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Altes Elektrizitätswerk

Diskutiere Altes Elektrizitätswerk im Forum Sanierungskonzept & Kostenschätzung auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Altes Elektrizitätswerk

    Hallo,

    ich habe mich hier im Forum angemeldet, weil mein Partner und sein Bruder sich für eine ältere Immobilie interessieren und diese teilweise selbstständig und teilweise mit Hilfe von Fachleuten sanieren und ausbauen wollen (was genau er darauß machen will weiß ich nicht, ich glaube Wohnungen rein, die er Vermieten kann oder so). Ich dagegen mache mir ein bisschen Sorgen wegen dem Alter der Immobilie, den Kosten usw. Deshalb wollte ich hier um Rat fragen.

    Aber erst einmal von Anfang an.
    Mein Partner und sein Bruder haben vor einigen Monaten Interesse an einem alten Elektrizitätswerk in unserer Stadt bekundet. Das Gebäude wurde 1912 erbaut und war bis 1993 in Betrieb. Seit der Schließung steht es leer und niemand kümmert sich drum.
    Um meinem Partner ein bisschen unter die Arme zu greifen, habe ich mich erstmal erkundigt wem das Gebäude überhaupt derzeit gehört. Als ich herausgefunden habe, dass es der Stadt gehört, bin ich zum Landratsamt und habe nachgefragt ob dieses Gebäude überhaupt zu verkaufen ist. Diese Frage wurde verneint, weil sie das selbst gerade erst erstanden hätten und darauß irgendwas machen wollten.
    Das Ganze hat sich vor etwa 3-4 Monaten abgespielt und wir hatten uns nicht weiter darum gekümmert, weil das Gebäude eben nicht zum Verkauf stand.
    Vor 2 Wochen allerdings habe ich in der Zeitung gelesen, dass die Stadt das Gebäude nun doch abreißen will und langfristig geplant ist dort Parkplätze hinzubauen.

    Jetzt meine Frage.
    Ist es überhaupt möglich dieses Gebäude noch zu erstehen, wenn die Stadt es sowieso schon zum Abriss freigegeben hat?
    Inwieweit müssten wir mit Schäden rechnen aufgrund des langem Leerstehen des Gebäudes?

    Diese Fragen kann man wahrscheinlich nicht so pauschal einfach beantworten, aber vielleicht hat ja jemand schon Erfahrung mit solch alten Gebäuden gemacht und kann mir ein bisschen was dazu erzählen.

    Danke schon mal im Voraus für die Antworten.

    Mit freundlichen Grüßen
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  2. Altes Elektrizitätswerk

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  3. #2

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    Wenn die Stadt "Nein" gesagt hat, dann meint sie wohl auch nein. Was Sie dann mit dem Gebäude macht ist ihr Problem. Ist das Grundstück für Parkplätze eingeplant, dann ist es eben so.

    Wozu Gedanken über ungelegte Eier machen?

    Nebenbei bemerkt, ein Gebäude das 100 Jahr alt ist und 20 Jahre leer stand, ist sehr wahrscheinlich reif für einen Abbruch. Der derzeitige Eigentümer hat sich das sicher gut überlegt und ist zu den Entschluss gekommen, dass eine Sanierung nicht rentiert.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3

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    wenn die stadt als eigentümer das gebäude zum abriss freigegeben hat, ist das sache des eigentümers. manchmal kann man das nur abwenden mit einem tollen kaufpreis, der wiederum die stadtkasse füllt. ein tolles konzept zur umnutzung mit schaffung von soundsoviel arbeitsplätzen stimmen auch immer die gewählten stadtväter um. ich fürchte für solche überlegungen dürfte es fast zu spät sein. es wird bestimmt nicht die einzige leerstehende immobilie bei euch sein. mal umschauen und vielleicht was anderes finden.
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  5. #4

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    schon aufgrund deiner (sorry), naiven fragestellung,
    finger weg davon! als kauffrau solltest du das ruder
    in der hand haben und nicht der partner und sein bruder...

    nichts gegen ein elektrizitätswerk von 1912, vielleicht
    wäre es erhaltenswert, man könnte es zu wohnraum umnutzen?

    aber im lotto habt ihr nicht gewonnen und im finanziellen disaster
    auch nicht enden wollen?
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  6. #5
    Avatar von ars vivendi
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    Mein Bruder und Vater hatten eine ähnliche Idee. ein Mehrfamilienhaus ersteigert aus einer Insolvenz.
    Der Plan der Sanierung war als Milchmädchenrechnung ausgeführt. Kaufpreis knapp 30t, Sanierung sowie Nebenkosten Kauf vorerst 10t. bis auf 1 Wohnung voll vermietet, aber für ein Trinkgeld von ca 1€ je qm.
    Begonnen wurde mit dem selbstverlegen einer Heizung, nur der Gaskessel wurde von einer Firma angeschlossen, naja, danach war das Geld fast alle.Die Miete deckte die Abzahlung und monatlich blieben ca 300€ übrig zum beiseite legen.(ging 1 Jahr so)
    Dann wurde die leere Wohnung möglichst günstig mit Eigenmittel renoviert, ist noch nicht vermietet, eine Mieterin starb, auch nicht neu vermietet, der Edeka laden im Eg hat auch gekündigt, nun sind noch 2 Wohnungen vermietet, Miete deckt die Ausgaben nichtmehr=Zuschussgeschäft. Ausseliegende Wc`s Bad im Uralt Keller falls überhaupt vorhanden usw. Aber es mußte Hals über Kopf ein Haus her. Denn Grundbesitz bedeutet Wert. Das Denken und die Kurzschlusshandlung bezahlen sie gerade Monat für Monat.
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  7. #6

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    Zitat Zitat von ars vivendi Beitrag anzeigen
    Das Denken und die Kurzschlusshandlung bezahlen sie gerade Monat für Monat.
    Das ist kein Einzelfall. Die wenigsten können den Aufwand und die Kosten richtig einschätzen. Wenn dann noch die schöngerechnete "Eigenleistung" hinzukommt, ist das Ende meist schon vorprogrammiert. Was übrig bleibt, eine Ruine, die man nur noch abreißen kann, und oftmals auch eine Menge Schulden.

    Ein Haus muss man sich leisten können, eine Sanierung erst Recht. Wer hier nicht über genügend Liquidität verfügt kann schon einpacken.

    Aber im o.g. Fall wird es nicht so weit kommen, denn die Stadt als Eigentümerin hat ja bereits entschieden. Da müsste man schon viel Geld auf den Tisch blättern um so eine Entscheidung umzudrehen. Rechnet man dann noch den Sanierungsaufwand hinzu, dann wird es wohl billiger ein neues Gebäude zu bauen.

    Gruß
    Ralf
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  8. #7
    Avatar von ars vivendi
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    Vielleicht war das ja der Plan der Stadt, neue Parkplätze zu schaffen, bzw alte Ruinen aus dem Stadtbild zu bekommen.
    Ich glaube kaum daß sich die Stadt da umstimmen lssen wird.
    @ R.B. zum ruin wird es bei der Verwandschaft nicht kommen, aber weiter geht es im haus auch nicht. Der Verkauf wurde versucht, aber erfolglos, nichteinmal für den Kaufpreis bekommen sie es los. Geschweige denn in Höhe vom Kredit.
    Neue Mieter wollen auch nicht rein, naja,im Grunde nicht meine Sorge.
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  9. #8
    Avatar von Flocke
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    Bei einem E Werk kommen wahrscheinlich auch noch extreme Sanierungskosten für PCB und Co auf den Käufer zu. Alle Transformatoren waren mit hochbelasteten Ölen gefüllt. Wenn hier bei der demontage was kaputt ging, dann wirds teuer.
    Solch ein Projekt wuppen die wenigsten in Eigenleistung. Ein Laie wird Stück für Stück mit dem wahren Ausmaß der Sanierung konfrontiert. Ist fast alles fertig wird erst der Schwamm entdeckt...
    Sanierungen in diesem Umfang sind selbst für Fachbetriebe eine Herausforderung und mit extremen Kosten verbunden. Als erstes muß sowieso geklärt werden, ob eine Nutzungsänderung möglich und genehmigungsfähig ist.
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  10. #9

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    Zitat Zitat von ars vivendi Beitrag anzeigen
    @ R.B. zum ruin wird es bei der Verwandschaft nicht kommen, aber weiter geht es im haus auch nicht.
    Das lief ja auch noch im kleinen Rahmen ab, obwohl man sich über jeden Euro ärgert den man hier versenkt. Da gibt es aber Experten die nach dem Motto "think big" sich völlig übernehmen. Am Ende steht dann meist die Verwertung, typisch Grundstückspreis abzüglich Abrisskosten. Was bis dahin in Form von Arbeitszeit und Geld in das Objekt geflossen ist, kann man einfach abschreiben. Wer jedoch alles über einen Kredit finanziert hat, hat ganz schnell ein Problem, und zwar ein ganz großes Problem.

    Gruß
    Ralf
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  11. #10

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    Unabhängig von der Frage, was machbar ist.
    Zitat Zitat von Flocke Beitrag anzeigen
    Alle Transformatoren waren mit hochbelasteten Ölen gefüllt.
    Nein, viele, aber keineswegs alle.

    Aber das muß natürlich geprüft werden und ggf. im Kaufvetrag berücksichtigt (Zusicherung der Schadstoffreiheit)!
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  12. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  13. #11
    Avatar von Planloser
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    In der ehemaligen DDR wurden die Transformatoren wohl etwas weniger mit PCB versaut als im Westen.
    Dennoch gilt: Natürlich unbedingt prüfen lassen!
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  14. #12
    Avatar von Flocke
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    Ich habe Jahrelang im Labor gestanden und transformatorenöl auf PCB hin am Gaschromatografen untersucht. Die meisten Proben waren extrem belastet, so das mehrere Verdünnungen nötig waren um überhaupt ein brauchbares Ergebnis zu bekommen. Heute mag das ja anders sein, aber damals war der Großteil schlimm belastet.
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