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  1. #1

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    Fußbodenaufbau im Altbau

    Hallo Zusammen,

    ich versuche mir grade ein Bild vom Deckenaufbau in meinem Elternhaus zu manchen. Das Haus ist ein ZFH und wurde 1970/1971 gebaut.
    In den Bauunterlagen finde ich keine Details, allerdings sind bei einem Wasserschaden einige Aktenordner verloren gegangen.

    Ich habe an einer Raumecke den Boden etwas geöffnet und der Aufbau (soweit ich das erkennen kann) sieht wie folgt aus:
    von oben nach unten:
    - Schwarze Deckeschicht ca. 25-30mm dick (spröde), Verklebt beim Lochbohren, Abdrücke von schweren Möbeln deutlich sichtbar => ich vermuten das ist Bitumenestrich, bin mir aber nicht sicher
    - dünne Wellpappe
    - Schüttung => sieht aus wie Katzenstreu
    - dünne Wellpappe?
    - Schwarze Schicht evtl. wie Deckschicht, Dicke nicht gemessen, soweit habe ich den Boden nicht geöffnet
    - Betondecke

    Jetzt meine Fragen:
    -Ist das für diese Zeit ein gängiger Aufbau?
    -Warum hat man das damals so gemacht? Vorteile?
    -Kann man bei diesem Aufbau zumindest noch einem Mindestmaß Schalldämmung sprechen?

    Hintergrund der Fragen ist ich habe die untere Wohnung vermietet und möchte oben evtl. selber einziehen und plane Laminat zu verlegen.
    Ich habe jedoch etwas Bedenken bzgl. Trittschallentwicklung in der unteren Wohnung. Bis jetzt war oben Teppich verlegen und waren nur relative geringe Geräusche zu hören.
    Könnte bzw. wird sich das bei Laminat deutlich verschlechtern?

    Danke vorab an die Experten für Rückinfos!

    Viele Grüße
    Thomas
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  2. Fußbodenaufbau im Altbau

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  3. #2

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    Zitat Zitat von TF1969 Beitrag anzeigen
    - Schwarze Deckeschicht ca. 25-30mm dick (spröde), Bitumenestrich, Yepp
    - dünne Wellpappe
    - Schüttung => sieht aus wie Katzenstreu Reisstroh oder Reisspelzen
    - dünne Wellpappe?
    - Schwarze Schicht evtl. wie Deckschicht, Dicke nicht gemessen, soweit habe ich den Boden nicht geöffnet
    - Betondecke

    Jetzt meine Fragen:
    -Ist das für diese Zeit ein gängiger Aufbau? Ja
    -Warum hat man das damals so gemacht? Vorteile? Zeit
    -Kann man bei diesem Aufbau zumindest noch einem Mindestmaß Schalldämmung sprechen?NEIN!
    Schallschutz ist hundsmiserabel (ich weiß, wovon ich rede)
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  4. #3
    Themenstarter

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    Ok danke für die wirklich klare Aussage!!
    Aber welche Verbessungsmöglichkeiten gibt es außer den ganzen Belag zu erneuern?
    Ich schätze mal auch mit einer guten Laminatunterlage wird da kein vernünftiger Trittschutz zu realisieren sein?

    Doch wieder Teppich um zumindest den aktuellen Stand zu halten?

    Gruß
    Thomas
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  5. #4
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    Hallo Hr. Dühlmeier,

    was genau macht den Belag so hundsmieserabel? Die verwendeten Einzelmaterialien,die Kombination, die Schichtdicken...?

    Gruß
    Thomas
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  6. #5

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    Ich hab nicht gesagt, der Belag ist miserabel. Nur der Schaallschutz - weil keine federnden Schichten eingebaut sind!
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  7. #6
    Themenstarter

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    So hab ich es auch gemeint und verstanden...
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  8. #7

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    Es gibt wirklich gute Unterlagen für schwimmendes Laminat aus einem Neoprenähnlichem Material. Aber der miserable Trittschallschutz des oben beschriebenen Aufbau wird dadurch nur marginal verbessert
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  9. #8
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    Hallo Zusammen,

    Vielen Dank für die Antworten.
    Ich habe inzwischen mit meiner Mieterin diverse Soundchecks durchgeführt. Ein Freund hatte noch ein paar Reste Laminat mit Trittschalldämmung über, Teppichreste, ohne Belag nur auf Estrich, Pumps, weiche Sohle, Socken...
    Das Ergebnis war mehr als ernüchternd. Nur der Teppich brachte einigermaßen Erfolg, aber so richtig gut war's auch nicht.
    Ich werde mir wohl mal Gedanken über einen neuen Boden machen und einen Estrichleger kommen lassen...

    Viele Grüsse
    Thomas
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  10. #9

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    Wenn sie keine Stufe an der Wohnungstür haben möchten und sämtliche Türen kürzen wollen, könnte sich das mit denTrittschall bei dem vorhandenen Aufbau schwierig bis unmöglich gestalten
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  11. #10
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    Der alte Estrich käme natürlich vorher raus
    Ich habe den Boden jetzt mal an einer Stelle bis zur Betondecke entfernt. Der jetzige Boden ist ca. 75mm hoch evtl. noch etwas mehr. Da sollte also etwas machbar sein...

    Gruß
    Thomas
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  12. #11

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    Guten Abend,

    bei 75 mm werden Sie nach aktueller DIN 18560 nicht viel machen können. Vielleicht prüfen Sie erst einmal den Bestand, legen Ziele fest und dann los.

    Ein freundlicher Gruß
    svjm
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  13. #12
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    Hallo Svjm,

    Das Ziel ist einfach definiert, ich möchte erreichen das die Schritte im OG nicht oder zumindest deutlich leiser im EG zu hören sind.
    Der aktuelle Aufbau ist ja bekannt. Was es an Möglichkeiten gibt soll mir erst einmal ein Estrichleger vor Ort erklären.
    Was genau meinen Sie mit "bei 75 mm werden Sie nach aktueller DIN 18560 nicht viel machen können" ?

    Gruß
    Thomas
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  14. #13
    Themenstarter

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    Guten Abend,

    So ich habe jetzt das Loch einmal etwas größer gemacht, damit ich besser messen kann.
    Das Ergebnis ist (oben nach unten):
    - 25mm Gussaspahlt
    - Wellpappe
    - 45mm Schüttung

    Zusätzlich habe ich noch an einigen Stellen kleine Löchen in den Boden gebohrt und mit einem steifen Draht die Dicke bis zum Betonboden "gemessen". Die Ergebnisse lagen zwischen 70 und 80mm, im Mittel also 75mm.
    Je nach späterem Deckbelag kann ich noch ca. 4-7mm rausholen, ohne einen zu großen Überstand zum Wohnungsflur zu bekommen, der leider nicht saniert werden kann.

    Im Netz habe ich inzwischen diverse Aufbauvorschläge gesehen, die sich mit meiner verfügbaren Höhe realisieren lassen:
    -35mm Estrich
    -30mm Dämmung
    -15mm Rest für Schüttung und Trennlage

    Ich bin mir jetzt aber nicht sicher ob das denn aktuellen Normen entspricht, da nie ein Datum angezogen war.

    Außerdem frage ich mich warum die Schüttung damals so dick ausgeführt wurde, Rohre oder Kabel laufen eigentlich nicht über der Betondecke.
    War das ein gescheiteter Versuch einer Trittschalldämmung?

    Vielleicht hat ja einer der Experten eine Idee...

    Gruß
    Thomas
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  16. #14
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    Hallo! ... hier nur kurz für Dich zum allg. besseren Verständnis, wie fühlt sich was an http://www.baunetzwissen.de/standard...layout=galerie ausgehend von einen Normtrittschallpegel Betondecke von 73dB und einer Trittschalldämmplatte EPS DES 045 30-3 mit einem durchschn. TVM 30dB liegt man bei ca.‘ +- 43 dB.
    Kann besser werden durch eine andere Dämmstoffunterlage mit höherem Trittschalverbesserungsmaß und weichem Fußbodenbelag.
    Gruß Lutz
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  17. #15
    Themenstarter

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    Hallo Lutz,

    Danke für den Link, das hilft sehr weiter.
    Rein subjektiv gesagt liege ich also nur knapp unter 73db, also schon alles gut - sehr gut hörbar.

    Inzwischen war auch ein Gussestrichlegen vor Ort und schlägt den folgenden Aufbau vor:
    35 mm Gussasphalt IC 10
    30 mm Dämmplatte ETS
    10 mm Dämmschüttung + Vlies (je nach Ebenheit der Decke)
    => Gesamtdicke ca. 75mm
    Die Decken sind gegossene Fertigbetonteile und eigentlich recht plan.

    Laut dem Estrichleger entspricht dieser Aufbau der aktuellen Norm für Gussasphalt (kann ich nicht kontrollieren) und stellt bei meiner verfügbaren Höhe das Maximum an Trittschalldämmung dar. Auf einen genauen dB-Wert wollte er sich nicht festlegen, meinte aber um die 28-30 dB sollten es sein.
    Damit wäre ja rechnerisch alles ok und es sollte in der unteren Wohnung Ruhe sein.

    Wie seht ihr diese Aussagen und den vorgeschlagenen Aufbau?
    Gibt es bessere Massnahmen?

    Gruß Thomas
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