Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 16
  1. #1

    Registriert seit
    09.2011
    Ort
    Elsteraue
    Beruf
    Kauffrau
    Beiträge
    17

    Überschreitung GRZ wg. Zufahrt

    Hallo,

    wir planen neben dem Haus ein Carport und daneben eine Garage.

    Die Zufahrt zu Garage und zu Carport soll mit Rasengittersteinen gelegt werden. Das haben wir so im Bauantrag angeben. Das Bauamt hat uns eine Anhörung geschickt: Überschreitung der zulässigen GRZ um 20 % !!! - da die Zufahrten in der gesamten Länge und Breite als versiegelte Fläche gezählt werden.

    Wir haben allerdings gar nicht vor, die Fläche komplett zu versiegeln :-(

    Meine Fragen:

    1. Müssen die Zufahrten in voller Länge und Breite in die GRZ einfließen oder gibt es bei Nutzung von Ökopflaster oder Rasengittersteine Ausnahmen?

    2. Welche Möglichkeiten gäbe es, die Zufahrten "auch unversiegelt" zu nutzen -> mit dem Jeep dauerhaft über den Rasen fahren :-)

    Danke für Tipps
    Peggy
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Überschreitung GRZ wg. Zufahrt

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    06.2005
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    34,325
    Selbst wenn Ihr die Zufahrt als Rasenfläche anlegt (auf Dauer mit Fahrspuren) ist sie zur GRZ mitzurechnen!!
    In der Baunutzungsverordnung steht nichts über das Belagsmaterial, sondern nur, das Zufahrten zu rechnen seien! Dito für Terrassen!

    Was sagt denn Euer Bauvorlageberechtigter dazu??? Irgendwer muss den Antrag ja gemacht und unterschrieben haben!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3

    Registriert seit
    10.2009
    Ort
    Land Brandenburg
    Beruf
    Dipl.-Bauing.
    Beiträge
    2,007
    Möglicherweise akzeptieren die Behörden, dass nur 2 Fahrspuren von je 40 cm Breite angerechnet werden. Mehr darf dann allerdings auch nicht gebaut werden. Ich glaube aber kaum, dass damit die GRZ-Überschreitung von 20 % geheilt werden kann.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4

    Registriert seit
    02.2012
    Ort
    BW
    Beruf
    Ingenieur
    Beiträge
    606
    Darf die GRZ für Zufahrten etc nicht im Regelfall um 50% überschritten werden? Sprich sind die 20% denn überhaupt ein Problem?

    Ich zitiere mal aus Wikipedia:

    "Für Nebenanlagen, wie Zugänge und Zufahrten, Schuppen, befestigte Flächen, Stellplätze und Garagen kann die zulässige Grundfläche im Regelfall um bis zu 50 % überschritten werden (maximal aber nur bis GRZ 0,8)."

    Interpretiere ich da was falsch? Oder fällt euer Baugebiet nicht unter diesen "Regelfall"?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5

    Registriert seit
    10.2009
    Ort
    Land Brandenburg
    Beruf
    Dipl.-Bauing.
    Beiträge
    2,007
    Wikipedia hilft da nicht weiter, sondern der B-Plan und die BauNVO. Es ist durchaus möglich, dass weniger als 50 % bis gar keine Überschreitung für Nebenanlagen zulässig sind.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6
    Themenstarter

    Registriert seit
    09.2011
    Ort
    Elsteraue
    Beruf
    Kauffrau
    Beiträge
    17
    unser Bauvorlageberechtigter zuckt im Prinzip nur mit den Schultern und verweist auf andere Baugebiete der Stadt, wo Rasensteine anerkannt wurden und die Zufahrten nicht als vollversiegelt anerkannt wurden.

    Er will m.E. hier der Stadt die Schuld zuschieben - das hier - je nach Bearbeiter - nicht einheitlich entschieden wird. Es gäbe wohl einen Kommentar zur BauNVO der darlegt, dass die Fläche nicht als voll versiegelte Fläche anzuerkennen ist. Den habe ich auch schon gelesen - für mich leider alles Interpretationssache...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7

    Registriert seit
    06.2005
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    34,325
    Dann hat Euer Planer ein massives Problem an der Backe. Er schuldet eine genehmigungsfähige Planung! Eure ist derzeit nicht genehmigungsfähig = Kein Honorar!
    Baunutzungsverordnung ist eigentlich eindeutig. Da steht nichts von "gepflastert" oder so ähnlich, da steht ganz eindeutig ZUFAHRTEN! Ohne jeden Bezug auf mögliche Arten der Oberflächengestaltung.
    Zitat Zitat von § 19 Grundflächenzahl, zulässige Grundfläche
    (1) Die Grundflächenzahl gibt an, wieviel Quadratmeter Grundfläche je Quadratmeter Grundstücksfläche im Sinne des Absatzes 3 zulässig sind.
    (2) Zulässige Grundfläche ist der nach Absatz 1 errechnete Anteil des Baugrundstücks, der von baulichen Anlagen überdeckt werden darf.
    (3) Für die Ermittlung der zulässigen Grundfläche ist die Fläche des Baugrundstücks maßgebend, die im Bauland und hinter der im Bebauungsplan festgesetzten Straßenbegrenzungslinie liegt. Ist eine Straßenbegrenzungslinie nicht festgesetzt, so ist die Fläche des Baugrundstücks maßgebend, die hinter der tatsächlichen Straßengrenze liegt oder die im Bebauungsplan als maßgebend für die Ermittlung der zulässigen Grundfläche festgesetzt ist.
    (4) Bei der Ermittlung der Grundfläche sind die Grundflächen von
    1.Garagen und Stellplätzen mit ihren Zufahrten,
    2.Nebenanlagen im Sinne des § 14,
    3.baulichen Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird,
    mitzurechnen.
    Die zulässige Grundfläche darf durch die Grundflächen der in Satz 1 bezeichneten Anlagen bis zu 50 vom Hundert überschritten werden, höchstens jedoch bis zu einer Grundflächenzahl von 0,8; weitere Überschreitungen in geringfügigem Ausmaß können zugelassen werden. Im Bebauungsplan können von Satz 2 abweichende Bestimmungen getroffen werden. Soweit der Bebauungsplan nichts anderes festsetzt, kann im Einzelfall von der Einhaltung der sich aus Satz 2 ergebenden Grenzen abgesehen werden
    1.bei Überschreitungen mit geringfügigen Auswirkungen auf die natürlichen Funktionen des Bodens oder
    2.wenn die Einhaltung der Grenzen zu einer wesentlichen Erschwerung der zweckentsprechenden Grundstücksnutzung führen würde.
    Kommentare sind nicht rechtssetzend, sie sind nur Meinungen von (sicherlich versierten) Menschen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8

    Registriert seit
    08.2005
    Beruf
    Dipl.Ing.
    Beiträge
    11,181
    Tatsächlich erlebe ich es permanent, daß die Behörden es mit den Berechnungen GRZ/GFZ nicht sooo genau nehmen. Speziell Außenanlagen werden gerne mal "vergessen" bzw. bleiben außer Betracht. Ich will damit nicht dazu raten sich darauf zurückzuziehen, denn es kann in die Hose gehen, aber -zumindest bei uns- wird das ganze relativ locker gehandhabt.......................meistens
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9

    Registriert seit
    02.2012
    Ort
    BW
    Beruf
    Ingenieur
    Beiträge
    606
    Ralf dieser Auszug macht mich jetzt doch wieder stutzig...

    Da steht ja imho eindeutig "Die zulässige Grundfläche darf durch die Grundflächen der in Satz 1 bezeichneten Anlagen bis zu 50 vom Hundert überschritten werden"

    Ich vermute mit Satz 1 ist "1.Garagen und Stellplätzen mit ihren Zufahrten," gemeint...

    Und "Im Bebauungsplan können von Satz 2 abweichende Bestimmungen getroffen werden" lese ich so dass im Bebauungsplan nicht zu Satz 1 abweichende bestimmungen getroffen werden können...

    wo liegt mein Denkfehler?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10

    Registriert seit
    06.2005
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    34,325
    Im B-Plan kann bestimmt werden, dass das Privileg (+ 50 %) nicht gewährt werden darf! Oder nur zu 12,74 %. Oder so.
    Mag sein, dass es auch möglich ist, dieses Privileg an z.B. Ökopflaster zu koppeln. Erlebt hab ich das noch nicht.
    Üblich ist da eher die Vorschrift, alle Zufahrten, also auch die, die das Privileg gar nicht brauchen, + die nicht überdachten Stellplätze bindend mit Sickerpflaster zu versehen!

    Aber egal wie - es muss im B-Plan festgesetzt sein! Sonst gilt § 19 BauNVO wie oben geschrieben!

    @ Thomas - das war bei uns bis vor 10, 15 Jahren auch noch so. Dann gabs ein offizielles Memo aus dem Ministerium, das das eigentlich Klare für alle gleich klarstellt.
    Seit dem gibts nur noch die Differenz, das manche Gemeinden auch Terrassen und Wege unter diese 50% Regel buchen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #11

    Registriert seit
    03.2009
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Ingenieur
    Beiträge
    317
    § 19 Grundflächenzahl, zulässige Grundfläche
    (1) Die Grundflächenzahl gibt an, wieviel Quadratmeter Grundfläche je Quadratmeter Grundstücksfläche im Sinne des Absatzes 3 zulässig sind.
    (2) Zulässige Grundfläche ist der nach Absatz 1 errechnete Anteil des Baugrundstücks, der von baulichen Anlagen überdeckt werden darf.
    (3) Für die Ermittlung der zulässigen Grundfläche ist die Fläche des Baugrundstücks maßgebend, die im Bauland und hinter der im Bebauungsplan festgesetzten Straßenbegrenzungslinie liegt. Ist eine Straßenbegrenzungslinie nicht festgesetzt, so ist die Fläche des Baugrundstücks maßgebend, die hinter der tatsächlichen Straßengrenze liegt oder die im Bebauungsplan als maßgebend für die Ermittlung der zulässigen Grundfläche festgesetzt ist.
    (4) Bei der Ermittlung der Grundfläche sind die Grundflächen von
    1.Garagen und Stellplätzen mit ihren Zufahrten,
    2.Nebenanlagen im Sinne des § 14,
    3.baulichen Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird,
    mitzurechnen.
    Die zulässige Grundfläche darf durch die Grundflächen der in Satz 1 bezeichneten Anlagen bis zu 50 vom Hundert überschritten werden, höchstens jedoch bis zu einer Grundflächenzahl von 0,8; weitere Überschreitungen in geringfügigem Ausmaß können zugelassen werden. Im Bebauungsplan können von Satz 2 abweichende Bestimmungen getroffen werden. Soweit der Bebauungsplan nichts anderes festsetzt, kann im Einzelfall von der Einhaltung der sich aus Satz 2 ergebenden Grenzen abgesehen werden
    1.bei Überschreitungen mit geringfügigen Auswirkungen auf die natürlichen Funktionen des Bodens
    oder
    2.wenn die Einhaltung der Grenzen zu einer wesentlichen Erschwerung der zweckentsprechenden Grundstücksnutzung führen würde.
    Bin zwar kein Anwalt, möchte aber noch zwei Anmerkungen zu Ralfs Zitat der BauNVO machen:

    - Eine 50%-Überschreitung der GFZ durch Zufahrten ist zulässig, wenn der B-Plan dies nicht explizit ausschließt und die GRZ inkl. Zufahrt nicht über 0,8 liegt.

    - Bei einer Überschreitung der o.g. 0,8 können Rasenpflastersteine (geringfügige Auswirkung auf natürliche Funktion des Bodens) helfen, ist aber eine Ermessensentscheidung.

    Gruß Mathie
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #12

    Registriert seit
    06.2005
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    34,325
    Mathie, ich weiß es zwar nicht, aber an die 0,8 Hürde glaube ich hier nicht. Die TE schreibt was von 20 % Überschreitung.
    Das wäre ja bei der 0,8 Hürde eine GRZ von 0,8 + 20 %`= 0,96. Das macht je 100 m² Grundstücksfläche 4 (in Worten VIER) m² unversiegelte Fläche. Das entspricht der Fläche eines grösseren Einzelgrabes.
    Eigentlich unvorstellbar!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #13
    Avatar von Der Bauberater
    Registriert seit
    08.2006
    Ort
    Daheim
    Beruf
    Architekt
    Benutzertitelzusatz
    Von Werbefenstern distanziere ich mich
    Beiträge
    1,799
    Und um was für Zahlen handelt es sich? Was ist die zul. GRZ, wie groß ist das Grundstück und welche Zahlen habt ihr für 19.2 und 19.4 im Lageplan?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  16. #14

    Registriert seit
    02.2012
    Ort
    BW
    Beruf
    Ingenieur
    Beiträge
    606
    Im B-Plan kann bestimmt werden, dass das Privileg (+ 50 %) nicht gewährt werden darf! Oder nur zu 12,74 %. Oder so.
    Ah Ok.. ich dachte "Im Bebauungsplan können von Satz 2 abweichende Bestimmungen getroffen werden" sagt, dass im Bebauungsplan nur Satz 2 (2.Nebenanlagen im Sinne des § 14) beeinflusst werden können also Satz 1 nicht durch den Bebauungsplan beeinflusst werden kann... aber evtl interpretiere ich da zu viel hinein...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  17. #15

    Registriert seit
    06.2005
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    34,325
    Oliver, Satz 2 nicht Nr 2!
    Satz 1 Beginnt hinter (4) und endet mit dem . hinter mitzurechnen!!! Satz 2 beginnt mit "Die zulässige...." und endet mit dem Punkt hinter "....können zugelassen werden"
    Das, worauf u Dich beziehst ist Satz 3!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen