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  1. #1

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    Betonkorrosion Kläranlage

    Hallo,
    wir haben ein Problem mit unserer Bio Kläranlage. Der ganze Behälter ist aus Beton, aufgeteilt in Drei Kammern und das Problem ist, das die Trennwände der Kammern oberhalb zerstört sind, durch Korrosin des Betons. Und das schon sehr schlimm, manche Stellen schon so 10 cm, von der Oberkannte, wo der Beton schon fehlt. Nun wollt ich gern mal einen Rat, wie ich das am bessten reparieren/ sanieren kann. Bringt es etwas wenn man die Wände einschalt und Neuen Beton macht? Was für Beton? Oder kann man es noch anders sanieren?

    Mfg
    Marcel
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  2. Betonkorrosion Kläranlage

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
    JamesTKirk
    Gast
    Das muss von einem Fachmann untersucht werden. Könnte sein, dass hier biogene Schwefelsäure schadensauslösend ist. Der wird Dir dann auch sagen, was weiter zu tun ist.
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  4. #3

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    1,589

    Betoninstandsetzung

    Für derartige Schäden gibt es die klassische Betoninstandsetzung.
    Üblicherweise erfolgt diese in 4 Schritten:


    1. Erstbesichtigung durch einen Fachplaner mit Informationsaustausch wie z.B. Übergabe / Einsichtnahme in Bauunterlagen, idealerweise Bestandsunterlagen der Schal- und Bewehrungspläne, geplante Nutzungsdauer, Art der weiteren Nutzung (mögliche Erweiterungen, Ergänzungen, geplante Umbauten), mechanische Beanspruchungen z.B. bei Räumerlaufbahnen, Informationen über Umgebungsbedingungen (in diesem Fall z.B. Wasserqualität, pH-Wert, Anteil an sauren Bestandteilen usw.

      Ggf. gibt es hier auch schon eine Empfehlung, einzelne Kammern für weitere Untersuchungen zu leeren und zu reinigen, um bisher noch nicht sichtbare verdeckte Schäden aufzuspüren, wie z.B. Hohllagen ohne sichtbare Betonabplatzungen und/oder Risse.
    2. Aufnahme der Schäden: z.B. Untersuchung des Beton auf Sulfate und Chloride durch Entnahme von Bohrmehlproben aus verschiedenen Tiefen, Messung der Karbonatisierungstiefe, Messung der Haftzugfestigkeit, Aufmaß der Schadstellen nach Anzahl und Größe.
      Erstellung eines Instandsetungskonzeptes auf Basis der Laborergebnisse mit Kostenschätzung und Materialempfehlungen. Ggf. noch eine Ausarbeitung einer abschnittsweisen Instandsetzung - sofern erforderlich. Abstimmungen mit dem Bauherren über Kosten, Bauablauf, Bauzeit, Einschränkung der Nutzung während der Instandsetzungsarbeiten, ggf. erforderlich Vorarbeiten an der Anlagentechnik durch den Betreiber um Baufreiheit zu gewährleisten.
    3. Ausschreibung der Instandsetzungsarbeiten. Erstellung von LV und Baubeschreibung, Festlegung der Aufmaßverfahren, Gewährleistungsdauer usw..
      Unterstützung des Bauherren bei der Auswahl von geeigneten Baufirmen (Stichworte: §19 I WHG, SIVV-Schein, etc.)
    4. Ausführung der Instandsetzungsarbeiten, Bauüberwachung der Arbeiten, Kontrolle der Zwischenschritte (z.B. Reinheitsgrad der gestrahlten
      Oberfläche von Einbauteilen und Bewehrung, Kontrolle der Haftzugsmessungen auf gestemmten und instandgesetzten Flächen, Überprüfung der
      Arbeitsschritte z.B. Auftragen von Haftbrücken, Auftragsstärken der einzelnen Lagen bei mehrlagigem Instandsetzungsmörteln, usw.
      Aufmaße mit dem AN insb. der Schadflächen und Tiefen nach dem Stemmen für die Abrechnung.
      Aufmaß- und Rechnungsprüfung.
      Abnahme, Mängelverfolgung, Dokumentation.


    4a Begehung des Objektes vor Ablauf der Gewährleistung. Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen.


    Instandsetzung:

    Schritte der Betoninstandsetzung sind:
    - Abtrag loser und minderfester Schichten, Freilegen der Bewehrung
    - Strahlen und reinigen des Betons und der Bewehrung, ggf. neue Bewehrung zulegen
    - Auftrag einer mineralischen Haftbrücken
    - Auftrag des Instandsetzungsmörtels, ggf. mehrlagig je nach Herstellervorgaben
    * alternativ Spritzbetonauftrag ohne Haftbrücke / Ortbetonergänzungen auch ohne Haftbrücke
    - optional: Auftrag eines OS-Systems / Farbauftrag, bei Spritzbeton Auftrag einer Betonnachbehandlung


    Kleine Schadstellen und Betonabplatzungen bis ca. 5 cm Tiefe werden üblicherweise mit einem PCC-System instandgesetzt. PCC-Systeme bieten einen guten Widerstand gegen sulfathaltige Umgebungsbedingungen uns sind somit auch für Kläranlagenbauteile geeignet.

    Tiefere Schadstellen an flächigen Bauteilen werden mit Spritzbeton instandgesetzt. Spritzbeton gibt es auch mit HS-Zement so dass sich meistens eine geeignete Sorte findet. Die Festigkeit und die Expositionsklassen richten sich nach dem instandzusetzenden Bauteil und nach den Umgebungsbedingungen.

    Bei Wandköpfen, Balken, Konsolen etc. kann nach Abtrag des schadhaften Materials (bis auf tragfähigen Untergrund) auch neuer Beton aufbetoniert werden. Weggerostete oder nicht mehr ausreichend tragfähige Bewehrung wird ergänzt oder ersetzt. Bügel, Winkelhaken, Anschlussanker, u. dgl. können mit Injektionsmörtel aus zugelassenen Systemen (ETA-Zulassung, DiBt) eingeklebt werden.
    Die Betonsorte (Festigkeit, Expositionsklassen, LP-Beton) wird nach den Umweltbedingungen und abgestimmt auf den Altbeton sowie nach statischen Erfordernissen festgelegt. Zu fester Beton neigt ohne ausreichende Bewehrung zur Rissbildung oder zur Ablösung vom Altbeton. Zu "weicher" Beton wäre ggf. nicht ausreichend tragfähig oder nicht resistent genug gegen die Umwelteinflüsse.
    Es gibt auch die Möglichkeit zusätzliche Betonstahlmatten auf schadhafte Flächen aufzudübeln und mit einer Spritzbetonschicht zu überdecken.

    Risse können mit passenden PU- oder Epoxidharzen verpresst werden.

    Nach der Instandsetzung kann - je nach Nutzung - noch ein Oberflächenschutzsystem ganzflächig aufgetragen werden. Dieses schützt dann auch den "Altbeton" vor weiteren Umwelteinwirkungen.

    Hält sich der Schadensumfang in engen Grenzen, wird auch die Planung nicht so umfangreich. Um dies beurteilen zu können, bedarf es aber einer Ortsbesichtigung und ggf. einer Schadenaufnahme.

    Gruß Holger
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  5. #4
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    Zitat Zitat von OLger MD Beitrag anzeigen
    Hält sich der Schadensumfang in engen Grenzen, wird auch die Planung nicht so umfangreich. Um dies beurteilen zu können, bedarf es aber einer Ortsbesichtigung und ggf. einer Schadenaufnahme.

    Gruß Holger
    Das hatte der Captain auch schon angemerkt
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  6. #5

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    yepp. Nur ohne die technischen Vorbemerkungen.
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