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  1. #1

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    Wer darf welche elektroarbeiten erledigen?

    Hallo Euch!
    Ich hatte am Wochenende ein paar "hitzige" Diskussionen mit Fachleuten, möchtegern Fachleuten, Laien und einer Sorte die in keins der vorhergenannten Gruppen passt. Da ich gern eine offizielle Meinung zu dem Thema hören würde, hier mal eine Frage:

    Welche der folgenden Arbeiten müssen bzw. dürfen
    a) von einem Stromanbieter, ich sag mal klassisch Stadtwerke
    b) von einem Elektriker (kein Meister)
    c) von einem Elektrofachbetrieb mit Innung, Meister & Co
    d) von einem Handwerker mit Gehirn und zwei fähigen Händen
    ausgeführt werden?

    1) Kabel von der Hausanschlussmuffe zum Zähler ziehen
    2) Zähler liefern, installieren und anschließen
    3) Kabel vom Zähler zum Verteilerkasten ziehen
    4) Verteilerkasten bestücken
    5) Verteilerkasten anschließen
    6) Kabel vom Verteilerkasten zur Steckdose / Schalter ziehen (symbolisch für alle Dosen im Haus)
    7) Steckdose anschliessen

    Nein, es geht nicht darum wie man es macht bzw. wer es machen wird, sondern rein um die Frage, wer darf es machen.

    Also wie ist das rechtlich geregelt bzw. wer bestimmt, was von wem gemacht werde muss und wer wo net dran darf.

    Danke & gruß
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  2. Wer darf welche elektroarbeiten erledigen?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Streng rechtlich betrachtet ist das recht einfach:

    a) darf alles
    b) darf nichts
    c) darf vieles
    d) darf nichts

    1) Kabel von der Hausanschlussmuffe zum Zähler ziehen
    Was soll das sein? Die Hausanschlußmuffe liegt in der Staße. Leitung von dort führt erst einmal zum Hausanschlußkasten (der kann vor dem Haus, am Haus oder im Haus sein).

    Strecke Hausanschlußmuffe bis Hausanschlußkasten: a)
    Wobei a) hier kein "Stromanbieter" ist, sondern der Verteilnetzbetreiber (Deine Stadtwerke sind beides in einem Unternehmen).

    Strecke HAK bis Hauptverteiler (Zählerschrank): c)

    2) Zähler liefern, installieren und anschließen
    Regional unterschiedlich, entweder a) oder c)
    Gilt für Bezugszähler, anders sieht es bei Einspeisezählern aus.

    3) Kabel vom Zähler zum Verteilerkasten ziehen
    (das wäre der Unterverteiler)
    c)

    4) Verteilerkasten bestücken
    c)

    5) Verteilerkasten anschließen
    c)

    6) Kabel vom Verteilerkasten zur Steckdose / Schalter ziehen (symbolisch für alle Dosen im Haus)
    c)

    7) Steckdose anschliessen
    c)

    Wobei sich jeder natürlich nahezu beliebiger Erfüllungsgehilfen bedienen darf.
    Der Meister des eingetragenen Innungsfachbetriebs darf z.B. vom Gesellen verdrahten lassen und die Leitungen von einem ungelernten Hilfsarbeiter verlegen.
    Er muß es nur ausreichend beaufsichtigen, umfassend kontrollieren und insgesamt dafür haften!

    Was in Deiner Aufzählung übrigens fehlt, ist die förmliche Inbetriebnahme und sämtliche vorgeschriebenen Messungen!


    Also wie ist das rechtlich geregelt bzw. wer bestimmt, was von wem gemacht werde muss und wer wo net dran darf.
    Grundlagen siehe TAB und NAV.



    Im Gegenzug erzähle doch bitte etwas von Deiner gehabten Diskussion!
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  4. #3

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    Siehe NaV §13 "Elektrische Anlage":

    An sich darf nur ein in das Installateurverzeichnis des VNB eingetragener Fachbetrieb diese Arbeiten ausführen. Diese Konzession erhält ein Fachbetrieb nur wenn er gewisse Auflagen erfüllt. Das bedeutet aber nicht, dass der Meister höchstpersönlich jede Schraube festdrehen muss.

    d.h. alle von Dir genannten Punkt darf nur der eingetragene Fachbetrieb erledigen. Danach wird er die Inbetriebnahme der Anlage gem. Kap. 3 Abs. 2 der TAB an den VNB melden.

    Gruß
    Ralf
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  5. #4

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    Wer darf welche elektroarbeiten erledigen?

    Es kommt, aber wirklich auf den GU etc. an, als wir damals auf der Suche waren hieß es ziemlich oft

    Bis zum Zähler nur der Netzbetreiber...

    Inbetriebnahme nur von Fachbetrieb

    aaaber...

    was dazwischen passiert, sprich wer die Leitungen zieht, Automaten verkabelt etc. das war bei jedem GU anders, bei dem einen hieß es da kommt ne Fachfirma, beim zweiten, ja das machen wir schon und beim dritten hieß es nur noch ja wenn Sie wollen können Sie es auch selber machen...
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  6. #5
    Bauexpertenforum Avatar von Jonny
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    hat aber nix mit dem rechtlichen 'darf' zu tun.

    Ich kann auch am Strassenrand Autos aufhalten und Geld kassieren für's zu schnell fahrn.

    Grüsse
    Jonny
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  7. #6

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    Nee ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass es mit dem darf nicht wirklich was zu tun hat...
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  8. #7

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    Gefragt war aber

    Also wie ist das rechtlich geregelt....
    und da kann man nur die o.g. Antworten geben.

    Gruß
    Ralf
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  9. #8

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    Ok ich versuchs mal
    ich kombiniere :
    a 1
    a 2
    b 1
    b 2 (mit Einschränkung)
    b 3
    b 4
    b 5
    b 6
    b 7
    c 1
    c 2 (mit Einschränkung)
    c 3
    c 4
    c 5
    c 6
    c 7
    d und jetzt kommt's:Finger weg von all den Sachen die mit fundiertem ,erlernten Fachwissen zu tun haben.Oder auf gut Deutsch:Zitat"Fresse halten,wenn man keine Ahnung hat!"
    Bitte nicht persönlich nehmen,aber schon wörtlich!
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  10. #9

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    Deine Gleichstellung von b.) und c.) ist falsch, zumindest so lange ich unterstelle, dass er mit c.) einen in das Installateursverzeichnis eingetragenen Fachbetrieb meint.

    Die NaV §13 ist hier eindeutig, und da steht nichts von einem "Elektriker".

    .........darf die Anlage nur nach den Vorschriften dieser Verordnung, nach anderen anzuwendenden Rechtsvorschriften und behördlichen Bestimmungen sowie nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik errichtet, erweitert, geändert und instand gehalten werden............................Die Arbeiten dürfen außer durch den Netzbetreiber nur durch ein in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen durchgeführt werden.......................Mit Ausnahme des Abschnitts zwischen Hausanschlusssicherung und Messeinrichtung einschließlich der Messeinrichtung gilt Satz 4 nicht für Instandhaltungsarbeiten.
    d.h. im Klartext, errichten, erweitern und ändern der Anlage darf ausschließlich der eingetragene Fachbetrieb oder der Netzbetreiber. Für Instandhaltungsarbeiten kann auch ein Elektriker beauftragt werden der nicht in das Installateursverzeichnis eingetragen ist, so lange sich diese Arbeiten auf den Teil NACH der Messeinrichtung beschränken.

    Ansonsten gilt auch für Elektriker oder Elektro-Techniker, Finger weg von el. Anlagen wenn es um eine Erweiterung oder Änderung, oder gar eine komplette Errichtung geht. Für Laien gilt das sowieso.

    Zitat Zitat von vokono
    Oder auf gut Deutsch:Zitat"Fresse halten,wenn man keine Ahnung hat!"
    Richtig. Denke mal darüber nach.

    Gruß
    Ralf
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  11. #10
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    Guten Morgen!
    Über Nacht sind ja ein paar diskussionen hier entstanden. Also die Meinungen in unserer bunten Runde waren mehr oder weniger so wie eure. Also in der Art, dass die Stadtwerke es bis zum (inkl.) Zähler machen und der Rest (da NEUANLAGE) von einem Meisterbetrieb gemacht werden muss...

    Jetzt noch eien Zusatzfrage, die mir noch so am Rande interessiert: Wer "prüft" die Abnahme der Anlage? Also wer ist dafür verantwortlich beim Bau, dass die Anlage a abgenommen wird und b wo dieser "Zettel mit Unterschrift" hinkommt? Muss das mein Architekt machen und in seine Akten legen? Der Ingenieur/Statiker hat damit ja nix zu tun nehme ich an. Oder ist das rein für den Hausbesitzer und er darf es sich in seine 27 Bauordner abheften?
    Denn auch bei dieser Frage gab es (sogar noch kuriosere) Theorien, welche irgendwie alle Sinn machten, aber keiner wusste die Antwort...
    Danke
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  12. #11

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    Zitat Zitat von nms1 Beitrag anzeigen
    Jetzt noch eien Zusatzfrage, die mir noch so am Rande interessiert: Wer "prüft" die Abnahme der Anlage? Also wer ist dafür verantwortlich beim Bau, dass die Anlage a abgenommen wird und b wo dieser "Zettel mit Unterschrift" hinkommt?
    Die Anmeldung bzw. Inbetriebsetzung meldet der in das Installateursverzeichnis eingetragene Fachbetrieb an den VNB. Danach wird der Zähler vom VNB eingebaut und verplombt, alternativ wird der Zähler dem Fachbetrieb für den Einbau übergeben und der VNB kommt später vorbei und verplombt. In manchen Regionen gibt es auch Fachbetriebe die verplomben dürfen. Das wird regional unterschiedlich gehandhabt.

    Bei uns in der Gegend ist es so, dass der VNB jemanden vorbei schickt der den Zähler einbaut und die Plomben anbringt. Keine 10km weiter, Stadtwerke, werden die Zähler von den Fachbetrieben eingebaut.

    Ohne Meldung des Fachbetriebs gibt es keinen Zähler, deswegen brauchst Du diese Meldung an sich nicht archivieren. Du kannst Dir aber vom Fachbetrieb eine Kopie für Deine Unterlagen geben lassen.

    Gruß
    Ralf
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  13. #12
    Themenstarter

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    Verstanden, danke. Werde es mir mal ausdrucken, dann können die Diskussionsmitglieder nächstes mal nach lesen...
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  14. #13

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    Das war das eine, nämlich die Fertigmeldung.

    Daneben (eigentlich: zuvor) MUSS der besagte Fachbetrieb aber auch die Anlage komplett durchmessen und dies schriftlich festhalten.
    Das geht vom Isolationswiderstand JEDER EINZELNEN verlegten Leitung (wird gerne "vergessen") über die Durchgängigkeit und Niederohmigkeit der Schutzleiter bis hin zur Einhaltung der Abschaltbedingungen (Wirksamkeit der Schutzmaßnahme gegen elektrischen Schlag bei indirektem Berühren). Außerdem ggf. so Sachen wie der Erdungswiderstand eines notwendigen Erders.
    Dieses Protokoll muß der Eli neuerdings archivieren!

    Als Auftraggeber/Käufer kann (und sollte) man sich eine Kopie aushändigen lassen (sie darf jedoch gesondert berechnet werden - nicht die Messung, sondern nur das Kopieren).

    P.S.
    Was vokono schrieb, ist in etlichen Punkten schlichtweg falsch.
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  16. #14

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    Zitat Zitat von Mycraft Beitrag anzeigen
    Es kommt, aber wirklich auf den GU etc. an
    Nein, kommt es nicht! Die Rechtslage ist für alle gleich.

    als wir damals auf der Suche waren hieß es ziemlich oft

    Bis zum Zähler nur der Netzbetreiber......
    Stimmt schonmal nicht.
    Strecke HAK -> HV ist in der Regel Sache des eingetragenen Fachbetriebs (Auslegung gemäß TAB, ggf. in Abstimmung mit dem VNB).

    Inbetriebnahme nur von Fachbetrieb
    Stimmt. Gilt aber auch für ALLE anderen Arbeiten an der Anlage (soweit es nicht der VNB selbst macht)!

    aaaber...

    was dazwischen passiert, sprich wer die Leitungen zieht, Automaten verkabelt etc. das war bei jedem GU anders, bei dem einen hieß es da kommt ne Fachfirma, beim zweiten, ja das machen wir schon und beim dritten hieß es nur noch ja wenn Sie wollen können Sie es auch selber machen...
    Das ist zwar nicht falsch, aber verkürzt dargestellt.
    Die genannten dürfen NUR als Erfüllungsgehilfen des eingetragenen Elektroinstallationsfachbetriebs (also in dessen Auftrag und unter dessen Leitung, Kontrolle und in dessen alleiniger Verantwortung) Teilarbeiten ausführen.


    Die Eingangsfrage lautete übrigens ausdrücklich:
    Nein, es geht nicht darum wie man es macht bzw. wer es machen wird, sondern rein um die Frage, wer darf es machen.
    Also wie ist das rechtlich geregelt bzw. wer bestimmt, was von wem gemacht werde muss und wer wo net dran darf.
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  17. #15

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    Hallo,
    falsch sind meine Kombinationen gar nicht,
    wenn nms1 mit " Elektiker " Elektroinstallateur oder nach der neuen Bezeichnung Elektroniker Fachrichtung Gebäude-/Energietechnik meint.Da dieser in der Regel in einmem eingetragenen Fachbetrieb angestellt ist, der die Zulassung beim EVU hat .Und dann dürfen die das !
    Klar den neuen Zähler montiert das EVU.Und was ist bei Erneuerung der Zähler-Anlage ?Da kommt doch kein Zählermonteur zum montieren des vorhandenen Zählers an die Baustelle.Nur wenn die neue Zähleranlage fertiggestellt ist ,wird vom EVU verplombt.
    Wir haben schon gelegentlich das Erdkabel von Anschluss-Muffe bis in den HAR in Absprache mit dem EVU verlegt (nicht angeschlossen).
    Das dafür der eingetragene Elektro-Meister gerade stehen muss,ist ja selbstverständlich.
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