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Trockenlegung Altbau und Drainage

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  1. #1

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    Trockenlegung Altbau und Drainage

    Hallo,

    ich habe einen Altbau welchen wir bereits saniert haben.
    Lediglich der Sockel und die Kellerwände sind noch nicht saniert. Auf der überwiegenden Wetterseite des Hauses haben wir das Problem eindringender Feuchtigkeit, speziell bei längerem Regen drückt Wasser richtig durch die Aussenwand in den Keller unterhalb der Horizontalsperre. Der Boden ist sehr lehmig und ein Teil des Hauses steht auf Streifenfundament und einer scheinbar direkt auf dem Lehm.
    Um das Feuchteproblem zu lösen, wollte ich nun die betroffene Kellerwand freilegen und abdichten (Putz ausbessern, Dichtmasse aufbringen, Perimeterdämmung, Noppenbahn). Speziell an einer Stelle haben wir zur Sanierung den alten aussenliegenden Kellerabgang abgerissen und nur mit Noppenbahn geschützt.
    Auf Höhe der ersten Ziegelschicht wollte ich eine Drainage verlegen. Eine Ringdrainage ist leider nicht möglich, da der Keller eine ehemalige Tiefgarage hat und auf einer Seite des Hauses ein Anbau ohne Keller ist. die Drainage sollte in den Brunnen abgeleitet werden.

    Ist letzteres zulässig? Bringt die Drainage etwas? Zweifel habe ich ebenfalls an der mir empfohlenen Perimeterdämmung, zumal ich wegen des Anbaus eh nicht den gesamten Keller dämmen könnte. Ich würde also eher dazu tendieren nur den freiliegenden Teil des Sockels zu dämmen. Ist das machbar?

    Viele Grüße
    Henrik
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  2. Trockenlegung Altbau und Drainage

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  3. #2
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    Hallo,

    noch einen Hinweis zur Nutzung. Durch den Abriss der außenliegenden Treppe wurde dies nach innenverlegt. Und genau die Wand am Kellerabgang ist feucht. Die ehemalige Tiefgarage wird als Büro genutzt, die restlichen Räume als Abstellraum/Werkstatt und als Wirtschaftsraum für Wäsche. Beheizt ist derzeit nur das Büro, der Wirtschaftsraum heizt sich durch die angrenzende Heizung selber.

    Viele Grüße,
    Henrik
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  4. #3

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    Und was wurde dann mit der Außenmauer im Bereich der ehemaligen Treppe gemacht?
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  5. #4
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    Diese wurde verputzt und mit Noppenfolie vor Erdreich geschützt. Jetzt lege ich diesen Bereich gerade frei um ihn an die Abdichtung anzuschließen. Allerdings bestand das Problem des eindringenden Wassers unterhalb der Horizontalsperre schon vor dem Abriss der ehemaligen Treppe. Dies sieht man ganz gut am Innenputz dieser Wand.
    Und weil ich gerade diesen Teil freilege (ca. 1/3 der Wand), bin ich halt am grübeln ob gleich eine Drainage mit gelegt und eine Perimeterdämmung angebracht werden sollte (Empfehlung 5cm). Dann würde ich halt in zwei Abschnitten die restliche Wand freilegen und die Abdichtung erneuern und evtl. die beiden anderen Dinge je nach Sinnhaftigkeit ebenfalls mit machen.
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  6. #5
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    Ich habe mich jetzt für folgenden Aufbau entschieden, nachdem ich den ersten Teil jetzt freigelegt habe:
    - Ausbesserung des Putzes und herstellen einer halbwegs ebenen Fläche
    - Bitumen Dickbeschichtung zweilagig
    - Perimeterdämmung 5cm
    - Drainagerohr mit Kontrollschächten (Haus steht definitiv auf einer Lehmschicht)

    Offen sind jetzt noch zwei Fragen:
    Ist eine Noppenbahn oder eine andere Schicht auf der Dämmung notwendig?
    Soll die Verfüllung mit dem Aushub (Gemisch aus Lehm, Sand, Erde) erfolgen oder mit feinem Kies 0/16?
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  8. #6

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    Welche Abdichtungsarbeiten sind im Keller machbar/notwendig?
    Immer wieder gibt es heftige Diskussionen welche Abdichtungsarbeiten im Keller notwendig sind.
    .
    Wenn Keller an der Innenseite feucht sind, dann empfehlen sehr viele Fachleute: da hilft nur außen Aufgraben, Abdichten, Einbauen einer Drainanlage und dann auch noch alles mit einer Wärmedäm-mung versehen usw..
    Vorab sollte jedoch immer genau geprüft werden, woher denn die Feuchte kommt?
    Denn dies muss nicht immer von außen sein!
    Diese Feststellung ist jedoch nicht einfach, und ich kämpfe oft gegen viele alte Vorurteile. Wenn ich ein feuchtes Objekt besichtige, stelle ich oft fest, dass eine Abdichtung überhaupt nicht möglich ist. Interessant ist, kaum jemand weiß, gegen welch drückendes Wasserwas, sollte abgedichtet werden und dann, auch noch wie?
    Denn wenn eine Abdichtung (je nach Lastfall) sinnvoll sein sollte, so müsste man auch darüber dis-kutieren, wie hoch denn das Wasser an der Außenseite anstehen könnte. Aber auch wie unter dem Haus eine Ergänzung dieser Abdichtung hergestellt werden könnte. Viele Hausbesitzer wissen über-haupt nicht, ob Stauwasser entstehen kann und kennen auch die Grundwasserstände nicht.
    .
    Meine erste Frage ist oft, wie hoch steht das Wasser im Keller?
    Die Antwort ist meist - Wasser steht nicht im Keller, „nur“ die Wände sind feucht.
    Dies wird dann davon abgeleitet, dass Wasser eindringen muss, wenn innen die Wände feucht sind. Dass es auch noch andere Möglichkeiten von Feuchteschäden im Keller gibt, ist oft erst nach einer längeren Diskussion verständlich.
    .
    Ein Beispiel aus meiner Praxis.
    An einem großen Gebäudekomplex in der Bundeshauptstadt wurde die Planung für die Abdichtung von einem namhaften Planungsbüro durchgeführt. Bei der Diskussion ergab sich dann, dass die Ab-dichtung so ausgeführt werden solle, dass diese einen Wasserdruck von
    1,5 Meter standhalten müsste. Dies auch deswegen, weil in unmittelbarer Nachbarschaft ein Wasser-lauf war. Dieses Gebäude war aus Ziegelstein gemauert und es war schon vorgesehen, dass als Ab-dichtung im Mauerwerkquerschnitt die Abdichtung mit Chromstahlplatten ausgeführt werden sollte. Nun ist zwar das Verfahren durch Eintreiben der Chromstahlplatten als eines der sichersten Verfah-ren gegen kapillare Saugfähigkeit anzusehen.
    Es ist jedoch nicht geeignet, um eine Abdichtung im Querschnitt gegen Wasserdruck herzustellen. Da Wasser (als Flüssigkeit) ja durch die Anschlussfugen zwischen den Chromstahlplatten eindringen könnte. Des Weiteren wurde diskutiert wie dem Wasserdruck von 1,5 Meter Wassersäule entgegen gewirkt werden könnte. Dabei ergab sich, dass zumindest im Bodenbereich eine 75 cm starke Beton-platte eingebaut werden müsste um diesem Druck stand zu halten. Außerdem müssten auch die Wände in einer Art Wanne nach den statischen Erfordernissen wasserdicht angeschlossen werden. All diese Maßnahmen waren jedoch sowohl räumlich als auch technisch als sinnwidrig bezeichnet worden.
    .
    Bei der weiteren Diskussion ergab sich, dass auch eine Abdichtung mit anderen Verfahren und Pro-dukten nicht besser abschneiden könnte.
    Nach dieser Diskussion habe ich mir erlaubt zu fragen, wie oft der Keller im Laufe der letzten Jahre mit den Problemen eindringenden Wassers belastet wurde, dabei stellte sich heraus, dass in den letz-ten 100 Jahre nie Wasser eingedrungen ist. Hierbei zeigt sich natürlich wieder ganz deutlich, dass al-leine wegen der spekulativen Stauwasserhöhe ein nicht zu vertretender Aufwand betrieben worden wäre.
    Es gab noch viele Diskussionen, aber ich konnte es letztendlich durchsetzen, dass dann auf eine Ab-dichtung, sowohl im Mauerwerksquerschnitt als auch gegen aufstauendes oder drückendes Wasser ganz zu verzichten ist.
    Stattdessen konnte ich als Sachverständiger den Vorschlag einbringen, dass eine Instandsetzung mit einem geeigneten System - aufbringen einer dampfdichten und thermisch getrennten Folie, darauf ein dichter und wärmedämmender Putz – in zwei Lagen für diese Instandsetzung geeignet ist.
    Dabei handelt es sich um eine Instandsetzung der durch Feuchte und Salz geschädigten Wandinnen-seite.
    .
    Eine Abdichtung an der Außenseite, sowie an der Unterseite im Mauerwerksquerschnitt könnte zwar auch eine „trockenere“ Wand ergeben. Es bleibt die Frage, ob dies nachträglich technisch überhaupt herzustellen ist?
    Dabei ist zu berücksichtigen, dass trotz dieser sehr teuren Maßnahme (Abdichtung von außen) an der Innenseite die gleiche Problematik, nämlich die Tauwasserentstehung und damit der Wechsel zwi-schen - feucht und trocken - weiterhin stattfinden würde, was zu den bekannten Problemen führt. Nämlich, dass durch diesen Wechsel, Salze
    a) Feuchtigkeit (hygroskopisch) aufnehmen, und
    b) beim Abtrocknen einen sehr hohen Druck durch die Kristallisation aufbauen werden und weiterhin die Oberflächen zerstören bzw. schädigen.
    .
    Der Bierkrug im Sommer gibt ein gutes Beispiel.
    Um zu verdeutlichen welche Problematik gelöst werden muss, gebrauche ich gerne den Vergleich: Man denke an einen schönen Biergarten, vor sich eine schöne kühle frische Maß und jedem wird so-fort klar, dass der Maßkrug an der Außenseite beschlägt, d.h. es entsteht sehr schnell Tauwasser auf Grund der Feuchte in der warmen Luft und der kalten Oberfläche des Kruges. Wobei kein Mensch auf die Idee käme, diesen Krug an der Innenseite abdichten zu wollen, um an der Außenseite das Tauwasser wegzubringen.
    .
    Neben den vielen eigenen Messungen, sowohl der Temperaturen als auch der Feuchte in Kellern, verweise ich insbesondere auf Arbeiten von Herrn Prof. Dr. J. Dreyer und Herrn Dr. Clemens Hecht von der TU in Wien.
    Denn daraus ergibt sich eindeutig, dass es bei Feuchteschäden im Keller sehr oft "nur" Tauwasser-probleme sind.
    Außerdem kam Prof. Dr.- Ing. L. Weichert (ehemals Universität der Bundeswehr München), bei Feuchte,- und Temperaturmessungen an Gebäuden, ebenfalls zu solchen Ergebnissen.
    Deren Ergebnisse sind bei meinen Überlegungen entscheidend mit eingeflossen, nach abwägen von Aufwand und Ergebnis, und insbesondere der Kosten eine Instandsetzungen „nur“ noch von innen durchzuführen.
    Daraus kann auch abgeleitet werden, wenn es gelingt, dass die Salze in Lösung bleiben (die Mauer also feucht bleibt) und auch die damit zusammenhängenden Kristallisationsprobleme an den Ober-flächen wegfällt und außerdem die Feuchteabgabe in dem Raum verhindert wird, dann sind diese Keller hochwertig zu nutzen. Im Bedarfsfall ist es ohne Problem auch eine Wärmedämmung in das System einzubauen.
    Nur Nichtfachleute suggerieren den Hausbesitzern, dass durch die Feuchte, die Wände bzw. Mauern geschädigt werden. Es werden nur Ängste geschürt, es stimmt einfach nicht, denn weder der Ziegel noch der Mörtel fault. Logisch ist aber auch, dass es hinter Sanierputzsystemen (auch mit Dicht-schlämmen) auch feucht bleibt. Wände „atmen“ schließlich die Feuchte nicht aus.
    Letztendlich wird die von mir (seit über 30 Jahren) gemachte Erfahrung bestätigt, dass durch eine sogenannte Innen-Instandsetzung die Mauer, aber auch der Beton zwar feucht bleibt, aber damit eine kostengünstige und sichere Sanierungsmöglichkeit möglich ist.

    In diesem Zusammenhang ist auch zu fragen, was hilft in einem solchen Fall eigentlich eine Drainanlage?
    Hierzu wird auch sehr oft kontrovers diskutiert.
    Ab wann ist eine Drainanlage sinnvoll?
    Ab wann ist ein Kiesgraben immer eine sinnvolle Maßnahme und auch eine Verbesserung?
    In den letzten Jahren wird sehr oft auch bei alten Gebäuden um das Haus aufgegraben und eine Drai-nanlage eingebaut, sowie ein Kiesgraben bis zur Oberkantegelände hochgezogen und dies alles führt sehr oft eher zu einer Verschlechterung als zu einer Verbesserung.
    Vorab muss erwähnt werden, dass die Abdichtungsnorm DIN 18195 auch einen Hinweis auf eine einzubauende Drainanlage nach DIN 4095 vorsieht. Es ist jedoch auch klar, dass diese Normen nur für den Neubau gelten und auch nur dann, wenn feststeht, dass es darum geht, Abdichtungen vor er-höhtem Wasserdruck zu schützen.
    Ganz andere Überlegungen müssen bei einem alten Gebäude mit einfließen und auch abgewo-gen werden.
    Sehr oft wird bei einer nachträglichen Instandsetzung mit einer Drainanlage der gewünschte Effekt – „ein trockener Keller“ nicht erreicht, bzw. manchmal auch das Gegenteil bewirkt, insbesondere bei alten Gebäuden.
    War bisher Erdreich - und Humus am Haus, durch diese konnte nur sehr wenig Wasser eindringen. Nach dem Herstellen eines Kiesgrabens und einer Drainanlage wird das Wasser von der Oberfläche und auch das Regenwasser von der Fassade regelrecht „angesaugt“ und um die gesamte Hauslänge verteilt.
    Dies führt oft dazu, dass an allen Stellen d.h. rund ums Haus Feuchtigkeit in erhöhtem Maße vorhan-den ist. Es ist immer nur ein Wunsch, dass das Wasser durch die Drainanlage nur abläuft.
    Wer jedoch wie ich, sich lange genug mit dieser Thematik beschäftigt weiß, dass sich Drainanlagen, aber auch der Kies mit Pflanzen und Schmutz oft zusetzen. Ob dann noch der gewünschte Erfolg möglich ist bleibt fraglich.
    Ebenso findet dann, wenn Kies als Auffüllung eingebaut wird, in den oberen Randbereichen ein ständiger Wechsel zwischen feucht und trocken - nicht nur über das Wasser, sondern auch über die Kondensation statt. Dieser Wechsel zerstört oft die mit Sockelputzen ausgeführten Bereiche.

    Und weiter kann beim Wiederauffüllen und dem Verdichten oft ein größerer Schaden durch die Vib-ration des ganzen Hauses entstehen.
    Beim Verdichten entstehen beträchtliche - auch seitliche Drücke, und können die Wand eindrücken aber auch vom Auflager verschieben. Dies kann auch wieder zu einer Undichtigkeit führen.
    .
    Es ist also nicht ganz so einfach, immer das Richtige zu tun.
    In all diesen Fällen ist es auch wichtig zu untersuchen, ob es sich um Stau,- oder gar um drückendes Wasser handeln kann.
    Eine genaue Prüfung z.B. nach Merkblatt WTA* ist sicher besser als der oft erwähnte Spruch – „das haben wir schon immer so gemacht“.

    Wie hoch steht denn das Wasser im Keller?
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  9. #7

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    Hallo,

    ich finde die Antwort meines Vorredners sehr interessant und ich gebe ihm auch teilweise recht. Aber:

    Ich habe ein Haus BJ 1949, bei welchem die Horizontalsperre erst kurz unter den Balken der Kellerdecke liegt. D.h. mir bröselt immer der alte Putz ab, ich habe die schänsten Salzausbildungen an den Sandsteinwänden. Ich habe nun teilweise den alten Putz entfernt.

    Da ich den Keller aber zum lagern benötige und ich gerne in einer sauberen Umgebung lebe, so würde ich die Wände doch gerne wieder irgendwie verputzen. WIE nun machen? Lege ich erst von aussen drocken? Doch was nützt mir dies, wenn ich die fehlende Horizontalsperre von unten nicht eingebaut bekomme. den Aufwand von Ramm- oder Sägearbeiten oder das Einschlagen von Edelstahlblechen möchte ich auch nicht betreiben. Ich könnte auch mit einer sauberen Wand vor der Sandsteinwand im Keller leben, aber was passiert dann mit der dahinter liegenden alten Kellerwand? Hat jemand Tips für mich?
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