Werbepartner

Ergebnis 1 bis 10 von 10

Bodengutachten DIN / EN ISO? Rammkern? Was sollte man durchführen?

Diskutiere Bodengutachten DIN / EN ISO? Rammkern? Was sollte man durchführen? im Forum Begleitende Ingenieurleistungen auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

    Registriert seit
    11.2012
    Ort
    Ibbenbüren
    Beruf
    EDV
    Beiträge
    22

    Bodengutachten DIN / EN ISO? Rammkern? Was sollte man durchführen?

    Hallo,

    wir planen den Bau eines EFH und denken dass wir für das Haus (ohne Keller) ein Bodengutachten erstellen lassen sollten.
    (Architekt und Statiker raten uns dazu, gleiches liest man hier im Forum)

    Dazu haben wir erstmal 2 Firmen angeschrieben.
    Firma A möchte 5x 5m tief bohren, DPL nach DIN4094-3 - leichte Rammsondierung.

    Firma B bietet 1x mittelschwere Rammsondierung DPM EN ISO 22475-2, 6 Meter, und 2x Rammkernsondierbohrungen EN ISO 22475-1, 6 Meter.

    Das zweite Angebot kostet nur die Hälfte im Gegensatz zum ersten.
    Ich war immer davon ausgegangen dass alle Gutacher hier nach gleichen Normen vorgehen. Nach welcher Norm sollte so ein Gutachten erstellt werden? Oder entscheidet der Statiker welche Norm gewählt wird?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Bodengutachten DIN / EN ISO? Rammkern? Was sollte man durchführen?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    06.2008
    Ort
    Frankfurt
    Beruf
    Altlaster/Baugrundler
    Beiträge
    640
    Das ist völlig egal. Da wurde in der neuen 22745 der Spitzenquerschnitt für die leichte Rammsonde geändert. Für die Interpretation und Aussagekraft der Ergebnisse ist das nebensächlich.
    Der Knackpunkt ist, was der Gutachter aus den Ergebnissen macht.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3

    Registriert seit
    02.2012
    Ort
    NRW
    Beruf
    Bodengutachter
    Beiträge
    461
    naja ..

    also, es gibt keine allgemeingültige Norm für Häuschen - es ist und bleibt die Verantwortung des Gutachters Untersuchungen so durchzuführen, dass er zu einer technisch und wirtschaftlich vernünftigen Beurteilung kommt.

    Programm B) erscheint etwas dünn - aber vielleicht kennt der Gutachter die Gegend und weiß was er tut - vielleicht aber auch nicht - Billigpröckler gibt es genug und die werden dann echt teuer.

    Also - so nicht zu beurteilen = Architekt und Statiker fragen.


    Hauptsache es endet nicht so:


    "Auf dem Grundstück wurden stark inhomogene Bodenverhältnisse angetroffen, die
    keine endgültige Gründungsempfehlung zulassen."

    (Zitat aus einem seeehr günstigen "Gutachten" mit 2 Sondierungen) ...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4

    Registriert seit
    04.2012
    Ort
    Baden-Württemberg
    Beruf
    Geologe
    Beiträge
    346
    Wenn Dir der Architekt oder der Statiker keinen Bodengutachter empfehlen wollen oder können, dann frag einfach den günstigeren Bieter was ein oder zwei Bohrungen zusätzlich kosten, dann kannst Du die Angebote besser vergleichen. Der Bohrmeter kostet zwischen 20 €/m und 30 30 €/m.

    Die Anzahl der Bohrungen/Rammsondierungen hängt von der Homogenität der Bodenverhältnisse ab. Wenn es da bei einem Gutachter schon Vorkenntnisse gibt kann man auch die Anzahl der Bohrungen reduzieren.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5
    Bauexpertenforum
    Registriert seit
    08.2005
    Beruf
    Bauingenieur
    Beiträge
    3,848
    Zitat Zitat von rfasdws Beitrag anzeigen
    Firma A möchte 5x 5m tief bohren, DPL nach DIN4094-3 - leichte Rammsondierung.
    etwas unklar: nur Rammsondierung DPL oder auch Bohrung/Rammkernsondierung?

    Hintergrund:
    • mit Rammkernsondierung oder Bohrung erfährt man, was für ein Boden ansteht, das Material wird an die Erdoberfläche geholt
    • mit Rammsondierungen erfährt man nur, welchen Widerstand der Boden beim Einrammen hat, der Boden bleibt da wo er ist.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6

    Registriert seit
    02.2012
    Ort
    NRW
    Beruf
    Bodengutachter
    Beiträge
    461
    mit Rammsondierungen erfährt man nur, welchen Widerstand der Boden beim Einrammen hat, der Boden bleibt da wo er ist.
    und wären ohne Rammkernsondierung allein, als indirektes Aufschlussverfahren nicht zulässig.

    Unabhängig vom Preis, würde ich auf einen lokalen Gutachter setzen, weil dieser die Gegebenheiten etc. kennt und

    bereits viele mit den Nomaden, die für ganz kleines Geld durch ganz D ziehen, schon verdammt schlechte Erfahrungen gemacht haben.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7
    Themenstarter

    Registriert seit
    11.2012
    Ort
    Ibbenbüren
    Beruf
    EDV
    Beiträge
    22
    Zitat Zitat von Manfred Abt Beitrag anzeigen
    etwas unklar: nur Rammsondierung DPL oder auch Bohrung/Rammkernsondierung?

    Hintergrund:
    • mit Rammkernsondierung oder Bohrung erfährt man, was für ein Boden ansteht, das Material wird an die Erdoberfläche geholt
    • mit Rammsondierungen erfährt man nur, welchen Widerstand der Boden beim Einrammen hat, der Boden bleibt da wo er ist.
    Im Angebot Firma A steht wirklich nur: 5x 5m tief bohren, DPL nach DIN4094-3 - leichte Rammsondierung.
    Mittlerweile liegt mir auch ein Angebot einer Firma C vor. Firma C deckt sich preislich und vom Text her ziemlich mit Firma B.
    Alle Firmen haben ihren Standort im Umkreis von 50km. Ich denke es wird Firma B, der hat mir das auch gut am Telefon erklärt, vom Gefühl her passts.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8
    Avatar von ISYBAU
    Registriert seit
    08.2006
    Ort
    Würzburg
    Beruf
    Bauing. öbuv SV Kanalsanierung
    Benutzertitelzusatz
    Bauingenieur, öbuv SV Kanalinspektion&-sanierung
    Beiträge
    1,686
    Wenn denn schon ein Archtikt und Tragwerksplaner beteiligt sind, dann soll doch bitte der eine oder andere den Bodengutachter einschalten, nachdem die Aufgabenstellung von einem Fachmann konkretisiert wurde. Das sollte man von einem Planer erwarten können!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  11. #9
    Themenstarter

    Registriert seit
    11.2012
    Ort
    Ibbenbüren
    Beruf
    EDV
    Beiträge
    22
    Ich möchte hier meine Erfahrungen für andere zurw Verfügung stellen:
    es zeigt sich mal wieder: mit Fachleuten bauen.

    Geplant war ohne Keller zu bauen, Gründung auf Streifenfundamenten, 80cm tief

    Nach Absprache mit unserem Bauleiter, dem Statiker und dem Architekten haben wir ein Bodengutachten erstellen lassen. Das Ergebnis ist niederschmetternd.
    Nix mehr Streifenfundamente.
    Der Boden unter der kompletten Bodenplatte muss 1,50m tief ausgetauscht werden, da dann erst tragender Untergrund anfängt. Ca. 450m3 Bodenaustausch, zusätzlich liegt das Grundstück etwas in einer Senke, so dass ca. 50cm sowieso aufgefüllt werden müssten. Kosten alles zusammen ca 20.000 Euro.

    Die ersten 30cm Boden sind Mutterboden, den hätten wir sowieso abfahren müssen, laut Gutachten sind die 120cm nach dem Mutterboden teilweise sogar weniger fest wie der Mutterboden selber.

    Ende vom Lied: Wir bauen jetzt mit Keller, Gott sei Dank auf Architekt / Bauleiter / Statiker gehört und für unter 1000 Euro ein Bodengutachten erstellen lassen :-)
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #10

    Registriert seit
    12.2012
    Ort
    Heidelberg
    Beruf
    Dipl.-Ing. (KIB)
    Beiträge
    17
    Sehr gutes Beispiel!

    Es ist heutzutage eben ein Lotteriespiel für jeden Tragwerksplaner der den üblichen
    Satz: Die zulässige Bodenpressung wurde mit xxx kN/m² angenommen und ist vor
    Baubeginn durch ein Bodengutachten zu überprüfen.
    Nach heutigem Normenwerk ist es schon sehr schwer zu rechtfertigen eine Geotechnische
    Kategorie von I anzunehemen.
    Da dreht sich die Norm im Kreis.

    Die geotechnischen Untersuchungen sind wahrscheinlich nach DIN 4020 ausgeführt
    worden.
    Da wird sehr gut der Umfang beschrieben.
    Bodenpressungen sind eben auch nicht nur das was einen Tragwerksplaner und Entwurfsverfasser
    zu interessieren hat.
    Ist ein schon ein bischen mehr.

    Eigentlich schade daß man nicht einfach auch bei GK I geologische Unersuchungen fest
    verankert hat.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen