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Spannbeton oder Filigrandecke?

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  1. #1

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    Spannbeton oder Filigrandecke?

    Hallo Forumsmitglieder,

    die Pläne für unser Einfamilienhaus sind fertig und so langsam müssen neue Entscheidungen getroffen werden. Eine davon hat mir jetzt unser Architekt gestellt. Ob wir eine Spannbetondecke oder Filigrandecke für unser Haus haben möchten.

    Was ich bis jetzt in Erfahrung gebracht habe ist das man mit der Spannbetondecke schneller voran kommt und sie günstiger sein soll. Aber diese später wegen Unebenheiten noch von untern verputzt oder verkleidet werden muß. Eine Filigrandecke bis auf die Fugen nach dem Aushärten von unten streich und tapezierfertig sein soll.

    Wie sind eure Erfahrungen mit diesen beiden Deckenvarianten?

    Ich danke euch schon mal für weitere Infos.
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  2. Spannbeton oder Filigrandecke?

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  3. #2
    Gast340953
    Gast
    Tapezierfertig ist eine Filigrandecke vielleicht, auch wenn man besser nochmal dünn vorspachteln sollte wenn man keine Rauhfaster klebt.
    Steichfähig ist sie allerdings nicht. Auf den ersten Blick sieht das zwar alles sehr glatt und eben aus, aber es sind noch viele kleine Löcher drin die man dann nach dem streichen als schwarze Punkte sieht.
    Das sind meine Erfahrungen als Nicht-Fachmann aber gerade erst vor einem halben Jahr damit konfrontierter Besitzer einer DHH. Dachte auch erst da kann man einfach mit der Farbe drauf...
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  4. #3

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    Dass Spannbetondecke auf jeden Fall günstiger wird, halte ich für ein Gerücht.

    Im Normalfall nimmt man Spannbetondecken wenn die Spannweiten so gross sind, dass man mit schlaff bewehrten Decken nicht mehr wirtschaftlich vorankommt.

    Die Planungsherrschaften sollten sowas eigtl. entscheiden, bzw. ihre Empfehlung abgeben.

    Wenn bei Deinem Projekt allerdings 'normale' Spannweiten vorliegen und 'normale' Lasten wirken, dann rate ich von Spannbeton ab. Nicht zuletzt weil wenn mal jemand nachträglich 'einfach so' irgendwo eine (Kernbohrung) macht und dabei eine Litze zerstört die Decke evtl. runterkommt.
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  5. #4
    feelfree
    Gast
    Ich würde die Fragen nach Vor-/Nachteilen bzw. den zu erwartenden Kosten meinem Architekten stellen... Kann ja wohl nicht sein, dass der dich vor die Entscheidung stellt, ohne die Basisgrundlagen zu liefern, die für eine Entscheidung überhaupt notwendig sind.
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  6. #5

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    hallo
    spannbetondecken werden mit einer überhöhung hergestellt. untersicht am besten mit gipskarton abhängen, verwendung nur bei spannweiten ~über 5,5 m, ausbildung deckengl. unterzüge problematisch, erfordert normalerweise den einbau von stahlträgern, deckenscheibenausbildung erfordert besondere massnahmen, im längsstossbereich oft höhenversatz,

    gruss aus de pfalz
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  7. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  8. #6

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    Wir standen vor einem Jahr vor einer ähnlichen Entscheidung:

    • Filigrandecke
    • Spannbetondeckenelemente/-streifen
    • Ortbetondecke

    Filigrandecken können lange Lieferzeiten haben und bedürfen einer frühzeitigen Beauftragung, so zumindest die Situation Sommer 2011 bei uns. Die Kosten für Deckendosen und Aussparungen, insb. bei vielen in die Decke eingelassenen Halo-Töpfen und Löchern für Lüftungsrohren sind nicht zu vernachlässigen. Die Handhabung und Ausführung von Plattenstößen und Wandauflagern, die wir uns an Vergelichsbauten angesehen haben, kam uns machmal sehr unprofessionell vor. Realisierte Filigrandecken, die wir uns angesehen haben, neigten ohne Estrich zu merklichen Schwingungen.

    Spannbetondeckenelemente haben aufgrund der Vorspannung einen sog. Stich, d.h. eine Wölbung nach oben. Die ist umso größer je länger das Element ist und mit der Belastung sich auch noch verringert. Nebeneinanderliegende Elemente haben nicht unbedingt den gleichen Stich, so daß man dann unter der Decke oft ausgleichen muss. Der Stich ist bei einigen Herstellern z.B. Den..t minimal, bei anderen nicht. Zudem ist der Schallschutz durch die Hohlräume nicht so gut.

    Ortbetondecken benötigen einen hohen Schalungs- und Zeitaufwand. Dafür hat man mit den Elektrodosen und -Installation die maximale Freiheit, die der Statiker einem läßt. Wegen des resultierenden monolithischen Aufbaus hatten wir auch bei Vergleichsbauten den Eindruck, dass dieser Deckentyp am wenigsten schwingt und die Schallweiterleitung gut behindert wird. Die notwendige aufzubauende Schalung ist 2-3 Tage, der Abbau nochmal einen Tag, mehr Aufwand. Wenn die Schalbretter gut sind und diese mit den Stößen gut auf der Schalungsunterkonstruktion aufliegen oder man sogar noch OSB-Platten mit Nut und Feder verwendet, kommt auch eine sehr glatte kaum nachzuarbeitende Deckenunterseite raus, die evtl. nur gespachtelt werden braucht.

    Wir haben uns damals für Ortbetondecken mit OSB-Plattenschalung entschieden, unser Statiker konnte auch noch den ein oder anderen Unter-/Überzug als unsichtbaren deckengleichen Zug ausführen und wir haben fleissig Elektroinstallationen in den Decken ausführen lassen (Statiker immer mit im Boot). Die Deckenunterseite musste nur gespachtelt werden. Kostenmässig waren fast alle drei Varianten roh dasselbe. Wir sind recht zufrieden, es schwingt nichts, hoher Schallschutz, tolle Elektrodeckeninstallation ...
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  9. #7
    Themenstarter

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    Wir sind mit unserem Architekt bis jetzt sehr zufrieden. Er hat uns auch darauf hingewiesen das bei der Spannbetondecke evtl. noch ein höherer Aufwand durch verputzen oder verkleiden auf uns zukommen könnte. Daher wollte ich einfach mal nach den Erfahrungswerten der anderen Forumsmitglieder mit diesen beiden Deckenvarianten fragen.

    Danke für euer Feedback!
    Ich denke das wir uns jetzt wohl für eine Filigrandecke entscheiden werden.
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