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  1. #1

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    Frage zum Architektenhonorar

    Hallo,
    ich habe eine Frage zu einem Angebot eines Architekten, der unser Haus planen möchte. Wir möchten ein einfaches Einfamilienhaus mit EG, DG und Keller mit ca. 90m² Grundfläche bauen. Der Architekt hat eine Kostenschätzung erstellt und auf dieser Grundlage sein Honorar berechnet. Es sollen alle Leistungsphasen ausgeführt werden, Bauwerksplanung, Tragwerksplanung und Wärmeschutznachweis, 7% Nebenkosten, Honorarzone III (Mittelsatz) und natürlich 19% MwSt.
    Kann mir anhand dieser Daten bitte jemand ausrechnen, was der Architekt demnach nach HOAI verlangen dürfte? Den HOAI-Rechner habe ich schon ausprobiert, allerdings habe ich so meine Probleme mit den anrechenbaren Kosten…
    Wie man diese ermittelt wüßte ich auch gerne, evtl. könnte mir das jemand anhand der folgenden Kostenschätzung erklären? Wie verhält sich das mit den Eigenleistungen? Werden die auch irgendwie bei der Ermittlung des Honorars berücksichtigt? Außerdem würde z.B. die Heizung nicht mitgeplant, wirkt sich das aus? Über Eure Hilfe würde ich mich sehr freuen…

    Bauwerkskosten:

    Erdarbeiten 9500€
    Maurer 64500€
    Zimmerer 9500€
    Dachdecker 14000€
    Fenster u. Haustür 16000€
    Innenputz, Trockenbau 14000€
    Außenputz 18500€
    E-Installation 7000€
    Heizungsinstallation 21000€
    Sanitärinstallation 14000€
    Tischlerarbeiten 11500€
    Fliesenarbeiten 13500€
    Estrich 4500€
    Bodenbeläge 7000€
    Anstreicher 4000€
    Schlosser 2500€
    Außenanlagen 10000€
    Summe 241000€

    + Grundstück, Anschlusskosten, Nebenkosten etc.

    Vielen Dank!!

    Carina
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  2. Frage zum Architektenhonorar

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  3. #2

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    du kannst nicht einfach mal ein gewerk rausnehmen, auch wenn es benötigt wird und zur fertigstellung des hauses notwendig ist. das hat eine unterschreitung der mindesthonorarsätze zur folge und ist damit nicht zulässig. der architekt plant die heizung zwar nicht selbst, aber er hat die planung zu koordinieren und deren belange in die werk- und detailplanung zu übernehmen.

    habt ihr denn schon einen entwurf, wenn die einzelnen gewerkezahlen vorliegen?
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  4. #3

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    Eigenleistung? Ganz einfach. Für die Kosten(Honorar) des Kollegen werden die mit ortsüblichen Handwerkersätzen angerechnet.

    Alles andere erklärt Dir sicher gern der Kollege.
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  5. #4

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    Grundsätzlich sind auch die technischen Gewerke honorarauslösend (außere sie übersteigen einen bestimmten %-Satz...dann ändert sch was...ist aber beim EFH uninteressant). Auch EL sind zu entlohnen. Warum? Umkehrschluss: Theoretisch könnte man ja ein Haus komplett in EL bauen. Folge: Honorarfähige Kosten EUR 0,00 --> Honorar ca. 12 % von 0,00 = 0,00.

    Es werden daher die ortsüblichen Kosten angesetzt (= Kostenschätzung).
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  6. #5
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    das leuchtet ein.
    ja, einen entwurf haben wir bereits ausgearbeitet.
    demnach müssen die gesamten kosten, die in der schätzung enthalten sind, als anrechenbare kosten angesehen werden?
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  7. #6
    Avatar von Hessekopp
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    Nein,
    vereinfacht gesagt nur die Kosten, die für die Erstellung des Hauses notwendig sind mit technischen Anlagen (ohne Umsatzsteuer) also die KG300 und KG400 (wobei m.W. für 400 eine prozentuale Abhängigkeit als max. angerechnet wird). Deine Außenanlagen gehören nicht dazu, es sei denn Du beauftragst den Archi damit. Aber Dein Architekt kann Dir aber die Details nennen.
    Von daher ist nicht klar, ob Du oben Brutto oder Nettopreise hast - die 10K für Außenanlagen gehören da aber nicht mit rein.

    beste Grüße
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  8. #7
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    im Wesentlichen richtig: die Netto-Summe der Baukosten entspricht den anrechenbaren Kosten für die Objektplanung des Architekten.

    Für die Tragwerksplanung als Fachplanung gilt dies nicht, hier werden nur bestimmte Leistungen mitgezählt. Grundsätzlich gibt es in der HOAI Listen, was jeweils dazugehört und was nicht.

    Außenanlagen und Technische Ausrüstung wären weitere Besonderheiten. In genauer Lesart der HOAI gesondert zu vergüten, in der Praxis bei kleinen Bauvorhaben wie normalem EFH oft einfacher, wenn man es in die Objektplanung mit reinnimmt. Sollte aber beiden Parteien bei Vertragssschluss genau bekannt sein. Neben der Honorarfrage ist vor allem wichtig das Leistungssoll eindeutig zu definieren. Also klar zu stellen, welche Leistungen benötigt werden und wer welche Leistungen zu erbringen hat.
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  9. #8

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    Also wir haben bei unserem ersten Architektenbesuch unseren eigenen Plan mitgebracht und sind den durchgegangen und wir haben uns einige Pläne vom Architekten angesehen zu Häusern die er schon gebaut hat, die unserem Stil entsprechen und unser Budget genannt. Nachdem er einige Verbesserungsvorschläge zu unserem Plan gemacht hat, die genau unseren Vorstellungen entsprachen haben wir einen pauschalen Preis ausgemacht, nicht nach HOIA. Er meinte wenn er nach HOIA abrechnet würde er seine Kunden nur Abschrecken zumindest bei so einem kleinen Budget.
    Und nein, dass ist kein kleiner Dorfarchitekt, der baut auch im 7-Stelligen Bereich EFHs und öffentliche Gebäude.
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  10. #9

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    Ja toll - es gibt in der HOAI auch keine Leistungsphase "Stempelaugust"
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  11. #10
    Themenstarter

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  12. #11

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Ja toll - es gibt in der HOAI auch keine Leistungsphase "Stempelaugust"
    vielleicht sollte man den kammern mal den vorschlag für zone 4a - stempelaugust - machen, dann aber nicht 6 punkte honorar, sondern 600 punkte mit vertraglich garantierter haftungsfreistellung - zur abschreckung.
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  13. #12

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    Hi Carina,

    wir haben das mit der HOAI etwas anders gemacht und ich finde es genauso so besser. Ursprüngliche Kostenschätzung lag bei 390k - wir haben die Architektin für alle Phasen eingeplant und einen Pauschalpreis von 40k + Mwst. ausgemacht. Nachdem wir den Bauantrag eingereicht haben, hat sie uns eine Rechnung über 10.800 Euro + Märchen gesendet und weiter geht es mit 1:50.

    Gruß
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  14. #13

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    Was ist daran jetzt anders?
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Was ist daran jetzt anders?
    Das wir schon jetzt wissen, was insgesamt das Honorar ausmacht - und wir nicht irgendwann mal über 2 oder 3k "verhandeln" müssen.

    Gruß
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  17. #15

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    bei 390 t€ herstellkosten weisst du auch ohne pauschalierung, was das honorar betragen wird.
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