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KfW-70-Standard möglich ohne Zwangslüftung, Erdwärme, WDVS? Wie?

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  1. #1

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    KfW-70-Standard möglich ohne Zwangslüftung, Erdwärme, WDVS? Wie?

    Hallo Experten.

    Für diejenigen, die vor ein paar Wochen bei meiner Grundrißdiskussion mitgemacht haben: Inzwischen habe ich die grundsätzliche Machbarkeit meines Projektes offiziell klären können: Es handelt sich um ein "Allgemeines Wohngebiet". Somit sind - sinngemäß - Anlagen, die zur Versorgung des Wohngebietes dienen, einschließlich Anlagen für gesundheitliche und soziale Einrichtungen......erlaubt.....Dazu zählen eindeutig auch Arztpraxen, Bauamt dixit.

    Soo. Und nun:
    Während die überregionalen Haus-GÜ's grundsätzlich von mehrschaligem Wandsystem und mindestens Zwangslüftung für KfW-70-Standard ausgingen, stellten sie lokalen, Stein-auf-Stein-massiv-Baufirmen grundsätzlich die Möglichkeit, diesen Standard auch mit einschaligem Mauerwerk, der ohnehin nötigen Solar-Warmwasser-Anlage etwas großzügiger dimensioniert und vor allem einer entsprechend effizienteren Gas-Brennwert- und -was-weiß-ich Heizanlage "vielleicht" in Aussicht.
    Das Haus wird ein Bungalow in direkter Nord-Süd-Ausrichtung mit der Eingangstür (mit etwas Glas) im Norden, sonst keinerlei Fenstern im Norden, diversen Fensterflächen im Süden und SO/SW. Kein Kamin, also auch kein Schornstein dafür.

    1. Ist das wirklich machbar?
    2. Wenn ja, was müßten/könnten das für Materialien für die Außenwände sein , in welcher Mindeststärke? Ytong, Poroton oder was? (3-Scheiben-Verglasung der Fenster vorausgesetzt, nicht ausgebautes Walmdach....)
    3. Haben Sie Empfehlungen für die Heizanlage (es muß eine gasbetriebene sein)?
    4. Wenn es mir nicht auf den günstigen Kredit ankommt sondern eher auf eine tatsächliche Energieeinsparung am Haus - kann ich dann ggf. auch auf rechnerischen KfW-70-Standard verzichten und trotzem ein sinnvoll energiesparendes Haus (massiv) haben? Wie am ehesten erreichbar? Was außer Wandmaterial, Fenstergestaltung und - anordnung, Heizanlage muß ich dann noch zwingend beachten, um nicht reinzufallen?

    Danke.

    PS: Sobald ich das erste fachmännische Angebot in der - u.a. dank Ihrer Hinweise - geänderten Grundrißversion habe, werde ich das wieder hier einstellen.

    Projektante
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  2. KfW-70-Standard möglich ohne Zwangslüftung, Erdwärme, WDVS? Wie?

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  3. #2

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    Porenbeton (Ytong) oder Poroton in stärken von 36,5cm sind prinzipiell für ein KFW70 Haus geeignet.... wenn die anderen Parameter alle passen.

    der ohnehin nötigen Solar-Warmwasser-Anlage etwas großzügiger dimensioniert
    Warum ohnehin notwendig? ohnehin für KFW70 oder wie?

    Weil wenn es dir nicht um kfw70 sondern um wirtschfatlichkeit geht ist hier evtl ein Punkt wo man einsparen könnte... oder benötigst du in der Praxis viel Warmwasser Tagsüber?

    Und warum bist du so gegen "Zwangslüftung"? Wenn du den ganzen Tag im Gebäude bist weil du dort arbeitest kannst du natürlich öfters manuell Lüften und bist nicht zwingend auf eine KWL angewiesen... Ich würde mir allerdings trotzdem überlegen in so einem Fall nicht zumindest für eine automatische Mindestlüftung (z.b. über Fensterfalzlüfter+Abluft in Bad/Küche) zu sorgen.
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  4. #3

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    Weil man an der Dämmung spart und die Wärme durch die Wand flöten geht, versucht man mit überdimensionierten Warmwasserkollektoren selbige wieder einzufangen? Oder wie ist das Konzept gemeint?

    KFW70 lässt sich auf viele Arten erreichen. Das Gesamtkonzept muss passen.

    Solarwärme ist übrigens nicht zwingend vorgeschrieben.
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  5. #4

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    Gibt es denn für Praxisräume zusätzliche Vorschriften?

    Bist du dir sicher, dass du im gleichen Haus wohnen willst, wo die Praxis ist? Patienten können ziemlcih nerven, habe ich mal gehört...
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  6. #5
    Baufuchs
    Gast
    Zitat Zitat von Ralf1234
    Solarwärme ist übrigens nicht zwingend vorgeschrieben
    Nein, aber die Verwendung erneuerbarer Energien.

    KWL/Wärmepumpe will Fragesteller nicht, er will Gasheizung.

    Nach dem ErneuerbareEnergienWärmegesetz wird er dann ohne Solar nicht auskommen.

    Ausnahme: Er schafft es, sowohl den Primärenergiebedarf als auch den Transmissionswärmeverlust so hinzukriegen, dass diese Werte 15% besser sind, als sie nach EnEv sein müssten.
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Baufuchs Beitrag anzeigen
    Ausnahme: Er schafft es, sowohl den Primärenergiebedarf als auch den Transmissionswärmeverlust so hinzukriegen, dass diese Werte 15% besser sind, als sie nach EnEv sein müssten.
    Das wäre bei KfW 70 automatisch so.
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  8. #7
    Baufuchs
    Gast
    Das wäre bei KfW 70 automatisch so.
    Nein.

    Bei Kfw70 muss der Jahresprimärenergiebedarf 30% besser sein als Forderung EnEV.
    Das kriegt man mit Technik auch dann hingerechnet, wenn Transmissionswärmeverlust Außenwand nur EnEv entspricht, aber nicht 15% besser ist.

    EEWärmegesetz verlangt aber als Ersatzmaßnahme -15% bei Primärenergie und -15% bei Transmissionswärmeverlust.
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  9. #8

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    hat mal was vernünftiges gelernt
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    Zitat Zitat von Projektante Beitrag anzeigen
    1. Ist das wirklich machbar?
    Ja, monolithisch kein Problem.
    2. Wenn ja, was müßten/könnten das für Materialien für die Außenwände sein , in welcher Mindeststärke? Ytong, Poroton oder was? (3-Scheiben-Verglasung der Fenster vorausgesetzt, nicht ausgebautes Walmdach....)

    Ziegel: z.B. verfüllte Leipfinger Bader Coriso W07 oder Poroton T8, 36,5cm reichen
    3. Haben Sie Empfehlungen für die Heizanlage (es muß eine gasbetriebene sein)?
    z.B. Viessmann, Größe nach Bedarf. Regelung bei Viessmann gut..
    4. Wenn es mir nicht auf den günstigen Kredit ankommt sondern eher auf eine tatsächliche Energieeinsparung am Haus - kann ich dann ggf. auch auf rechnerischen KfW-70-Standard verzichten und trotzem ein sinnvoll energiesparendes Haus (massiv) haben? Wie am ehesten erreichbar? Was außer Wandmaterial, Fenstergestaltung und - anordnung, Heizanlage muß ich dann noch zwingend beachten, um nicht reinzufallen?

    Unbedingt. KfW dient zur Orientierung, die passenden Massnahmen müssen aber wirtschaftlich sinnvoll sein und zu den eigenen Komfortanforderungen passen.
    wie oben geschrieben, ist Solar wirtschaftlich (Investkosten) nur eingeschränkt sinnvoll, aber es ist ein gutes Gefühl (Komfort) im Sommer das Planschbecken kostenlos warm zu haben.
    KWL mit WRG bringt energetisch einiges, ist aber trotzdem wirtschaftlich nicht sinnvoll (Invest & laufende Kosten hoch). Eine KWL wird sich nie rechnen, bringt aber hohen Komfort (für den, dem es wichtig ist)
    Was ausserdem zu beachten: Dach- und Kellerdämmung.
    Die besten und wirtschaftlichsten Massnahmen um Energie und langfristig Kosten zu sparen, ist Energie zu vermeiden. Auf die Haushülle bezogen also Dämmung...
    ....
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  10. #9

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    Zitat Zitat von Baufuchs Beitrag anzeigen
    Nein.
    Doch.
    Denn die KfW stellt ja nicht nur Anforderugen an Qp. Primärenergiebedarf max 70%, Hülle max 85% von EnEV-Referenzgebäude.
    Zählt also automatisch als Ersatzmaßnahme.
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  11. #10
    Baufuchs
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    Stimmt.Gedankenfehler.
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  12. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  13. #11

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    Den Gedankenfehler machen die GUs offenbar alle. Als wir fürs haus Angebote eingeholt haben, KfW 70, war auch einhellige Aussage: Solar ist Pflicht. Daß es Ersatzmaßnahmen gibt, haben wir erst hinterher erfahren. Ich frag lieber nicht, ob wir ohne ausgekommen wären. Es beruhigt das ökologische Gewissen ein wenig.
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  14. #12
    Themenstarter

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    D. h. mit ausreichend dämmender einschaliger Außenwand, vernünftig gedämmter Bodenplatte und dem richtigen Dämmstoff mit der richtigen Dicke auf dem Dach (nicht ausgebaut) und den o.e. nicht vorhandenen Nordfenstern könnte es sogar ohne Solar möglich sein, eine anständige Energieeinsparung hinzukriegen, ohne unbedingt KfW-Fähigkeit und mit etwas Glück sogar mit der Förderfähigkeit???
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