag anzeigen
    ...

    Das heisst, dass derjenige, welcher ein Gebäude aus dem Bestand reisst dem Nachbarn die Dämmung des gesamten Gebäudes zahlen müsste. (??!!)

    Prima.

    Egal.

    Gut zu wissen.
    ebenfalls

    Zitat Zitat von Alfons Fischer Beitrag anzeigen
    Der Witz dabei ist, dass die Leute dann halt eher nix machen.
    Nach der alten Regelung hätten die den Westgiebel gedämmt, weil er rissig war oder nicht mehr schön.

    Wenn die Hausbesitzer jetzt hören, dass sie das ganze Haus dämmen müssen, höre ich regelmäßig (und ich kann es verstehen): "dann lass ich es halt ganz sein..."

    ...


    Du hast ja nicht nur die Dämmung, um die geforderten Werte zu erreichen sondern könntest das auch auf anderem Wege ; ) ...

    Das ist ein Irrglaube, dem ich selbst noch bis oben erlegen war: Wenn ich über 10 % komme, muß ich alles dämmen. Das ist falsch, das steht so nicht in der EnEV.

    Wenn mehr als 10 % (Überschreitung der Bagatellgrenze), dann ist die EnEV einzuhalten.
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  12. #11

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    In der neuen EnEV wird es sehr wahrscheinlich konkreter und so formuliert sein, wie es auch schon jetzt gemeint ist: Es soll im §9 Absatz 1 Satz 1 "betroffenen Außenbauteilen" durch "betroffenen Flächen" geändert werden.

    Sprich, wenn die 10 % überschritten sind, gelten die Anforderungen natürlich nur für die Flächen, die geändert bzw- gedämmt werden. Eine Ausweitungspflicht über die ursprünglich geplante Fläche hinaus war m. E. noch nie vorgesehen.
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  13. #12

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    Zitat Zitat von Mark Beitrag anzeigen
    In der neuen EnEV wird es sehr wahrscheinlich konkreter und so formuliert sein, wie es auch schon jetzt gemeint ist: Es soll im §9 Absatz 1 Satz 1 "betroffenen Außenbauteilen" durch "betroffenen Flächen" geändert werden.
    Könntest Du bitte die Quelle deiner Weisheit offenbaren?

    Es liegt (m.W.) noch kein kein Referentenentwurf vor.
    Damit kann man über Formulierungen definitiv nicht reden.

    Und nein: Es ist im Moment nicht so gemeint, dass sich auf einzelne Flächen bezogen wird, sondern auf alle Bauteile gleicher Art (siehe #3).
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  14. #13

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    Könntest Du bitte die Quelle deiner Weisheit offenbaren?
    Ich habe zufällig Einblick in einen Arbeitsentwurf erhalten


    Und nein: Es ist im Moment nicht so gemeint, dass sich auf einzelne Flächen bezogen wird, sondern auf alle Bauteile gleicher
    Doch, es ist so gemeint und das ergibt sich m. E. eindeutig aus z.B. "Auslegung XI-15 zu § 9 Absatz 3 EnEV 2009 ("Bagatellregelung" in Zusammenhang mit einer Erneuerung des Außenputzes)".
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Absatz 1 ist nicht anzuwenden auf Änderungen von Außenbauteilen, wenn die Fläche der geänderten Bauteile nicht mehr als 10 vom Hundert der gesamten jeweiligen Bauteil-fläche des Gebäudes betrifft.

    Und was die gesamte Bauteilfläche ist, sagt Auslegung XV-4 zu § 9 Absatz 3 EnEV 2009.
    => alle Wände

    Edit: Was in einer zukünftigen Ausgabe der EnEV steht oder nicht steht, spielt im Moment keine Rolle.
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  17. #15

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    Zitat Zitat von Mark Beitrag anzeigen
    Ich habe zufällig Einblick in einen Arbeitsentwurf erhalten
    Der leider nur Wunschdenken enthält und noch keine Aussage zur entgültigen Fassung zulässt.

    Zitat Zitat von Mark Beitrag anzeigen
    [..]"Auslegung XI-15 zu § 9 Absatz 3 EnEV 2009 [...]
    Welche dann mal eben mit XV-4 aufgehoben wurde.
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