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  1. #1
    Shadowblues
    Gast

    (Technische) Bewertung eines Angebots erbeten ..

    Hallo,

    ich bin mittlerweile am verzweifeln mit meinem Neubau. Kaum ein vernünftiges Angebot - und die, welche vernünftig sind, sind verdammt teuer :-) Aber so ists halt immer :-)

    Zum Punkt:

    Wir haben heute eine Baubesichtigung gehabt, sah natürlich alles ganz super aus. Klar, solange es noch neu ist. 3 Fragen kamen jedoch bei mir im Nachgang auf:

    1. Wandaufbau:
    Der Hersteller verwendet folgenden Wandaufbau von aussen nach innen: Strukturputz mit Gewebe, 120mm Styropor, Holzwerkstoffplatte 12mm, 140mm Fachwerkkonstruktion mit eingepasstem Mineraldämmstoff, Dampfsperre, Installationswand 30-40mm, Holzwerkstoffplatte 12mm, Gipskartonplatte 12,5mm. Hergestellt in Polen .. wobei mich das ansich nicht unbedingt stört. Taugt der Aufbau was oder lieber Finger weg?

    2. Holzwerkstoffplatte: Ich habe selber einige bauten mit OSB und mit Presspan gemacht. Mit OSB bin ich ja ganz zufrieden, kann auch mal feucht werden, ist eigentlich ok. Presspan darf ja NIE feucht werden. Dieser Hersteller verwendet nun eine Holzwerkstoffplatte. Diese ist viel feiner als eine OSB Platte - Spangroesse ca. 5mm +/-. Aber die hat auch nicht den Aufbau einer Presspanplatte - diese sind ja aussen immer stark verdichtet und innen luftiger. Die gezeigte Platte war im Aufbau homogen und war glatt geschnitten - also nicht so aufgefasert wie Presspan. Was könnte das für eine Platte sein udn wie verhält sich diese bei einem Wasserschaden?

    3. Decke EG / 1. OG: Wir überlegen evtl. in 15-20 Jahren das OG zu vermieten - wenn wir älter sind und die Kinder aus dem Haus sind. Nun ist die Decke des Hauses vom EG in den 1.OG eine Holzbalkendecke mit oben aufliegendem schwimmenden Estrich und Fussbodenheizung. Wie ist der Schallschutz einer solchen Decke gegenüber einer Stahlbetondecke zu bewerten?

    Wäre nett wenn ihr Eure Meinungen dazu mit mir teilt. Danke schonmal.

    Gruß
    Roger
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  2. (Technische) Bewertung eines Angebots erbeten ..

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  3. #2

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    Anders gibts immer Ärger, die Verkäufer ziehen dich so schnell über den Tisch das du die Reibungswärme als Nestwärme empfindest...
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  4. #3

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    Zitat Zitat von Shadowblues Beitrag anzeigen
    1. Wandaufbau:
    Der Hersteller verwendet folgenden Wandaufbau von aussen nach innen: Strukturputz mit Gewebe, 120mm Styropor, Holzwerkstoffplatte 12mm, 140mm Fachwerkkonstruktion mit eingepasstem Mineraldämmstoff, Dampfsperre, Installationswand 30-40mm, Holzwerkstoffplatte 12mm, Gipskartonplatte 12,5mm. Hergestellt in Polen .. wobei mich das ansich nicht unbedingt stört. Taugt der Aufbau was oder lieber Finger weg?
    Welchen U-Wert erreicht das Ganze? Installationsebene gedämmt?


    Zitat Zitat von Shadowblues Beitrag anzeigen
    3. Decke EG / 1. OG: Wir überlegen evtl. in 15-20 Jahren das OG zu vermieten - wenn wir älter sind und die Kinder aus dem Haus sind. Nun ist die Decke des Hauses vom EG in den 1.OG eine Holzbalkendecke mit oben aufliegendem schwimmenden Estrich und Fussbodenheizung. Wie ist der Schallschutz einer solchen Decke gegenüber einer Stahlbetondecke zu bewerten?
    Schlechter.

    Nachdem ich das in meinem eigenen Haus (siehe anderer Thread mit mehr Details... einfach suchen nach "Trittschall") erlebe würde "vermieten" für mich nie in Frage kommen bei einer solchen Situation. Im Moment ist es die eigene Familie die ich höre und unser Lebensrythmus ist ja verknüpft - wenn ich mir denke das das Fremde sind die evtl. einen völlig anderen Tagesrythmus haben, dann gruselt es mich.

    Wenn du das trotzdem durchziehen willst, dann auf jeden Fall etwas Geld in den Fußboden investieren. Rohdeckenbeschwerung, "schallentkoppelnde Unterkonstruktion" einplanen - also entweder entsprechende Raumhöhe vorsehen, damit man das in 15 bis 20 Jahren einbauen kann ohne in Platznot zu geraten - und die Statik entsprechend auslegen.
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  5. #4
    MoRüBe
    Gast
    Also, was das für eine Platte ist, welche Eigenschaften die hat, steht in der Zulassung drin.

    Der Wandaufbau, hmh, na ja. Sollte aber auch in der Zulassung stehn. Die haben doch ne Zulassung?

    30mm inst-Ebene. Definitiv zu wenig. Gedämmt sollte sie sein.

    zur Holzbalkendecke/Trittschall: wichtig ist, das die Zwischenräume aufgefüllt werden (und zwar vollständig), sonst bauste Dir nen Geigenkasten. Ansonsten ist das mit dem Estrich (welcher Art?) nicht das schlechteste. Schon mal besser als der übliche Quark, der da so angeboten wird.

    Man kann das nu nicht mit ner Massivbetondecke vergleichen, wobei es immer auf die Ausführung ankommt. Aber dafür bauste ja auch HRB. Man kann auch eine Holzdecke gut hinbekommen, ist halt alles ne Frage des Geldbeutels und der Planung (Stichwort: BSH, Federschienen usw. usw)
    Geändert von MoRüBe (16.06.2013 um 13:29 Uhr) Grund: Nachtrag
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  6. #5

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    Zitat Zitat von MoRüBe Beitrag anzeigen
    zur Holzbalkendecke/Trittschall: wichtig ist, das die Zwischenräume aufgefüllt werden (und zwar vollständig), sonst bauste Dir nen Geigenkasten. Ansonsten ist das mit dem Estrich (welcher Art?) nicht das schlechteste. Schon mal besser als der übliche Quark, der da so angeboten wird.
    INteressant das du das sagst - kaum ein Hersteller von Fertighäusern dämmt voll aus - an den paar EUR Materialkosten kann das doch nicht liegen? Bei Trockenbauwänden sagt man ja auch das voll ausdämmen eigentlich nicht gut ist, weil man im Extremfall eine Ankopplung der Beplankungen erzielt...

    Hast du dazu evtl. noch Material zum lesen? Messungen?
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  7. #6
    MoRüBe
    Gast
    wennst bei gugl mal Detail Holzbalkendecke eingibst, kommste automatisch auf Konstruktionen, die hier aus werbetechnischen Gründen nicht genannt werden dürfen. Auch Vertreter von Gipsfaserplatten sind dabei. Und irgendwann landest Du auch bei den Flockern.

    Na ja, ein paar Euro Materialkosten, aber reingebracht werden muß das Zeugs ja auch. Bei einem Haus isses nur nen Teusi, bei 50 sinds dann etwas mehr
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  8. #7
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    um eine decke mit holztragwerk schalltechnisch auf das level einer
    betondecke zu bringen, muss man etwas tiefer graben.
    wenn haushersteller fixiert ist, ist der der ansprechpartner.
    wenn besichtigung - warum nicht gleichzeitig be"hörung"?

    wandaufbau, weil zum 1000. mal, in stichpunkten:
    - geprüfte oder prüffähige statik
    - rücktrocknungspotential

    norbert hatte mal sinngemäss geschrieben:
    2013 eine wand auf der höhe der zeit (1973).
    nur ein bisschen dicker.


    der herr vor mir schreibt ja sonst immer "da war wohl
    unten rechts das argument". was is heute los?
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  9. #8
    MoRüBe
    Gast

    öhm

    Zitat Zitat von mls Beitrag anzeigen
    . was is heute los?
    .. na, das:

    Hergestellt in Polen

    da muß ich das doch nicht schreiben, oder?
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  11. #9
    Shadowblues
    Gast
    Hallo,

    danke erstmal für das Feedback. Also wenn ich euch jetzt richtig verstehe, dann ist das sicher nicht ideal, aber auch nicht der groesste Schrott?

    Was genau behagt euch nicht an "Hergestellt in Polen" ausser der fehlenden Unterstützung der einheimischen Arbeitgeber, welche dann wieder polnische Leiharbeiter beschäftigen? Der restliche Ausbau würde ja in deutscher Hand bleiben bei lokalen Dienstleistern.

    Als U-Wert wurde mir 0,12 für eine Wand mit ungedämmter Installationsebene genannt und 0,11 für eine gedämmte Installationsebene. Den Aufpreis frage ich gleich an.

    Der Deckenaufbau ist vollgedämmt - also alles ausgefüllt. Wobei ich auch nochmal nach einem Vorschlag für eine bessere Option mit mehr Schallschutz gefragt habe.

    Was benötigt ihr für die Bewertung der Holzplatte? Ich habe ein Datenblatt da. Da steht unter anderem: Feuchtebeständige Verleimung aus Aminoplastharz, Zugelassen als Fussboden, Wand, Bauzaun :-), Innenausbau, Verkleidung im Holzrahmenbau nach DTU31.2, Lebensmittelunbedenklichkeit, Non-Wood Declaration. Quellung unter Feuchte liegt bei 11% laut Angaben. Das Zeug nennt sich "Premiumboard MFP P5"

    Gruß
    Roger
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  12. #10

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    die genannten U-Werte kann ich nicht nachvollziehen, ich komme auf höhere Werte, wenn man auch den Holzanteil berücksichtigt. Klingt geschönt, verkauft sich besser als 0,14.
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