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Wärmedämung am Dachüberstand

Diskutiere Wärmedämung am Dachüberstand im Forum Spezialthema: Wärmebrücken auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Wärmedämung am Dachüberstand

    Bei unserem Altbau (ca. 1910) wollen wir möglicherweise das Dach mit dem Dachstuhl durch ein neues, wärmegedämmtes ersetzen.
    Die Stahlbetondecke des Dachgeschosses kragt an allen Seiten etwa 50 cm über die Aussenwände, das bestehende Dach liegt auf dieser Betondecke auf (im Bereich der Aussenwand, nicht auf der Kragplatte) und ist im unteren Teil, (wie bei vielen alten Häusern), zum Dachrand hin ausgerundet.

    Der Architekt schlägt vor, den bestehenden Dachüberstand aus wärmedämmtechnischen Gründen zu entfernen. Das neue Satteldach würde dann nahezu gerade mit 45 Grad vom Bereich der Aussenwände aufsteigen.

    Frage: Könnte man nicht die bestehende Betondecke belassen und den "Kühlrippenbereich"-Bereich auch von unten und vorne isolieren, von oben dämmt ja das Dach mit der Isolierung?

    Neben ästhetischen und Kostengründen halte ich das Entfernen der Kragplatte auch für einen Eingriff in die Statik der bestehenden Geschossdecke:
    1. das Biegemoment wird geringfügig grösser, weil der Kragarm fehlt
    2. vor allem gibt es dann keine Verankerungslänge für die Längsbewehrung, bzw. die äussere Längsbewehrung und Steckbügel am freien Rand wären dann nicht mehr vorhanden.

    Vielen Dank im voraus für qualifizierte Antworten und Meinungen.
    Harald Hechler
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  2. Wärmedämung am Dachüberstand

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  3. #2

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    Dazu müsste man erstmal wissen, ob überhaupt Bewehrung a) in der Decke liegt und b) bis in den Dachüberstand hineingeht.
    Zu der Zeit wurden auch unbewehrte oder minimal bewehrte Decken gemacht. Die Fußpfetten sitzen +- auf der Wand, der Überstand wird mit Aufschieblingen abgedeckt, daher werden da keine Lasten aufliegen.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Danke fuer die schnelle Rueckmeldung.
    Die Dachgeschossdecke ist bewehrt, dass weiss aufgrund zweier Rohrdurchbrueche die ich gemacht habe. Die Plattendicke ist sehr gering, genau nachmessen kann ich das nicht weil ich erst im Juli wieder in Deutschland bin. Die Bewehrung liegt ziemlich unten ohne besondere Ueberdeckung. Der Kragbereich ist wahrscheinlich auch irgendwie bewehrt, und er bekommt auch etwas Belastung ab, die Aufschieblinge alleine wuerden es auf die Dauer wohl nicht halten.
    Natuerlich koennte man das mit etwas Aufwand genauer untersuchen, ich halte den Dachueberstand aber auch aus aesthetischen Gruenden fuer sinnvoll und wuerde lhn daher lieber von unten und vorne daemmen, soweit das vertretbar ist.
    Gruss
    Harald
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  5. #4

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    Ich kann auf den Fotos keine Kragdecke erkennen. Sicher, dass es die gibt?
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  6. #5
    Inkognito
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    Zitat Zitat von PapadeCleo Beitrag anzeigen
    Der Architekt schlägt vor, den bestehenden Dachüberstand aus wärmedämmtechnischen Gründen zu entfernen. Das neue Satteldach würde dann nahezu gerade mit 45 Grad vom Bereich der Aussenwände aufsteigen.
    Manchmal...
    Zitat Zitat von Frank Lloyd Wright
    Ein Arzt kann seine Mißgriffe beerdigen, ein Architekt aber kann seinem Kunden nur den Rat geben, Efeu zu pflanzen.
    Ansonsten, bevor Sie da oben die Kragplatte abtrennen: Der, ich vermute mal anhand des Baujahrs, BSt 22/34 (I) ist glatt und ausschließlich über Endhaken verankert. Wenn die Endhaken weg sind müssen Sie sich was einfallen lassen.
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  7. #6

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    Nee, wenn die Endhaken weg sind wird ihm wohl automatisch was einfallen...
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  8. #7

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    solchen häusern den dachüberstand wegzusäbeln und der optik die aufschieblinge zu nehmen, da kann ich mir nicht vorstellen, dass das gut aussieht. die kommen dann wie toscana-häuser daher. wärmedämmoptimiert hin oder her, die optik, dachform und die porportionen sollten beibehalten werden.
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  9. #8
    Inkognito
    Gast
    Vom konstruktiven Fassadenschutz ganz abgesehen, Würfel mit angegammelter WDVS gibts nun wirklich genug als abschreckendes Beispiel.
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  11. #9
    Themenstarter

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    Guten Morgen,
    die Bodenplatte des Dachgeschosses ist 50cm ueber die Aussenmauern durchgehend betoniert, ich habe mit Kragdecke (vielleicht bezeichnet man das auch anders) diesen Dachueberstand gemeint, der auf dem linken Foto von unten zu sehen ist. Dieser Dachueberstand hat auch etwa die gleiche Dicke wie die Dachgeschossbodenplatte. Auf dem mittleren Foto liegen die Sparren und der horizontale Balken etwa ueber der Aussenmauer, der Bereich rechts hinten unter den Aufschieblingen ist der Dachueberstand.
    Gruss
    Harald
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  12. #10

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    mit großer Wahrscheinlichkeit wird man diese Auskragung auch mit Dämmung "einpacken" können.
    Ich kenne solche Details auch aus eigenen Projekten.

    ggf. wird man, wenn nicht allzuviel Dämmung möglich ist, auf eine Kombination aus Außen- und Innendämmung ausweichen müssen. Hängt aber nicht zuletzt auch davon ab, wo sie hin wollen; also welcher Standard erreicht werden soll. Dass unzuträglich niedrige Oberflächentemperaturen zu vermeiden sind, halte ich für selbstverständlich (Vermeidung von Kondensat- und Schimmelpilzbildung).

    Um eine konkrete Aussage treffen zu können, wird man eine Wärmebrückendetailuntersuchung durchführen müssen. Ist jetzt nicht so ein großer Aufwand...

    Allgemein: ich finde dieses Dach sehr schön und hoffe, dass es dies nach der Sanierung auch noch/wieder ist...
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