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Versickerung / Rigole / hohes Grundwasser

Diskutiere Versickerung / Rigole / hohes Grundwasser im Forum Tiefbau auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Versickerung / Rigole / hohes Grundwasser

    Hallo an Euch,
    hab eine Frage zur geplanten Dach-Regenwasser-Versickerung bei unserem Neubau. Geplant ist eine Zisterne mit Not-Überlauf in eine Rigole (aus Sickerkästen). Das Grundstück hat mit lehmigen Boden und Grundwasser zu kämpfen. Jetzt nach dem Tauwetter und zusätzlichem Regen steht es quasi bis fast Oberkante Boden. In trockeneren Zeiten etwa bei bis zu einem Meter. Laut Bodengutachten sind 0,3 Meter Mutterboden, danach beginnt eine Schicht ca. 1 Meter bis 1,50 Meter mit Schwemmsand (stark schluffig) und Schwemmlehm. Ab 1,50 Meter kommt dann Felszersatz. Ein Versickerungstest hat einen Wert von 10∧-6 ergeben (oberflächennah).
    Mir stellt sich jetzt die Frage, dass die Rigole bei dem jetzigen hohen Grundwasserstand ja voll von diesem Wasser sein wird und kein Regenwasser mehr aufnehmen kann. Wie kann man das umgehen, oder wie könnte man die Versickerung bzw. den Notüberlauf noch planen?
    Ich vermute, dass sich die lehmhaltige Schicht bei Nässe etwas aufbläht/aufquillt und dann alles verschließt, weshalb das Wasser nicht weiter bzw. nur sehr langsam versickert. Evtl. diese Schicht von gut einem Meter durchbohren und/oder die Rigole tiefer legen? Wollte in einem Selbstversuch mal mit so einem Handbohrer ein gut 2 Meter tiefes Loch bohren und Wasser reinfüllen, um zu schauen ob es da besser versickert. Anbindung an Kanal geht nicht. Die anderen Nachbarn grenzen alle an einen Wald, haben einen Sickerschacht und als Notüberlauf eine Pumpe, die es dann rüber in den Wald pumpt...

    Vielen Dank!

    Denny
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  2. Versickerung / Rigole / hohes Grundwasser

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Wer hat Euch denn bloß die Idee mit der Versickerung bei derartigen Bodenverhältnissen eingeredet??
    Das ist Schwachsinn.
    Ihr solltet auch mal klären, ob eine Versickerung bei derartigen Wasserverhältnissen überhaupt zulässig ist.
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  4. #3

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    Schau mal hier:

    http://www.aqua-ing.de/Download/Serv...s-Handbuch.pdf

    Da findest Du auf Seite 7 auch etwas zur Versickerungsfähigkeit des Untergrunds und Durchstoßen schlecht durchlässiger Schichten.

    Ansonsten gilt auch hier, das sollte geplant werden.

    Gruß
    Ralf
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Wer hat Euch denn bloß die Idee mit der Versickerung bei derartigen Bodenverhältnissen eingeredet??
    Das ist Schwachsinn.
    Ihr solltet auch mal klären, ob eine Versickerung bei derartigen Wasserverhältnissen überhaupt zulässig ist.
    Das wird leider oft einfach im Bebauungsplan vorgeschrieben, selbes bei mir, laut Bebauungsplan muss das Dachflächenwasser großflächig versickert werden.
    Ein Bodengutachten ob das überhaupt in dem Baugebiet möglich ist wurde nie erstellt. Ich habe neulich eines erstellen lassen und bin auf ähnliche schlechte Versickerungswerte gekommen wie der TE.
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  6. #5

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    Und was sagt das Bauamt dazu?
    Versickern ist nicht möglich, also was sollt ihr tun?
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  7. #6

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    abgesehen davon, dass ich "Zweifel" habe, ob eine Versickerung technisch hier überhaupt möglich ist, wäre ein Abstand von der Anlagensohle zum höchsten Grundwasserstand von mindestens einem Meter einzuhalten ....
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  8. #7
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    Ich habe die Genehmigung für Zisterne und Rigole schon bekommen. Es interessiert da niemanden, weil es alle Nachbarn auch versickern lassen (... bzw. in den Wald, wo ich aber nicht anliege). Ich muss das Regenwasser auf dem Grundstück lassen. Und die Zisterne per Tankwagen entleeren will ich auch nicht. Hab schon überlegt, ob ich eine Regenwassernutzungsanlage für 2 WC's und Waschmaschine einbaue. Aber scheue mich da etwas vor den Kosten und falls es im HWR (im EG, hab ja keinen Keller) mal zu einem Wasserschaden kommt, der dann das halbe Haus flutet. Wegen der offenen Trinkwassernachspeisung.
    Deswegen die Überlegung mal durch den Lehmboden zu bohren, ob es darunter evtl. besser versickert. Ein Bekannter in der Nähe hat nach seinen Aussagen seinen Brunnen aufgebaggert, Kies eingebracht und nutzt das als Versickerung. Kann ich mir aber nicht so recht vorstellen... Mein Brunnen ist zur Zeit bis (fast) oben voll Wasser...
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  9. #8

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    da würd ich die vom Amt mal freundlich fragen wie sie sich das vorstellen, mit Ortstermin. Du KANNST das nicht leisten was die von dir fordern...

    Was bei den Nachbarn ist würd mich nicht interessieren... Wenn die da Baumängel verursachen ist das deren Sache. Die sollen mir sagen wie sie sich das vorstellen. Wieso gehst du da so in die Defensive? Vorgaben eines Amtes müssen erfüllbar sein...
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  10. #9
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    technisch habe ich in Richtung Versickerung nur eine Hoffnung:
    • dass der "Felszersatz" oder der Fels darunter stark klüftig ist und man da irgendwie drankommt, ohne ihn zu verstopfen.


    Wenns schon die Genehmigung gibt, dann muss es ja auch schon geben:
    a) ein Bodengutachten mit Aussagen zum max. zu erwartenden Grundwasserstand, zu mittleren Grundwasserständen und zur Versickerungsfähigkeit
    b) eine Planung der ja schon genehmigten Versickerungsanlage, die die Ergebnisse aus a) berücksichtigt.

    Gut, wenns das gäbe was es geben muss, dann hätte sich ja wahrscheinlich die Frage hier im Forum erübrigt.

    Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Vorgabe "das Regenwasser muss auf dem Grundstück bleiben" keine Abweichungen zulässt, wenn die Notwendigkeit der Abweichung sich fachlich korrekt nachweisen lässt
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  11. #10
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    ja Bodengutachten gibt es. Mittlerer GW-Stand ist 0,50 Meter. Maximal 0,20 Meter. Versickerungsfähigkeit wurde nicht ermittelt. Das habe ich im Selbstversuch gemacht. Im Gutachten steht nur:

    2.8 Versickerungsfähigkeit des Baugrundes
    Der anstehende Baugrund eignet sich wegen des hohen Grundwasserstandes
    nur bedingt zur Versickerung von Regenwasser. Wir empfehlen eine Zisterne
    zum Auffangen des Regenwassers mit Notüberlauf in eine flache Mulden-
    Rigolen-Anlage.

    Bezüglich des Bodens steht folgendes:

    (3) Felszersatz
    Der Felszersatz tritt überwiegend in Form eines sandigen bis schluffigen
    Felszersatzes bis ca. 3 m unter Gelände auf. Teilweise sind kompaktere
    Zonen vorhanden. Aus diesem Grund schwanken die Schlagzahlen sehr
    stark zwischen N10 = 6 –17. Insgesamt ist dem Felszersatz eine mittlere
    bis große Festigkeit zuzuordnen.

    (4) verwitterter Fels
    Nach seiner petrographischen Einordnung handelt es sich um ein
    magmatisches Gestein (Granit). Die Festigkeit wird mit mürb bis hart
    eingeschätzt. Es ist eine mäßige Kornbindung vorhanden. Der
    Kluftabstand liegt zwischen 5 und 30 cm, was einem plattigem bis
    bankigem Gestein entspricht. Der verwitterte Fels ist gering verformbar
    und als sehr fester, schwer lösbarer Fels einzustufen.


    Meine Idee wäre zu testen, ob das Wasser durch diese Schicht "(3) Felszersatz" besser versickert.
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  12. #11
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    Empfehlung des Baugrundgutachters zur Zisterne mit Notüberauf in Mulden-Rigolen-Anlage ist Schrott.

    Hätte der Planer deiner Entwässerung aber erkennen müssen.

    Baugrundgutachten muss eh nachgebessert werden, um
    • entweder eine Vesickerungsanlage planen zu können
    • den Zwang zur Versickerungsanlage abwehren zu können
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  13. #12

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    Bei uns hat die Untere Wasserbehörde auch eine Versickerung auf dem Grundstück gefordert.
    Nach Einspruch und Darlegung der anstehenden Bodenverhältnisse (noch nicht einmal mit Bodengutachten), war eine Einleitung in die öffentliche Kanalisation überhaupt kein Problem mehr!

    Und wir haben noch lange nicht solche extremen Verhältnisse, wie du sie bei dir beschreibst!
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  14. #13
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    leider nicht relevant, weil die örtlichen Bedingungen/Möglichkeiten der Kanalnetze sehr unterschiedlich sind.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
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    Also wäre eine Nutzung des Regenwassers für WC und Waschmaschine vielleicht doch eine ganz gute Idee?
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  17. #15

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    löst dein Problem aber nicht ...

    bleibt #11
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