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  1. #1

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    Riester oder tilgen?

    Wir finanzieren ein Eigenheim (1 KfW Kredit, 1 "normaler"). Zusätzlich zahle ich monatlich 2 x Altersvorsorge, 1mal Riester und 1 mal Lebensversicherung. Eine betriebliche Altersrente wird auch gezahlt.
    Nun überlege ich, ob es nicht sinnvoller wäre, den Riester-Vertrag ruhen zu lassen (Kündigung wäre wohl zu teuer) und das Geld lieber in die Tilgung zu stecken, um früher schuldenfrei zu sein.
    Momentan zahle ich 67 Euro monatlich in den Riester ein. Die Finanzierung (10 Jahre fest, noch 8,5 Jahre, 97000 EUR, 3,7% Zins, 2% Tilgung) sind ca. 460 Euro. Auf 3% Tilgung könnte ich damit also gehen und würde damit die Restschuld nach den 10 Jahren um knapp 10k senken und bei Annahme gleichbleibender Zinssätze knapp 14k Eur Zinsen sparen.

    Ist diese Denke grundsätzlich richtig oder übersehe ich da was?
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  2. Riester oder tilgen?

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  3. #2

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    Was meinst Du mit "1 mal Riester"? Es gibt viele Möglichkeiten wie man "riestern" kann. Die Frage wäre also, wie gut ist die Rendite Deines Riestervertrags, und was passiert dann mit den Vergünstigungen?

    Üblicherweise ist es von Vorteil, wenn man freies Geld in die Tilgung investiert. Es gibt aber einige wenige Konstellationen bei denen das nicht der Fall ist (steuerliche Betrachtung nicht vergessen). In Deinem Fall vermute ich, dass das Geld in Tilgung besser aufgehoben wäre. Das solltest Du aber mal im Detail rechnen lassen. Du hast ja noch ein paar Tage bis zur Rente, bis dahin kann viel passieren. Da wäre mir eine schuldenfreie Immobilie wichtiger als ein paar virtuelle Euro in irgendeinem Vertrag.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3
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    Das ist eine Standard-Riesterrente, mit den Grundzulagen (154 + 300 fürs Kind). Details müsste ich heute abend im Vertrag nachprüfen.
    Aber da ich ja noch 2 weitere Altersvorsorge-Verträge habe, denke ich die höhere Tilgung ist für mich sinnvoller (Immobilie ist ja auch Altersvorsorge)
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  5. #4

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    Jepp. Da solltest Du Deine Altersvorsorge mal genauer unter die Lupe nehmen. "Standard-Riesterrente" ist wie "Standard Auto", was genaues weiß man nicht. Altersvorsorge ist wichtig, heutzutage wichtiger denn je, aber man kann auch zuviel Vorsorge betreiben und vergisst dabei, dass es auch noch andere Baustellen im Leben gibt.

    Ob und wie es möglich wäre die bestehenden Verträge so anzupassen, dass Du Geld frei bekommst für eine zusätzliche Tilgung, das kann man nur den Vertragsbedingungen entnehmen. Eine Auflösung solcher Verträge verursacht meist mehr Schaden als man Nutzen hat. Deswegen ist Dein Gedanke mit dem "ruhen lassen" sicherlich nicht verkehrt. Die Frage ist dann, welchen Vertrag man ruhen lässt. Hier könnte evtl. auch die LV ein Ansatzpunkt sein.

    Auf jeden Fall nichts überstürzen, sondern erst einmal sorgfältig prüfen.

    Gruß
    Ralf
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  6. #5

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    Hmm. Ich nehme an die Finanzierung wurde vor ein paar Jahren abgeschlossen? Ansonsten verstehe ich ehrlich gesagt nicht, wieso die Schiene "Riester" nicht als Wohnriester gemacht wurde. Kommt natürlich auf die genauen Konditionen an und auf die finanziellen Verhältnisse des Bauherren, aber wenn ich den Effektivzins unserer Riesterfinanzierung ausrechne, dann kann da die KfW kaum mithalten. Geschweige denn eine normale Bankfinanzierung. Und das mit einer Zinssicherheit über die gesamte Laufzeit des Vertrages.

    Eine Erhöhung der Tilgungsleistung bei der Bank ist in der Regel nicht ohne weiteres möglich. Es sei denn es ist vertraglich geregelt. Was ab und zu vorkommt ist, dass jährliche Sondertilgungen möglich sind (z.B. 5% der Darlehensvolumens oder 5000 EUR oder so). Das würde ich mal nachschauen. Wenn nicht, kann es sein, dass die Bank für diese Tilgungserhöhung Vorfälligkeitsentschädigung verlangt.

    Den Riester kündigen würde ich auf keinen Fall. Eher stilllegen.
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  7. #6
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    Ja, die Finanzierung wurde vor ca. 2 Jahren auf 10 Jahre abgeschlossen, der Riestervertrag läuft schon länger (damals gabs noch keine Bau-Absichten). Wir können den Tilgungssatz während der 10 Jahre 2 mal kostenfrei ändern (1 mal haben wir schon erhöht), jeder weitere kostet 100 EUR. Sondertilgungen sind auch möglich. Riester kündigen hatte ich auch nicht vor, da müssen wohl sämtliche Förderungen zurückgezahlt werden.
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  8. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  9. #7

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    Ok, wenn Sondertilgungen möglich sind, würde ich erstmal diese ausnutzen. Wenn dann immernoch Geld übrig ist kann man die monatliche Tilgungsleistung immernoch verändern. Der Vorteil ist, dass man flexibler bleibt.
    Generell ist es bei Finanzen meist so, dass es kein "richtig" oder "falsch" gibt. Wichtig ist aber, dass man genau definiert was man möchte.
    Wenn man schnell schuldenfrei sein möchte, empfiehlt sich möglichst viel des finanziellen Spielraums in Sondertilgungen zu stecken. Möchte man aber flexiblel bleiben und trotz der Hausfinanzierung nicht auf den jährlichen Urlaub oder das neue Auto verzichten, empfiehlt es sich nicht alles zur Verfügung stehende Geld in Tilgungen zu stecken. Man sollte auch berücksichtigen, dass unerwartete Dinge oft große Löcher in die Haushaltskasse reißen können.
    Ristern ruft immer wieder ein sehr geteiltes Echo hervor. Bei kaum einer Anlageform muss man so genau die Vor- und Nachteile gegeneinander aufwiegen. Ich versuchs mal:

    Vorteile:
    - Hohe Zulagen (gerade mit Kindern!)
    - Steuerförderung
    - in gewissem Maße Hartz IV sicher

    Nachteile:
    - nicht ohne weiteres Kündbar somit:
    - unflexibel
    - Komplettes Vermögen muss als Rentner versteuert werden

    Ich kenne die genaue Ausgestaltung deines Vertrages nicht (Versicherung, Fondssparplan, Banksparplan). Aber ab einer gewissen Rendite lohnt es sich eher den Riester weiter zu besparen.

    Bei 67 EUR monatlich zahlst du also 804 EUR jährlich ein. Dafür bekommst du eine Verzinsung, die ich nicht kenne, und die Zulage von 454 EUR sowie evtl. Steuervorteile, die ich auch nicht kenne. Gehen wir davon mal hypothetisch aus, dass das Darlehen in 8,5 Jahren zurückgezahlt wird, was wohl nicht der Fall ist, aber angenommen wird um einen Vergleich zu errechnen.

    Wenn du 804 EUR * 8,5 Jahre (=6834 EUR) in den Riestervertrag einzahlst, bekommst du Zulagen in Höhe von 3859 EUR.
    Wenn du die 804 EUR in das Darlehen einzahlst, sparst du dir Zinsen in Höhe von:
    402*8,5*3,7%=126,43 EUR
    804*8*3,7%=238 EUR
    804*7*3,7%=208,25 EUR
    804*6*3,7%=178,50 EUR
    804*5*3,7%=148,75 EUR
    804*4*3,7%=119,00 EUR
    804*3*3,7%=89,25 EUR
    804*2*3,7%=59,25 EUR
    804*1*3,7%=29,75 EUR

    Sind insgesamt rund 1.200 EUR. Also wesentlich weniger als du Zulagen für den Riestervertrag bekommst. Natrülcih ist das nur eine sehr grobe Rechnung, die sehr wenige Faktoren berücksichtigt. Aber immerhin mal ein Anhaltspunkt.
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  10. #8

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    Wir stehen hier gerade vor der gleichen Frage, da wir bislang zusammen 300 € im Monat in unsere beiden Riesterverträge (ich: Fondsparplan, Frau: Banksparplan) stecken. Da wir mit einem Kind insgesamt 608 € Zulagen bekommen und zusätzlich ca. 770 € Steuern sparen (wenn ich das jetzt gerade richtig mit dem Steuerprogramm gemacht habe), ist die Rendite natürlich ganz ordentlich und wir planen daher, die Verträge weiter zu besparen, wenn es mit dem Geld nicht allzu eng wird. Die Frage, weswegen man keine tatsächliche Antwort geben kann, ist, mit welchem Steuersatz ich das Geld im Ruhestand dann versteuern muss und wieviel es dann noch wert ist - von Deinen persönlichen Annahmen diesbezüglich wird die Entscheidung wahrscheinlich am stärksten beeinflusst sein.

    Beste Grüße
    gurkensalat
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