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Heizwärmebedarf

Diskutiere Heizwärmebedarf im Forum EnEV 2002 / 2004 / 2007 / 2009 auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Heizwärmebedarf

    Grüß Gott,

    hat jemand eine Ahnung was für Temperaturen beim Wärrmebedarfsnachweis bach §12 der Wärmeschutzverordnung
    zugrunde gelegt werden ?
    Bei mir wurde ein Wert von 48,46 kWh/(m² a) errechnet.

    Oliver
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  2. Heizwärmebedarf

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  3. #2

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    Verwechslung ?

    Hallo Oliver,

    ich glaube, Du bringst da ein paar Dinge durcheinander.

    Meinst Du wirklich die Wärmeschutzverordnung, denn wir leben im Zeitalter der Energieeinsparverordnung EnEV ?
    Dort geht man beim Energiebedarfsausweis nach § 13 EnEV entweder von normalen Innentemperaturen oder von Gebäuden mit niedrigen Innentemperaturen aus. Niedrige Innentemperaturen können auch für eine Zone z.B. Kellergeschoß angewendet werden.

    Der in Deinem Beispiel errechnete Wert von 48,46 kwh(m2a) ist wahrscheinlich der spezifische Jahresheizwärmebedarf Qh - bitte genauer nachschauen.

    Nach EnEV beinhaltet der Energiebedarfsausweis insbesondere die spezifischen Werte des Jahres-Heizwärmebedarfs, des Jahres-Heizenergiebedarfs und des Jahres-Primärenergiebedarfs, einschl. Angabe der eingesetzten Energieträger.

    Bei der Wärmeschutzverordnung 95 wurde mit Qh lediglich der flächenbezogene Wert des Jahres-Heizwärmebedarf ermittelt.

    mfg ww
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  4. #3
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    egal ...

    ob wsvo oder enev: t = 19°c

    entsprechende hochrechnungen ("wieviel öl verbrauche ich bei t = 21°c?") funktionieren aber nicht, in den rechengrundlagen gibt es zuviele "wackelkonstanten": http://www.fh-wolfenbuettel.de\tww\E...peterMeier.pdf
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  5. #4

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    Im Anhang D der DIN V 4108-6:2000-11 "Berechnungsverfahren für den öffentlich-rechtlichen Nachweis" (nach der EnEV) steht in Tabelle D.3 (Randbedingungen): Mittlere Gebäudeinnentemperatur: 19°C für Gebäude mit normalen Innentemperaturen.
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  6. #5
    Themenstarter

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    ich hab irgendwo ...

    mal aufgeschnappt, dass pro 1°C mehr, ca. 6% mehr Energie aufgewendet wird. Da von meiner Frau eine Raumtemperatur von 22-23°C 'verlang' wird, kann ich es mir ausrechnen.
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  7. #6

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    Die Hochrechnungen funktionieren relativ gut, wenn man aus der Berechnung sorgfältig trennt: interne Gewinne, Transmissionswärmeverluste, Lüftungswärmeverluste und solare Gewinne. Die Schritte sind dann 1. Festlegen der Innentemperatur, 2. Bestimmen der internen Gewinne (stimmen die mit der standardisierten Annahme der EnEV überein?), 3. Bestimmen der solaren Gewinne (z.B. über durchschnittliche Sonnenscheindauern - Verschattung beachten), 4. Bestimmen der Heizgrenztemperatur (bis zu welcher Außentemperatur reichen allein die internen und solaren Wärmegewinne), 5. für viele Orte existieren Tabellen mit den Gradtagszahlen für bestimmte Grenztemperaturen, 6. damit Bestimmung der Transmissions- und Lüftungswärmeverluste und den Ersatz der im Winter verringerten solaren Gewinne. Zusätzlich muß ggf. noch ein zusätzlicher Lüftungswärmeverlust berücksichtigt werden, wenn die Luftdichtigkeit des Hauses schlecht ist.

    Allerdings muß ich auch feststellen, das weder EnEV noch die übrige Datenlage das Kennen der Daten einfach macht - obwohl die Rechnung selbst relativ unkompliziert ist.

    Dabei existiert noch ein Gewährleistungsproblem. Wenn dem Bauherren Angaben zu den Verbräuchen gemacht werden, kann sich der Bauherr evtl. darauf berufen und damit Schadensersatzanspüche ableiten - also lieber nichts angeben und deswegen lieber der Hinweis auf Unverbindlichkeit im Energiebedarfsausweis. Dazu kommt noch, daß die jährlichen Klimaschwankungen noch die Heizverbräuche um 30 % und mehr schwanken lassen können: bei gut gedämmten Häusern ist der Heizenergieverbrauch die kleine Differenz zwischen den großen Werten Transmissionswärmelust und solare Gewinne - und selbst bei kleiner Schwankung der Ausgangsgrößen (meistens um 10 bis 15 %) schankt dann eine kleine Differenz sehr stark.
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  8. #7
    Avatar von JDB
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    Sehr gut beschrieben, Herr Ebel.
    Unter diesem Gesichtspunkten und dem o.g. sehr niedrigen Heizwärmebedarf erscheinen die 6% etwas mager.
    Bei max. 23° sollte die mittlere Temp. ca. bei 21° liegen.
    also 2° unterschied, macht ca. 15% mehr Energie.

    Diese Kosten dürfen Sie ihrer Frau vom Tachengeld abziehen.

    Oder wie soll ich das verstehen?
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  9. #8

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    Solche Zahlen sind mit Vorsicht zu betrachten. Z.T. beruhen diese Angaben direkt auf der Zunahme der Heizgradtage und berücksichtigen nicht die relative Zunahme der solaren Gewinne bei Verlängerung der Heizperiode. Außerdem berücksichtigen sie nicht die Absenkung der Heizungsgrenztemperaturen bei gut gedämmten Gebäuden. Welche tatsächliche Heizgrenztemperatur haben Sie usw.. Für den Raum Potsdam gilt z.B. für die prozentuale Änderung der Gradtagszahlen:

    Grenztemperatur / Anstieg
    11°C / 11,8 %
    12°C / 11,1 %
    13°C / 10,6 %
    14°C / 10,1 %
    15°C / 9,6 %
    16°C / 9,2 %
    17°C / 8,8 %
    18°C / 7,9 %
    19°C / 7,5 %
    20°C / 7,1 %
    21°C / 6,7 %
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  10. #9

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    Noch eine Ergänzung zur Sonne. Bei ca 180 Tagen Heizzeit, bringt jeder Tag theoretisch bei 40° Breite etwa 1,4 % mehr Solareintrag, bei 60° Breite 1,6 %. Berechnet allein auf der theoretischen Sonnenscheindauer.
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  11. #10
    Gast
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    heizgrenztempartur

    Die EnEv stellt allerdings im Berechnungsverfahren schon eine "Optimierung" gegenüber der WschVO dar.
    Die Heizgrenztemperatur wurde gesenkt!! auf 10°C, war glaub ich vorher 12°C.
    Sind rel. unrealistische Randbedingungen.
    Siehe auch:

    http://www.fh-wolfenbuettel.de/tww/E...neSchritte.pdf



    Gruss jhd
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  12. #11
    Themenstarter

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    Idee oje ...

    ich armer (neuer) Häuslebesitzer wollte mal nur grob überschlagen, ob mein aktueller Energiebedarf korrekt ist.
    Ich habe jetzt mal über den Januar hinweg meinen Zählerstand der Gasarmatur verfolgt.
    Im Schnitt liege ich bei Temperaturen zwischen -5°C und +2°C bei einem Tagesverbrauch von ca. 7m³.
    Die Heizkörper (Stücker 3) im Keller stehen auf '1' und den Rest des Hauses erwärme ich über die FSBH im EG. Als Raumtemperatur im EG habe ich so ca. +- 22°C.
    Ich habe zwar noch 4,5m² Röhren auf dem Dach, doch bei diesem Sau-Wetter bringen die nichts.
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  13. #12
    Avatar von JDB
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    genau

    Die EnEv stellt allerdings im Berechnungsverfahren schon eine "Optimierung" gegenüber der WschVO dar.
    Das war Trick 17:
    Sonst hätte man die angestrebte 25%ige Verschärfung auch nicht erreicht. Per Verordnung sank am 1.2.2002 der Heizwärmebedarf um ca. 10%.
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  14. #13
    Gast
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    jenau

    Schön gesagt JDB

    gruss jhd
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
    Avatar von JDB
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    Wer issn jhd? *grübel*
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  17. #15

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    "Die Heizgrenztemperatur wurde gesenkt!! auf 10°C, war glaub ich vorher 12°C."

    Dieses Zitat hört sich nach Schummel an - ist es aber nicht. Diese Heizgrenztemperatur wird nur im Heizperiodenbilanzverfahren benutzt und resultiert aus der höheren vorausgesetzten Wärmedämmung.

    Beim Monatsbilanzverfahren wird die Heizgrenztemperatur aus der Wärmedämmung bestimmt.
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