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Feuchter Keller - Drei Experten, drei Meinungen ...

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  1. #1

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    Unglücklich Feuchter Keller - Drei Experten, drei Meinungen ...

    Hallo zusammen,

    ich habe eine Frage zu unserem unbeheizten, unbewohnten Keller, ringsum haben wir aufsteigende Feuchtigkeit die den Putz so langsam von der Wand löst wie man sehen kann. Im Anhang kann man den bereits großflächig entfernten losen Putz sehen, entstanden sind diese Ausmaße in den letzten sechs Jahren, als wir das Haus damals erwoben haben hat man kurz vorher wohl nochmal verputzt, es ist also ein schleichender Prozess gewesen. Der "Modergeruch" hat nach dem Abschlagen des vollgesogenen Putzes stark nachgelassen, an ein einigen Stellen, an denen der Putz schon vor einigen Wochen entfernt wurde, scheint die Wand abgetrocknet zu sein.
    Eine Sanierfirma hat uns nach einer Feuchtemessung geraten, einen "neuartigen, patentierten Sanierputz" auftragen zu lassen. Diese Lösung behagt mir nicht so, denn die Ursache ist ja eigentlich noch nicht behoben, lediglich die Auswirkungen werden hier angegangen.
    Eine andere Firma will die Horizontalsperre mit Injektionsflüssigkeit erneuern und nach Abschluß mit einem Sanierputz alles neu verputzen. Jetzt drängen sich mir noch folgende Fragen auf:
    Ich kann keine genaue Angaben zum Material der Kellerwände machen weil die alten Pläne, die ich vom Staatsarchiv angefordert habe, keine Baumaterialien preisgeben. Haus BJ ´57/58, die Pläne wurden aber schon 1953 unterzeichnet. Seltsam, das alles.
    Könnte man ja aber mit einer Probebohrung wahrscheinlich ermitteln. Lediglich die 24 cm starke Wand, die auf einer 22 cm starken Zementestrichplatte steht, kann den Plänen entnommen werden. Außerdem ist im Bereich dieser Hohlkehle (ob die vorhanden ist weiß kein noch lebender Mensch) eine Drainage eingebracht, welcher Art ist nicht bekannt. Ich vermute eine Sickerdrainage aus grobem Kies o. ä.
    Kann diese "Sanierflüssigkeit" (Horizontalsperre) überhaupt einfach so in die (feuchte!) Wand eingebracht werden oder müssen da Fugen vorhanden sein? Ich habe beim Abklopfen keine gefunden, lediglich eine einzige Mineralbetonfläche oder was das damals war ...
    Ein weiterer Verputzer, der unseren Außenputz erneuert hat, würde den Keller von außen neu verputzen, abdichten und dämmen wollen, abschnittsweise, die Grabungsarbeiten können von uns nach seinen Vorgaben erledigt werden. Eine Probegrabung hat ergeben, dass diese "schwarze Wanne" brüchig und eingerissen ist, auch hier kann ja Feuchtigkeit eintreten. Kann diese aber von der Bodenplatte ausgehen oder müsste dann nicht die komplette Wand feucht sein? Denkbar wäre, dass oben an der brüchigen Dichtmasse Wasser eintritt, nach unten läuft und sich sammelt und das Wasser dann infolge der Kapilarwirkung wieder nach oben transportiert wird. Beinahe paradox.
    Entsteht bei der Kellerdämmung nicht an der Stelle, an der die Dämmung aufhört, eine Kältebrücke? Das Haus ist nicht gedämmt, nicht dass ich dann die Feuchtigkeit aus dem Keller ein Stockwerk weiter oben habe, das sind meine größten Bedenken. Ist ein nachträgliches Anbringen einer "Ringdrainage" sinnvoll? Hier im Forum kann man das öfter lesen, die Firma, die den Keller von außen abdichten würde hat dies mit keiner Silbe erwähnt.
    Ich bin nun sehr verunsichert, einmal wurde eine defekte Horizontalsperre als Ursache ausgemacht, dann eine defekte Vertikalsperre (die brüchige schwarze Wanne) und dann soll ein Sanierputz Abhilfe schaffen. Wie kann ich herausfinden welcher Anbieter nun den richtigen Riecher hat? Preislich geben sie sich alle nicht viel und die Geschichte ist bei der relativ kleinen Grundfläche auch überschaubar, blöd wäre nur, nach einer (sinnlosen) ) Investition eine weitere tätigen zu müssen. Am plausibelsten für mich ist das Aufgraben von außen und erneutes Abdichten, wenn von alles alles dicht ist, kann drinnen keine Feuchtigkeit sein, so meine laienhafte Meinung. Unabhängig vom Verlauf der Arbeiten innen wäre das Abdichten von außen eine sinnvolle Ergänzung, finde ich.
    Alles was mir bei meiner Entscheidung weiterhelfen kann, wird dankbar angenommen!

    Viele Grüße aus dem muffigen Keller

    Bernd
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  2. Feuchter Keller - Drei Experten, drei Meinungen ...

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  3. #2

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    Moin,

    also der erste und wichtigste Tip......lass Dir einen Bausachverständigen kommen....und zwar einen von der IHK der Dir nix verkaufen will ausser seine Dienstleistung.......Personen die eine Firma haben wollen in erster Linie Geld verdienen mit den Produkten die Sie verkaufen und dessen einbau daher einen unabhängigen Sachverständigen! Diese Person kostet zwar auch Geld aber dafür gibt es eine unabhängige Meinung mit der Du weitere Schritte veranlassen kannst.


    Anhand Deiner Beschreibung gehe ich als Laie und selbst geplagter Altbaubesitzer davon aus das es eine Kombination aus allem sein kann (kann!!!) nicht muss..

    Es kann sein das es keine Hohkehle gibt, kann aber auch sein das diese falsch angebracht ist...bei mir hängt die Hohlkehle auf mitte der ersten Steinreihe wo diese natürlich nix bringt.
    Es kann sein und ist wahrscheinlich das die Wände von aussen nur mangelhaft abgedichtet sind...mit was auch immer...bei mir ist nur Voranstrich drauf gewesen und auch nicht überall.
    Es kann sein das keine Horizontalsperre da ist....das kannst Du aber zumindest durch vorsichtiges entfernen des Putzes im unteren Bereich herausfinden ...Steine sollten nicht beschädigt werden wegen der Statik!
    Es kann sogar sein das die Horizontalsperre funktioniert aber die Feuchtigkeit über den Putz nach oben "gesprungen" ist......

    1000 Möglichkeiten....1000 Lösungen.....verputzen und injektion werden vermutlich nicht helfen oder das Problem nicht dauerhaft beseitigen....aufgraben und vor allem absichern solltest Du einem Fachmann überlassen...das kann bös enden.

    Aber wie gesagt hol Dir einen Fachmann...bei mir war die Situation fast genau so...der BauSV empfahl mir aufgraben und aussen checken wie die Mauer ausschaut...Resultat habe ich ja oben geschrieben...vorher hatte ich auch die üblichen Injektions und Verputzfirmen da die mir Ihr Zeug verkaufen wollten....
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  4. #3
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    Hallo,

    das werde ich wohl machen und danach das Konzept ausrichten ...

    Eine Frage noch: "Vermittelt" die IHK die Spezialisten, d. h. kann man da direkt anfragen? Eine Suche in den gelben Seiten ergab, dass bei mir in der Gegend kein Sachverständiger/Gutachter seinen Sitz hat. Irgendwer wird doch dafür zuständig sein, kann ja nicht sein dass ich der einzige mit einem solchen Problem bin

    Danke nochmal,

    Gruß Bernd
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  5. #4

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    Also ich kenne es so das die IHK oder/und die entsprechende Innungskammer dir zumindest sagen kann wer in deiner Region alles als BauSV tätig ist und ein ö.b.u.v BauSV ist...google hilft Dir aber auch....
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  6. #5
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    Das mit dem Spezialisten ist fürwohl auch unter den öbuv`s ein Problem.
    Nicht jeder ist ein Spezialist für Feuchtigkeitsschäden.
    Ich denke es ist sicherlich ratsam, den SV direkt hierauf anzusprechen.
    Evtl. auch mal nach deren Ausrüstung fragen.
    Ich weiß, nur weil er eine teure Ausrüstung hat, ist er nicht gleich eine Kapazität auf diesem Gebiet. Aber wenn er nur das billigste Ding hat, kann man wohl annehmen das er kein Spezialist sein wird.
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  7. #6
    ManfredH
    Gast
    Gerolzhofen in Unterfranken?
    Dann kannst du auch in den Berufsverzeichnissen der Bayer. Architektenkammer nach Sachverständigen (ö.b.u.v. und zertifizierte) suchen:
    http://www.byak.de/start/berufsverze...achverstandige
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  8. #7

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    Zitat Zitat von Longi Beitrag anzeigen
    ... kann ja nicht sein dass ich der einzige mit einem solchen Problem bin ...
    Vielleicht bist Du aber der Einzige, der ein Problem daraus macht, einen 60 Jahre alten Kartoffel- und Kohlenkeller zu besitzen, der sich nicht zum Wohnzimmer eignet?

    Ich kenne viele ältere Häuser mit ähnlicher Konstellation. Am Besten fahren wir damit, die damalige Bauweise zu akzeptieren und die aufsteigende Feuchtigkeit durch Horizontalsperren daran zu hindern, ins Erdgeschoss aufzusteigen. Wenn die Mieter dann noch lernen, Ihre Umzugskartons nicht direkt an die Außenwand auf den Fußboden zu stapeln ist alles gut.

    Meiner Ansicht nach, war es schon fehlerhaft, den Keller überhaupt zu putzen.

    Ich selbst habe mir vor über dreißig Jahren die Mühe gemacht, einen Altbaukeller zu verfugen und anschließend mit Weißkalk zu streichen.
    Diesen habe ich dann jahrelang als Colorlabor, zur Farbfilmentwicklung und -Vergrößerung von Papierbildern (für die Jüngeren ), genutzt und er ist heute noch in einem hervorragenden Zustand, obwohl das Haus bald seinen hundertsten Geburtstag feiert.
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  9. #8
    axel berring
    Gast
    hallo,
    mal etwas aus meiner "alten" Zeit als ich noch in den sechzigern selbst diese Häuser mitgebaut hatte.
    Bauweise meist aus Betonholblöcken oder Kalksandsteinen und über der 1. Mauerschicht eine Teerpappe eingelegt.
    Fundamentüberstände meist so um die 5 cm.
    Kelleraußenwände dann mit Zementputz verputzt und darauf 3 maligen Bitumenanstrich.
    war halt so üblich und die Keller waren nicht zu Wohnzwecken gedacht.
    Bis zur Trocknung des Bitumens dann weiter die Etagen gemauert, dann aber den
    Rest Bauschutt einfachheitshalber in den Arbeitsraum gekippt, was die nachfolgenden Handwerker
    auch locker alle so gemacht hatten. danach alles mit Erde zugekippt und fertig.
    das dabei teilweise die Isolierung einige "Macken" bekamen war nach dem Motto "sieht doch keiner".
    wie dann heut die Undichtigkeiten auch zu erklären wären.
    Eigentlich hilft da nur aufgraben, und Isolierung nach heutigen Erkenntnissen erneuern.
    Dann kann man den alten Innenputz vollständig abklopfen und je nach Grad des Schadens längere
    Zeit trocknen lassen.
    Verputzen dann erst wenn die Feuchtigkeit weg ist.
    Das verputzen mit irgendwelche Sanierputzen ist auf dauer nicht die Lösung.
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  11. #9
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    Hallo,

    ich sage schon mal danke an alle, die mir weitergeholfen haben. Jeder Beitrag war hilfreich. Ich habe auch bereits zwei Sachverständige ausgemacht, einer wird aber hoffentlich reichen

    Ich möchte den Keller nicht als Wohnraum nutzen, nur den "Muff" möchte ich heraushaben. Natürlich ist der Einwand mit dem Putz durchaus berechtigt: Kein Putz = kein Putz der sich vollsaugen und abfallen kann ...
    Idiotischerweise (muss man leider so sagen) habe ich damals sofort nach Entdeckung der Schadstellen im Sommer die Fenster geöffnet und im Winter schön geschlossen gehalten. So hat das Unglück seinen Lauf genommen, vielleicht ist das alles wirklich nicht so schlimm. Wie auch immer, ich will jetzt jemanden bestellen der sich das ansieht damit ich Gewissheit habe.
    Werde mich Ende Januar melden und berichten, wenn der gute Mann vor Ort war. Jetzt will ich auch nicht in Hektik ausbrechen, so sehr eilt es mir jetzt auch wieder nicht.

    Danke nochmal!

    Schöne Grüße aus Gerolzhofen/Ufr.

    Bernd
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  12. #10

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    Hallo erstmal nach GEO...

    ich würde auch auf eine nicht funktionsfähige Vertikalabdichtung tippen. Wenn dem so wäre, würde eine Horizontalabdichtung das Problem nicht beseitigen.
    Wenn es richtig gut werden soll, wird man aufgraben und neu abdichten will.

    Wenn Sie damit zufrieden sind, dass neue Putzschäden zwar wieder auftreten können, dies aber verzögert, könnte ein Sanierputz helfen. Vorher aber eine Salzanalyse machen lassen und die individuelle "Baugeschichte" des Hauses studieren. Also auch die Frage, was dort früher mal für Nutzungen drin (und außen) waren (Kohlekeller, Kartoffelkeller, Waschküche, Schlachthaus, Landwirtschaft?)
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