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  1. #1

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    Bauen wird immer teurer => EHF-Bau im Vergleich der Jahrzehnte

    Hallo Bauexperten,

    bin seit geraumer Zeit ein (fast) stiller Mitleser in diesem Forum. Ihr habt uns so gut wie die komplette Zeit unseres (fast abgeschlossenen) EFH-Baus begleitet.

    Mir stellen sich nach der Bauphase jetzt ein paar Fragen/Unklarheiten bzw. fände ich es mal interessant, von Euch Bauexperten Eure Meinung zu folgenden Punkten zu bekommen.

    Wir hatten während der Bauphase des Öfteren die Diskussion mit unseren Eltern/Schwiegereltern, dass heute (aus deren Sicht) beim EFH-Bau an vielen Ecken und Enden gespart wird, das Bauen an sich aber trotzdem um ein Vielfaches teurer als zu deren Bauzeit (80er/90er Jahre) geworden ist. Dazu gehören dann solche Punkte wie

    • Keller-Bau ja/nein?
    • Holz-Alu-Fenster
    • Fensterbänke aus Granit
    • Parkett anstatt Laminatfußböden
    • Benötigt man eine Bauleitung/Baubegleitung?

    Hier haben wir aus Kostengründen auf das ein oder andere (Holz-Alu-Fenster) verzichtet, auf andere Sachen allerdings nicht (Baubegleitung). Die Meinung der älteren Zunft war, dass vielfach an Qualität gespart wird, man zudem keine Baubegleitung bzw. Architekt braucht („Haben wir doch früher auch so gemacht, ich kenn da einen, der kann das…“) und ein EFH-Bau trotzdem oder gerade deswegen um ein Vielfaches günstiger war…

    Mir stellen sich da schlußendlich 2 Fragen:
    • War Bauen früher wirklich so viel „günstiger“?
    • Wie lange können Normalverdiener sich das Bauen noch leisten?

    Vielen Dank vorab für Eure Ansichten/Meinungen…

    Tinthors
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  2. Bauen wird immer teurer => EHF-Bau im Vergleich der Jahrzehnte

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    es gibt nur eines, was nicht teurer wird - freibier. dafür gibt es das immer weniger.

    das kann man natürlich so nicht vergleichen. es gibt erst einmal die lohn- und preissteigerungen, dann werden vorschriften geändert oder neu eingeführt. bauherren haben ebenfalls andere ansprüche und andere ausstattungsvorstellungen. die euro-einführung hat auch etwas dazu beigetragen. vergleich einmal die preissteigerungen der autoindustrie, die preissteigerungen sind nicht alle auf technische neuerungen zurückzuführen. hier wird ein grosser teil zur gewinnmaxierung der konzerne abgeschöpft. prozentual ist die steigerung beim auto wesentlich höher.
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  4. #3

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    Ich denke nicht, daß Laminat/ Parkett oder Fensterbänke aus Granit vs. Schichtstoffplatte die Kostentreiber sind. Richtig ist, das das Bauen teurer wird. Das liegt natürlich zum einen an der ganz normalen Teurungsrate (Inflation, Lohnsteigerungen,...) und zum anderen daran, daß heutzutage deutlich höherwertige Bau- und vor allem Dämmstoffe Anwendnug finden, sowie die aufgeblähte Haustechnik (KWL/WRG und für den E-Freak darf es ein Bussystem sein?).

    Ob es dann inflationsbereinigt und natürlich auch mit Blick auf Nachhaltigkeit und Folgekosten (Thema: Energieverbrauch...mal eben 3.000 l Heizöl durchs Rohr jagen ist ja auch nicht gerade der Stand der Technik...) wirklich viel teurer geworden ist, wage ich dann fast zu bezweifeln.
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  5. #4

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    prozentual ist die steigerung beim auto wesentlich höher
    wir sollten -um hier die Parallelen fortzuführen- einmal an eine Abwrackprämie für Altimmobilien nachdenken.....
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Tinthors Beitrag anzeigen
    Mir stellen sich da schlußendlich 2 Fragen:
    • War Bauen früher wirklich so viel „günstiger“?
    • Wie lange können Normalverdiener sich das Bauen noch leisten?

    Vielen Dank vorab für Eure Ansichten/Meinungen…

    Tinthors
    Ich glaube nicht, dass das "bauen" früher wirklich viel günstiger war, zumindest dann nicht, wenn man versucht Äpfel mit Äpfel zu vergleichen. Man müsste aber zuerst einmal festlegen, was Du unter "früher" verstehst. Es wurde auch schon "früher" hochwertig (teuer) und billig gebaut (für damalige Verhältnisse).

    Man sollte auch berücksichtigen, welche Anforderungen man früher, also vor 50 Jahren oder 100 Jahre (oder noch früher?) an ein Haus gestellt hat. Es gab Zeiten, da waren ein Dach über´m Kopf und Fenster die man schließen konnte bereits Luxus, eine Wasserversorgung im Haus war Luxus im Quadrat. Heute stellen wir viel höhere Ansprüche an ein Haus, und das sorgt auch für Mehrkosten.

    Wer hat sich vor 50 Jahren Gedanken über zukünftige Energiepreise gemacht?

    Ich würde sagen, früher war es nicht billiger oder teurer, sondern schlichtweg "anders".

    Gruß
    Ralf
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  7. #6

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    sicher ist bauen teurer geworden.
    Man muß nur den Faktor früher zu heute bedenken, wielange man selbst arbeiten muß um sich eine Handwerkerstunde leisten zu können.

    Die weitergehende Ursache ist die ausufernde Staatsverschuldung, sonst würde ja mehr Netto vom Brutto übrigbleiben.
    Einer muß den Zins ja zahlen.

    dazu kamen noch MWST-erhöhungen und anderes dazu.

    irgendwo habe ich noch noch auf DM lautende Rechnung von Klinkerlieferungen und Ingenieursleistungen aus den 70igern rumliegen...in Euro gerechnet würde dafür keiner heute aufstehen wollen. Da hatte die Statik aber auch nur 3 Seiten. und hielt trotzdem.
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  8. #7

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    Ich habe vor einiger Zeit mal einen Bedarfs-EnEV-Nachweis für ein 90er Jahre-EFH gemacht. Allein im Dämmniveau liegen Welten zwischen diesen ca. 15 Jahren. Auch statisch sind viele heutige Häuser anspruchsvoller als früher, Stichwort über alle Geschosse durchgehende tragende Wände.
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  9. #8
    Baufuchs
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    Zitat Zitat von Tinthors
    Wie lange können Normalverdiener sich das Bauen noch leisten?
    Wenn heute Zinsen wie in der 80er/90ern verlangt würden, wäre auf einen Schlag Schluss mit lustig.......
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  10. #9

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    Zitat Zitat von Tinthors Beitrag anzeigen
    • War Bauen früher wirklich so viel „günstiger“?
    • Wie lange können Normalverdiener sich das Bauen noch leisten?
    Zur zweiten Frage: Gute Frage! Nächste Frage?

    Zur ersten: Jain.

    1980 kostete ein Polo neu um die 10T DM = rd 5T € Heute in ähnlicher Ausstattung 15T, also das dreifache.

    Auf ein Haus umgerechnet wäre das 200.000 DM Haus heute 300.000 € Für beide Zahlen gab bzw. gibt es schon was ganz "nettes" .
    Allerdings - wenn wir mal weiter zurück gehen - würde man ein Haus aus den 60ern nur in Sachen Technik (Elt, Hzg, Dämmung) ohne Anpassung von Räumen und Zuschnitten heute bauen, wäre das relativ zumindest nicht teurer, aber unverkäuflich, weil so heute keiner mehr wohnen will.

    Die Anpassung der Ansprüche
    Wellnaßoase + Kinderbad + Gäste-WC mit Dusche statt 6 m² Bad
    Küche(nbereich) mit 12m²+ mit Kochinsel statt 6 m² Zweizeiler
    Kinderzimmer 20m² statt 12
    usw
    usw
    machen einen dicken Teil der relativen Kostensteigerung aus.

    Nicht vergessen darf man auch die Steigerung der Grundstückspreise, die erheblich über der allgemeinen wie der reinen bauspezifischen Inflation liegt.

    Das Problem liegt eher in den Billichwillich-Blender Angeboten, die immer wieder auftauchen.
    Villa Waltruda für 99.999,99 € (ab OK Bodenplatte ohne Erdarbeiten, Maler, Trockenbauspachteln, Fliesen, eigentlich ohne alles)

    Damit werden nämlich die tatsächlichen Baupreise "veerglichen" und als viel zu teuer verschrieen.


    Ich kann nur immer wieder an die Debatte aus dem Ende der 80er, Anfang der 90er erinnern, als es hieß, die hiesige Bauindustrie sei geldgierig und als Beweis die Baupreise aus NL herangezgen wurden.
    Wer sich dann aber die "billigen" NL-Bauten ansah mit Einfachverglasung nach aussen nur Dreh öffnend, Leitungen auf Putz, z.T. nicht verputzte Wände, ......
    Das aber wollte hier keiner haben. Hätten die Holländer so wie wir (Ausstattung) gebaut, wären sie zumindest nicht billiger gewesen!
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  11. #10

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    Hier im Kreis Böblingen und naher Umgebung kostet schon das Grundstück 140tsd+ (290-500€/qm und mehr), "Normalverdiener" sind da schon lange außen vor. Entweder einer verdient richtig gut oder zwei haben ein "angenehmes" einkommen!


    Ja, Plastik-Fenster sind "normal" geworden, aber genauso FBH, hübsche Fliesen und KWL verbreitet sich auch! Und es zieht nicht mehr durch undichte Fenster, die Behaglichkeit ist durch die dichte Bauweise deutlich gestiegen.

    Wir haben mit den Schwiegereltern ein ZFH gebaut, dadurch ist das ganze erschwinglich geblieben und wir fahren nicht mehr so weit zum Skatspielen. Klein-Kind-Betreuung ist auch besser geworden :-) KWL war dadurch auch bezahlbar.

    Horst
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  12. #11

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    Ja, Plastik-Fenster sind "normal" geworden
    Ja.........leider!
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  13. #12

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    Zitat Zitat von Thomas B Beitrag anzeigen
    Ja.........leider!
    Ich sehe darin kein Problem. Es habe sich viele (Bau)materialien im Laufe der Zeit gewandelt. Heute würde sich auch niemand mehr verzinkte Rohre für die TW Installation in sein Haus bauen lassen.

    Gruß
    Ralf
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  14. #13

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    ...das istt auch "nur" meine ganz persönliche Meinung. Ich finde halt Holzfenster einfach schöner. Weder EnEV-motiviert noch KS-Allergiker...einfach schöner uind eleganter finde ich sie...mehr nicht.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Naja - verzinkte TW-Leitungen sind aber was anderes als Holz vs. Plaste

    Mir sind die auch viel zu wenig geworden.
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  17. #15

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    Zitat Zitat von Thomas B Beitrag anzeigen
    ...das istt auch "nur" meine ganz persönliche Meinung. Ich finde halt Holzfenster einfach schöner. Weder EnEV-motiviert noch KS-Allergiker...einfach schöner uind eleganter finde ich sie...mehr nicht.
    Dann ist es doch schön, dass wir heute in der glücklichen Lage sind und aus vielen Materialien auswählen können. Fenster aus Kunststoff liefern natürlich eine ganz andere Optik, andererseits werden ja auch die Häuser heute etwas anders gebaut (Stil), da sehen Holzfenster oftmals deplatziert aus, und wenn sie dann mit weißem Buntlack zugeschmiert werden, dann bleibe ich doch lieber beim Original.

    Aber Fenster sind auch ein gutes Beispiel für die Kostenentwicklung. Wenn ich nur daran denke, wieviel Aufwand und Kosten die Holzfenster vor 40 Jahren verursacht haben, heute kommen die Plastefenster im Sekundentakt aus der Maschine und werden dementsprechend günstig angeboten.

    Gruß
    Ralf
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