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  1. #1

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    Erdwärmenutzung ade?

    Hallo Leute,

    wir überlegen im nächsten Jahr zu bauen, Baugrundstück ist bereits vorhanden. Vermutlich wird es eher ein Massivhaus werden. Frühzeitig möchte ich mich mit den möglichen Formen der Beheizung auseinandersetzen. Gasanschluss liegt in der Straße und wäre daher vorhanden (Hausanschlusskosten von etwa 2000 Euro fallen natürlich an).

    Luft-Wärmepumpe wäre die erste Alternative. Weiterhin habe ich auf den Seiten des Landesamt für Geologie in RLP mal geschaut wie es mit der Erwärmenutzung aussieht. Bei Erdwärmesonden liegt unser Grundstück buchstäblich im roten Gebiet. Auf eine Skala von 1-4 (1 = Genehmigungsfähig mit Standardauflagen, 4 = Nur in Ausnahmefällen genehmigungsfähig) liegen wir dummerweise in 4.

    Weiterhin wird auf eine Karte angezeigt wie gut der Boden für Erdwärmekollektoren geeignet wäre, also für Flächenkollektoren, Grabenkollektoren. Dort steht das Grundstück auf eine Skala von 1-3 ( 1= gut bis sehr gut geeignet: grund- und staunasse Böden, 3 = meist weniger geeignet: flachgründige Böden mit anstehendem Gestein oder Schutt oberhalb 1,2 m Tiefe) auf 3. Der Boden ist für mich als Laie gesehen sehr lehmig und Wasser versickert sehr schlecht. Aus dem Grund darf das Oberflächenwasser auch in die Kanalisation eingeleitet werden weil Versickerung auf dem Grundstück so gut wie unmöglich ist.

    Was meint Ihr, kann ich mit dem Thema Erdwärmenutzung abschließen oder sollte ich nochmal bei den entsprechenden Stellen nachhören oder z.B. das Bodengutachten abwarten? In der entsprechenden Nachbarschaft kenne ich auch direkt keinen der Erdwärme nutzt.
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  2. Erdwärmenutzung ade?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Eventuell kommt in dem Fall ein Grabenkollektor in Frage. Bin auch im Wasserschutzgebiet, kenne das Problem
    Lageplan des Grundstücks und Heizlast bitte, dann kann man das besser abschätzen. Ist dann günstiger als Tiefenbohrung und langfristig meistens günstiger als Luftwärmepumpe.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Hallo Bogi32b,

    das Haus steht ja noch nicht, deswegen kann ich eine Heizlast schwer nennen (nur ca. 140-150qm Wohnfläche auf 1,5 Geschosse verteilt). Das Grundstück liegt im Flusstal und fällt gegen Südwesten ab (relativ sonnig das ganze Jahr).

    Eigentlich war ja meine Frage ob ein Grabenkollektor bei der schlechten Bewertung des Geologieamts überhaupt Sinn macht. Braucht ein Grabenkollektor nicht einen bestimmten Boden?
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  5. #4

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    Die Angaben des Geologischen Landesamtes beruhen meist auf einer recht groben Kartierung und dienen deshalb nur zur Orientierung.

    Die Grabenkollektoren sind am Besten in Gebieten geeignet, in denen das Niederschlaswasser versickern kann. Daher die Stufe 3 für Erdwäremkollektoren. Hierzu noch ein Link:

    http://www.waermepumpe-installation....llektoren.html

    Für eine orientierende Einschätzung Deines Grundstückes einfach mal bei der zuständigen Behörde nachfragen. Dort bekommt man kompetente Auskunft. In Rheinland-Pfalz ist dies, soweit ich weiß, die Struktur- und Genehmigungsdirektion.

    Für die genaue Planung an ein einschlägiges Büro wenden!

    Bei der Geothermie darfst Du nicht vergessen, dass die Energie zumeist nur zu 50 % aus dem Boden kommt. Die restlichen 50 % beziehst Du von Deinem Stromversorger. Die freuen sich auch über jede geothermische Heizung.
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  6. #5
    MoRüBe
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    Freddi, weil wir das hier schon *ichweissnichtwieoft* durchgekaut haben: eine Wärmepumpe rechnet sich nur wenn das Gebäude entsprechend gedämmt ist. Jeder, der was anderes sagt, betreibt Tuning und Augenwischerei. Von daher gesehen, war die Frage nach der Heizlast schon richtig. Deine Antwort natürlich auch, denn ohne Haus keine Heizlast. Aber, Du weisst doch schon im Vorfeld, was Du willst. ENEV-Mindeststandard, dann brauchste Dich mit ner WP überhaupt nicht mehr beschäftigen. Eff 70, da beginnt das Tuning, Eff 55, dann wirds richtig. Denn gerade, wenn die Heizlast hoch ist, brauchst Du entweder nen sehr tiefes Loch oder ne ziemlich große Fläche. Und bevor man hier einen falschen Rat gibt (denn meistens wollen die Fragesteller auch nur das verstehen, was Sie wollen :-) fragt man lieber erst mal Löcher in den Bauch
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  7. #6
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von peterk61 Beitrag anzeigen
    Die Angaben des Geologischen Landesamtes beruhen meist auf einer recht groben Kartierung und dienen deshalb nur zur Orientierung.

    Die Grabenkollektoren sind am Besten in Gebieten geeignet, in denen das Niederschlaswasser versickern kann. Daher die Stufe 3 für Erdwäremkollektoren. Hierzu noch ein Link:

    http://www.waermepumpe-installation....llektoren.html

    Für eine orientierende Einschätzung Deines Grundstückes einfach mal bei der zuständigen Behörde nachfragen. Dort bekommt man kompetente Auskunft. In Rheinland-Pfalz ist dies, soweit ich weiß, die Struktur- und Genehmigungsdirektion.

    Für die genaue Planung an ein einschlägiges Büro wenden!

    Bei der Geothermie darfst Du nicht vergessen, dass die Energie zumeist nur zu 50 % aus dem Boden kommt. Die restlichen 50 % beziehst Du von Deinem Stromversorger. Die freuen sich auch über jede geothermische Heizung.
    Danke für deine Antwort. Das ist mir schon klar, das 50% vom Stromversorger kommen. Ich schaue mir mal den Link an vielen Dank.
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  8. #7
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von MoRüBe Beitrag anzeigen
    Freddi, weil wir das hier schon *ichweissnichtwieoft* durchgekaut haben: eine Wärmepumpe rechnet sich nur wenn das Gebäude entsprechend gedämmt ist. Jeder, der was anderes sagt, betreibt Tuning und Augenwischerei. Von daher gesehen, war die Frage nach der Heizlast schon richtig. Deine Antwort natürlich auch, denn ohne Haus keine Heizlast. Aber, Du weisst doch schon im Vorfeld, was Du willst. ENEV-Mindeststandard, dann brauchste Dich mit ner WP überhaupt nicht mehr beschäftigen. Eff 70, da beginnt das Tuning, Eff 55, dann wirds richtig. Denn gerade, wenn die Heizlast hoch ist, brauchst Du entweder nen sehr tiefes Loch oder ne ziemlich große Fläche. Und bevor man hier einen falschen Rat gibt (denn meistens wollen die Fragesteller auch nur das verstehen, was Sie wollen :-) fragt man lieber erst mal Löcher in den Bauch
    Danke für deine Antwort. Also Eff 70 hab ich schon mindestens eingeplant. Bei Massivhäusern kommt man auf die Eff 55 etwas schwerer als bei Holzständerbau, soviel hab ich bisher zumindestens aufgeschnappt. Aber gut das Du mich darauf hinweißt, dass ich das unbedingt in Verbindung setzen muss (je weniger Heizlast desto eher rechnet sich die Erdwärmenutzung).
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  9. #8
    Avatar von fmw6502
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    Zitat Zitat von peterk61 Beitrag anzeigen
    Bei der Geothermie darfst Du nicht vergessen, dass die Energie zumeist nur zu 50 % aus dem Boden kommt. Die restlichen 50 % beziehst Du von Deinem Stromversorger. Die freuen sich auch über jede geothermische Heizung.
    Aha Worauf basiert diese Erkenntnis?

    Gruß
    Frank Martin
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  10. #9

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    Zitat Zitat von fmw6502 Beitrag anzeigen
    Aha Worauf basiert diese Erkenntnis?

    Gruß
    Frank Martin
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  11. #10
    Avatar von fmw6502
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    welche?

    Kennst Du dazu zB die Prüfberichte bzw. Feldstudien des Wärmepumpen-Testzentrum Buchs? Dort lese ich überwiegend andere Ergebnisse.

    Gruß
    Frank Martin
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  12. #11

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    Ich schließe mich fmw an.

    Zitat Zitat von peterk61 Beitrag anzeigen
    Bei der Geothermie darfst Du nicht vergessen, dass die Energie zumeist nur zu 50 % aus dem Boden kommt. Die restlichen 50 % beziehst Du von Deinem Stromversorger. Die freuen sich auch über jede geothermische Heizung.
    Das solltest Du bitte einmal genauer ausführen, vor allen Dingen wie Du auf die 50% kommst. Insbesondere die Fachliteratur dazu würde mich interessieren.

    Ich hoffe auf ein Missverständnis, ansonsten stellst Du gerade mein Physik-Weltbild auf den Kopf.

    Gruß
    Ralf
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  13. #12
    Avatar von OldBo
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    Die Literatur würde mich auch interessieren. Hoffentlich ist das keine "Flachliteratur". Es soll auch WP-Gegner geben

    Gruß

    Bruno Bosy
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  14. #13

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    Was man sich in der Kneipe auf die serviette mitschreibt ist doch noch keine Fachliteratur
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Zitat Zitat von OldBo Beitrag anzeigen
    Die Literatur würde mich auch interessieren. Hoffentlich ist das keine "Flachliteratur". Es soll auch WP-Gegner geben

    Gruß

    Bruno Bosy
    Du kannst zum Beispiel hier nachschauen:


    http://www.erdwaerme-zeitung.de/erdw...mpe/index.html

    Wieso sind denn ausgerechnet die Stromversorger für Geothermie?

    Das größte flache Geothermieprojekt in Baden-Württemberg ist das ENBW-Verwaltungsgebäude in Stuttgart. Da der Glaspalast aber im Sommer geothermisch gekühlt wird, ist die Effizienz höher als bei einem EFH bei dem nur geothermisch geheizt wird.
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  17. #15
    Avatar von fmw6502
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    Elektro-Kompressions-Wärmepumpen für die Gebäudeheizung erreichen im Dauerbetrieb unter festgelegten Norm-Betriebsbedingungen Wirkungsgrade von rund 50% der theoretischen thermodynamischen Wirkungsgradgrenze von Twarm / (Twarm − Tkalt) bezogen auf den eingesetzten Strom (Alle Temperaturen in Kelvin). Für Erdkollektor/Fußbodenheizungs-Systeme bekommt man immerhin 440% Wärme für 100% eingesetzten Strom.
    das erste die Abweichung vom idealen Carnot-Wirkungsgrad - dieser ist durchaus ca. doppelt so hoch wie der reale COP.
    Im zweiten Satz wird zB ein realer COP von 4,4 angegeben.

    Beide Aussagen sind jeweils in Ordnung. Du hast nur die Wirkungsgrade verwechselt.

    Gruß
    Frank Martin
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