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Verständnisfrage Lüftung

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  1. #1

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    Verständnisfrage Lüftung

    Moin zusammen.

    Wir wohnen seit Samstag im Haus und haben eine KWL mit WRG.
    Im Haus haben wir mehrere Hygrometer bzw. eine Wetterstation mit Außenfühler.

    Die Lüftung hat 3 Stufen wobei lt. Anlagenerrichter Stufe 2 für den Normalbetrieb gedacht ist (Stufe 1 bei Abwesenheit / Stufe 3 bei Party o.ä).
    Nun haben wir allerdings das Problem das bei Stufe 2 die Luftfeuchtigkeit in den Räumen auf ca. 35 % fällt, was für die Massivholzmöbel (und den Menschen) natürlich auch nicht gerade gesund ist.

    Wenn ich nun auf Stufe 1 stelle, pendelt sich der Wert zwischen 43 % und 50 % ein.

    Nun zur eigentlichen Frage:

    Wenn ich es richtig verstanden habe soll die KWL ja eigentlich hauptsächlich dafür sorgen das die Luftfeuchtigkeit im dichten Haus abtransportiert wird um Schimmel vorzubeugen, oder ? Wenn ja, würde aktuell Stufe 1 ja reichen. Im Sommer wenn mehr Feuchtigkeit in der Außenluft ist wird dann wahrscheinlich Stufe 2 gebraucht.

    Als reine Verständnisfrage: Heute morgen hat der Außenfühler der Wetterstation 5 Grad und 66 % Luftfeuchtigkeit angezeigt. Wenn ich nun die Anlage stärker stelle geht die Luftfeuchtigkeit trotzdem runter. Die Anlage bläst 19 Grad warme Luft ins Haus. Hat das dann auch mit dem Effekt zu tun das kalte Luft weniger Feuchtigkeit speichern kann wie warme ?

    Vielleicht kann jemand ja Licht ins Dunkel bringen.
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  2. Verständnisfrage Lüftung

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  3. #2

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    Hallo,
    ein Hygrometer misst die RELATIVE Luftfeuchtigkeit. Die gleiche Menge an Wasser in der Luft führt dann z.B. bei 5° zu einer rel. L. von 60%, bei 20 ° aber zu 30° (das sind fiktive Werte, nur zur Erklärung).

    Wir lüften den ganzen Winter über auf niedrigster Stufe, das reicht. Im Frühling / Herbst dann auf "Normalstufe", im Sommer kannst Du das Ding eigentlich abschalten, weil sowieso ständig irgendwo ein Fenster offen ist.

    Wenn es draußen kalt ist, führt regelmäßiges Lüften und Heizen immer zu trockener Luft, auch wenn man keine KWL hat!

    Im Winter wird sich das Problem mit der trockenen Luft noch verschärfen, mach Dir da schon jetzt mal ein paar Gedanken drüber.

    Viele Grüße!
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  4. #3
    Themenstarter

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    Wir hoffen das wir uns bis zum nächsten Winter auf jeden Fall mal soweit eingelebt haben das auch ein Paar Pflanzen mehr da sind.
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  5. #4

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    Die Pflanzen werden es nicht rausreissen! Ich habe im Wohnzimmer ein Hygrometer stehen und wenn ich sehe, auf welche Luftfeuchtigkeit ich komme, wenn ich im Winter regelmäßig lüfte, muss ich sehr aufpassen, nicht weit unter 30% zu kommen. Ich habe mir daher schon extra einen Luftbefeuchter gekauft, der die Luffeuchte auf +- 50% bringt. Wenn Du schon bei den jetzigen Temperaturen auf so niedrige Werte kommst, kannst Du Dir gleich ein paar von diesen Teilen bestellen und in jedem Wohnraum aufstellen. Das wird nicht ganz billig.
    Hat Deine KWL keinen Enthalpietauscher? Sowas würde ich unbedingt bei einem Neubau mit einplanen.
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  6. #5
    planfix
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    diese antwort hilft jetzt auch nicht viel weiter, denn ihr habt die kwl ja schon, aber allen, die hier stöbern und lesen, sei gesagt:

    es gibt auch kwl mit feuchterückgewinnung. diese haben einen membranwärmetauscher.

    pflanzen helfen ein bisschen gegen die trockene raumluft, aquarien sind jedoch effektiver. das muß man aber mögen und arbeit machen die auch.
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  7. #6
    Themenstarter

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    Wie schon erkannt. Für Feuchterückgewinnung ist es "zu spät".

    Da wir aber mit Stufe 1 bisher ein angenehmes Klima haben nochmal die Frage: Hauptaufgabe in Neubauten ist doch eigentlich die Feuchtigkeit auf ein passendes Niveau zu bekommen um Schimmel zu vermeiden.

    Wenn also bei Stufe 1 alles passt im Winter können wir uns Stufe 2 im Winter doch sparen. Oder hat der stärkere Luftstrom sonst noch Vorteile ?
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  8. #7

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    Zitat Zitat von wadriller Beitrag anzeigen
    Wie schon erkannt. Für Feuchterückgewinnung ist es "zu spät".
    Nein. Wir hatten auch das Problem mit Luftfeuchtigkeit - den Wärmetauscher habe ich dann gegen die Enthalpievariante getauscht. Die Kosten waren mit 830 EUR überschaubar - Arbeitsaufwand 30 Minuten.

    Allerdings kann der nur Feuchte rückgewinnen die auch da ist. Also wir sind von 25 bis 30% auf ~35% gekommen. Und haben dann noch einen Luftbefeuchter aufgestellt...

    Zitat Zitat von wadriller Beitrag anzeigen
    Da wir aber mit Stufe 1 bisher ein angenehmes Klima haben nochmal die Frage: Hauptaufgabe in Neubauten ist doch eigentlich die Feuchtigkeit auf ein passendes Niveau zu bekommen um Schimmel zu vermeiden.

    Wenn also bei Stufe 1 alles passt im Winter können wir uns Stufe 2 im Winter doch sparen. Oder hat der stärkere Luftstrom sonst noch Vorteile ?
    Wenn du dich bei Stufe 1 wohlfühlst, dann nimm Stufe 1. Die Luftwechselrate sollte so groß wie nötig - aber so klein wie möglich sein würde ich sagen.
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  9. #8
    Themenstarter

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    Naja für 830 € bekommt man auch schon den ein oder anderen Befeuchter.

    Genau der letzte Satz ist ja meine Kernfrage:

    Woran erkannt man das die Luftwechselrate "richtig" ist. Meiner Meinung nach ja daran das die Luftfeuchtigkeit einen angenehmen Wert hat (45 - 55 % ??? )
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  10. #9

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    Zitat Zitat von wadriller Beitrag anzeigen
    Naja für 830 € bekommt man auch schon den ein oder anderen Befeuchter.
    Wir haben einen für ~300 der nominell für 50 m² ausgelegt ist. Der hat einen Lüfter und ein vernehmbares Betriebsgeräusch. Braucht natürlich auch Strom (aber nicht viel) und man muss alle ein bis zwei Tage Wasser nachkippen.

    Sowas bräuchtest du dann in jedem Raum (wo die Feuchte nicht stimmt).

    Mit einem Enthalpietauscher kannst du mittels der Lüftungsanlage bis zu einem gewissen Grad die Feuchtigkeit im Haus verteilen.

    Zitat Zitat von wadriller Beitrag anzeigen
    Genau der letzte Satz ist ja meine Kernfrage:

    Woran erkannt man das die Luftwechselrate "richtig" ist. Meiner Meinung nach ja daran das die Luftfeuchtigkeit einen angenehmen Wert hat (45 - 55 % ??? )
    Es gibt Leute die fühlen sich bei 25% wohl - andere nicht. Meine Frau bekommt schnell trockene Augen und ist da eher empfindlich - ich eher unempfindlich.

    Für mich ist der Moment wichtig wo ich das Haus/ein Zimmer betrete. Wenn ich da das Gefühl hab das schlechte Luft herrscht ist die Luftwechselrate IMHO zu gering. Im Moment reicht uns auch Stufe 1.
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  11. #10

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    Zitat Zitat von wadriller Beitrag anzeigen
    Woran erkannt man das die Luftwechselrate "richtig" ist. Meiner Meinung nach ja daran das die Luftfeuchtigkeit einen angenehmen Wert hat (45 - 55 % ??? )
    Ich würde Sauerstoffgehalt bzw. CO2-Gehalt auch als relevante Werte ansehen.
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  12. #11

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    Jetzt gehts mal nicht um trockene, sondern um feuchte Luft und Schimmelgefahr:

    Und um die RELATIVE Luftfeuchtigkeit. Soweit ich das verstanden habe, kann warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte, d.h 70 % bei 20 °C ist ABSOLUT viel mehr Feuchtigkeit als 70% bei 10 °C.

    Nun ist mir noch bekannt, dass ein gesundes Raumklima bei 40-60 % liegt. Ab 70 % besteht Schimmelgefahr, ab 80 % ist es nur eine Frage der Zeit (erfahrungsgemäß wenige Tage).
    Aber: Inwieweit ist die Schimmelgefahr abhängig von der TEMPERATUR, d. h. im Umkehrschluss von der ABSOLUTEN Luftfeuchtigkeit?

    Fiktives Beispiel: Keller mit 12 °C und 75 % rel. Luftfeuchte und ein Schlafzimmer 17 °C und rel. 65 % Luftfeuchte: Wo besteht das höhere Schimmelrisiko? Ich weiß, praktisch gibt es noch weitere Faktoren (Schrankwände z. B.). Aber was ich wissen will ist eigentlich letztlich, ob es Niedrig-Temperaturen gibt, welche eine Schimmelbildung verhindern, selbt wenn die rel. Luftfeuchte im Risikobereich ist oder ob es Hoch-Temperauren gibt, welche selbst bei annähernd "gesunder" rel. LF (z. B. 65 %) ein Schimmelrisiko sind? Oder anders gefragt: Wie lässt sich die Abhängigkeit des Schimmelrisikos von der ABSOLUTEN Luftfeuchtigkeit beschreiben?

    Kurz:
    die Schimmelbildung ist abhängig von der rel. LF
    die rel. LF ist abhängig von der Temperatur
    aber gibt es auch direkte Abhängigkeiten von Schimmel und Temperatur, welche den Faktor rel. LF stark verkleinern?
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  13. #12

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    Die Raumlufttemperatur (und nur diese misst Du mit einem normalen Thermometer) und die rel. Luftfeuchte sagen erstmal gar nichts zu einer Schimmelproblematik aus.
    In Deinem Beispiel hast Du schon richtig erkannt, dass im Schlafzimmer ein potentiell höheres Risiko steckt als im Keller.

    Notwendige Bedingung für Schimmel ist nämlich das Vorhandensein von Feuchte auf entsprechenden dafür geeigneten Untergründen.
    Diese Feuchte entsteht gern aus der Kondensation von Luftfeuchte auf deutlich kälteren Oberflächen.
    Diese werden in einem 12 grädigen Keller seltener anzutreffen sein als in einem Schlafzimmer mit 17° RLT und kalten Fensterlaibungen, Außenwandecken und Kleiderschrankrückseiten.
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  15. #13

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    Zitat Zitat von ultra79 Beitrag anzeigen
    Nein. Wir hatten auch das Problem mit Luftfeuchtigkeit - den Wärmetauscher habe ich dann gegen die Enthalpievariante getauscht. Die Kosten waren mit 830 EUR überschaubar - Arbeitsaufwand 30 Minuten.
    DOCH! Denn nicht jeder Hersteller bietet Enthalpietauscher an...deswegen ist auch eine Nachrüstung nur selten möglich...
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  16. #14

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    Zitat Zitat von ThomasMD Beitrag anzeigen
    Die Raumlufttemperatur (und nur diese misst Du mit einem normalen Thermometer) und die rel. Luftfeuchte sagen erstmal gar nichts zu einer Schimmelproblematik aus.
    In Deinem Beispiel hast Du schon richtig erkannt, dass im Schlafzimmer ein potentiell höheres Risiko steckt als im Keller.

    Notwendige Bedingung für Schimmel ist nämlich das Vorhandensein von Feuchte auf entsprechenden dafür geeigneten Untergründen.
    Diese Feuchte entsteht gern aus der Kondensation von Luftfeuchte auf deutlich kälteren Oberflächen.
    Diese werden in einem 12 grädigen Keller seltener anzutreffen sein als in einem Schlafzimmer mit 17° RLT und kalten Fensterlaibungen, Außenwandecken und Kleiderschrankrückseiten.
    Danke, das ist doch schon mal was!

    Trotzdem frage ich mich, ob es auch Temperaturwerte für Schimmel gibt.
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