Ergebnis 1 bis 9 von 9

Ventilatorstufen einer KWL-Anlage

Diskutiere Ventilatorstufen einer KWL-Anlage im Forum Lüftung auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

    Registriert seit
    12.2011
    Ort
    Hamburg
    Beruf
    Angestellte
    Beiträge
    937

    Ventilatorstufen einer KWL-Anlage

    Hallo,

    wie regelen KWL-Geräte die benötigte Ventilatorstufe?

    Ich habe hier verschiedene Datenblätter. Bei einem Gerät steht Luftleistung:
    Stufe 1: 75 -140 m³/h
    Stufe 2: 125 - 230 m³/h
    Stufe 3: 160 - 300 m³/h
    Wann hat das Gerät nun in Stufe 2 125 m³/h und wann 230 m³/h? Wird dieser Wert bei der Inbetriebnahme einmalig eingestellt und ist dann fest? Ist der m³/h-Wert von den Rohrwiderständen abhängig?

    Gruß,
    Gwenny
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Ventilatorstufen einer KWL-Anlage

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    08.2010
    Ort
    Oberursel
    Beruf
    Dipl-Ing
    Beiträge
    667
    Da sind normalerweise Diagramme in den Herstellerunterlagen. Längster/Ungünstigster Pfad im Rohrnetz bestimmt den Druckverlust. (Aus dem Kopf): Der Druckverlust ist abhängig vom Volumenstrom. D.h. die jeweiligen Druckverluste im Rohr, in den Bögen, Auslässen, etc musst Du einzeln über Kennlinien raussuchen und addieren (Für den Normlüftungsstrom). Dann gibt es ein Diagramm mit den Kennlinien für jede Stufe, Volumenstrom über Druckverlust. Du trägst den errechneten Druckverlust und den berechneten Volumenstrom bei Normlüftung ein. Die Kennlinie für die Stufen die am nächsten dran ist, ist die richtige Stufe für die Normlüftung. Du müsstest bei Dir Stufe 2 treffen, sonst kannst Du weder hoch noch runter regeln.

    Willst Du deine persönliche Kennlinie für die Stufen haben, dann musst du das obige Spielchen mit einer Reihe von angenommenen Volumenströmen neu durchrechnen, jeweils Druckverlust und Volumenstrom eintragen und dann die Punkte verbinden. Die Schnittpunkte dieser Kurve mit den Kurven für Stufe 1 bis Stufe 3 gibt dir deine Arbeitspunkte an.

    So jetzt hoffe ich, dass ich das aus dem Kopf richtig hinbekommen habe und kein Klops drin ist.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3

    Registriert seit
    07.2012
    Ort
    München
    Beruf
    IT
    Benutzertitelzusatz
    hat mal was vernünftiges gelernt
    Beiträge
    2,906
    bzgl. wann gilt welcher Wert.
    Ja, die einzelnen Luftdurchsätze werden bei der Inbetriebnahme pro Stufe eingeregelt (zumindest bei mir war da so) und sind dann "fest". Du kannst natürlich selber die Programmierung anpassen, diese wurde aber auf die bestehenden Filter/Strömungswiderstände angepasst.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4

    Registriert seit
    08.2010
    Ort
    Oberursel
    Beruf
    Dipl-Ing
    Beiträge
    667
    Zitat Zitat von Zellstoff Beitrag anzeigen
    bzgl. wann gilt welcher Wert.
    Ja, die einzelnen Luftdurchsätze werden bei der Inbetriebnahme pro Stufe eingeregelt (zumindest bei mir war da so) und sind dann "fest". Du kannst natürlich selber die Programmierung anpassen, diese wurde aber auf die bestehenden Filter/Strömungswiderstände angepasst.
    Beim einregeln werden doch nur die Volumenströme an einem Tellerventil verstellt. Daraufhin ändert minimal sich der Druckverlust im System, ausgehend von der Kennlinie für die fix gewählte Stufe findet das System einen neuen Fixpunkt bei dem Druckverlust und Volumenstrom wieder auf der Kennlinie liegen. Damit hat sich dann dein Volumunstrom ebenfalls geändert, damit ändern sich minimal auch alle Volumenströme an den Auslässen.

    Du kannst also nicht direkt den Gesamtvolumenstrom einstellen, weil dein Arbeitspunkt immer auf der Kennlinie liegt und der Druckverlust selber vom Volumenstrom abhängt.

    Der Hersteller mit H hat in einem seiner Handbücher hinten drin eine komplette Rechnung per Hand. Gibt es online.

    Und wichtig. Das muss vorher gemacht werden, beim Einregeln ist es zu spät. Es kann aufgrund der Druckverluste sein, dass du bei ein größeres Gerät nehmen musst, weil du den Volumenstrom nicht hinbekommst.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5

    Registriert seit
    11.2011
    Ort
    Lkr. Freising
    Beruf
    Ingenieur
    Beiträge
    11
    Zitat Zitat von tanzbaer Beitrag anzeigen
    Du kannst also nicht direkt den Gesamtvolumenstrom einstellen, weil dein Arbeitspunkt immer auf der Kennlinie liegt und der Druckverlust selber vom Volumenstrom abhängt.
    Kann ich so nicht bestätigen!

    Bei meiner Anlage kann ich dies sehr wohl. Dort lässt sich sogar die Differenz zw. Zu- und Abluft (sofern durch Strömungswiderstände gegeben) einregeln. Das Einregeln des Gesamtvolumens über die Ventile ist nach meiner Ansicht suboptimal. Wieso die Anlage stärker laufen lassen als benötigt? Dies erzeugt einerseits Geräusche und die Anlage verbraucht anderseits unnötig Energie.

    Gruß
    Thomas
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6

    Registriert seit
    08.2010
    Ort
    Oberursel
    Beruf
    Dipl-Ing
    Beiträge
    667
    Zitat Zitat von weichi Beitrag anzeigen
    Kann ich so nicht bestätigen!

    Bei meiner Anlage kann ich dies sehr wohl. Dort lässt sich sogar die Differenz zw. Zu- und Abluft (sofern durch Strömungswiderstände gegeben) einregeln. Das Einregeln des Gesamtvolumens über die Ventile ist nach meiner Ansicht suboptimal. Wieso die Anlage stärker laufen lassen als benötigt? Dies erzeugt einerseits Geräusche und die Anlage verbraucht anderseits unnötig Energie.

    Gruß
    Thomas
    Ich bin mir nicht sicher ob wir über das gleiche reden. Der Fragesteller fragt nach einer Anlage mit 4 fixen Ventilatorstufen. Da lässt sich an der Anlage ausser der Auswahl einer dieser 4 Stufen nichts regeln. Es mag andere Anlagen geben, die sich da anders verhalten, aber über die habe ich mich zumindest hier nicht ausgelassen.

    Wieviel Volumen die Anlage in einer gewählten Stufe befördert ergibt sich aus der Gerätekennlinie. Dort ist Druckverlust über Volumenstrom aufgetragen, da beide voneinander abhängig sind in dem Gesamtsystem findet die KWL schön einen Arbeitspunkt auf der Gerätekennline der ausgewählten Stufe. Bei einem Gerät mit 4 Stufen ergeben sich damit exakt 4 mögliche Betriebspunkte, mehr nicht.

    Diese Arbeitspunkte lassen sich natürlich verschieben, indem der Druckverlust, bzw der Volumenstrom angepasst wird. Öffnen eines Ventils erhöht den Volumenstrom und verringert den Druck, Dein Arbeitspunkt wandert im Druck/Volumenstrom Diagram nach rechts und nach unten. Der neue Punkt ist aber zunächst vermutlich instabil, d.h. liegt neben Deiner Kennlinie der Stufe. Nehmen wir mal an er läge darunter. Dann ist der Druckverlust im System geringer, als für diesen Arbeitspunkt notwendig, damit wandert Dein Arbeitspunkt weiter nach rechts und leicht nach oben, bis er nach einem Einschwingvorgang wieder auf der Kurve liegt. Nach rechts geht er, weil die Anlage mehr durchbläst, der zusätzliche Luftstrom verteilt sich dann auf alle Öffnungen, nach oben geht er, weil mehr Volumenstrom den Anlagenwiderstand und damit den Druckverlust erhöht. Nach dem Einschwingvorgang bist Du aber wieder auf exakt einem Arbeitspunkt, das ist dann dein neuer. Und damit haben sich auch die 3 anderen Arbeitspunkte in den drei anderen Stufen geändert.

    Deswegen hatte ich ja geschrieben, dass man das vor einem Kauf rechnen sollte. Wenn die Steigungen der Kennlinien der Stufen nämlich ungünstig sind und man bei der Normluftmenge einen zu hohen Anlagendruckverlust bekommt, dann wird evtl. der Normaustausch nur mit einer hohen Stufe erreicht.

    Beispiel. Ich habe mal mein Gerät gepickt. Kann bis 500m3/h, hat 8 Stufen. Dein Planer sagt, der Bau braucht 250m3/h in der Normlüftung. Erster Reflex wäre zu sagen, super, 250 ist genau die Hälfte von 500, passt. Mitnichten. Bei 100pa Druckverlust bei 250m3/h läge der Arbeitspunkt zwischen Stufe 4 und 5, Maximalmenge in der höchsten Stufe aber schon unterhalb der 500m3. Bei 200pa Druckverlust läge der Arbeitspunkt auf Stufe 6 und irgendwo zwischen 400m3/h und 450m3/h wäre Schluss. Bei 300pa müsstest Du mit Stufe 7 für die Normlüftung fahren.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.2011
    Ort
    Hamburg
    Beruf
    Angestellte
    Beiträge
    937
    Okay, das habe ich verstanden. Vielen Dank für die Erklärungen.

    Wie wird denn der Gesamtdruckverlust der Anlage berechnet?
    Mir ist klar, dass es für jede Komponete entsprechende Diagramme gibt. Die liegen mir auch vor. Aber werden die Druckverluste durch die Einzelkomponenten (Rohre, Gitter etc.) in der Zu- und Abluft aufsummiert, einzeln betrachtet oder sogar als Absolutwerte betrachtet (also Zuluft als '+'-Werte und Abluft als '-'-Werte, da die Abluft ansaugt)?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  10. #8

    Registriert seit
    08.2010
    Ort
    Oberursel
    Beruf
    Dipl-Ing
    Beiträge
    667
    Meines Wissens längster Weg, bzw Weg mit dem grössten Druchverlust. Bei dem Online Planungstool vom Hersteller mit dem H rechnet Dir das Tool das auch aus.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #9
    Themenstarter

    Registriert seit
    12.2011
    Ort
    Hamburg
    Beruf
    Angestellte
    Beiträge
    937
    Zitat Zitat von tanzbaer Beitrag anzeigen
    Meines Wissens längster Weg, bzw Weg mit dem grössten Druchverlust.
    Ja, das stimmt. Habe ich nun auch herausgefunden. Max. Druckverlust zwischen "Außenlufteinlass und Zuluftauslass" bzw. "Fortluftauslass und Ablufteinlass"

    Weitere Frage: Die Anlagen werden meistens mit einem Gesamtdruckverlust von ungefähr 100Pa ausgelegt. "Mein" Anbieter legt die nun auf 150 Pa aus. Wie bewertet ihr das?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen