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Flachdach bekiesen ja/nein?

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  1. #1

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    Flachdach bekiesen ja/nein?

    Hallo zusammen,

    bei uns stellt sich die Frage, ob wir unser Flachdach bekiesen lassen sollen.

    Aufbau:
    Bitumendachbahn (verschweißt)
    Oberlage beschiefert
    Wandanschlüsse mit Alu-Klemmschienen

    Hat eine Bekiesung Vorteile hinsichtlich (noch besserer) UV-Beständigkeit, Haltbarkeit allgemein oder auch hinsichtlich Wärmeschutz?
    Und mit welchen Kosten muss man denn etwas je m2 rechnen?

    Danke für Infos!
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  2. Flachdach bekiesen ja/nein?

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  3. #2

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    Wer empfiehlt denn den Kies auf dem Dach?

    Alle Experten, die ich dazu befragt habe, haben vor Kies gewarnt.
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  4. #3

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    Zitat Zitat von mastehr Beitrag anzeigen
    Wer empfiehlt denn den Kies auf dem Dach?

    Alle Experten, die ich dazu befragt habe, haben vor Kies gewarnt.
    Was waren das für Experten ?

    Kies hat mehrere Vorteile, schutz vor UV, die Bahnen haben eine längere Lebenserwartung, weil die Temperaturschwankungen nicht so groß sind falls mal Wasser auf dem Dach steht, zusätzlicher Schutz vor Flugfeuer usw.
    5 cm 16/32 und gut ist.
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  5. #4

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    @ Jue01 - hast du denn die kiesschüttung auch in der lastannahme der statik mit drin?
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  6. #5

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    Die erste Frage sollte sein:
    Ist die Dachkonstruktion überhaupt so stabil, dass eine zusätzliche Last aus der Kiesschicht überhaupt aufgenommen werden kann?
    Zweitens: Wer geht regelmäßig auf das Dach um zu kontrollieren, ob sich eventuell unerwünschter Bewuchs dort ausbreitet und möglicherweise die Abläufe verstopft?
    Wie kommt die kontrollierende Person da hoch und wie kann sie sich gegen Absturz sichern?
    Wie weit ist denn die Dachabdichtung im Minimum über der wasserführenden Ebene an aufgehenden Bauteilen nach oben geführt?
    Kann man also aufgrund der örtlichen Gegebenheiten überhaupt erst über eine Bekiesung nachdenken?

    So eine Bekiesung hat, wenn sie von Anfang an geplant und sauber ausgeführt wird, auch Vorteile, z.B.:
    - Auflast, die den abhebenden Windkräften entgegenwirkt
    - UV-Schutz
    - möglicherweise Teil des Brandschutzes (Stichwort "Harte Bedachung")
    - Verlangsamung des Regenabflusses bei Starkregen
    - zusätzlicher Schutz vor zu starker Aufheizung der Dachabdichtung bei Sonneneinstrahlung

    Ob eine nachträgliche Bekiesung wirklich sinnvoll ist, kann man erst sagen wenn man weiß, ob es überhaupt möglich ist, wozu sie dienen soll und wenn man die Örtlichkeiten kennt.
    Gruß Holger
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  7. #6
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    Hallo zusammen,
    erst einmal Danke für die schnellen Antworten!

    wir sind kurz vor der Statik und Werkplanung Rohbau. In die Statik wird eine Bekiesung auf jeden Fall mit einbezogen. Für die Werkplanung ist eben gerade die Frage nach der auszuführenden Höhe der Aufkantungen. Eine Bekiesung soll aber auf jeden Fall möglich sein.
    Wahrscheinlich ist es wie immer eine Sache der Abwägung. Neben den oben genannten Vorteilen fallen mir als Nachteil aber eigentlich nur ein: zusätzliche Kosten und erhöhter Aufwand bei Sanierung.

    @mastehr: was waren denn das für Nachteile, die dir genannt worden sind?

    Grüße!
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  8. #7
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    @Holger:
    wie wiele cm sollte die Abdichtung denn ggf. über die Kiesschicht hinaus gehen?
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  9. #8

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    Nach Flachdachrichtlinie 15 über die Dichtebene. Für den Fall einer Abflussverstopfung oder anderweitig behindertem Wasserabfluss würde ich mind. 15cm über die Kiesschicht gehen. Habt Ihr auch einen Notüberlauf geplant?

    Als Nachteile fallen mir erst mal Folgende ein:
    - stärkere Dachkonstruktion erforderlich
    - Kosten für den Kies
    - Verunreinigung durch Laub, Blüten, Staub
    - Allmählicher Bewuchs (Wurzelschutzlage nicht vergessen)
    - regelmäßige Kontrollen (insbes. der Abläufe) erforderlich
    - eventuelle Undichtigkeiten können erst untersucht werden, nachdem der Kies entfernt wurde
    - bei Erneuerung der Abdichtung / Wärmedämmung muß der Kies abegtragen werden, soll er entsorgt werden, kann das enwas mehr kosten, da er nicht als baustoff wiederverwendet werden kann wegen der vielen organischen Bestandteile

    Wie wäre es denn mit einem echten Gründach? Das spart (je nach Abwasserordnung der Gemeinde) möglicherweise sogar noch Geld bei der Berechnung der Regenwassereinleitungsgebühr
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  10. #9

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    Zitat Zitat von Tarunio Beitrag anzeigen
    Was waren das für Experten ?

    Kies hat mehrere Vorteile, schutz vor UV, die Bahnen haben eine längere Lebenserwartung, weil die Temperaturschwankungen nicht so groß sind falls mal Wasser auf dem Dach steht, zusätzlicher Schutz vor Flugfeuer usw.
    5 cm 16/32 und gut ist.
    Dann erwähn aber bitte auch die Nachteile:
    Verschlammung des Kieses durch den Eintrag von Laub, Dreck, Vogelkot usw.
    Dadurch hervorragende Bedingungen für den Bewuchs durch Pflanzen mit der Folge der Wurzelbelastung der Abdichtung, wenn nicht regelmäßig kontrolliert wird!
    Freilegung von Teilbereichen durch Wind. Der Kies wird umgelagert!
    Förderung von Moosbewuchs mit Erhöhung der Verstopfungsgefahr!
    Höhere Kosten bei Wartung und Sanierung der Abdichtung!
    Gefahr von Beschädigung der Abdichtung bei regelmäßigem Begehen des Daches z.B. durch den Schorni!

    Einzig die erhöhte Auflast ist ein echter Vorteil der Bekiesung, aber den abhebenden Kräften kann man auch anders entgegen wirken - z.B. durch eine mechanische Befestigung der ABdichtung!
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  11. #10

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    Als Nachteile wurden mir genannt:

    - erhöhte Anforderungen an die Statik
    - schlechte Zugänglichkeit bei Problemen
    - notwendiges Abräumen bei notwendiger Erneuerung
    - Bewuchs mit Unkräutern (dieser Punkt wurde durch Verweis auf das bekieste Dach des Nachbarn wirkungsvoll untermauert)
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  13. #11
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    jetzt kommts aber dicke für die Bekiesung :-(

    Was das Thema Bewuchs angeht: meine Eltern haben auch ein bekiestes Dach. der Unkrautbewuchs war bzw. ist immer nur mäßig trotz nur geringer Pflege. Auf die Haltbarkeit hatte das keinen negativen Einfluß, nach 36 Jahren haben meine Eltern das Dach erneuern lassen, weil sie es langsam nicht mehr ausgehalten haben, bis es endlich Leck schlägt... :-)
    Aber klar: ein Einzelfall ist nicht repräsentativ.

    Wie gut ist den ein nicht bekiestes Dach begehbar? Denn ab und zu muss man wohl auch da drauf.

    Schorni ist bei uns übrigens nicht, da LWP und kein Kamin
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  14. #12

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    Hallo,

    wie wäre es denn mit einer anderen Art des Schutzes des Daches? Ich habe mal jemanden gesehen, der günstige 2. Wahl Gehwegplatten auf das dach gelegt hat. damit diese die Abdichtung nicht beschädigten, wurden sie ähnlich zu terrassenlagern auf kleine Styrodur-Klötzchen gelegt. Dann hat man die Vorteile des Kieses, eliminiert aber einen teil seiner Nachteile.

    Oder wie wäre es mit eine Photovoltaik-Anlage ohne Aufständerung? Die Abdichtung drunter ist dann auch gegen direkte Sonnenbestrahlung geschützt.

    Gruß,

    Bolanger
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