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  1. #1

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    Altes Holzhaus, neue Grundrisse.

    Ich bin mir nicht ganz sicher ob mein Thema hierher paßt. Ich sehe ausschließlich Neubauplanung.
    Das ist für Architekten ja auch sicher das (mehrdeutig) Ergiebichere.

    Mein Thema ist ein Holzhaus, Baujahr 1923/24, das in der mittelschwedischen Provinz Värmland, nahe der Grenze zu Norwegen, steht.
    Bevor ich weiter dazu schreibe, möchte ich Eure Meinung 'hören'.

    Gruß Gernot
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  2. Altes Holzhaus, neue Grundrisse.

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  3. #2

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    passt rein! modernisierung und umbau ist auch entwurfsarbeit! stell es ruhig ein.
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  4. #3

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    Außerdem gibts beim Bauen im Bestand doch Zuschläge für den Planer.
    Also nicht nur intellektuell reizvoll, sondern auch finanziell nicht uninteressant.
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  5. #4
    ManfredH
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    Es gibt keine Zuschläge (plural), sondern nur einen Zuschlag.
    Und es gibt beim Bauen im Bestand i.d.R. auch Bearbeitungs-Mehraufwand (der Grund für den Zuschlag!), und zwar nicht selten in einem Umfang, der vom Zuschlag nicht in voller Höhe abgedeckt wird. Soviel mal zum "finanziell nicht uninteressant"
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  6. #5
    Themenstarter

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    Hallo,
    ja, dann will ich mal.

    Ich habe das Haus vor einigen Jahren erworben, da mir seine Lage an einem Nordosthang mit Blick über das Tal gefiel.

    Blick aus dem OG ins Tal.jpg

    Dann aber auch seine Baukonstruktion in stehender Blockbauweise mit 80 mm starken Bohlen aus nordischer Kiefer (rödfuru) mit Nut und Federverbindungen auf Schwellenbalken mit aufgenagelter Feder; (ebenso bei den Deckbalken).

    Vor allem aber der markante Grundriss in Drittelteilung, sowohl im EG, besonders sichtbar im OG.

    Der damalige Bauherr war im 19. Jahrhundert nach Amerika ausgewandert; in Schweden herrschten damals Armut und Hungersnöte.
    (In Amerika leben heute etwa genau so viele ehemalige Schweden, teilweise mit Wurzeln ins Heimatland, wie Schweden in Schweden, nämlich 9,5 Millionen.)

    Dieser Eriksson arbeitete unter schwersten Bedingungen in den Kohlengruben Pittburgs, kehrte im Alter in die Heimat zurück, baute sich dieses Haus und verstarb irgendwann in den Dreißigern des zwanzigsten Jahrhunderts.

    Die Erben gingen nicht sehr gewissenhaft mit ihrem Erbe um. Dann stand es zum Verkauf, und ich fuhr mit einem Architekturstudenten und meinem Sohn dorthin, um es zu begutachten und ein Papieraufmaß anzufertigen. Fest stand, es gab viel zu tun; aber es war machbar.

    Zu Hause installierte ich ACAD R14, das ich heute noch benutze, und gab das Aufmaß ein. Dachneigung, Fenster und Türformate ermittelte ich aus orthogonal angefertigten SW-Fotos.

    AUFMASS_EG.pdf

    AUFMASS_OG.pdf

    Im nächsten Beitrag zeige ich meine Entwurfzeichnungen und berichte weiter.

    Gruß Gernot
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  7. #6
    Themenstarter

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    Nun möchte ich meine Planungen zeigen, die sich aus einer Grundidee im Laufe der Zeit verfeinert haben. Da war die Drittelteilung, die ich noch weiter herausarbeiten wollte. Von außen habe ich das Haus weitgehend so erhalten, wie ich es vorgefunden habe.

    Im Erdgeschoss wurde die vordere Veranda erneuert und hinten eine weitere angebaut. Beide haben Einscheibenverglasung und sind im Sommer Wärme-, im Winter Kältepuffer. Der Wohnraum (15) ist der einzige Raum im Haus, der nicht verändert wurde. Er fiel mir schon bei der ersten Besichtigung durch die absolute Symmetrie auf; mit der Fenster, Türen und der Kachelofen im Raum angeordnet sind. Es wurde ein neuer Seiteneingang mit Flur geschaffen, an dem Gäste-WC, HWR und Küche aufgereiht sind.

    PLANUNG_EG.pdf

    Die aufgeräumte Situation im OG wurde durch eine neue Dachkonstruktion möglich, Doppelpfettenhauptdach und Firstpfettenerkerdach. Hier haben Wandergesellen aus D. nach einer Statik, an einem Lehrstuhl für Tragwerkslehre gerechnet, eine hervorragende Arbeit gemacht. Da die Konstruktion, besonders in der Hausmitte, sichtbar blieb, wurden Brettschichtbalken (limträ) für Pfetten und Sparren verwendet.

    PLANUNG_OG.pdf

    Nun Schnittzeichnungen, die meine Arbeit noch besser erklären kann.

    SCHNITTNORD_B.pdf

    SCHNITTWEST_A.pdf

    Vielen Dank!
    Gruß Gernot
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  8. #7

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    hübsch - sehr hübsch sind die schnitte, mit viel überfrachtet, zu viel. in den grundrissen fehlt es an wesentlichen darstellungen, möbel und objekte sind nicht dargestellt.

    wer plant so?
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  9. #8
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von rolf a i b Beitrag anzeigen
    hübsch - sehr hübsch sind die schnitte, mit viel überfrachtet, zu viel. in den grundrissen fehlt es an wesentlichen darstellungen, möbel und objekte sind nicht dargestellt.
    "Dem Manne kann geholfen werden!"
    Hier die 'möblierten' Grundrisse.
    (gelb dargestellt: der kleine Keller mit Zugang vom Flur; für Wasserversorgung, Heizungsregister, Speichertanks)

    ERD_OBERGESCHOSS.pdf

    Und noch die Dachaufsicht.

    Dachaufsicht.pdf

    In den Wintermonaten habe ich viel Zeit, die Zeichnungen zu 'überfrachten'.
    Das tut dem Ego gut!

    Gruß Gernot
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  10. #9

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    bei deinen überfrachtungen in den schnitten wird sich im laufe der weiteren planprozesse einiges ändern. da musst du mit leben. das fliesenmuster an der wand solltest du auch auf ok türfutter begrenzen und nicht ganz wenige cm drüber stehen lassen - zum beispiel. die anbindung der treppe an der decke solltest du auch erst darstellen, wenn das detail im massstab 1 : 1 feststeht. achte auf den lichten durchgang der treppe unter der badezimmerwand, du hast die ecke schon schräg dargestellt. das bad ist groß genug, ich würde die wand ein wenig versetzen, dass die blöde schräge verschwindet.

    die küche würde ich ganz anders möblieren, die ist vollkommen unpraktisch und ergibt eine küche der langen wege. den essplatz am nordfenster muss man auch erst einmal wollen, westen wäre besser und schon ergibt sich die praktische küche in logischer reihenfolge und verkürzten wegen für die hausfrau.

    ansichten wären nicht schlecht vom haus! ansonsten hast du viel platz im haus.
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  11. #10
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    @Rolf. Ich habe gerade Deine Kritik/Anmerkungen gelesen und werde nach und nach darauf eingehen.

    Zunächst ein paar Fotos.

    Hausansicht aus Süden.
    Die Verandaeingangstür stammt aus dem alten Haus.
    Das Grundstück ist (noch) naturbelassen.
    Nur zu stark wucherndes Gehölz wurde mit schwerem Gerät bei den Wurzeln gepackt.

    Straßenansicht_von_Süden.jpg

    Das Bad im OG hat schon etwas 'verrückte' Höhenmasse. Das Bild ist aus 4 Aufnahmen zusammengesetzt. (geMERGEt)
    Inzwischen sind die Räume im OG weiter gediehen.
    Allerdings hat der mitgenommene Maurer, der behauptete, Fliesenlegen sei kein Problem, absolut versagt!
    Bei Grobarbeiten im Keller war er GottseiDank zu gebrauchen!

    Die Badwand über der Geschoßtreppe kann ich nicht mehr versetzen.
    1. das Bad würde erheblich schmaler
    2. Die Wand war vorhanden
    3. Ich prüfe, die für mich auch häßliche Ecke nicht bauen zu müssen!

    Badezimmer.jpg

    Hier ein Bild von der Hausmitte mit Dachstuhl.

    Dachstuhl_mit_Geviert.jpg

    Und noch ein Bild von der Veranda an der Talseite:

    Veranda am Abend 2.jpg

    Die Lampengruppen lassen sich über zwei Serienschalter schalten.

    Gruß Gernot
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  12. #11

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    instamateur, verstehe ich das richtig: du hast schon fertig gebaut, und es geht nicht um Verbesserungsvorschläge?

    Ansonsten: hübsches Haus, fehlt nur noch das Pferd auf der Veranda .
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  13. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  14. #12
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    Zitat Zitat von AnneB Beitrag anzeigen
    instamateur, verstehe ich das richtig: du hast schon fertig gebaut, und es geht nicht um Verbesserungsvorschläge?

    Ansonsten: hübsches Haus, fehlt nur noch das Pferd auf der Veranda .
    Der Rohbau, oder was man immer darunter verstehen mag, wird langsam fertig. Mühsam, mühsam....
    Natürlich ist Kritik, sind Verbesserungsvorschläge willkommen und Rolf hat ja schon einiges geschrieben.

    ...da musst du mit leben. das fliesenmuster an der wand solltest du auch auf ok türfutter begrenzen und nicht ganz wenige cm drüber stehen lassen - zum beispiel.
    BADOG_2013_W_B.pdf (Ich habe die Fliesen rot dargestellt. Ich meine, ein guter Fliesenleger muß sowas im Griff haben.)

    die anbindung der treppe an der decke solltest du auch erst darstellen, wenn das detail im massstab 1 : 1 feststeht.
    FLUR_DETAIL.pdf

    Flur_L-Profil-Konstruktion.jpg

    ANSCHLUSSPLATTE.pdf

    Die Stahlplatte passt genau zwischen die Seitenwände. Die Treppenaugen sind durchgesteckt und von der Rückseite verschweißt.
    Die L-Profil-Aussteifung basiert auf einem Vorschlag des Statikers.

    die küche würde ich ganz anders möblieren, die ist vollkommen unpraktisch und ergibt eine küche der langen wege. den essplatz am nordfenster muss man auch erst einmal wollen, westen wäre besser und schon ergibt sich die praktische küche in logischer reihenfolge und verkürzten wegen für die hausfrau.
    Hier mal ein Bild der Baustellen-Küche, einige Jahre alt.

    Kueche_2010.jpg

    Im Frühling, Sommer, Frühherbst wird die Veranda der bevorzugte Essplatz.
    Im Winter, jetzt liegen am Haus 40 cm Schnee, wird die Küche Sammelplatz werden.

    ansonsten hast du viel platz im haus.
    Danke und Gruß Gernot

    Ach ja, mit Pferden habe ich absolut nichts am Hut.
    Allerdings sagte mein schwedischer Nachbar, als er die Treppenanbindung gesehen hatte: da könne man einen Elefanten draufstellen!
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  15. #13
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    Zitat Zitat von rolf a i b Beitrag anzeigen
    die anbindung der treppe an der decke solltest du auch erst darstellen, wenn das detail im massstab 1 : 1 feststeht. achte auf den lichten durchgang der treppe unter der badezimmerwand, du hast die ecke schon schräg dargestellt.
    Ich habe die Treppe zwei Grad steiler gemacht (jetzt 42 Grad), und komme auf:
    Auftritt = 21 cm,
    Steigung = 19 cm,
    ergibt Schrittmaß = 61.
    Die Kopffreiheit unter der Baddecke ist 1,9 m.
    Das müsste funktionieren! Danke für die Kritk!

    Die Treppe wird die allerletzte Baumaßnahme werden.
    Eine Nottreppe aus den alten Wangen tuts bis dann.

    SCHNITTNORD_B.pdf
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