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Wasserschaden, Frage zu Trocknung Verbundestrich, Boden/Decke komplett gesättigt

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  1. #1

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    Wasserschaden, Frage zu Trocknung Verbundestrich, Boden/Decke komplett gesättigt

    Hallo Zusammen

    Ich habe einen großen Wasserschaden in Holland. Boden OG (14 cm Beton + 7 cm Zementestrich) ist mit Wasser gesättigt. Die Trocknung der von der Versicherung beauftragten Firma wurde nun beendet, obwohl die Messwerte des Rohfußboden (Beton) noch erhöht sind und über den Werten des Estrich liegen.

    Ich gehe davon aus, das die Trocknung solange weiter geführt werden müsste, bis sich die Werte des Rohfußboden denen des Estrich in etwa angleichen. Sehe ich dies richtig oder ist es in Ordnung, dass die Werte des Betons noch höher sind?
    Bekommt man ggf. die Feuchtigkeit gar nicht mehr komplett aus dem Rohfußboden?

    Besten Dank und Grüße
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  2. Wasserschaden, Frage zu Trocknung Verbundestrich, Boden/Decke komplett gesättigt

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  3. #2

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    ich bezweifle mal, dass diese Art der Messung bei den unterschiedlichen Materialien geeignet ist.

    Das Messergebnis wird nämlich wesentlich beeinflusst durch:
    - Dichte des Materials: der Beton hat eine höhere Dichte, es werden in der Regel höhere Werte angezeigt
    - evtl. vorhandene Bewehrungsstäbe im Beton. Diese führen regelmäßig zu höheren Anzeigewerten.
    - außerdem werden diese Sonden nur auf ebene Flächen gehalten. Die Messung "im Loch" kann schon bei ansonsten gleichen Bedingungen/Feuchtewerten zu abweichenden Ergebnissen führen...


    ....wer misst, misst Mist...
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  4. #3

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    Ich starte mal wieder meine

    Es handelt sich um einen Verbundestrich (keine weiteren Schichten zwischen Beton und Estrich) auf einer erdberührten Betonsohlplatte.
    Dann kannst Du trocken bis zum Skt. Nimmerleinstag und der Beton wird nicht besser, weil er durch das unterliegende Erdreich immer wieder befeuchtet werden wird!

    PS - Uuppss - gerade etwas von OG gelesen! Also nicht erdberührt!
    Aber wieso soll dann bitte der Estrich unmittelbar auf dem Beton aufliegen, so wie es diese Beschreibung suggeriert
    (14 cm Beton + 7 cm Zementestrich)
    Wo sind die weiteren Aufbauschichten? Gibts die in NL nicht?

    Wenn nein, dann wird das durchtrocknen so einer Betondecke von oben auch bei Richtigkeit der Messwerte nie gelingen!
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  5. #4
    Avatar von Flocke
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    Das verwendete >Meßgerät läßt nur Schlußfolgerungen auf die Feuchteverteilung zu. Für eine richtige Feuchtebestimmung sollte eine der CM- Messung gemacht werden. Die Elektrode des Meßgerätes ist zu Oberflächenmessung gedacht und kann Feuchteverteilungen bis ca 10 cm tiefe feststellen. Messungen in Löchern können zu Fehlern im Ergebnis führen. Ach zu Beachten ist, das Stellen höherer Dichte und Metalle das Ergebnis stark beeinflussen.
    Ich würde einen unabhängigen SV mit einer Messung beauftragen und im Zweifel die Trocknungsfirma zum Nachbessern auffordern. Ich hatte selber lange Zeit Ärger mit einer Trocknungsfirma die bestritten hat, das unter meinem Estrich noch wasser ist . Erst die Androhung der Einschaltung eines SV hat hier etwas bewirkt.

    Zu lange getippt, da ist mir schon jemand zuvorgekommen :-)
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  6. #5
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    Wenn nein, dann wird das durchtrocknen so einer Betondecke von oben auch bei Richtigkeit der Messwerte nie gelingen!


    Hallo Zusammen

    Erst mal vielen Dank für die Antworten. Die Aussage von Ralf Dühlmeyer habe ich befürchtet. Es handelt sich in der Tat sowohl im EG als auch im OG um einen Verbundestrich (Estrich direkt auf Betonrohdecke ohne Dämmung). Dies ist zumindest in diesem Ferienhaus offensichtlich niederländischer Standard.

    Kann ich dann letztlich ohne Entfernung des gesamten Estrich davon ausgehen, dass ich mit der Nässe im Boden leben muss (Totalschaden?)?
    Es ist übrigens auch das EG betroffen. Hier kommt noch die Feinheit hinzu, dass die Unterseite der Bodenplatte mit Polystyrol verkleidet, also wasserdicht ist. Das Haus steht auf einem Betonrahmen und schwebt quasi über dem Sandboden; man kann unter dem Haus hindurchkriechen und unter dem Haus sandeln...

    Herzlichen Dank und Grüße von Wolf
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  7. #6

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    Das ist kein Totalschaden!
    1) Gehen Sie von völlig falschen Messwerten aus, weil das Gerät für die Messung "im Loch" nicht geeignet ist!
    2) Selbst wenn noch erhöhte Feuchtewerte in der Betondecke sind, können die durch mech. Trocknen mit angemessenem Aufwand nicht weiter gesenkt werden, weil der trockene Estrich darüber als Sperrschicht wirkt.
    3) Ist Beton auch nach der Fertigstellung des Gebäudes (Neubau) immer "naß", weil das überschüssige Wasser, ds nicht chemisch oder kristalin gebunden wird, austrocknen muss. Das kann je nach Umweltbedingungen mehrere Jahre dauern
    4) Schadet die Restfeuchte (wenn denn welche da ist) dem Bauwerk nicht.

    Also nix mit Totalschaden.

    Sehen Sie es wie mit einer Erkrankung. Der Arzt entläßt den Patienten aus dem Krankenhaus, auch wenn die Krankheit noch nicht vollständig "weg" ist, aber die Therapie im Krankenhaus die weitere Genesung nicht mehr zusätzlich fördern kann.
    Beinbruch - Arzt richtet und stablisiert das Bein, danach kann der Patient nach Hause, weil der Bruch im Krankenhaus nicht schneller heilt als zu Hause!
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  9. #7
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    Hallo Herr Dühlmeyer

    Vielen Dank für Ihre hilfreichen, fachlichen Erläuterungen.

    So gesehen macht es dann auch wenig Sinn mit der Belegung (OG Teppich, EG Fliesen) des nun zumindest oberflächlich getrockneten Estrich bzw. Gesamtbodens noch weiter zuzuwarten.

    Besten Dank und Grüße von Wolf
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  10. #8

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    Zitat Zitat von Fertighaus07 Beitrag anzeigen
    So gesehen macht es dann auch wenig Sinn mit der Belegung (OG Teppich, EG Fliesen) des nun zumindest oberflächlich getrockneten Estrich bzw. Gesamtbodens noch weiter zuzuwarten.
    das würde ich mir von der Trocknungsfirma schriftlich geben lassen. Und nicht von einem Internetforum, welche die örtlichen Gegebenheiten nicht kennen kann...
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