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  1. #1

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    Folien mit variablem sd-Wert

    Hallo zusammen,

    ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit Folien die einen variablen sd-Wert besitze. Bauphysikalisch gesehen sind diese Folien das einzig wahre. Experten die immer noch die Meinung vertreten, das innen mit einer Dampfbremse genüge getan ist, bzw. nur das Motto vertreten "innen dichter als außen" betrachten das Feuchtproblem nur im Winter. Ich lese zwar (auch hier im Forum) immer wieder, das dies Wissen da ist, das im Sommer eine Umkehrdiffusion stattfindet oder anders das Partialdruck Gefälle nicht mehr wie im Winter von innen nach außen sondern im Sommer von außen nach innen vorliegt. Dank der Folien mit dem variablen sd-Wert ist ein austrocknen des Gefachs (Dämmung) möglich. Die sd-Werte gehen von 0,2 bis fast 10 m. Im Winter machen diese sozusagen zu und lassen keine warme Luft hindurch und im Sommer ist jedoch in die andere Richtung ein austrocknen möglich. Jetzt meint bestimmt ein "Experte" : Wenn keine Feuchtigkeit ins Gefach kommt muss auch nichts austrocknen. Das dies so nicht stimmt wissen wir spätestens seit dem es Flankendiffusion gibt oder einfach eine Beschädigung der Dachhaut oder Dampfbremse.

    Meine eigentliche Frage soll lauten : Hat sich noch einer darüber schon mal Gedanken gemacht oder etwas davon gehört und kann mir Hersteller zu diesen Folien nennen. Ich möchte in nächster Zeit neu bauen und wollte dieses Technik bei mir verarbeiten. Einen namentlich bekannten Isolier-Hersteller habe ich gefunden, der solch eine Folie anbietet, aber da muss es doch noch mehr geben.
    Entschuldigt die Lange Einleitung, doch damit ihr überhaupt wisst wovon ich spreche dachte ich wäre eine Erklärung nicht schlecht.

    Viele Grüße aus Bayern

    Alexander
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  2. Folien mit variablem sd-Wert

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    iii bäääh .. du wirst doch nicht gegen plastiktüten zu felde ziehen?

    spass beiseite: die mehrzahl der kollegen (im forum und auf der baustelle) sieht das problem ähnlich. ein paar unbelehrbare muss es aber auch geben

    ob es unbedingt "denkende" (feuchteviariable) folien sein müssen, oder ob bspw. eine proclima db+ reicht, hängt vom bauteilaufbau ab.
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  4. #3
    Avatar von JDB
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    Hauptsache die Feuchtigkeit weiß auch, was sie zu tun hat.
    Wenn nach außen kein (kaum) Widerstand, dann bleibt diese Folie eine Perle vor die Sau.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Hey,

    danke für die Antworten. Die Pro Clima habe ich mir angeschaut. Gefunden habe ich dann gleich noch die "Intello" von Pro Clima. Die muss ich aber erst mal studieren. Angeblich kann die das was JDB nicht für möglich hält. Sie ist im Winter Dampf dicht und im Sommer Dampf offen.
    Also keine Perlen vor die Säue.


    Viele grüße aus Bayern


    Alexander
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  6. #5
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    @ Alexander: Laß Dir von Moll GmbH ( = pro clima ), Schwetzingen, schicken die umfangreiche Broschüre " Kompetenz in Luftdichtung ". Dort ist alles eingehend beschrieben, Verlegeanleitung, Muster usw > Empfehlenswert!!!

    Weitere Hersteller von " variabelen " Folien ist der Marktführer ( heißt nichts! ) G+H Isover. Produkt heißt Klimamembran ( KM ) Vario.

    Konzept von Moll erscheint mir durchdachter und baustellengerechter.

    Im übrigen liegst Du mit dem, was Du Dir bereits angelesen hast, meiner Ansicht nach völlig richtig: Umkehrdiffusion, eingebaute Feuchtigkeit ( zu feuchtes oder feucht gewordenes Bauholz ), Leckagen. Spätestens in ein paar Jahren wirds aRdT sein und jeder der es auch dann noch anders macht, hat den " schwarzen Peter ".
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  7. #6

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    wie nett, dass hier einmal mein heimatort (schwetzingen) genannt wird.
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  8. #7

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    Salz in die Suppe schütt....


    Vorweg, ich bin kein Plastiktütenlobbyist. Aber gensowenig wie die Plastiktüte funktioniert, ist die variable Folie ein Universalallheilmittel.
    Zu beurteilen ist die Gesamtkonstruktion in allen "Lebenslagen", was zugegebenermaßen aufwendig ist und ein gerüttelt Maß an Bauphysikverständniss verlangt.
    Ich würde mich nicht wundern, wenn die Gutachter in ein paar Jahren massiv Arbeit aus solchen KM-Konstruktionen bekommen.
    Wie zu Beginn der Unterspannung, als sich plötzlich bei vielen Häusern Wasserschäden durch Kondensat an der Unterseite der Unterspannung zeigten.
    Gerade im Trockenbau geht die Schere zwischen erzielbaren Preisen und notwendigen Leistungen UND Fortbildungen sehr weit auseinander - weit mehr als gut ist.
    MfG
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  9. #8

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    @ und Dank Herr Dühlmeyer

    Ich hatte ja schon meinen "Beitrag" verfasst ihn dann aber nicht eingestellt.

    Bisher habe ich nur Konstruktionen mit "variablen" Folien gesehen, die schon in der Bauphase (Winter) nicht so toll funktioniert haben.

    Was aber nix heißen soll, da es wie schon ausgeführt auf etliche Randbedingungen ankommt (Jahreszeit!, Putz/Estrich vorher oder nachher? Wie trocken ist das Gebälk?, die ganze Hütte? undundund.

    Als Stukki würde ich nach meinen Beobachtungen im Massivbau zu einer Dampfsperre z.B. Delta-Reflex von Doerken tendieren. Holzbau ist ja wieder ganz was andres...

    Wenigstens eine Seite trocken
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  10. #9
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    Du sagst es, Holzbau ist was anderes.

    Delta Reflex ist laut Doerken eine " Dampfsperre " mit sd-Wert von " über 100 " mit eingebetteter Alu-Schicht und wird empfohlen von Doerken für Eindeckungen mit Stahltrapezprofilen unter besonderem Blickwinkel des Brandschutzes.
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  11. #10
    Avatar von JDB
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    Können wir bitte unterscheiden zwischen

    1. "ungefährlichen" normalen EFH-Steildächern mit Unterspannbahn und Ton-, bzw Betondachziegeln

    und

    2. "gefährlichen" Konstruktion, bei denen der Sperrwert nach außen groß ist.
    (Stichworte: Trapezblech, Flach(-geneigtes)-Dach, Gründach,...)
    -
    Erklärt mir bitte meinen ersten Einwand:
    Warum soll ich *teuer* die Tür nach innen aufmachen, wenn sie außen *sowieso* aufsteht !?
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  12. #11

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    Zitat Zitat von JDB
    Hauptsache die Feuchtigkeit weiß auch, was sie zu tun hat.
    Wenn nach außen kein (kaum) Widerstand, dann bleibt diese Folie eine Perle vor die Sau.
    Genau das ist der springende punkt!!!
    Ich sage immer zum Bauherren "Warum ein Risiko eingehen?"
    Woran merken Sie , ob die Sache funktioniert????
    Sie merken es nicht, das Sie nicht sehen können, ob sich Feuchtigkeit ansammelt.
    Was können Sie aber eventuel sehen? Schimmel, wenn es nämlich nicht funktioniert!
    Und dann können Sie alles wieder rausreißen! Oh, das wird teuer.
    Mein Tipp: Finger weg davon. Der Hersteller geht ganz sicher nicht in die Haftung. Da heißt es dann: Sie haben falsch gebaut!

    Mfg
    Schwabe
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  13. #12

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    Eben JDB

    Und diese Tür ist bei einem "nassen" Bau auch nach außen offen und die KMF ist 100% nass. 3mal erlebt in einem Winter.
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  14. #13

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    Zitat Zitat von MichaelG
    Und diese Tür ist bei einem "nassen" Bau auch nach außen offen und die KMF ist 100% nass. 3mal erlebt in einem Winter.
    Hallo Michael,
    ich bitte um kurze Erklärung.
    Danke.
    Schwabe
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
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    @jdb: Besorg Dir die bereits genannte Broschüre ( = ganzes Paket ) und dann können wir ja nochmals darüber diskutieren, ob es vielleicht doch Sinn macht, die " Tür im Sommer nach innen " aufzumachen.

    @Schwabe: Warum war denn die variabele Folie im Winter an 3 BVH 100 % nass? Wars Konvektion oder hat die variabele Folie nicht funktioniert? Haste geprüft? Was war Ergebnis der Prüfung?

    Du kannst ja wohl kaum damit argumentieren wollen, daß die Folie Mist ist, wenn der Verarbeiter sie u.U. falsch angebracht hat. Also immer schön sachlich.
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  17. #15

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    Erklärung

    Hallo Schwabe.

    KMF-Steildachdämmung jeweils mit G+H Klimamembran in Oktober/November 2003
    (zu meinem und eines Kollegen Glück, weil wir das im Auftragsfall ja auch mit dieser Folie ausgeführt hätten, jeweils Bauherrenleistung)

    Innenputz und Estrich`im Anschluss

    Vor und zu Weihnachten "öffnen" der Konstruktion da offensichtlich Dämmstoff durchfeuchtet...(tolle Sache das: Ärger, Termine, Ersatz Dämmstoff? hahaha)

    Die Luftfeuchte im noch unbeheizten Bau wird in derartiger Situation wohl von der offensichtlich intelligenten Folie in die trockene Dämmung "abtransportiert" (bis zum Konzentrationsausgleich?)

    Die Deckenbekleidungen, überall Gipskartondecke, waren jeweils auch Eigenleistung der Bauherren. Vielleicht hätte es geholfen, wenn die auch vorab montiert gewesen wäre.

    Aber das ist mir dann doch alles sehr viel Konjunktiv...

    Einzelfälle waren das sicher nicht, lt. Baustoffhandel kommt derartiges gelegentlich vor

    Und deshalb rate ich den eigenleistungsgeilen Bauherren seither,ausser im Sommer von der "guten" Folie ab.


    nebenbei bemerkt, Delta-Reflex ist von Doerken auch für "normale" Steildächer empfohlen...



    Vielleicht doch nur Einzelfälle, Schwabe, aber ich setz da auf die hundert zu 5, sprich 20fache Redundanz
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