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  1. #1

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    Auslegung Holzvergaserkessel

    Hallo,

    eine kurze Frage:
    Gibt es zur Auslegung von Scheitholzvergaserkessel irgendwo spezielle Normen, Richtlinien oder verbindliche Regeln?

    Normalerweise macht man ja eine Heizlastberechnung und legt darauf den Kessel aus. Würde aber beim Holzvergaser ja bedeuten, dass im kälteren Winter, wenn die gesamte Heizlast benötigt wird, ständig das Holz, wenn es nach ca. 2h abgebrannt ist, nachgelegt werden müsste.

    D.h. wie groß wird üblicherweise überdimensioniert (bzw. nach welchen Regeln), um nicht ständig nachzuglegen zu müssen?

    Thanks,
    Primut
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  2. Auslegung Holzvergaserkessel

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  3. #2

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    Bei der Dimensionierung sollte man die Komfortansprüche berücksichtigen, ungeachtet irgendwelcher Normen und Richtlinien. Ich würde einen Holzkessel niemals ausschließlich nach der Heizlast dimensionieren. Man kann ihn aber auch nicht beliebig überdimensionieren, denn an wievielen Tagen wird die berechnete Heizlast überhaupt benötigt? Wohin mit der überschüssigen Energie an den vielen anderen Tagen? Wie wirken sich dann die Speicherverluste aus?

    Wichtig bei Holzkesseln ist nicht nur die Leistung, sondern auch die Energiemenge pro Abbrand, sprich die Füllraumgröße. Dazu muss dann die Speichergröße passend dimensioniert werden.

    Meine Meinung, man sollte so dimensionieren, dass man während der Übergangszeit (typ. Hälfte der Heizlast) mit 2 Ladungen pro Tag auskommt. Bei extremen Außentemperaturen hat man dann 3-4 Ladungen pro Tag.

    Wer meint er müsse den Kessel so dimensionieren, dass 1 Mal Laden pro Tag selbst im tiefsten Winter ausreicht, der sollte sich einen Ölkessel oder eine Gastherme in den Keller stellen, oder einen Pelletkessel.

    Die Puffergröße würde ich so planen, dass der Speicher 1 komplette Ladung aufnehmen kann, evtl. kann man auch einen Tick kleiner dimensionieren. Von riesigen Puffern in Verbindung mit Holzkesseln halte ich nichts, denn bei der typ. Betriebsweise in einem EFH kann man die Größe nicht nutzen, oder nur vielleicht an 1 oder 2 Tagen im Jahr.

    Ich würde also grob wie folgt vorgehen:

    a.) Heizlast ermitteln
    b.) Hälfte der Heizlast als Referenz nehmen
    c.) Anzahl der Ladungen pro Tag bezogen auf die Referenz festlegen
    d.) Tagesenergiemenge ermitteln
    e.) Passende Kesselleistung und Füllraumgröße auswählen
    f.) Dazu passenden Pufferspeicher auswählen
    g.) Das Ganze hydraulisch sinnvoll verheiraten
    h.) Einheizen und wohlfühlen

    Gruß
    Ralf
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  4. #3
    Themenstarter

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    Hallo Ralf,

    besten Dank für die fachkundige Auskunft.
    Tendenziell würde ich es wohl ähnlich machen, Hintergrund meiner Frage ist allerdings ein anderer:
    Die Anlage wurde (für eine Bekannte) schon gebaut, jedoch klagte sie im letzen Winter, dass es nicht wirklich richtig warm wurde.
    Ich bin gerade dabei, mir ein Bild zu machen und mir dabei zwangsläufig auch zu überlegen, wie man gegenüber dem Heizungsbauer sinnvoll argumentieren kann.
    (Daher für den Ernstfall die Frage nach den Normen.)

    Zitat Zitat von R.B.
    b.) Hälfte der Heizlast als Referenz nehmen
    Ist das ein Erfahrungswert?

    Zitat Zitat von R.B.
    g.) Das Ganze hydraulisch sinnvoll verheiraten
    Genau!! Was ja erfahrungsgemäß aber nicht zwangsläufig trivial ist. Ich will gar nicht zu sehr ins Detail gehen, aber es wurden zwei Puffer parallel verschaltet.
    Ich selbst bin ja kein Freund paralleler Speicherverschaltungen (Tichelmann lässt grüßen...), aber eigentlich sollte es ja schon funktionieren, auch wenn dabei die Temperaturschichtung geringer ausfällt.
    Gibt es diesbezüglich Erfahrungen / Empfehlungen von parallel vs. serieller Pufferspeicherverschaltung?

    Thanks
    Primut
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Primut Beitrag anzeigen
    Tendenziell würde ich es wohl ähnlich machen, Hintergrund meiner Frage ist allerdings ein anderer:
    Die Anlage wurde (für eine Bekannte) schon gebaut, jedoch klagte sie im letzen Winter, dass es nicht wirklich richtig warm wurde.
    Das kann viele Ursachen haben. Neben konzeptbedingten Fehlern spielt hier oftmals die Betriebsweise eine Rolle. Manchmal liegt es auch "nur" an den Einstellungen, sprich, so Dinge wie Heizkurve o.ä.

    Zitat Zitat von Primut Beitrag anzeigen
    Ist das ein Erfahrungswert?
    Mir wäre nicht bekannt, dass dies in einer Norm verankert wäre. Letztendlich geht es darum, das Nutzerverhalten zu analysieren, und auf Zahlenwerte umzusetzen mit denen man rechnen kann. Auf irgendeinen Betriebs-/Lastzustand muss man das Nutzerverhalten quasi normieren, sonst kann man nicht rechnen. Typischerweise wird etwa mehr als 50% der jährlichen Betriebszeit bei der halben Heizlast gefahren.

    Zitat Zitat von Primut Beitrag anzeigen
    Genau!! Was ja erfahrungsgemäß aber nicht zwangsläufig trivial ist. Ich will gar nicht zu sehr ins Detail gehen, aber es wurden zwei Puffer parallel verschaltet.
    Ich selbst bin ja kein Freund paralleler Speicherverschaltungen (Tichelmann lässt grüßen...), aber eigentlich sollte es ja schon funktionieren, auch wenn dabei die Temperaturschichtung geringer ausfällt.
    Gibt es diesbezüglich Erfahrungen / Empfehlungen von parallel vs. serieller Pufferspeicherverschaltung?
    Mehrere Pufferspeicher in einem System sind oftmals nicht zu vermeiden, aber auch dieses "Problem" lässt sich meist lösen. Hier kommt es entscheidend auf das Gesamtkonzept an, ob nur der Holzkessel auf den Puffer arbeitet usw. usw. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Euer Problem in der Verschaltung der Speicher zu suchen ist.

    Über parallel oder seriell wurden schon Abhandlungen in Mengen geschrieben. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, auch abhängig von der Anzahl der Wärmeerzeuger die im System vorhanden sind. Bei parallelen Speichern muss man darauf achten, dass man diese auch gleichmäßig beladen kann, Speicherverluste ist auch ein Thema, usw. Es gibt aber Hersteller die eine Parallelschaltung fordern.

    Gruß
    Ralf
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  6. #5
    Themenstarter

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    Alles klar, besten Dank.

    Mir ging es ja erstmal um allgemeine Infos,
    um mein Horizont während der Bestandsanalyse nicht einzuengen. ;-)

    Die konkrete Fehleranalyse kommt dann anschließend, und mir ist schon klar, dass da sehr viele verschiedene Faktoren hereinspielen etc..
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