Heizsystem für KfW 70 Neubau

Diskutiere Heizsystem für KfW 70 Neubau im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Na ja, Dein HB hätte aber anhand der Rahmendaten schon besser abschätzen können. Er macht ja den Job hoffentlich nicht erst seit heute. Hmm...

  1. #21 Bombjack, 26.04.2012
    Bombjack

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    Hmm keine Ahnung, zu dem Zeitpunkt gab es nur die Entwurfsplanung. Den Betrieb gibt es jedenfalls schon seit Jahrzehnten und man hat sich dort viel Zeit für mich und meine Fragen genommen, allen anderen musste ich ewig hinterherlaufen. Bisher ist aber noch nichts unterschrieben, ich kann mir noch einen anderen suchen falls ich das Gefühl bekomme man berät mich nicht richtig.
     
  2. R.B.

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    Na ja, wir leben im Jahr 2012 und dann bei einem Neubau mit 170m2 eine 19kW Therme.....:sleeping
    (von KfW xx mal ganz zu schweigen)

    Gruß
    Ralf
     
  3. #23 Bombjack, 01.05.2012
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    Würde eine 6 kw Erdwärmepumpe für unsere berechnete Heizlast sicher ausreichen? Der Heizungsbauer empfiehlt einen Sicherheitsaufschlag und würde inkl. Warmwassererzeugung lieber eine 7 kw Pumpe verbauen, sinnvoll oder überflüssig? Was würde schlimmstenfalls mit einer 6 kw Pumpe an Tagen deutlich unterhalb der berechneten Auslegungstemperatur passieren, steigt nur der Stromverbrauch oder erreichen wir unsere Raumtemperaturen nicht mehr und bekommen kalte Füße?
     
  4. R.B.

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    Als Praktiker würde ich sagen, 1kW mehr oder weniger, das wirst Du in der Praxis kaum bemerken. Als Theoretiker müsste ich sagen, wenn 6kW errechnet wurden, dann werden auch 6kW eingesetzt, und keine 5,9 oder 5,8. ;)

    Man beachte, dass die Heizleistung der WP von der Soletemperatur abhängig ist. Deswegen auch einmal einen Blick in die Leistungskurven werfen. Eine 6kW WP liefert meist mehr als 6kW. Die Heizlast beträgt in Deinem Fall 5,xkW, also hätte diese WP schon etwas "Mehrleistung" als nötig. Nehmen wir dann noch sagen wir mal 0,25kW/Person für´s WW hinzu, dann sind wir bei 6,xkW. Sperrzeiten spielen bei den heutigen Tarifen kaum eine Rolle mehr, und dank der Masse des Gebäudes wird man es gar nicht bemerken wenn die WP mal für 1h aus ist.

    Also, ob man Reserve vorsehen sollte, darüber kann man streiten. Viel wichtiger ist, dass die Quelle (Bohrung oder Kollektor) üppig dimensioniert wird.

    Unter diesen Bedingungen hat das Gebäude eine Heizlast die höher liegt als errechnet. Demzufolge reicht die WP nicht aus um alle Räume auf Solltemperatur zu bringen. Dabei muss man sich jedoch fragen, ob man überhaupt alle Räume beheizt die in die Berechnung mit einbezogen werden müssen, bzw. ob in allen Räumen die Raumtemperatur benötigt wird die in der Berechnung angesetzt wurde.

    Fazit: Kalte Füße gibt es deswegen noch lange nicht. Dem wirkt die Masse des Gebäudes und der Temperaturverlauf der Außentemperatur entgegen. Es ist ja nicht so, dass man 14 Tage, 24h pro Tag, eine Außentemperatur von -20°C hat.

    Gruß
    Ralf
     
  5. #25 Bombjack, 02.05.2012
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    Ich neige zur Bohrung. Kollektor mag vielleicht bei unserer Grundstücksgröße gerade noch so funktionieren, wird mir aber gefühlt zu knapp. Wie sollte die Quelle denn dimensioniert werden, kann man pauschal sagen Heizlast + x%? Und vor allem: Wie kann ich prüfen ob die versprochene Leistung tatsächlich zur Verfügung steht?

    Die Sperrzeiten hatte auch mein Heizungsbauer erwähnt, wie muss ich mir das vorstellen - zu bestimmten Zeiten wird einfach der Wärmepumpenstrom abgestellt? Das setzt dann aber einen eigenen Zähler und Tarif voraus nehme ich an, ist das so für den Wärmepumpenbetrieb vorgeschrieben oder kann ich auch alles über einen Zähler und Tarif laufen lassen? Irgendwo habe ich mal gelesen dass die speziellen Wärmepumpentarife sich durch zusätzliche Zählergebühr und Sperrzeiten häufig gar nicht rechnen und man sich lieber einen günstigen Standardtarif für den gesamten Verbrauch suchen sollte - ist da was dran? Um das rechnen zu können müsste ich wissen wieviel Strom so eine Pumpe voraussichtlich verbrauchen würde, kann man das anhand unserer Heizlast grob schätzen?
     
  6. R.B.

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    Die Quelle sollte so dimensioniert sein, dass die Temperatur durch die Belastung durch die WP nicht in´s Bodenlose fällt. Dazu muss man die Bodenschichten kennen, und dementsprechend wird dann bei einer Bohrung die notwendige Tiefe festgelegt. Pi*Daumen Formeln wie "50W/Bohrmeter" kann man nur für eine erste Abschätzung heranziehen, aber niemals für eine korrekte Dimensionierung.

    Bei einem Flächen-/Grabenkollektor muss man etwas anders vorgehen. Auch hier spielen die Bodenverhältnisse eine Rolle, aber man rechnet auch noch mit einem "Ertrag" von oben (sprich Regen, Sonne).

    Das Ziel sollte sein, möglichst viel Erdreich zu erschließen. Auch die Hydraulik ist dann ein Thema, wobei ich lange Kreise bevorzuge.

    Es gibt verschiedene Tarife für Wärmepumpen. Früher hat man Sperrzeiten vorgesehen, damit der Versorger die Wärmepumpen vom Netz nehmen kann wenn dieses sowieso schon bis an die Grenzen ausgereizt wurde. Heute spielt das weniger eine Rolle, da die Wärmepumpen die man heutzutage einbaut meist eine geringe Leistung haben (so mancher Staubsauger hat eine höhere el. Leistungsaufnahme).

    Deswegen gibt es bei uns 1 Tarif für WP ohne Sperrzeiten.

    Die Wärmepumpe hängt an einem eigenen Stromzähler da man hierfür ja einen gesonderten Tarif in Anspruch nehmen möchte. Ein Tarifschaltgerät (HT/NT) für WP gibt es bei Neuinstallationen meist nicht mehr, zumindest bei uns nur noch auf Anfrage.

    Was einen Anschluss an den normalen Haushaltsstrom betrifft, so ist das schwierig, da viele Versorger das in ihren Lieferbedingungen ausschließen. Eine logische Erklärung dafür gibt es nicht, das ist anscheinend historisch bedingt.

    Den zu erwartenden Stromverbrauch kann man abschätzen. Dafür gibt es mehrere Ansätze, die alle mehr oder weniger brauchbare Ergebnisse liefern.

    Nehmen wir mal an die Heizlast mit 6kW würde passen, dann liegt der Energiebedarf irgendwo im Bereich 15.000kWh p.a. Eine Sole-WP schafft problemlos eine JAZ von 4, richtig geplant und ausgeführt sind auch 4,3 oder bis 4,5 kein ernsthaftes Problem.

    d.h. Du benötigst ca. 3.500kWh bis 3.800kWh an el. Strom p.a. Preis bei unserem Standard-Versorger wäre dann 17,20 Ct./kWh und 7,88 € Grundgebühr pro Monat.

    Jahreskosten gesamt dann 602,- € (Verbrauchskosten) + 94,56 € (Grundgebühr) = 696,56 €

    Gruß
    Ralf
     
  7. #27 Bombjack, 02.05.2012
    Bombjack

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    Hmm bzgl. der Bohrung kann ich mich ja dann nur darauf verlassen dass das Bohrunternehmen alles richtig macht, wie soll ich denn das nachvollziehen? Erhalte ich eine Art Bohrprotokoll o.ä. aus dem irgendwelche Messwerte hervorgehen? Eine zu kleine Dimensionierung würde ich im laufenden Betrieb doch erst recht spät durch zu hohen Stromverbrauch feststellen, oder?
     
  8. R.B.

    R.B.

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    Ermittlung der benötigten Bohrmeter nach VDI4640, und zum Abschluss die Protokolle mit den einzelnen Bodenschichten, Verpressprotokoll, Druckprüfung.

    Solche Dinge sollten zwar selbstverständlich sein, aber man kann die ja bei Auftragserteilung vereinbaren. ;)

    Gruß
    Ralf
     
  9. #29 Bombjack, 02.05.2012
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    Für mich ist das alles Neuland und daher überhaupt nicht selbstverständlich.

    Gut zu wissen dass es so etwas gibt, dann kann ich darauf achten. Danke! :winken
     
  10. R.B.

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    Ich meinte, das sollte für das Bohrunternehmen selbstverständlich sein. Ein zertifiziertes Bohrunternehmen muss genau wissen was zu tun ist, und was an Dokumentation erforderlich ist.

    Gruß
    Ralf
     
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