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Alter (undichter) Schachtbrunnen auf pot. Baugrundstück

Diskutiere Alter (undichter) Schachtbrunnen auf pot. Baugrundstück im Forum Tiefbau auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Alter (undichter) Schachtbrunnen auf pot. Baugrundstück

    Hallo Zusammen und einen schönen guten Morgen,
    ich habe eine (oder auch mehrere) Fragen und würde mich freuen, wenn ihr mir erste Tipps und Hinweise geben könnt.

    Ich habe ein Baugrundstück ausgeguckt (im Oberbergischen Raum). Es ist am Hang gelegen, das Grundstück selbst ist durchgehend leicht abfallend mit einem langgezogenen graden Plateau in der Mitte. Größe, BPlan, Lage, Preis alles ist prima...

    Und jetzt das Aber: Auf dem Grundstück (auf dem Plateau) ist ein alter Schachtbrunnen. Über der Oberfläche ist er mit roten Ziegeln gemauert, was sich darunter befindet, weiß man (noch) nicht. Niemand, auch nicht die Eigentümerin, kann sagen, wofür der Brunnen mal war. Er ist auch nicht im Flurplan festgehalten.

    Der Brunnen scheint etwas undicht zu sein, denn aus der Wiese unterhalb, läuft ein ganz kleines Rinnsal, welches sich in einer Mulde sammelt, um dann über ein unterirdisches Rohr (sieht aus, wie Bauern das manchmal auf Kuhwiesen haben) abgeleitet zu werden. Das Rohr geht einfach in einen Gully am Straßenrand.
    Man muss dazu sagen, dass es sich um ein sehr altes Gebiet mit alten Fachwerkhäusern und Scheunen handelt, in der eben auch Landwirtschaft betrieben wurde. Die meisten der alten Häuser liegen auf der Grenze oder außerhalb des Baufensters :-)

    Habt ihr Erfahrungen mit so alten Brunnen? Wisst ihr, ob man diese "einfach" zuschütten bzw. vom Bagger beseitigen lassen kann? Wenn der Brunnen Grundwasser aus 5 m Tiefe fördert, wäre es ja nicht schlimm, oder? Ich möchte übrigens wenn alles passt ohne Keller bauen.


    Ich würd mich freuen, wenn ihr mir helfen bzw. Denkanstöße geben könnt. Das Grundstück wär optimal, wenn das dieser Brunnen, das Oberflächenwasser und das Abflussrohr nicht wären... :-D

    Vielen Dank fürs Lesen und evtl. Helfen :-)
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  2. Alter (undichter) Schachtbrunnen auf pot. Baugrundstück

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  3. #2
    Avatar von ars vivendi
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    Bestehende angerissene Wasseradern sollte man nicht unterschätzen. Als erstes würde ich aber in das Grundbuch schauen ob irgendetwas über Wasserrechte-Durchleitungsrechte eingetragen ist. Oft hatten Bauern irgendwo ihre Brunnen und das Wasserrecht und auch Durchleitungsrechte auf anderen Grundstücken eingetragen.
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  4. #3
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    Hallo ars videndi,
    Vielen Dank für die schnelle Antwort.
    Laut Bank (die das Grundstück vermaklert), ist es nicht belastet i.S.v. Dienstbarkeiten oder Hypotheken o.ä.

    Immer, wenn ich Bauen auf Wasseradern google, kommen nur Gesundheitsthemen und Schlaflosigkeit. Kann eine Wasserader sich auch negativ auf das Haus an sich (also Standfestigkeit oder so) auswirken?
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  5. #4

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    AW: Alter (undichter) Schachtbrunnen auf pot. Baugrundstück

    Zitat Zitat von Mareike Beitrag anzeigen
    .. wenn ich Bauen auf Wasseradern google, kommen nur Gesundheitsthemen und Schlaflosigkeit...?
    Weil es Wasseradern nur bei Esothetikern gibt? Oder hast Du schon mal eine Wasserader gesehen?

    Ein Schachtbrunnem kann und soll nie "dicht" sein.
    Wie soll sonst das Wasser reinlaufen?
    Warum Du einen quasi als Geschenk vorhandenen Brunnen zuschütten willst, erklärst Du uns sicher noch...
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  6. #5
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    Das mit den Esotherikern hast du gesagt ;-) Was sowas angeht, kenn ich mich nicht aus.

    Und ein Brunnen soll so "undicht" sein, dass das Wasser (aufgrund der minimalen Hangigkeit) an die Oberfläche tritt, nicht versickert und deswegen abgeleitet werden muss? Ich weiß nicht.

    Ich hab schon gemerkt, dass ein Brunnen für viele ein Geschenk darstellt. Für mich stellt der Brunnen eher ein Problem dar, da er a) genau auf dem Plateau ist, auf dem man schick ohne Keller bauen könnte und b) weiß ich nicht, was darunter ist oder wie es dadrin aussieht, deswegen wird er mir im schlimmsten Fall Zusatzkosten verursachen, wenn man ihn frei bohren oder reaktivieren muss. Bzw. weiß man ja gar nicht, wofür der Brunnen da ist. Nur um Grundwasser zu "fördern" oder dient er vielleicht eher als Regen-Auffangbecken. Wenn zweiteres, was macht das viele Wasser, wenn der Brunnen nicht mehr da ist?
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  7. #6

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    Dir scheint nicht ganz klar zu sein, was ein Brunnen ist.
    Regenwasser versickert mit der Schwerkraft nach unten, bis es auf stauende Schichten (Ton) trifft. Auf diesen fließt es mit meist leichtem Gefälle in Richtung des nächsten Vorfluters (Bach, Fluss). Ein Brunnen ist im Prinzip nur ein Loch, das die wassererfüllte Schicht erschließt; das Wasser steigt durch den Brunnen i.d.R. nicht an.
    Insofern ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass die Vernässung weiter unten am Hang mit dem Brunnen zu tun hat.
    Eine Ausnahme sind artesische Grundwasserverhältnisse, wenn über dem Grundwasser eine stauende Schicht liegt, die weiter hangoberhalb versickertes Grundwasser deckelt, so dass es unter Druck steht. Das ist allerdings eher selten.
    Einfach den Wasserspiegel im Brunnen messen und zur Vernässung nivellieren und schon weiß man, ob der Brunnen für die Vernässung verantwortlich sein kann.
    Außerdem besteht natürlich die Möglichkeit, dass es gar kein Brunnen ist sondern eine Zisterne, eine Sickergrube, eine Auffanggrube, ein Revisionsschacht...
    Also erst untersuchen, dann weiterdenken.
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  8. #7
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von KATMat Beitrag anzeigen
    Einfach den Wasserspiegel im Brunnen messen und zur Vernässung nivellieren und schon weiß man, ob der Brunnen für die Vernässung verantwortlich sein kann.
    Stimmt, an sowas hab ich gar nicht gedacht... Siehst du, gut, dass ich hier gefragt habe. Danke =)

    Ja, vielleicht hab ich mich unkorrekt ausgedrückt - Brunnen, Auffanggrube - du hast Recht, da gibt's Unterschiede.

    Oh Gott, ich merke schon, das wird eine größere Geschichte. Vermutlich deshalb der verhältnismäßig gute m²-Preis... :-/
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  9. #8
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    [...] schick ohne Keller bauen [...]
    Nur so als Anmerkung: aus Gründen des Werterhaltes würde ich nie ohne Keller bauen wollen.
    Ansonsten liegt in diesem Stadium der Planung noch kein Bodengutachten vor, nehme ich an? Dieses sollten Sie auf alle Fälle durchführen lassen, dann erhalten sie ggfs. auch Aussagen zu dem Schacht.
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  10. #9
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    Ob Keller oder nicht, steht ja nicht zur Diskussion...

    Ja, das Thema Bodengutachten habe ich auch schon in Betracht gezogen. Ich denke, das werde ich auch machen lassen, Erhöht ja nur geringfügig den Grundstückpreis. Und je nach Ergebnis dann lieber Abstand von diesem sonst traumhaften Grundstück nehmen, bevor am Ende die böse Überraschung kommt.

    Am Montag werde ich mir das Grundstück mit dem Architekten anschauen. Ich bin gespannt, was er sagt. Aber ich wollte vorher schonmal bestmöglich informiert sein, bevor ich da steh wie ein Voll-Depp... Jetzt werde ich nur noch wie ein Depp da stehen :-D
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  11. #10
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    Sooo, wir waren grade nochmal da und haben festgestellt, dass es zwei "Eingänge" gibt. Bei einem ist der Deckel verschlossen, den anderen konnte man öffnen. Darin geht es ca. zwei Meter runter, ein Meter hoch steht Wasser.
    Ein älterer Nachbar saß auf seiner Terasse, auf Nachfrage erklärte er mir, dass das früher für die "Brandwehr" war, die dort Löschwasser rausgepumpt hat. Also quasi eine Regenauffangbecken. Er sagte auch, dass in dem Berg viel Wasser sei, die Nachbarn neben dem Grundstück aber keine Probleme mit Wasser im Keller haben.

    Das hört sich ja auf den ersten Blick nicht schlecht an... Mal schauen, was der Architekt dazu sagt.
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  12. #11

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    Du weißt das für uns Bergischen ein Haus ohne Keller kein Haus ist? Ich verstehe nicht wie man ohne Keller bauen kann ausser wenn es wie in Otterndorf schon 50 cm unter der Grasnarbe das Wasser steht...

    Also ein Keller macht ein Haus VIEL mehr wert im Bergischen! Ohne wirds schwierig zu verkaufen...

    Aber bei DEM Schichtenwasser? Baugrundgutachten ist PFLICHT!!! für dich! Da gibts viele ganz böse Überraschungen bei dem Grundstück!!!
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  13. #12

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    Im Mittelalter hob es den Wert eine Hauses, wenn dieses einen eigenen Brunnen innerhalb des Hauses hatte.

    Vielleicht könnt ihr euer Bauvorhaben dem Grundstück und den besonderen Gegebenheiten anpassen - und nicht das Grundstück euren Wünschen. Ist auch etwas, was hier im Forum immer gerne angemerkt wird. Ein alter Brunnen könnte doch ein besonderes Element im Garten/auf der Terrasse/im Hof sein.

    P.S. über den Keller würde ich auch nochmal nachdenken... (auch wenn ihr hier im Thread darüber nicht nachdenken wollt)
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  14. #13
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    Zitat Zitat von Bautine Beitrag anzeigen
    Vielleicht könnt ihr euer Bauvorhaben dem Grundstück und den besonderen Gegebenheiten anpassen - und nicht das Grundstück euren Wünschen. Ist auch etwas, was hier im Forum immer gerne angemerkt wird. Ein alter Brunnen könnte doch ein besonderes Element im Garten/auf der Terrasse/im Hof sein.
    Da hab ich das Wochenende auch drüber nachgedacht, sofern das Grundstück für einen Bau in Frage kommt, könnte man den Schacht mit in den Garten integrieren... Innerhalb des Hauses brauch ich den aber nicht ;-))

    Hier mal Fotos von dem ganzen:
    Foto1.JPG
    Foto.JPG
    Foto2.JPG
    Foto3.JPG
    Foto4.JPG
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14
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    keine Ahnung was das sein soll. Weißt du, wie tief das ganze unterhalb des Wasserspiegels noch ist. Sieht mir tendenziell weniger nach Brunnen als nach irgendeiner alten Grube aus.
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  17. #15

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    Soll die örtliche FFW doch mal nen Pumpversuch machen...
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