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  1. #1

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    Garten über Tiefgarage-Staunässe

    Hallo zusammen,

    wir haben uns vor einem halben Jahr eine Wohnung gekauft.
    Dazu gehört auch ein Garten mit Sondernutzungsrecht.Dieser Garten liegt teilweise (ca. die Hälfte) über einer Tiefgarage.
    Bereits kurz nach dem Einzug im April haben wir feststellen müssen, dass bereits bei relativ geringen Niederschlägen Wasser im Garten steht. Wir hatten eine regelrechte Seenlandschaft.
    Auf Nachfrage beim Bauträger kam die Auskunft, dass das normal sei und nach Bilduung einer vernünftigen Grasnarbe kein Wasser mehr stehenbleibt.
    Mittlerweile ist eine Grasnarbe vorhanden und auch wenn wir mittlerweile keine grossflächigen Seen mehr haben, so ist es doch nach wie vor so, dass wir bereits bei Niederschlägen von wenigen Litern/ qm Pfützen auf dem Rasen haben (vor allem dort wo der Boden etwas nachgesackt ist), die dort auch für einige Stunden bleiben.
    Grob gesagt liegt die Hälfte des Garten über der TG. Wir haben 2 Notüberläufe (auch vom Bauträger so bezeichnet) im Garten, die das Wasser bei starken Niederschlägen ableiten sollen.
    Zitat Bauträger:
    Bei den Regenabläufen im Garten handelt es sich um Notüberläufe. Bei normalem Regen wird das Wasser auf jeden Fall versiegen. Bei Starkregen wird das Wasser in die Abläufe geführt, bevor es Schaden am Haus anrichtet. Die Abläufe sind auf jeden Fall wesentlich tiefer gesetzt, als die vorhandene Terrassenhöhe. Es müssen keine Trichter im Gelände ausgeformt werden, damit das Wasser schnell in die Abläufe läuft. Es ist viel mehr daran gedacht, dass das Wasser auf der Fläche versiegen soll, da es sich hierbei um ein begrüntes Flachdach handelt.

    Aus unserer Sicht scheint der Aufbau über der TG eine Versickerung jedoch unmöglich zu machen. Beim einer "Probegrabung" haben wir festgestellt, dass nach 30cm sehr toniger Erde (Ergebnis Bodenprobe 25% Ton, Bodenart schluffiger Ton) eine wasserundurchlässige Folie folgt und darunter ca. 20cm Kies. Als wir das Loch gegraben haben stand auf der Folie ca. 5 cm hoch das Wasser und die komplette Bodenschicht war völlig durchnässt.
    Da beim Graben aus Versehen ein Loch in die Folie gekratzt wurde ist das Wasser dann relativ schnell an dieser Stelle abgelaufen.
    Auch jetzt nach einer etwas trockeneren Phase ist der untere Teil des Bodens immer noch extrem feucht bis wassergesättigt.

    Jetzt zu unseren Fragen:
    Ist das ein Aufbau der ein Versickern über einer Tiefgarage wie oben beschrieben ermöglicht?
    Müsste die Folie nicht wasserdurchlässig sein?
    Müsste nicht eine Drainage zur Ableitung des Wasser existieren?
    Sollte der Boden nicht wasserdurchlässiger sein?

    Der Rasen sieht mittlerweile bereits sehr traurig aus. Selbst im Sommer war er oft tagelang feucht. Jetzt im Winter findet so gut wie gar keine Abtrocknung mehr statt.
    Man muss noch dazu sagen, dass die Sonneneinstrahlung im gesamten Garten relativ gering ist, was eine natürliche Verdunstung/ Abtrocknung stark verringert.

    Muss der Bauträger hier nachbessern bzw. macht es Sinn hier zu reklamieren? Die Gartenproblematik ist im Abnahmeprotokoll des Hauses festgehalten wurde vom Bauträger aber nicht als Mangel anerkannt.

    Danke für eure Meinung.

    Michael
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  2. Garten über Tiefgarage-Staunässe

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  3. #2
    Avatar von ars vivendi
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    Und wenn ganz Ausversehen mehrere Löcher in der Folie wären? Das Problem wäre damit gelöst.
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  4. #3

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    Zitat Zitat von ars vivendi Beitrag anzeigen
    Und wenn ganz Ausversehen mehrere Löcher in der Folie wären? Das Problem wäre damit gelöst.
    Für wie lange ? Genau - bis das ausgespülte Feinkorn den Kies in den entsprechenden Bereichen zugesetzt hat ... finde die Idee also nicht ganz so zielführend.

    Ich halte es erst einmal für einen Planungsfehler, für den dann wohl der Bauträger verantwortlich ist.
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  5. #4

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    Und wenn ganz Ausversehen mehrere Löcher in der Folie wären?
    Vorsicht!
    Das kann SEHR teuer werden, für den Fragesteller...
    Schon das eine Loch wird man ihm in Rechnung stellen.

    Besser:
    Die Verwaltung per Beschluß der Eigentümergemeinschaft zu verpflichten, die Beseitigung des Mangels beim BT zu betreiben.
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  6. #5
    Avatar von ars vivendi
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    Nun im Ernst, der Aufbau ist nicht wirklich sickerfähig aufgebaut, sondern eher ala Gartenteich(etwas mehr Ton drin und man könnte dieses Material tatsächlich zur Abdichtung eines Gartenteiches nutzen) Kein Wunder daß das Wasser darauf stehen bleibt, wo soll es auch durchsickern?
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  7. #6
    Inkognito
    Gast
    Wie sickert es denn unterhalb des Kieses weiter? Einfach Löcher reinmachen halte ich für gefährlich.... gibt es keine Skizze zum Aufbau?
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  8. #7
    Themenstarter

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    Zunächst schon mal vielen Dank für eure Antworten.
    Eine Skizze zum Aufbau haben wir leider nicht. Vielleicht kann ich da mal beim Bauträger nachfragen. Die Kommunikation Eigentümergemeinschaft Bauträger ist allerdings leider "etwas" gestört.
    Einfach Löcher reinmachen halte ich natürlich auch nicht für sehr zielführend. Ich gehe nicht davon aus, das im Kies eine Drainage drin ist oder die Decke ein Gefälle hat, so dass sich das Wasser auf der TG Decke sammeln würde.

    Besser:
    Die Verwaltung per Beschluß der Eigentümergemeinschaft zu verpflichten, die Beseitigung des Mangels beim BT zu betreiben.
    Wenn ich das richtig interpretiere sieht das die Mehrheit hier also auch so, dass es sich bei der jetzigen Situation um einen Mangel handelt?

    Und was ich ebenfalls aus euren Antworten heraushöre:
    Wenn es tatsächlich so sein sollte: Nicht sickerfähiger Aufbau, wasserundurchlässige Folie, keine Drainage im/unter Kies und keine Neigung der Decke

    Dann kann man sagen,dass das nicht geeignet ist um die vom Bauträger beschriebene Funktion/ Versickerung umzusetzen.

    Zitat Bauträger:
    Bei den Regenabläufen im Garten handelt es sich um Notüberläufe. Bei normalem Regen wird das Wasser auf jeden Fall versiegen. Bei Starkregen wird das Wasser in die Abläufe geführt, bevor es Schaden am Haus anrichtet. Die Abläufe sind auf jeden Fall wesentlich tiefer gesetzt, als die vorhandene Terrassenhöhe. Es müssen keine Trichter im Gelände ausgeformt werden, damit das Wasser schnell in die Abläufe läuft. Es ist viel mehr daran gedacht, dass das Wasser auf der Fläche versiegen soll, da es sich hierbei um ein begrüntes Flachdach handelt.
    @ars vivendi
    Nun im Ernst, der Aufbau ist nicht wirklich sickerfähig aufgebaut, sondern eher ala Gartenteich(etwas mehr Ton drin und man könnte dieses Material tatsächlich zur Abdichtung eines Gartenteiches nutzen) Kein Wunder daß das Wasser darauf stehen bleibt, wo soll es auch durchsickern?
    Mit so viel Ton in der Erde kann das Wasser also praktisch nicht versickern?

    Was mich auch noch interessieren würde.
    Was gebe es denn für Lösungsansätze für die Thematik? So wie ich das sehe wird der Bauträger erst einmal mauern und wahrscheinlich irgendwelche "kosmetische" Korrekturen vorschlagen.
    Nach unserer Reklamation im Frühjahr sind ohne unsere Anwesenheit(!) drei Hilfsarbeiter vom Gartenbauunternehmen gekommen und haben eine etwa 2 auf 2m grosse Fläche eingeebnet etwas Sand reingemischt und neuen Rasen eingesät. Von daher würde mich interessieren was den eine zielführende Lösung wäre. Wir haben wenig Lust auf eine jahrelange Dauerbaustelle im Garten...

    Danke euch
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  9. #8

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    Was eine zielführende Lösung wäre, lässt sich nur im planerischen Gesamtzusammenhang sagen.
    Möglich wären:
    ein anderer Aufbau
    Flächendrainagen
    Austausch der Folie gegen Filtervlies (ggf. nur in Teilbereichen)
    ...
    ...

    Aber dazu muss man wissen, wo Anschlußmöglichkeiten für Entwässerungen sind, welche Güte die Garagenabdichtung hat, wie sickerfähig der Boden ausserhalb der Garagenfläche ist, usw usw.
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  10. #9
    Avatar von ars vivendi
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    Wieviel Ton genau drin sein muß kann pauschal nicht beantwortet werden, da die Gesamtzusammensetzung zählt.
    Richtiger Aufbau wäre zb:
    Über der Folie Kies oder ähnliches als Drainage (hier muß aber auch dafür gesorgt sein, daß das Wasser aus der Drainschicht abgeführt werden kann)
    darauf Flies und darauf ein "gesunder Aufbau des Erdreiches. Mit gesund meine ich eine Zusammensetzung welche Wasser durchlässt, aber auch Wasser speichert. Keinesfalls eine abdichtende Erdschicht.
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  11. #10
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    Die Gesamtzusammensetzung laut Analyse der Bodenprobe kann ich noch liefern:
    Bodenart sL/ hh

    Ton 21,3%
    Feinschluff 7,4%
    Mittelschluff 18,4%
    Grobschluff 27,6%
    Feinsand 4,8%
    Mittelsand 14,5%
    Grobsand 6,0%
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  12. #11
    Themenstarter

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    Was eine zielführende Lösung wäre, lässt sich nur im planerischen Gesamtzusammenhang sagen.
    Möglich wären:
    ein anderer Aufbau
    Flächendrainagen
    Austausch der Folie gegen Filtervlies (ggf. nur in Teilbereichen)
    ...
    ...

    Aber dazu muss man wissen, wo Anschlußmöglichkeiten für Entwässerungen sind, welche Güte die Garagenabdichtung hat, wie sickerfähig der Boden ausserhalb der Garagenfläche ist, usw usw.
    Das ist klar.
    Mir geht es vor allem darum einen Überblick zu gewinnen, was es situationsabhängig für Möglichkeiten gäbe und was eher nutzlos ist.
    Nicht das vom Bauträger wieder etwas in der Art kommt wie z.B. wir graben euren Garten um mischen etwas Sand rein und dann funktioniert das mit dem versickern...
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  14. #12
    Avatar von ars vivendi
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    Um dein Bsp aufzugreifen, nein, das dürfte nicht funktionieren. Eine vernünftige Drainage oberhalb der Folie ist unerlässlich.
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  15. #13
    Bauexpertenforum Avatar von stefan ibold
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    Zitat Zitat von bubulb Beitrag anzeigen
    Aus unserer Sicht scheint der Aufbau über der TG eine Versickerung jedoch unmöglich zu machen. Beim einer "Probegrabung" haben wir festgestellt, dass nach 30cm sehr toniger Erde (Ergebnis Bodenprobe 25% Ton, Bodenart schluffiger Ton) eine wasserundurchlässige Folie folgt und darunter ca. 20cm Kies. Als wir das Loch gegraben haben stand auf der Folie ca. 5 cm hoch das Wasser und die komplette Bodenschicht war völlig durchnässt.
    Da beim Graben aus Versehen ein Loch in die Folie gekratzt wurde ist das Wasser dann relativ schnell an dieser Stelle abgelaufen.
    Auch jetzt nach einer etwas trockeneren Phase ist der untere Teil des Bodens immer noch extrem feucht bis wassergesättigt.
    Moin,

    da frage ich mich, welche Funktion hat denn diese Folie überhaupt? Da dort unterhalb wohl eine Kiesschicht angeordnet ist, wird es die eigentliche Bauwerksabdichtung ja wohl hoffentlich nicht sein.

    Eine Neigung in der Decke der TG muss gem. DIN 18195-6 nicht grundsätzlich ausgebildet werden. Ich denke mal, dass ohne genaue Kenntnisse der Örtlichkeiten hier übrer das Forum nicht erklärt werden kann, ob ein Mangel (planerisch wie handwerklich) vorliegt oder nicht.

    Grüße

    stefan ibold
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