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Flachdach-Fragen

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  1. #1

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    Frage Flachdach-Fragen

    Wir bauen aktuell eine DHH mit Architektem als Bauleiter und Einzelvergabe der Gewerke. Wir bekommen ein Flachdach, welches ohne Gefälle, also als Null-Grad-Dach geplant wurde. Der Aufbau sieht laut Angebot des Dachdeckers wie folgt aus:

    - 22 cm Betondecke
    - Voranstrich auf Beton
    - Dampfsperre V60 + AL
    - Dämmung PIR 160 mm; 0,13 W/(m^2*K), Baustoffklasse B2
    - 1. Abdichtungslage BauderTEC KSA DUO
    - Oberlage Bauder PLANT-E
    - Extensive Dachbegrünung

    Nun habe ich folgende Fragen:

    1) Das Dach ist zwischenzeitlich bis einschließlich der Oberlage Bauder PLANT-E fertiggestellt. Die Bepflanzung fehlt noch. Durch Zufall ist mir aufgefallen, dass die Dämmung nur 140 mm anstatt der geplanten 160 mm dick ist. Damit verfehlen wir den KfW-Effizienzhaus 55 Standard und es muss zwingend nachgebessert werden. Der Dachdecker hat zugegeben, dass dies sein Fehler war. Er schlägt vor, auf den bestehenden Aufbau ein sog. Umkehrdach aufzubauen, d.h. auf die bestehende Abdichtung sollen XPS-Platten als zusätzliche Dämmung und darüber die Begrünung kommen. Da diese Platten einen schlechteren Dämmwert haben, müssen nun 5 cm zusätzliche Dämmung aufgebracht werden. Ich frage mich nun, ob diese Nacharbeit gleichwertig und vor allem genau so dauerhaltbar ist, wie die ursprüngliche Lösung? Sollte man dem so ohne weiteres zustimmen? Der Dachdecker hat bereits zugestimmt, dass er die Gewährleistungsfrist von fünf auf zehn Jahre verlängern würde.

    2) Ich habe mich bisher wenig mit der Dach-Konstruktion beschäftigt sondern habe dem Architekten und dem Dachdecker vertraut. Nach etwas Recherche findet man einige Berichte, dass ein Null-Grad-Dach sehr schadenanfällig sein soll und daher nicht mehr wirklich zeitgemäß sein soll. Ich habe den Dachdecker darauf angesprochen und er meinte, dass Flachdächer im Neubaubereich heute zu 90% als Null-Grad-Dächer ausgeführt werden und dass dies unproblematisch sei. Ich frage mich nun, was stimmt. Sind die Null-Grad-Dächer heute tatsächlich so verbreitet und wirklich bewährt?

    3) Die gesamte Dachfläche ist 52 qm groß. Die Entwässerung erfolgt über zwei nach außen führende Wasserspeier DN80. Ist das üblich und technisch OK? Ich habe bei der Internetrecherche oftmals innenliegende Abläufe, bzw. Gullys gefunden, die das Wasser an den tiefsten Stellen abführen sollen.

    Vielen Dank im voraus für Eure Antworten!
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  2. Flachdach-Fragen

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  3. #2

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    Bin Laie, aber 52qm Dachfläche nur mit zwei Wasserspeiern? Wo speien die denn hin? Ist das nicht vielleicht nur die Notentwässerung?
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  4. #3
    Themenstarter

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    Hallo kike, vielen Dank für die schnelle Antwort. Nein, es ist nicht die Notentwässerung sondern die eigentliche Entwässerung. Das habe ich auch den Dachdecker gefragt. Er meinte, dass eine Notentwässerung nicht notwendig sei, da es bereits zwei Abläufe gibt. Notentwässern müsse man nur bei einem Ablauf. Aktuell speien sie noch an der Fassde hinunter. Ich denke, dass dort offene Wasserauffangkästen mit Fallrohren montiert werden.
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  5. #4
    planfix
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    Entwässerung: der DD hat recht

    0° ist kein problem, wenns ordentlich geplant und ausgeführt wird

    umkehrdach ist prima, gehört aber bei begrünung schon geplant, weil randbedingungen verschieden sind
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  6. #5
    ManfredH
    Gast
    Zitat Zitat von Eigene4Waende Beitrag anzeigen
    Er meinte, dass eine Notentwässerung nicht notwendig sei, da es bereits zwei Abläufe gibt. Notentwässern müsse man nur bei einem Ablauf.
    Das stimmt so nicht.
    Laut DIN 1986... muss jedem Entwässerungstiefpunkt neben dem Ablauf eine Notentwässerung zugeordnet werden.... also bei zwei Abläufen (an Tiefpunkten der Dachfläche) auch zwei Notabläufe.

    Wobei ich zugeben muss, dass ich nicht aus dem Stegreif weiss, wie das bei einem Null-Grad-ist. Hier könnte man ja das ganze Dach als einen einzigen Tiefpunkt ansehen und dann tatsächlich einen der beiden Abläufe als den Notablauf definieren (der dann aber auch nicht an das Abwassernetz angeschlossen werden darf. Und ausserdem müsste seine Einlaufhöhe dann auch über der des normalen Hauptablaufs liegen). Vielleicht kann jemand anderes sagen, ob das dann noch normgerecht wäre. Und ob in diesem Fall dann DN 80 für den dann einzigen Hauptablauf ausreichend wäre, müsste auch rechnerisch überprüft werden. Selber planen würde ich es so jedenfalls nicht.
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  7. #6

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    Mein Posting bezog sich darauf, dass da nichts von Wasserauffangkästen stand sondern es sich so anhörte, als ob die Wasserspeier irgendwo hin speien.
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  8. #7

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    lass diesen sonderfall von einem bauphysiker bewerten. was ist mit allen an- und abschluessen? sind die mindestanforderungen noch alle eingehalten, wenn der aufbau jetzt hoeher kommt?
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  9. #8

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    Zitat Zitat von ManfredH Beitrag anzeigen
    ... ich nicht aus dem Stegreif weiss, wie das bei einem Null-Grad-ist. Hier könnte man ja das ganze Dach als einen einzigen Tiefpunkt ansehen und dann tatsächlich einen der beiden Abläufe als den Notablauf definieren (der dann aber auch nicht an das Abwassernetz angeschlossen werden darf. Und ausserdem müsste seine Einlaufhöhe dann auch über der des normalen Hauptablaufs liegen). ...
    Genau so sehe ich das auch und so lasse ich auch bauen.

    Gruß,
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  10. #9
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    Zitat Zitat von planfix Beitrag anzeigen
    umkehrdach ist prima, gehört aber bei begrünung schon geplant, weil randbedingungen verschieden sind
    Auf was sollte ich denn achten, wenn ich der Nacharbeit zustimme? So wie ich den Dachdecker verstanden habe ändert sich an dem restlichen Aufbau nichts, d.h. auf die vorhandene Oberlage Bauder PLANT-E kommen 5 cm XPS-Platten als zusätzliche Dämmung, dann eine Delta Terraxx Drän- und Schutzschicht, dann 8 cm Vegetationsschicht (Gründachgranulat) und dann die Bepflanzung (Sedium- und Kräutermischung). Ist das so dann fachgerecht geplant?

    Zitat Zitat von ManfredH Beitrag anzeigen
    Das stimmt so nicht.
    Laut DIN 1986... muss jedem Entwässerungstiefpunkt neben dem Ablauf eine Notentwässerung zugeordnet werden.... also bei zwei Abläufen (an Tiefpunkten der Dachfläche) auch zwei Notabläufe.

    Wobei ich zugeben muss, dass ich nicht aus dem Stegreif weiss, wie das bei einem Null-Grad-ist. Hier könnte man ja das ganze Dach als einen einzigen Tiefpunkt ansehen und dann tatsächlich einen der beiden Abläufe als den Notablauf definieren (der dann aber auch nicht an das Abwassernetz angeschlossen werden darf. Und ausserdem müsste seine Einlaufhöhe dann auch über der des normalen Hauptablaufs liegen). Vielleicht kann jemand anderes sagen, ob das dann noch normgerecht wäre. Und ob in diesem Fall dann DN 80 für den dann einzigen Hauptablauf ausreichend wäre, müsste auch rechnerisch überprüft werden. Selber planen würde ich es so jedenfalls nicht.
    Ich denke nicht, dass einer der Abläufe als Notentwässerung deklariert wird. Beide Abläufe sind auf der selben Höhe angebracht und beide werden an das Abwassernetz angeschlossen. Steht auch so im Entwässerungsgesuch. Die Frage ist also, ob zwingend noch ein weiterer Notablauf notwendig wäre. Die Entwässerung über Wasserspeier anstatt über innenliegende Abläufe ist bei der Fläche aber schon üblich, oder?

    Zitat Zitat von rolf a i b Beitrag anzeigen
    lass diesen sonderfall von einem bauphysiker bewerten. was ist mit allen an- und abschluessen? sind die mindestanforderungen noch alle eingehalten, wenn der aufbau jetzt hoeher kommt?
    Insgesamt wird der Aufbau ja 3 cm höher als ursprünglich geplant. Lt. Dachdecker sei das egal. Die Begrünung kommt damit natürlich etwas höher, dies störe aber angeblich nicht. Lediglich die Kiesschicht am Rand müsse etwas flacher sein. Dies sei aber angeblich auch egal. Die Anforderungen für An- und Abschlüsse kann ich nicht beurteilen. Ich werde das auf jeden Fall beim Architekt erfragen, wenn er nächste Woche aus dem Urlaub zurück ist. Habe übrigens gerade mal auf der Baustelle nachgemessen: Aktuell bleiben noch ca. 18 cm von der vorhandenen Abdichtschicht bis zur Oberkante der Dachumrandung, d.h. 18 cm für 5 cm XPS-Platten, 0,9 cm Dränmatte und 8cm Vegetationsschicht. Klingt das plausibel?

    Bisher hat sich noch niemand negativ zum Null-Grad-Dach geäußert. Brauche ich mir wegen des fehlenden Gefälles tatsächlich keine Sorgen zu machen?
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  11. #10

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    d. h. du hast die 150 mm nach din vorher auch nicht im plan gehabt.
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  12. #11
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    Zitat Zitat von rolf a i b Beitrag anzeigen
    d. h. du hast die 150 mm nach din vorher auch nicht im plan gehabt.
    Sorry, weiß gerade nicht, was Du meinst.
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  13. #12

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    Zitat Zitat von rolf a i b Beitrag anzeigen
    d. h. du hast die 150 mm nach din vorher auch nicht im plan gehabt.
    ???

    Meinst Du die 10 cm nach Flachdachrichtlinie?
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  14. #13

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    welche 10 cm? Das sind 15... ÜBER der Begrünung, nicht über der Abdichtung...
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
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    Ah, OK. Verstehe ich es richtig, dass ein Mindestmaß zwischen Begrünung und Dachrand vorgeschrieben ist? Vielleicht ein kurzer Nachtrag zu meiner Messung: Die Atikaaufkantung besteht ja aus Kanthölzern und darauf montierten OSB-Platten. Diese Platten haben ja ein Gefälle nach Innen, d.h. zum Dach hin. Die 18 cm habe ich innen gemessen, d.h. an dem niedrigeren Punkt des Dachabschlusses. Der obere Punkt ist aufgrund des Gefälles ja etwas höher. Könnte ich morgen auch noch mal messen, wenn das der relevante Punkt ist.
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  17. #15

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    Bei einer Attika ist das nicht so maßgeblich, die habe ich schon niedriger gehalten als der Gründachaufbau... Wenn es da rüberläuft, tropf es halt irgendwo hin ab wo es keinem weh tut.

    Aber an aufgehenden Bauteilen, sprich Wänden z.B., da müssen von Oberkante Belag 15 cm Anschlußhöhe vorhanden sein.

    Wenn ihr ringsrum umlaufend z.B. keine Drainage einbaut sondern nur 5 cm Kies dann musst du ab Folie 20 cm haben.

    Wenn du Drainage hast und den kompletten Aufbau dann musst du halt das alles mitrechnen...

    Es geht nicht nach dem höchsten Punkt sondern dem der da anstehenden Höhe... (meistens zumindest )
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