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  1. #1

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    KfW70 mit Solarthermie und Gas

    Hallo zusammen,

    wir sind gerade dabei unser EFH zu planen und unser Bauträger will nun das Baugesuch einreichen.
    Vorher müssen wir allerdings noch klären, wie die zukünftige Heizung aussehen soll.

    Es gibt drei Varianten:
    a) Gasbrennwert-Heizung mit 10,04 qm Bruttokollektorfläche zur Warmwasser- und Heizungsunterstützung
    b) Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Bruttokollektorfläche von 5,02 qm ausschließlich zur Warmwasserunterstützung
    c) alleinige Luft-Wasser-Wärmepumpe

    Aus Finanzierungsgründen möchten wir den KfW-70-Standard erreichen.

    Vorab hieß es, dass die LWW alleine eventuell nicht ausreichen könnte.
    Nach den ersten Berechnungen des Statikers liegen wir damit auch bei 81,25 %.

    Da wir Variante b) nur ungern realisieren möchten, haben wir eine Berechnung für Variante a) angefordert. Ergebnis 81,06 %.
    In der Berechnung wurden allerdings jeweils weder die genaue Solarthermiefläche noch die Verwendung (Heizunterstützung bei Gas) berücksichtigt. Auch die angegebenen Wohnflächen stimmen nicht mit unseren Plänen überein.

    Die Antwort des Statikers lautete auf Nachfrage:

    "...die Ihnen vorliegenden Nachweise wurden nach EnEV 2009 Anlage 1 Nummer 2.1.2 DIN EN 832, DIN V 4108-6 und DIN 7401-10, nach dem Monatsbilanzverfahren geführt.
    Hieraus ergeben sich, insbesonders in Bezug auf die Anlagentechnik, nicht die speziellen Werte die Ihnen für Ihr Objekt vorliegen. Vielmehr handelt es sich hier um nach DIN standardisierte Werte der Referenzanlage nach EnEV 2009, die den Nachweisen als Standradwerte zu Grunde gelegt werden müssen.
    Somit erklären sich auch die übrigen von Ihnen aufgezählten Abweichungen, die alle im Gesetzestext der EnEV nachzulesen sind. Zum Beispiel hat die Gebäudenutzfläche nach Wohnflächenberechnung mit der Gebäudenutzfläche An nach EnEV überhaupt nichts miteinander zu tun und lässt sich nicht vergleichen."


    Wir dachten bisher, dass diese Berechnungen für jedes Haus speziell angefertigt sein müssen und daher auch die jeweiligen Charakteristika berücksichtigt. Diese Antwort hört sich aber sehr nach Standard-Berechnung an.
    Angeblich kämen wir ausschließlich mit Variante b) zu einem KfW-70-Haus ?!

    Sonstige Daten:
    Mauerwerk T10
    Dämmung: 24 cm
    3-fach-Verglasung
    Falzlüfter

    Natürlich sind keine pauschalen Aussagen möglich (insbesondere ohne genauere Angaben), aber die mail des Statikers hat uns doch sehr verwirrt.
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  2. KfW70 mit Solarthermie und Gas

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    ich kann die Aussagen Ihres Statikers im Wesentlichen nachvollziehen. Meines Erachtens hat er recht. Sie haben es nur nicht richtig verstanden.

    Die im EnEV-Nachweis genannte Nutzfläche AN ist in der Regel ein gutes Stück größer als Ihre Wohnfläche. Diese Nutzfläche AN ist eine reine Rechengröße und leitet sich vom Volumen des beheizten Bereichs ab.
    Die Anlagentechnik wird in der Regel im Tabellenverfahren bewertet, da hat der Aufsteller i.d.R. keine Möglichkeit, detaillierte Angaben zur Kollektorfläche zu machen. Es wird mit STandardwerten gerechnet.
    Auch dies ist ein ganz normaler Rechenansatz. Die Fläche ergibt sich aber aus den Berechnungsmodalitäten der EnEV i.V.m. der DIN 4108 und wird (grob gesagt) auch aus dem Volumen abgeleitet.

    Ich könnte mir vorstellen, dass Eff-70 mit Gas-Brennwert, thermischer Solaranlage (mit Heizungsunterstützung) + zusätzlicher zentraler Lüftungsanlage als Zu- und Abluftanlage mit WRG funktioniert. Wäre doch auch ein schönes Konzept, oder?
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  4. #3

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    Zitat Zitat von Tom2012 Beitrag anzeigen
    Sonstige Daten:
    Mauerwerk T10
    Dämmung: 24 cm
    3-fach-Verglasung
    Falzlüfter
    Mit der Dämmung meinst Du wohl die Dachdämmung, richtig?

    Aber das mit dem Falzlüfter geht gar nicht. Er soll mal mit einer KWL mit WRG rechnen.

    Ich hoffe mal, Du hast Dich über das Thema LWP ausreichend informiert. Mir sind nur wenige Fälle bekannt bei denen sich eine LWP rechnet, stattdessen solltest Du eher eine Variante mit Flächen oder Grabenkollektor in´s Auge fassen. Nach den letzten Strompreiserhöhungen, und ein Ende ist nicht in Sicht, liegt eine LWP bei den Verbrauchskosten auf ähnlichem Niveau wie eine Gasbrennwerttherme. Natürlich wird auch der Gaspreis bald wieder anziehen, aber das sollte einem trotzdem zu Denken geben.

    Gruß
    Ralf
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  5. #4
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    Vielen Dank für die schnellen Antworten.

    Als wir mit unserem Bauträger über Fenster geredet haben, hieß es, dass Größe, Anzahl und Ausrichtung (Nord/Süd) ebenfalls Einfluß auf die KfW-Berechnung hätten. Wenn aber nach Tabellenverfahren mit Standardwerten berechnet wird, kann diese Aussage so ja nicht stimmen, oder ?
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  6. #5

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    Die Standardwerte beziehen sich auf die Ansätze zur Anlagentechnik. In den angegebenen DIN sind diese Anlagen hinterlegt. Der EnEV-Nachweis wird eigentlich für 2 Gebäude gerechnet: 1x für das geplante und 1x für das Referenzhaus, was ein Gebäude mit identischen Abmessungen ist. Die konkreten Flächen und Himmelsausrichtungen werden schon angesetzt, da hat der BT recht.
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  7. #6
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    Jetzt bin ich vollends verwirrt.
    Ob meine Solarkollektoren 2 qm oder 15 qm umfassen spielt keine Rolle, aber ein Fenster mehr oder weniger auf der Südseite hat Auswirkungen auf die KfW-Berechnung ?
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  8. #7
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    Eine zentrale Lüftungsanlage wollten wir eigentlich nicht. Was wir uns maximal vorstellen können, ist eine dezentrale Lüftung für einzelne Zimmer (konkret: Bad + Küche). Wie groß die Auswirkungen einer solchen Änderung auf die KfW-Berechnung wären, lässt sich aber vermutlich nur schwer pauschal sagen, oder ?
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  9. #8

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    Zitat Zitat von Tom2012 Beitrag anzeigen
    Eine zentrale Lüftungsanlage wollten wir eigentlich nicht.
    Welchen Grund hat das uneigentlich?
    Heute baut man sinnvollerweise KEINE Häuser mehr ohne KWL!

    Ist das wirklich ein Bauträger (gehört also das Grundstück derzeit ihm und nicht Euch?

    Variante b) ist technischer und wirtschaftlicher Unfug!

    Geht keine Erdwärmepumpe mit Grabenkollektor (Frage freibleibender Grundstücksfläche)?
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  10. #9
    Avatar von alex2008
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    Hast Dir so ne Berechnung schon mal angeschaut?

    bei:

    www.delta-q.de

    findet sich so etwas.

    um auf einen passenden H'T Wert zu kommen kann man schlicht nach Rasenmähermethode alle Bauteile entsprechend im U-Wett verbessern oder eben Bauteile herauspicken wo man deutlich mehr verbessert und dafür andere etwas schleifen lässt.

    Fenster bringen aber im Gegensatz zu Dach, Wand Boden nicht nur Verluste sondern auch solare Gewinne und diese sind je nach Orientierung deutlich unterschiedlich groß. So kann dann ein nach Süden orientiertes Fenster trotz deutlich höherer Transmissionswärmeverluste gegenüber einer gleich großen Wandfläche diesen durch solare Gewinne wettmachen. Während eine Wand immer nur Verlust hat kann in der Bilanz für ein Fenster ein Gewinn stehen. Folglich sinkt der Heizwärmebedarf. Wenn man nun die Fenster nicht nur per Rasenmähermethode verbesssert macht sich dies im Endeffekt positiv bemerkbar
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  11. #10

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    Zitat Zitat von alex2008 Beitrag anzeigen
    um auf einen passenden H'T Wert zu kommen kann man schlicht nach Rasenmähermethode alle Bauteile entsprechend im U-Wett verbessern oder eben Bauteile herauspicken wo man deutlich mehr verbessert und dafür andere etwas schleifen lässt.
    Quatsch.

    Das Zauberwort heisst Planung. Hier sind nicht nur die U-Werte zu beachten.

    Schlagworte: TAD, TAV, Tauwasser, Effizienz (Kosten/Nutzen), Wärmebrücken ...
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  12. #11
    Avatar von alex2008
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    und diese Planung hat diverse Stellschrauben an denen man drehen kann.

    Und für eine kostenoptimierte Planung sollte man dem Bauherrn die optimierungswege auch erklären können und nicht hinterher einfach behaupten " So isses optimal"
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  13. #12

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    Zitat Zitat von Tom2012 Beitrag anzeigen
    Jetzt bin ich vollends verwirrt.
    Ob meine Solarkollektoren 2 qm oder 15 qm umfassen spielt keine Rolle, aber ein Fenster mehr oder weniger auf der Südseite hat Auswirkungen auf die KfW-Berechnung ?
    es werden Solaranlagen zur Brauchwarmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung unterschieden. Bei Anlagen zur Heizungsunterstützung darf man pauschal 10% ansetzen, es sei denn, man kann durch Simulationsrechnung nachweisen, dass der zur Beheizung zur Verfügung stehende Überschuß größer ist.

    Und genau so haben die Fenster Auswirkung. Das ist tatsächlich so. Sie kennen das doch sicher auch: Wenn die Sonne in den Raum scheint, wird's innen wärmer. Wir nennen das "Solare Energiegewinne", die einen großen Anteil zur Deckung des Energiebedarfs ausmachen können.

    Wie gesagt: ich kann die Aussagen Ihres Statikers nachvollziehen. Und wenn Sie Eff-70 erreichen wollen, müssen Sie was dafür tun.
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  14. #13
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    Vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten.
    Wir haben uns aus unterschiedlichen Gründen nun doch für KfW-70 mit WP uns Solarthermie entschieden
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Zitat Zitat von Tom2012 Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten.
    Wir haben uns aus unterschiedlichen Gründen nun doch für KfW-70 mit WP uns Solarthermie entschieden
    Vorsicht vor schöngerechneten Hütten. Man sollte die WP und Solarthermie nicht dazu nutzen um die Gebäudehülle "schlechter" machen zu können.

    Gruß
    Ralf
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  17. #15

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    Bessere Dämmung statt der bei WP völlig überflüssigen Solarthermie hätte auf Dauer die Betriebskosten gesenkt.
    So ist es nur eine gesetzlich erlaubte Mogelpackung...
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