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GRZ II und Zuwegung

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  1. #1

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    GRZ II und Zuwegung

    Hallo!

    Gibt es Möglichkeiten Zuwegungen so zu gestalten, dass diese gar nicht oder nur anteilig (je weniger je besser) bei der Berechnung der GRZ II berücksichtigt werden?
    Mein Stand bisher ist, dass dies von Bauamt zu Bauamt sehr unterschiedich gesehen wird. Zwei Möglichkeiten, die mir bisher bekannt sind, wären: a) Verwendung von Rasengittersteinen und b) nur 2 Fahrspuren a 30cm Breite pflastern. Sind euch noch andere Möglichkeiten oder Ideen bekannt? Könnte mir vorstellen, dass wir nicht die Ersten sind, die mit diesem "Problem" zu kämpfen haben...

    Hintergrund: Großes Grundstück + große Einschränkungen durch den Bebauungsplan. Eigentlich möchten wir das Haus nicht direkt n der Straße bzw. dem Baufeldrand platzieren, sondern ewas mittiger - woraus natürlich entsprechend längere Zuwegungen resultieren und wir sehr schnell an die Grenzen des Erlaubten (GRZ II) stoßen. Das Grundstück befindet sich in Niedersachsen.
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  2. GRZ II und Zuwegung

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  3. #2

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    1) Eine GRZ I und II gibt es offiziel gar nicht! Es gibt nur nach § XY BauNVo priviligierte Flächen wie Garagen und Zufahrten, die, wenn es der B-Plan nicht ausschliesst, die vorgegebene GRZ um max 50 % überschreiten dürfen.

    2) Das Bauamt der Region Hannover setzt sogar fiktive Flächen an. Wenn ein Bauherr seine Terrasse z.B. gar nicht pflastern will, sondern auf Rasen sitzen möchte, dann werden trotzdem fiktiv für ein entsprechendes Vorhaben übliche Flächen angesetzt!
    Daher ist der Versuch, dort mit Rasensteinen etwas zu werden, wohl zum scheitern verurteilt.
    Bei den Gemeinden, die selber Genehmigungsbehörde sind, wird das z.T. sehr unterschiedlich gehandhabt, aber die Grundlinie ist ähnlich wie bei der Region.
    Stadt Hannover ist noch schärfer!

    Diese Sichtweise ist auch genau die, die der BauNVo entspricht. Alle "Zaubertricks" wie Rasengittersteine oder Kieswege haben nämlich nur etwas mit Bodenversiegelung zu tun. Die sind aber nicht der einzige Hintergrund der entsprechenden Vorschriften.
    Dazu gehört eben auch das Verbauen der Flächen mit Baustoffen, was die Wege immer erkennbar macht.
    Wobei es hier wiederum auch schizophren wird, weil eine 100 m² Kieszufahrt anzurechnen wäre, ein 100 m² Kies-Zen-Garten neben der Einfahrt nicht (ausser, er wäre Weg)
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  4. #3
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    Vielen Dank für die ausführliche Info...
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  5. #4

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    hallo
    kleine anmerkung:
    wobei die 50% regel der baunutzungsverordnung im bebauungsplan sehr oft eingeschränkt wird und von der grundstücksgrösse abhängig gemacht wird.

    wo liegt dein problem, grosses grundstück = grosse bebaubare fläche
    baunvo kennt nur grz = grundflächenzahl und gfz = geschossflächenzahl
    das I + II ist wohl eine spezielle erfindung in nrw.


    gruss aus de pfalz
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  6. #5

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    Ne, dass I und II kennen viele Gemeinden in NDS auch. Keine Ahnung, woher das kommt!
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  7. #6
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    @gunther1948: Im konkreten Fall wird im Bebauuungsplan die bebaubare Fläche auf absolut 125qm beschränkt und für die GRZ II wird eine Überschreitung bis 50% zugelassen.
    Die Definition im BPlan ist unabhängig von der Grundstücksgröße (die Grundstücke sind alle > 2000 qm).
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  8. #7
    Avatar von Der Bauberater
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    Die zwei verschiedene Zahlen kommen aus den §§
    19 Abs. 2 und 19 Abs. 4 der Baunutzungsverordnung BauNVO
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  9. #8

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    Gestern war ich beim Architekten um eine Kenntnisgabe zu unterzeichnen. Im Kenntnisgabedokument wurde auch auf die Grz hingewiesen mit dem bekannten Passus, dass die unter xyz gelistete zahl um bis zu 50% überschritten werden darf.
    Der Architekt erklärte uns, dies bedeutet, wir dürfen die Fläche um 50% überschrieten, EGAL womit.. also nix von wegen zufahrt, Garage etc... ich habe ihn nochmals extra gefragt ob dies wirklich so ist... er meinte das wäre seit einiger zeit so und er versteht auch nicht warum sie dann nicht gleich 0,45 Grz angeben anstelle von 0,3.... ?! anhand der im Dokument angegebenen nummern auf die verwiesen wird hat es sich wirklich so gelesen dass man generell die grz um 50% überschreiten kann...

    ist das ein "bug" im Dokument für das Kenntnisgabeverfahren? oder wurde hier vor kurzem etwas neu geregelt?
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  10. #9

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    Ich denke, Dein Architekt sollte mal ganz dringend zu einer Nachschulung gehen!
    Zitat Zitat von § 19 Grundflächenzahl, zulässige Grundfläche
    (1) Die Grundflächenzahl gibt an, wieviel Quadratmeter Grundfläche je Quadratmeter Grundstücksfläche im Sinne des Absatzes 3 zulässig sind.
    (2) Zulässige Grundfläche ist der nach Absatz 1 errechnete Anteil des Baugrundstücks, der von baulichen Anlagen überdeckt werden darf.
    (3) Für die Ermittlung der zulässigen Grundfläche ist die Fläche des Baugrundstücks maßgebend, die im Bauland und hinter der im Bebauungsplan festgesetzten Straßenbegrenzungslinie liegt. Ist eine Straßenbegrenzungslinie nicht festgesetzt, so ist die Fläche des Baugrundstücks maßgebend, die hinter der tatsächlichen Straßengrenze liegt oder die im Bebauungsplan als maßgebend für die Ermittlung der zulässigen Grundfläche festgesetzt ist.
    (4) Bei der Ermittlung der Grundfläche sind die Grundflächen von

    1.
    Garagen und Stellplätzen mit ihren Zufahrten,
    2.
    Nebenanlagen im Sinne des § 14,
    3.
    baulichen Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird
    ,

    mitzurechnen. Die zulässige Grundfläche darf durch die Grundflächen der in Satz 1 bezeichneten Anlagen bis zu 50 vom Hundert überschritten werden, höchstens jedoch bis zu einer Grundflächenzahl von 0,8; weitere Überschreitungen in geringfügigem Ausmaß können zugelassen werden. Im Bebauungsplan können von Satz 2 abweichende Bestimmungen getroffen werden. Soweit der Bebauungsplan nichts anderes festsetzt, kann im Einzelfall von der Einhaltung der sich aus Satz 2 ergebenden Grenzen abgesehen werden

    1.
    bei Überschreitungen mit geringfügigen Auswirkungen auf die natürlichen Funktionen des Bodens oder
    2.
    wenn die Einhaltung der Grenzen zu einer wesentlichen Erschwerung der zweckentsprechenden Grundstücksnutzung führen würde.
    http://www.gesetze-im-internet.de/baunvo/__19.html

    Zitat Zitat von § 14 Nebenanlagen
    (1) Außer den in den §§ 2 bis 13 genannten Anlagen sind auch untergeordnete Nebenanlagen und Einrichtungen zulässig, die dem Nutzungszweck der in dem Baugebiet gelegenen Grundstücke oder des Baugebiets selbst dienen und die seiner Eigenart nicht widersprechen. Soweit nicht bereits in den Baugebieten nach dieser Verordnung Einrichtungen und Anlagen für die Tierhaltung zulässig sind, gehören zu den untergeordneten Nebenanlagen und Einrichtungen im Sinne des Satzes 1 auch solche für die Kleintierhaltung. Im Bebauungsplan kann die Zulässigkeit der Nebenanlagen und Einrichtungen eingeschränkt oder ausgeschlossen werden.
    (2) Die der Versorgung der Baugebiete mit Elektrizität, Gas, Wärme und Wasser sowie zur Ableitung von Abwasser dienenden Nebenanlagen können in den Baugebieten als Ausnahme zugelassen werden, auch soweit für sie im Bebauungsplan keine besonderen Flächen festgesetzt sind. Dies gilt auch für fernmeldetechnische Nebenanlagen sowie für Anlagen für erneuerbare Energien, soweit nicht Absatz 1 Satz 1 Anwendung findet.
    http://www.gesetze-im-internet.de/baunvo/__14.html
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  11. #10

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    Hallo Ralf,

    prinzipiell stimme ich dir zu, allerdings ist es in folgendem Dokument welches er ausgefüllt hat wirklich etwas komisch formuliert:

    http://www.mvi.baden-wuerttemberg.de...ke_Anlage5.pdf

    siehe Punkt 8.3.2.3...

    im zweifel glaube ich allerdings euch
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  12. #11

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    ja, das lässt einen gewissen "interprätationsspielraum" , der im zweifel aber immer dem bauherren auf die füsse fällt
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  13. #12

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    Ich würde mich hier mal gerne anschließen, da sich das Thema ähnelt und ich es auch mit der Region Hannover zu tun habe (ich hoffe das ist ok?).
    Wir interessieren uns evtl. für ein Grundstück, das erst 2013 verkauft wird, wir schauen also grade nur, ob es grdsl. in Frage kommt.
    Die Größe würde passen, wenn wir die GRZ als "GRZ2" um 50% überschreiten dürfen (GRZ=0,3, Grundstück hat ca. 500m²).
    Im Bebauungsplan selbst und in der textlichen Festsetzung steht nichts, in der Begründung zum BP steht allerdings:

    "Für das Allgemeine Wohngebiet wird bis auf wenige Ausnahmen eine Grundflächenzahl von
    0,3 festgesetzt. Die Festsetzung der Grundflächenzahl ist auf den Flächenbedarf der beabsichtigten
    aufgelockerten Einfamilienhausbebauung abgestimmt. Eine darüber hinausgehende
    Grundflächenzahl soll unter ökologischen Gesichtspunkten vermieden werden, um den
    Versiegelungsgrad im Baugebiet zu minimieren und der städtebaulichen Zielsetzung nach
    einem durchgrünten aufgelockertem Wohnquartier mit vergleichsweise großen Grundstücken
    Rechnung zu tragen."

    Was bedeutet das "sollte"?
    Wir sind auf die Gnade des Sachbearbeiters angewiesen, oder gibt es da Richtlinien?
    Wir würden z.B. die Höhenbegrenzungen nicht ausnutzen und könnten sicherlich ein begrüntes Garagendach und wasserdurchlässige Zufahrt + Terasse einplanen..
    Dass mir hier keiner sagen kann, dass das in jedem Fall so oder so entschieden würde ist klar, aber gibt es da vielleicht einen Trend/Erfahrungswerte mit welchen Auflagen zu rechnen wäre?
    Oder kann mir jemand sagen wie ich das herausfinden kann?
    Nach Möglichkeit vor dem Grundstückskauf
    Beim Amt anrufen und einfach mal nett fragen wäre jetzt meine logischste Vorgehensweise..

    Ganz lieben Dank!
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  14. #13

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    Die Begründung hat nichts mit der Anwendung zu tun! Wenn die 50% nach 19(4) nicht ausdrücklich ausgeschlossen wurden, kann man/frau sie nutzen!

    ABER: 500 * 0,3 = 150 m² für EFH, Terrasse, Zuweg, Mülltonnenstellplatz, ggf. Gartenhäuschen/Schuppen - das ist nicht wirklich viel.
    Ich halte bei Neubaugebieten mit üblicher Grundstücksgrösse alles unter 0,4 für Dummfug.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
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    @ Ralf: Ich hätte jetzt erwartet: 150qm für EFH + Terrasse und zusätzlich 75qm für Zuwegung, Gartenhaus etc. !?
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  17. #15

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    Ich hatte §19 doch in #9 extra wörtlich per Karl Theodor zitiert!!!

    Und da stehen (neben den Trafohäuseln) nun mal n u r Garagen(Carports) und deren Zufahrten drin!!!
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