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Fußbodenheizung warum?

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  1. #1

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    Fußbodenheizung warum?

    Ich habe jetzt die ersten 6-7 Seiten zum Thema Heizung hier durchgeschaut habe muss ich feststellen: es baut offenbar niemand mehr etwas anderes als eine Fußbodenheizung in einen Neubau. Warum?

    Die Vorteile, die ich sehe: funkioniert mit niedrigen Vorlauftemperaturen, paßt also auf Wärmepumpen u.ä., keine Heizkörper mehr im Raum, warme Füße.

    Ist das alles? Wenn ich keine bodentiefen Fenster möchte, eine konventionelle Gasheizung und mir (außer im Bad die warmen Füße) spare, vielleicht 22mm dicke Dielen oder Parkett legen möchte und darauf auch den ein oder anderen Teppich, ist es dann überhaupt sinnvoll eine Fußbodenheizung einzubauen? Ist die preiswerter? Wirtschaftlicher? Wie sieht es mit der langfristigen Haltbarkeit aus? Mich sträubt es ein wenig, einen Fußboden, der gute 100 Jahre halten kann auf so ein paar dünne Plastikröhrchen zu legen, die vielleicht in 30 Jahren schon hinüber sind.

    Mit geht es nicht um eine Grundsatzdiskussion, aber ich wäre froh, wenn mir jemand mal kurz aufzeigen könnte, wo die Vorteile sind.
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  2. Fußbodenheizung warum?

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  3. #2

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    Der Boden liegt nicht auf den Röhrchen, sondern die Röhrchen liegen im Estrich.

    Die von Dir genannten Vorteile sind korrekt. Preislich kostet eine FBH kaum mehr als eine Lösung mit Heizkörpern. Gegenüber den Heizkörpern erreicht man aber im Raum eine gleichmäßigere Wärmeverteilung, was man Deiner Liste mit Vorteilen noch hinzufügen könnte.

    Auch wenn Du heute eine Gastherme einbaust, so bedeutet das noch lange nicht, dass das auch für die Zukunft genutzt wird. Deswegen sind Heizflächen mit niedrigen Heizwassertemperaturen immer im Vorteil, da man diese flexibler einsetzen kann.

    Das gilt analog für Solarthermie, denn bei einer Heizwassertemperatur von 30°C kann ich mehr Erträge von der Anlage nutzen als bei sagen wir mal 60°C.

    Es gibt auch einen Nachteil, das wäre die Trägheit. Aber das spielt bei den heutigen Gebäuden keine Rolle mehr.

    Fazit: Es gibt in meinen Augen keinen Grund warum man heute bei einem Neubau noch auf Heizkörper setzen sollte.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3

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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Es gibt auch einen Nachteil, das wäre die Trägheit. Aber das spielt bei den heutigen Gebäuden keine Rolle mehr.
    Warum?
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  5. #4
    Themenstarter

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    Danke für die erste Antwort!
    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Der Boden liegt nicht auf den Röhrchen, sondern die Röhrchen liegen im Estrich.
    Das war mir schon klar, war etwas salopp formuliert. Trotzdem frage ich mich, wie es mit der Haltbarkeit von solchen Kunststoffprodukten aussieht. Einen defekten Heizkörper tausche ich einfach aus, aber eine FBH?

    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Es gibt auch einen Nachteil, das wäre die Trägheit. Aber das spielt bei den heutigen Gebäuden keine Rolle mehr.
    Warum spielt das keine Rolle mehr? Weil die Gebäude so gut isoliert sind, dass Temperaturschwankungen eh nur sehr langsam vonstatten gehen? Und wäre es bei guter Dämmung nicht auch so, dass die Heizkörper ggf. gar nicht so exorbitant riesig sein müssten, selbst wenn sie mit etwas niedrigerer Temperatur gefahren würden?

    Die Argumente gehen ja vor allem in die Richtung "niedrige Heizwassertemperaturen ermöglichen". Wenn man davon mal absieht (weil man z.B. ein kleines BHKW neben dem Hausstehen hat und eh Wärme zur Verfügung hat) wie sieht es mit der reinen Nutzbarkeit im Haus aus? Großflächiger Einsatz von flauschigen Teppichen ist dann nicht mehr, oder?
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  6. #5

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    Bei so einem Thema bin ich schon etwas vorsichtig mit der Bewertung der Fakten als Vor- oder Nachteile. Es gibt jeweils gewisse systemabhängige Fakten, aber die Bewertung und Gewichtung derselben kann subjektiv verschieden ausfallen, je nachdem was mir wichtig ist.
    So kann ich nach 8 Monaten Betrieb meines Hauses (noch?) nicht (nicht mehr?) sagen, ob die sehr große Trägheit meines "Gesamtsystems Haus" (durch Speichermasse incl. FBH-System) eher Vor- oder Nachteil ist. Ich denke eigentlich eher ein klarer Vorteil, sowohl im Winter als auch im Sommer.
    Natürlich ist dadurch die technische Regelbarkeit der Raumtemperaturen insgesamt eher schwierig. Aber ab wann wirkt sich das für den Bewohner wie aus?? Auch das ist nicht mehr vergleichbar mit "früher".

    Ich empfinde die Behaglichkeit im Haus (wohl aufgrund der gleichmässigeren Oberflächentemperaturen) als groß genug, so dass man dabei auch größere Temperaturschwankungen als in der früheren Wohnung noch als komfortabel empfindet - was nicht heißt dass diese riesig sein dürfen, aber das sind sie ja auch nie.

    wichtige Aspekte sind:
    1. +/- gute "Dämmwerte" von Wand- und Fensterflächen und hohe Luftdichtheit -> geringere Heizlast (-> ermöglicht relativ kleine Heizleistung; höhere Trägheit bzgl. äusseren Störgrössen wie AT, Sonneneinstrahlung), -> dazu passt dann m.E. auch eine KWL besser als Fensterlüftung, weil ich im schon trägen System keine großen Raumtemperatursprünge bekomme.
    2. hohe Speichermassen (-> = hohe Trägheit),
    3. große Heizflächen (durch FBH und Wandheizung) -> ermöglichen erst niedrige Systemtemperatur und Strahlungs- statt Konvektionsheizung -> weniger Staub ....
    4. Kosten: es ist sehr die Frage, was wirklich kostengünstiger wird? Wenn ich bei FBH z.B. auf die ERR verzichte (weil sie eh nichts mehr bringt), dann kann die FBH kostengünstiger sein.

    Die Bewertung mag nicht immer einheitlich ausfallen. Für mich überwiegen subjektiv klar die VT bzgl. FBH und WH. Aber ich weiß definitiv nicht, wie sich eine Radiatorenheizung in genau meinem Haus anfühlen würde.
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  7. #6
    casch
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    Warme Füße sind bei mordernen Anlagen auf jeden Fall kein Vorteil. Vorlauftemperatur wird unter Körpertemperatur liegen und damit fühlt sich der Boden nicht warm an.

    Hauptvorteil Fußbodenheizung ist für mich ein optischer: es gibt keine hässlichen, störenden Heizkörper.
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  8. #7
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von casch Beitrag anzeigen
    Hauptvorteil Fußbodenheizung ist für mich ein optischer: es gibt keine hässlichen, störenden Heizkörper.
    @casch: So unterschiedich sind die Geschmäcker. Ich finde Heizkörper gar nicht so häßlich (obwohl Du insofern Recht hast, dass die die hübsch sind, vermutlich einen Preis nach sich ziehen, der deutlich über der FBH liegt).

    Worauf ich immer noch gerne eine Antwort hätte: Wie sieht es mit der Haltbarkeit aus? Ich liebe gute Fußbodenmaterialien und die halten durchaus mal 50-100 Jahre. Verträgt sich das mit der FBH?

    @Seev: Ich glaube, das Wohngefühl ist schwer zu beurteilen, insbesondere, wenn's ein Neubau ist. Was liegt da an der Heizung, was an anderen ebenfalls geänderten Faktoren. Man sollte wohl Leute befragen, die nur ihre alte Heizung gegen eine FBH ausgetauscht haben.

    Darf man heutzutage mit ENEV usw überhaupt noch Häuser mit einer simplen Gasheizung (d.h. ohne Kollektoren, Wärmepumpen, KWL, usw bauen)? Oder bräuchte man dann 1m Wandstärke um die Energieeinsparung über die Dämmung zu erzielen (ok, dann käme man wohl auch nicht mehr ohne KWL aus...). (Hintergrund: das mit dem BHKW neben dem Haus ist in unserem konkreten Fall gar nicht so unrealistisch, für einen Altbau ist das prächtig, aber im Neubau muss man vermutlich trotzdem alle Dämmstandards einhalten)
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  9. #8

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    Zitat Zitat von casch Beitrag anzeigen
    Warme Füße sind bei mordernen Anlagen auf jeden Fall kein Vorteil. Vorlauftemperatur wird unter Körpertemperatur liegen und damit fühlt sich der Boden nicht warm an.
    O.k., dann stehst Du eben barfuß auf einen unbeheizten kalten Boden, z.B. wenn der Raum Heizkörper hat. Fühlt sich das dann wärmer an?

    Zitat Zitat von casch Beitrag anzeigen
    Hauptvorteil Fußbodenheizung ist für mich ein optischer: es gibt keine hässlichen, störenden Heizkörper.
    Zustimmung. Dadurch wesentlich höhere Flexibilität bei der Möblierung, weniger abstauben ... .
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  10. #9

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    Du sprichst hier die Haltbarkeit an, du weißt schon wie lange es dauert bis Plastik brüchig etc. wird?

    Du kannst auch etliche Teppiche auf den Boden legen, dann ist es trotzdem drumherum warm...

    Und auch wenn die Vorlauftemperatur unter der Körpertemperatur liegt, trotzdem fühlt sich der Boden warm an im Verleich zu einer Wohnung mit konventionellen Heizkörpern
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  11. #10
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    Zitat Zitat von Mycraft Beitrag anzeigen
    Du sprichst hier die Haltbarkeit an, du weißt schon wie lange es dauert bis Plastik brüchig etc. wird?
    Exakt darum geht es mir. Plastik von vor 20, 30 Jahre ist ja nun wirklich oft spröde, brüchig. Aber im Gegensatz zu FBH-Rohren auch UV-Licht usw ausgesetzt. Außerdem ist die Qualität in den letzten 30 Jahren sicher auch nicht schlechter geworden. Sind FBH-Rohre überhaupt reines Plastik oder eher ein Verbundmaterial? Wie dem auch sei, wenn hier jemand schriebe, dass eine BH eine Lebensdauer von 20-30 Jahre hätte, wäre mir das zu wenig. Oder ich würde halt auf deutlich preiswertere Bodenmaterialien umsteigen.
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  12. #11
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    Zitat Zitat von Seev Beitrag anzeigen
    Zustimmung. Dadurch wesentlich höhere Flexibilität bei der Möblierung
    Ähm. Meine Heizkörper befinden sich ganz traditionell vorm Fenster. Da stelle ich selten einen Schrank o.ä. hin. Und den klassischen Schreibtisch im Kinderzimmer stört der Heizkörper dahinter auch nicht so sehr. Ich sehe den Vorteil eher in Bezug auf die derzeit modernen bodentiefen Fenster - da wird's mit Heizkörpern natürlich schwierig.
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  13. #12

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    Zitat Zitat von Bricoleuse Beitrag anzeigen
    @casch: So unterschiedich sind die Geschmäcker. Ich finde Heizkörper gar nicht so häßlich (obwohl Du insofern Recht hast, dass die die hübsch sind, vermutlich einen Preis nach sich ziehen, der deutlich über der FBH liegt).

    Worauf ich immer noch gerne eine Antwort hätte: Wie sieht es mit der Haltbarkeit aus? Ich liebe gute Fußbodenmaterialien und die halten durchaus mal 50-100 Jahre. Verträgt sich das mit der FBH?
    Wie jung bist Du und wie lange willst Du in dem Haus wohnen? Es kann keine Erfahrungswerte mit den heutigen Systemen in diesem Zeithorizont geben.

    Zitat Zitat von Bricoleuse Beitrag anzeigen
    @Seev: Ich glaube, das Wohngefühl ist schwer zu beurteilen, insbesondere, wenn's ein Neubau ist. Was liegt da an der Heizung, was an anderen ebenfalls geänderten Faktoren. Man sollte wohl Leute befragen, die nur ihre alte Heizung gegen eine FBH ausgetauscht haben.
    Ich wollte eigentlich genau das rüberbringen, nämlich dass das sinnlos wäre. Allenfalls kannst Du zwei aktuelle Neubauten mit je verschiedenen aktuellen Heizsystemen alternativ miteinander vergleichen. M.E. geht es nur um die Aussage, was bei einer vorgegebenen "Bautechnik" die passendere "Haustechnik" ist. Dann kann man über die subjektive Gewichtung und Wertung reden.

    Das mit dem BHWK war für uns damals in keiner Weise zu unserem Neubau passend. Weder vom Invest noch von der Energieeffizienz (wer verbraucht denn die ganze Abwärme / Strom sowie die zu große Heizleistung?) noch vom ökologischen Aspekt (womit wird das Ding gefüttert?) her.
    M.E. braucht ein BHKW eine Wohnanlage mit mehreren EFH / Wohnungen mit ganzjährig konstant hohem WW-Verbrauch.
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  14. #13
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    die Frage müßte eher lauten, wodurch wird Plastik brüchig und sind diese Bedingungen bei einer FBH gegeben?

    Einzelerfahrung mt einer inzwischen 35J alten FBH: keinerlei Schäden an den Rohren vorhanden.
    BTW: bei weiterhin hohem Mißtrauen gegenüber Plastik kann man natürlich auch über Kupfer nachdenken - €...

    Gruß
    Frank Martin
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  16. #14
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    Das mit dem BHKW war nicht so gemeint, dass ich mir eins nebens Haus setzen wollte. Es verhält sich andersherum: Dort, wo man eventuell bauen könnte befinden sich schon einige BHKW und die haben, wie Du richtig schreibst, eh ordentlich Abwärme übrig.

    PS: ich bin etwas über 30 und würde nach aktuellen Sterbetafeln noch locker 50-60 Jahre in diesem Haus verbringen. Und im Alter von 85 noch mal alle Fußböden rausreissen lassen möchte ich nicht. ok, ich übertreibe es ein wenig, aber mit 20-30 Jahren Haltbarkeit würde es sich tatsächlich nicht lohnen, z.B. hochwertiges Parkett oder einen teuren Stein zu verlegen.
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  17. #15

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    also ich bin mir absolut sicher, dass eine fachgerecht installierte FBH dich überleben wird...wie du schon selbst geschrieben hast das UV Licht fehlt usw. und das ist ja eins der Hauptfaktoren des Verfalls...
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