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Wie finde ich die undichte Stelle in der Dampfsperre (außer durch Blower-Door-Test)

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  1. #1

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    Wie finde ich die undichte Stelle in der Dampfsperre (außer durch Blower-Door-Test)

    Hallo, guten Abend,

    eher ein Winterthema, aber jetzt wäre die Zeit für die Sanierung...
    Vor ein paar Jahren wurde bei mir das Dach von innen gedämmt, die Firma kurz darauf in Insolvenz gegangen. Mein Problem immer noch… siehe Bild. Zwei Dachziegel über dem Dachfenster taut der Schnee immer viel schneller Weg. Die anderen Taubereiche, die man sieht, sind durch die Wände bedingt, die bis an die Dachhaut stoßen.

    Ein Baugutachter war damals da, der meinte "komplettes Dach mit Aufdachdämmung neu machen", aber das konnte und kann ich mir leider immer noch nicht leisten. Inzwischen beseitige ich meine Bauschäden nach und nach selbst. Ich hatte den Bereich dann einmal komplett aufgerissen und ein paar schlecht/gar nicht verklebte Bereiche im Bereich der Kehlbalken sowie bei den Folienstößen entdeckt. Die Stellen habe ich zusätzlich verklebt und um die Kehlbalken eine extra Folienschicht gelegt, um diesen Bereich großflächig zu schließen. Danach habe ich alles wieder zu gemacht, in der Hoffnung, dass es jetzt dicht ist. War es aber nicht.

    Somit eine Frage an das Forum, ob Ihr einen Tipp habt (außer "alles runter/Aufdachdämmung"): wo soll ich jetzt nochmals zuerst suchen/aufreißen , ohne wieder alles aufreißen zu müssen?

    Kurz vielleicht noch der Dachaufbau von innen nach außen:
    - Kehlbalkendach
    - unter Sparren: Gipskarton 2fach, Lattung, Dampfsperre, 10 cm Holzfaserdämmplatte,
    - zwischen Sparren: 8 cm Glaswolle + 4 cm Luftspalt für Hinterlüftung
    - auf Sparren: Dachverschalung, Bitumenbahn, Dachlattung, Dachziegel

    Und ein paar Worte zu Besonderheiten:
    - Der Bereich in dem der Schnee schnell weg taut beginnt unten ziemlich in der Mitte zwischen Kehlbalken und Dachfenster und reicht bis oben zum First.
    - Die Dampfsperre besteht (habe ich erst nach dem Öffnen gesehen) aus einem horizontal abwechselnden Dampfsperren/Dampfbremsen-Mix (Vario-Folie von Isover). Dieser Mix ist besteht aber auch in den angrenzenden Sparrenbereichen links/rechts vom Fenster (da quer), hier ist aber kein entsprechendes früheres Abtauen, somit würde ich das nicht als Hauptursache sehen.

    Anbei noch ein paar Bilder:
    - Dach_außen.jpg
    - Dach_innen_Taubereich_u_Kehlbalken1.jpg: gerade freigelegter Bereich, dort wo Taubereich unten endet (zwischen Kehlbalken und Dachfenster)
    - Dach_innen_Taubereich_u_Kehlbalken2.jpg
    - Dach_innen_über_Kehlbalken1.jpg (zwischen Kehlbalken und First)

    So und jetzt gute Nacht und vielen Dank schon einmal,
    Oliver
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  2. Wie finde ich die undichte Stelle in der Dampfsperre (außer durch Blower-Door-Test)

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  3. #2
    Avatar von sk8goat
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    Ich denke, dass es am Dachfenster selbst liegen könnte.
    War die Dämmung nass?
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  4. #3

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    Könnten Sie vielleicht noch einen Schnitt durch das Dach einstellen, eine Skizze reicht. Mich interessiert dabei vor allem, wo die Kehlbalkenlage im Verhältnis zum Abtauen liegt und wo die Abtaustelle genau ist.
    Zum Bild 2: ist da eine Fehlstelle in der Dampfbremse/Luftdichtheit. Da scheint doch eine Bohrung genau an der Stelle des Abtauens zu sein, oder?
    Zum Bild 4: ist da wirklich eine durchgehende Dampfbremse (wenn auch wechselndes Material) Ab etwa Bildmitte nach unten, bis zum Beginn der weißen Folie kann ich keine Folie sehen...

    Auf dem ersten Bild sieht es mir auch nach einer nicht gedämmten Mauerkrone der Giebelwand aus. Die Frage ist aber: ist dort auch ein Mangel an der Luftdichtheitsebene vorhanden (wäre schlimmer als etwas zu hohe Energieverluste)?
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  5. #4
    Avatar von Flocke
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    Moin
    Der Bereich über dem Dachflächenfenster und die Giebelwand sind neben Dunstrohren und Kehlbalkenlage eigentlich die klassiker der Wärmebrücken.
    Es ist durchaus möglich das die Giebelwand nicht überdämmt wurde, dondern bis unter die Dachhaut gemauert wurde.
    Falls Sie doch überdämmt wurde, sind hier oftmals die Verklebungen schlecht oder mit falschen Produkten ausgeführt.
    Am Dachfenster hilft es nur die Anschlüsse zu kontrollieren und nachzusehen ob auch überall bis an die Laibung gedämmt wurde.
    So wie die Verklebungen ausgeführt wurden, ist es gut möglich, das Hier noch mehrere Stellen und Schwachpunkte gefunden werden.
    Eigentlich hilft hier nur den Innenausbau Etappenweise zurückzubauen und Abschnittsweise die Fehler zu beheben. Der Rückbau sollte allerdings bis zur Glaswolle erfolgen, da auch hier eine lückenlose Dämmschicht vorhanden sein muß.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Zeichnungen und Bilder folgen.

    Guten Morgen,

    danke schon einmal für die Antworten! Ich werde heute Abend noch die Skizze machen und ggf. weitere Bilder anfügen. Wie gesagt, ich hatte nach Fertigstellung bereits alles schon einmal aufgerissen alles zusätzlich verklebt, wieder zugemacht. Dabe habe ich natürliche Bilder gemacht, ich hoffe, es sind noch weitere passende dabei.

    Noch ein paar Zwischenantworten:
    - Die Bohrung habe ich jetzt aktuell gemacht um zu schauen, ob es dort oben nass ist und ob auch wirklich hinter der Holzfaserplatte die Glasfaser eingebracht wurde. Nicht, dass das Abtauen nur durch eine weniger starke Dämmung verursacht wird.. Nass ist es nicht, jedoch leicht feucht. Sollte durch die Hinterlüftung aber hoffentlich bald trocknen.
    - Ob es nass war - vor dem ersten Aufreißen - JA. Ich hatte Wasserflecken über dem Fenster, aufgemacht eine riesen Wasserpfütze in der Folie und bei Tauwetter tropfte es aus der Hinterlüftungsschicht des Daches. Seit meinen Neuverklebungen gab es das nicht mehr, allerdings sieht man bei speziellen Witterungslagen immer noch etwas "Rauhreifspuren" unten bei den Lüftungsgittern. Somit kommt es hier noch irgendwie feucht durch.
    - Die Dampfsperre/Bremse ist durchgängig. Diese sieht man z.T. nicht gut, da die Isover-Folie durchsichtig ist.

    So, den Rest hoffentlich heute Abend.
    Schönen Tag!
    Oliver
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  7. #6
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    P.s.

    ... und ja, die Außenmauer und die Zwischenwände stoßen direkt ans Dach, hier war kein Platz für eine Dämmlage... somit hier auch klar, dass es mehr wegtaut, als daneben.
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  8. #7
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    Hier die Bilder und der Schnitt

    Guten Abend,

    hier die versprochenen Bilder und der Schnitt.

    Der Schnitt zeigt, wo der Taubereich etwa aufhört (in der Mitte zwischen Fenster und Kehlbalken) und die Sonderkonstruktion meines Daches... die alte Pfette war wohl unterdimensioniert, so dass noch eine zusätzliche Pfette oberhalb der Kehlbalkenlage angebracht wurde. Alles wurde von mir dann natürlich wieder abgedichtet und eingepackt.

    Zu den Bilder noch... hatte ich damals noch vor dem wieder zu machen gemacht:
    - zeigt den Bereich oberhalb des Fensters: Dach_Fenster1.JPG
    - zeigt die eingepackten Kehlbalken/Pfetten: Dach_Kehlbalken1 und 2.JPG

    Gute Nacht,
    Oliver
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  9. #8

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    Ich würde zuerst mal am Fenster suchen. Die Verarbeitung auf dem Bild sieht jetzt nicht besonders vertrauenserweckend aus.
    Zwar kann ich das Einpacken der Pfetten und Kehlbalkenanschlüsse im Detail nicht bewerten, aber es sieht so aus, als ob derjenige verstanden haben könnte, wie es richtig gemacht wird.

    Was mich wundert: es wurden mindestens drei unterschiedliche Dampfbremsen verwendet. Wie kommt das?
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  11. #9
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    Ähem,... für die ersten beiden Folientypen kann ich nichts. Hier haben die Handwerker wohl einfach das verklebt, was sie noch hatten. Dampfsperre und Dampfbremse von Isover. Für die Ummantelungen an den Kehlbalken mit Folie Nr. 3 (auch Dampfbremse) bin ich "schuld" ich war kurz davor die gesamte Dachverkleidung wieder herunterzureißen, was ich dann aber doch nicht machte (alles ist ja bewohnt). So habe ich nur die kritischen Stellen damit bearbeitet und die restlichen Rollen wieder verkauft.

    Um aber noch einmal zum Thema zurückzukommen... (das Foto des Fensters ist übrigens noch vor meinen Verbesserungsversuchen entstanden, ich hatte nicht mehr alles fotorgrafiert, in der Hoffnung, dass jetzt alles ok ist) wie kann man eine Undichtigkeit am Fenster erklären, wenn der Taubereich erst ca. 50 cm oberhalb auftritt? Müsste dann nicht gleich alles ab Fenster betroffen sein?

    Grüße!
    Oliver
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  12. #10

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    Wie ist den über dem Fenster die Funktion der Hinterlüftung realisiert. Wenn die Unterdeckung fachgerecht an das Fenster angeschlossen ist, kann dort eigentlich keine Lufteinführung zwischen unterdeckung und Dämmung stattfinden. Somit passt das theoretische bauphysiklische Muster in diesem Bereich nicht mehr.
    Wollte ich nur mal zu denken geben.
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