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  1. #1

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    Feuchte Sparren an den Nagelpunkten und anderes

    Guten Tag,

    letztes Jahr wurde unser altes Hausdach (Biberschindeln, ~45° Dachneigung) neu eingedeckt. Nachdem es starkes Flugschneetreiben gegeben und wieder getaut hat, stelle ich jetzt an vielen Stellen fest, dass sich an den Sparren Wasserflecken zeigen und sehr feuchte Stellen sicht- und messbar sind. Offenbar dringt Wasser an den Nagelpunkten durch die Delta Vent N Unterspannbahn, weil kein Nageldichtband verwendet wurde.
    Wäre Nageldichtband zwingend vorgeschrieben gewesen?
    Kann eine seltene Durchfeuchtung u.U. hingenommen werden? Der Dachboden soll als Warmdach mit Zwischensparrendämmung ausgebaut werden.
    Die Bahnen wurden außerdem nicht verklebt und an einigen Stellen befinden sich Öffnungen, durch die Luft durchzieht, z.B. an den Ecken der Einrahmung der Velux-Fenster.
    Wie ist das zu bewerten?
    Zudem haben die Maurer, die den Schornsteinkopf abgerissen und erneuert haben, offenbar größere Mengen Schutt in die Durchlüftungsebene fallen lassen, d.h. überall, wo man von innen gegen die Bahn klopft, rutscht hörbar Schutt nach unten. Die Dachdecker meinten damals, das mache nichts. Mir kommen aber doch Bedenken, wenn nun dadurch der Lüftungsquerschnitt nicht mehr stimmt, wegen der Abfuhr dieser eindringenden Nässe... Ich hoffe, dass man das an der Traufe von außen herauskratzen kann. Stellenweise lässt sich der Schutt aber nicht durch Klopfen von innen nach unten befördern, etwa hat sich an der Oberkante eines Fensters fühlbar Schutt über der Bahn gesammelt.

    Für eine erste Einschätzung wäre ich dankbar. Hört sich das schon nach Mängeln an, die einen Gutachter erfordern? Ich wollte zunächst eine Fachfirma kommen lassen zwecks Angebots für die Wärmedämmung und hören, was die dazu sagen.

    Danke
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  2. Feuchte Sparren an den Nagelpunkten und anderes

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  3. #2

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    Hallo Altitude,

    zunächst solltest Du Dir sicher sein, ob die Nässe vom Triebschnee kommt oder ob es evtl. Tauwasserausfall ist.
    Schutt über der USB geht gar nicht.

    mfg
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  4. #3
    Themenstarter

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    Tauwasserausfall hieße, die feuchte Innenluft ist durch die Bahn diffundiert und an den kalten Ziegeln kondensiert, was man mit Dämmung&Dampfbremse nicht mehr so hätte?
    Triebschnee war jedenfalls schon vorhanden, habe das aber nicht am Dach festgestellt, nur im Garten anhand von Verwehungen etc., z.B. hatte sich Schnee selbst durch die Garagentür gesogen, die leicht verzogen ist und einen geringfügigen Spalt aufweist.
    Wie lässt sich die Ursache abklären?

    Es war schon richtig viel Wasser, an der Durchführung der Sat-Kabel ist auch einiges reingelaufen, inkl. schönen Lachen am Boden, bestimmt 100ml. Der Monteur hat die Öffnung in der Bahn nicht wieder verklebt; das muss auch noch gemacht werden. Da, wo ich nach außen durchlangen konnte, war die ganze Plane klatsch nass, auf der Innenseite aber trocken. Primär im unteren Bereich der Sparren sind eben in regelmäßigen Abständen feuchte Wasserflecken sichtbar.
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  5. #4

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    Dein satz lässt mich etwas stutzig werden "mit Dampfbremse wäre das nicht so", wenn ihr letztes Jahr das Dach gemacht habt müsstet ihr eigentlich eine bekommen haben, zumindest nach ENEV 2009 Pflicht. Ist denn eine vorhanden?
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  6. #5
    Avatar von Dachi
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    Zitat Zitat von Tarunio Beitrag anzeigen
    zumindest nach ENEV 2009 Pflicht.
    Nein, zumindest nicht vom DD wenn der AG durch eine andere Firma die Arbeiten nachweislich ausführen lässt.
    Es sollte natürlich, egal an welchen Durchdringen kein Wasser in das Gebäude Eindringen. Fenster- Kabel etc. sind fachgerecht an zu schliessen.
    Bei der "N" handelt es sich um eine USB. Dies bei der Dämmung berücksichtigen.
    Ob man bei diesen "Mängeln" einen Gutachter hinzuziehen sollte!!!! Wie wäre es denn erst einmal die Handwerker zu Informieren um einen Termin zu vereinbaren und dann die Stellen Nacharbeiten bzw. reinigen zu lassen. Wie Biber53 schon schrieb, hat Schutt auf der USB ncihts zu suchen. Nicht in großen Mengen zumindest. Ganz ohne geht es nie. Irgendwo liegt immer ein Krümel der da rumliegt.
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  7. #6
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von Dachi Beitrag anzeigen
    Bei der "N" handelt es sich um eine USB. Dies bei der Dämmung berücksichtigen.
    Du meinst, es muss eine Lüftungsebene zwischen Bahn und Dämmung bleiben? Das wäre ja extrem ärgerlich.
    Wo steht das denn? Auf der Seite von Dörken kann ich dazu keine Angaben finden, alle technischen Daten sind identisch.
    Die schreiben nur, dass die N keine Klebezonen hat und mit Multi-Band verklebt werden muss. Bei uns wurden die Bahnen aber gar nicht verklebt, lediglich straff gespannt (bis auf zwei Stellen, wo ein Spalt klafft). Ist das zulässig?

    Wie wäre es denn erst einmal die Handwerker zu Informieren um einen Termin zu vereinbaren und dann die Stellen Nacharbeiten bzw. reinigen zu lassen.
    Wir hatten ja deshalb den Dachdecker noch mal da, der hat aber nur mit den Achseln gezuckt und keinen Handlungsbedarf signalisiert. Darauf hab ich mich verlassen. O.K., muss man halt noch mal Druck machen. Dann weiß ich aber auch nicht, ob die Sache ordentlich behoben wurde bzw. ob noch andere Mängel vorhanden sind, auf die ich noch gar nicht gekommen bin. Am Anschluss eines alten Gaubenfensters etwa, scheint mir verdächtig viel Silikon verwendet worden zu sein.
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  8. #7
    Bauexpertenforum Avatar von stefan ibold
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    Moin,

    Entwarnung!! Diese Bahn kann sowohl als USB UND als UDB eingesetzt werden. UDB-B besagt als Unterschied lediglich die Eignung als Behelfsdeckung, die der Hersteller angeben muss. Die "N" hat im Vergleich zu der "PLUS" keine Klebezonen.

    Spannend ist für mich die Frage, ob der Dachdecker wissen konnte, dass der Dachboden SPÄTER ausgebaut werden soll. Bei einem nicht ausgebauten Bodenraum gibt es nach den z. Zt. gültigen Regeln keine Verpflichtung zum Einbau einre Zusatzmaßnahme im Sinne der Fachregeln, solange die Regeldachneigung eingehalten ist. Das wird sich sehr wahrscheinlich mit der Novellierung der Regelwerke ändern, bringt dem TE jetzt aber nicht weiter.

    Auch ich halte einen Tauwasserausfall nicht für ausgeschlossen. Bilder würden hlefen. Gesamtübersicht und dann Details.

    Grüße

    stefan ibold
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  9. #8

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    Hallo Altitude,

    Zum Triebschnee:
    Triebschnee kann unter die Dachhaut (-eindeckung) gelangen, wo die Deckung nicht geschlossen ist. An älteren Dächern, ohne USB, ist dies relativ einfach zu erkennen. (überall, wo Scheinstellen sind, kommt auch Triebschnee rein)
    Dachöffnungen durch Lüfterziegel, Blechanschlüsse an Verwahrungen, Neigungswechsel z.B. im Bereich von Aufschieblingen.... sind mögliche Stellen an denen Triebschnee unter die Deckung gelangt.
    Wenn auf dem Dach eine "Schneeschicht" liegt kommt kein Triebschnee mehr unter die Deckung.
    An Deinem Dach, bedingt durch die USB, wirst Du das nur von außen (be)werten können, ob Triebschnee unter die Deckung gelangt.
    Wenn Dein Dach gut gemacht wurde, (Sparren ausgeglichen, Schichtstücke an Anschlüssen...) halte ich die Gefahr von großen Mengen an Triebschnee für relativ gering. Die relativ geringe Wassermenge, welche aus Schnee entsteht, sollte bei DN von ca. 45° problemlos auf der USB ablaufen können und zu keinen Durchfeuchtungen führen, welche unter der USB wahrgenommen werden kann.
    Frage: Ist es unter der Dachrinne zu Eiszapfenbildung gekommen?

    Tauwasserausfall:
    Da Du im Dachbereich, bis jetzt, keine Wärmedämmung und Dampfsperre hast, kann die Luft aus den Wohnräumen problemlos unter dem Dach kondensieren.
    Dies kann relativ einfach nachgewiesen werden.

    mfg
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  10. #9
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    Hallo,

    Zitat Zitat von stefan ibold Beitrag anzeigen
    Spannend ist für mich die Frage, ob der Dachdecker wissen konnte, dass der Dachboden SPÄTER ausgebaut werden soll.
    Ja, definitiv. Beim ersten Angebot war ihm das entfallen, nach der Abklärung kam dann ein neues Angebot, mit diffusionsoffener Bahn und Velux Thermo-Star statt der einfachen Kaltdach-Fenster, wobei wir dann sogar die 5-Star beauftragt haben. Ist ein Ausbau nicht sogar zwingend, weil die Bahn nicht UV-beständig ist und daher nicht dauerhaft offen bleiben darf?

    Auch ich halte einen Tauwasserausfall nicht für ausgeschlossen. Bilder würden hlefen. Gesamtübersicht und dann Details.
    Ich habe mal ein paar Bilder gemacht und angehängt, kann gerne morgen noch mehr machen.

    DSC01023.jpg
    Wasserflecken, wie sie zahlreich im unteren Bereich zu finden sind. Aber es lief wie gesagt auch Wasser am Mast rein, in 2,5m Höhe.

    DSC01006.jpg

    An ein paar Stellen wirkt das Holz schon stärker angegriffen. Als der Fleck feucht war, ließ sich etwas mit dem Fingernagel abkratzen. Die Stelle befindet sich auch im unteren Bereich, über der ersten Bahnnaht. Es sind aber alles begrenzte Flecken, mein Holzfeuchtemessgerät hat dort z.T. über 30% angezeigt, direkt daneben (knapp unter der Bahn) um die 15%.

    DSC01004.jpg

    Eine von diversen nassen Stellen im Dachkasten. Wir hatte eigentlich angedacht, auch den Kasten mit Dämmung auszufüllen. Ich kann ertasten, dass die Bahn am Übergang zum Traufbrett vielfach leichte Einsackungen hat, in denen Schutt liegt.

    DSC01020.jpg

    Das Dreiecksfenster musste wegen Denkmalschutz behalten werden. Ich habe angedacht, es in den Rahmen zu kleben, und vielleicht kann man ja ein Isolierglas davor setzen, ansonsten müsste es hinter der Dämmung etc. verschwinden. Die Wasserflecken waren früher nicht da.

    Mir ist auch noch aufgefallen, dass zum Verkleben der Bahn am Dunstrohr innen und am Antennenmast außen, das Klebeband "Owosan universal" eingesetzt wurde. Ist das von der technischen Funktion O.K.? Ist es handwerklich in Ordnung, nicht das vom Hersteller der Bahn angegebene, zugehörige Band zu verwenden?

    DSC01013.jpg

    Dort, wo die ursprünglichen Streben zur Traufe hin (wie im ersten Bild) fehlen, wurden kurze 40x60 Dachlattenstücke angeschraubt. Korrekt?
    DSC01026.jpg

    Noch zur Dachneigung; die beträgt 45 bzw. 60° (Walmdach).

    @ Biber53
    Eiszapfen an der Rinne sind mir nicht aufgefallen, ich habe aber auch nicht gezielt geschaut.

    Danke schon mal für die bisherigen Antworten
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  11. #10

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    Was für ein Dachziegel? Was für eine Lattweite?
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  12. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  13. #11

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    45 Grad und Biberschwänze ist eigentlich recht Flugschneetauglich...
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  14. #12

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    Hallo Altitude,

    Eisbildung unter der Dachrinne würde entstehen, wenn der Triebschnee taut und abläuft. Allerdings nur sichtbar, wenn die USB unter der Rinne geführt wurde.

    Die Biberschwanzziegeldeckung (Doppel- u. Kronendeckung) ist eigentlich eine "dichte" bzw. geschlossene Deckung.
    Allerdings gilt es auch hier ein paar Punkte zu beachten.

    Die Sparrenlage muß "eben" sein. Bei Neubauten i.d.R. kein Problem. Bei Altbauten muß meistens die Sparrenlage ausgeglichen werden. Unebene Sparrenlage macht sich durch Sperrungen der Dachziegel bemerkbar, welche dann Öffnungen zwischen den Ziegeln ergeben.

    Herstellerungsbedingt haben Biberschwanzziegel der verschiedenen Hersteller unterschiedlich große Toleranzen, was z.B. Flügeligkeit betrifft. Ein mit Biberschwanzziegeln erfahrener Dachdecker kann dies am eingedeckten Dach leicht erkennen.

    Die Schnittform ist wichtig für eine geschlossene Deckung. In Süddeutschland wird meist der Rundschnitt verarbeitet. Im Osten früher meist Segmentschnitt.
    Grundsätzlich gilt, daß tiefliegende Schnitte (Geradschnitt, Segmentschnitt) für eine geschlossene Deckung günstiger sind. Beispiel Neigungswechsel (Dachbruch), Verlegung von hohen Schnitten (Spitzbiber...) Biber liegen am Tiefpunkt (Abtropfpunkt) auf und öffnen rechts und links am Schnitt.

    mfg
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