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Entscheidungsfindung für Neubau

Diskutiere Entscheidungsfindung für Neubau im Forum Heizung 1 auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Entscheidungsfindung für Neubau

    Guten Abend Forumsgemeinde,

    nachdem das Grobe sich nun langsam bei der Hausplanung legt geht es zu den Einzelbereichen, heute einige Heizungsüberlegungen.

    Vorweg einige Infos zum Haus:

    Südausrichtung ohne Verschattungen (Flachdach oder Zeltdach mit sehr geringer Steigung)

    überbaute Fläche: 85m²
    Bruttogeschossfläche:250m²
    Bruttorauminhalt: 805m³
    ges.Wohnfläche: 200m²

    Wandaufbau monolithisch
    MZ60 42,5cm µ0,6 zzgl. Innen- und Außenputz

    Ausstattung definitiv:
    FBH im gesamten Haus
    kontrollierte zentrale Hauslüftung

    (derzeit zwei Personen, geplant sind vier in dem Haus)

    Überlegungen die derzeit im Raume stehen:

    Solarthermie für Trinkwasser oder für Trinkwasser und Heizungsunterstützend

    Zwei Techniken stehen zur Auswahl, Gas oder eine Luft-WP (Innenaufstellung)
    Alle anderen haben wir soweit ausgeschlossen.

    Gasbrennwert günstiger in der Anschaffung als WP, aber der Gasanschluss, der Schornstein, und der Zähler wollen zugerechnet werden und der Feger. Was den Preis wieder sehr vergleichbar macht.

    WP entstehen eigentlich keine baulichen Nebenkosten, Zu- und Abluft könnte derzeit kostenneutral realisiert werden.

    Dann noch eine Frage zur WP, ist vielleicht völlig verkehrt aber ich trau mich mal:

    Die Ablufttemperatur der Raumbelüftung ist im Winter immer höher als die Umgebungsluft, kann diese nicht Ansaugseitig in die WP geführt werden? Auch wenn es nur ein 10-20% des Volumina sind, müsste das doch dem System zuspielen.


    Danke schonmal und allen ein schönes Wochenende
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  2. Entscheidungsfindung für Neubau

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Ja das geht und macht definitiv Sinn.
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  4. #3

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    Habt ihr schon eine Heizlastberechnung? Das ist erst mal das wichtigste. Aber doch sehr guter Ziegel und KWL lässt auf geringe Heizlast schließen. Solar ergibt bei LWP weniger Sinn als bei Gas. Im Sommer für WW hat die WP die beste Arbeitszahl, macht also rel günstig WW, da wird sich ST nicht rechnen.
    Trotzdem ist WW bei WP immer etwas heikel, da tut sich die Gastherme leichter schneller den Speicher wieder zu laden. Bei einem wachsenden Haushalt ist der erwartete WW Bedarf quasi gleich wichtig wie der Heizwärmebedarf, in echten Niedrigenergiehäusern sogar das primäre Kriterium für die Auslegung.
    Bei LWP muss man eine realistische JAZ ansetzen von 3- max. 3,5, mehr bekommt man nicht hin.

    Am besten für beide Varianten Angebote geben lassen und eine ehrliche Vollkostenrechnung machen. Danach und nach den eigenen Präferenzen(u.a. Annahme von Energiepreissteigerungen, wobei meine Meinung ist, dass sich kein Energieträger entscheidend von den anderen abkoppeln wird) entscheiden. Bzgl. aktueller Verbrauchskosten nehmen sich beide Varianten kaum etwas.
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  5. #4
    Avatar von alex2008
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    so eine LWP schiebt mal gerne 2.500m3 aufwärts Luft durch die Gegend, selbst ne BWP (mit ca. 2kw Leistung) will soll die Effizienz/Leistung nicht zu sehr leiden 250m3 und mehr. Diese Luftströme wird die KWL in Partystellung wohl kaum erreichen. Dazu hat die KWL dann wenn die WP nicht in Betrieb ist einen höheren Druckverlust zu überwinden und braucht mehr Strom so dass der minimale Effizienzgewinn kostenmäßig aufgefressen wird.

    Und warum ist Erdwärme ausgeschlossen?

    Und anstatt den genannten Flächen und U-Wertangaben wären angaben zu HT bzw. H'T und Hüllfläche besser geeignet um ne Glaskugel zu füttern.
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  6. #5

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    Entscheidungsfindung für Neubau

    Hier im Baugebiet stehen ein paar Häuser mit Flach, walm oder Zeltdach und dann aufgeständert Solarthermie drauf - das sieht sowas von furchtbar aus, das sich das für mich aus optischen Gründen schon verbieten würde. Ohne Aufständerung ist vermutlich der Ertrag zu schlecht.

    Das vielleicht als Denkanstoß.
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  7. #6

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    AW: Entscheidungsfindung für Neubau

    Ich hatte mich aus vier Gründen gegen eine LWP zugunsten von Gas (plus Trinkwassererwärmung mittels Kollektor) entschieden:

    1. Bei 4,5 % Zinsen und dem geringeren Investitionskosten war Gas etwas wirtschaftlicher. Jetzt sind allerdings die Zinsen niedriger. Viel Unterschied wird nicht sein.

    2. Eine LWP schafft es gerade dann nicht mehr, wenn es draußen sehr kalt ist. Diese paar Tage wird dann elektrisch mit dem eingebauten Heizstab geheizt. Das hat mich abgeschreckt. Wenn alle mit LWP heizen, bricht dann das Stromnetz an kalten Tagen mal zusammen? Bei Gas gibt es ja immerhin einen zeitlichen Puffer.

    3. Ich bin in der Biogasbranche und es wird in Zukunft immer mehr ins Erdgasnetz gespeist.

    4. Man kann in Zukunft Gas und LWP kombinieren. Sozusagen die Wärmepumpe mit Gas statt Strom betreiben

    Ernst
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  8. #7

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    AW: Entscheidungsfindung für Neubau

    Nachtrag: weisst Du schon, wie weit die Gasleitung vom Haus entfernt ist bzw. Wie hoch die Anschlusskosten sind?

    Eine Alternative wäre auch LWP plus
    Holzofen integriert ins Heizsystem (Wärmetauscher). Da kannst Du an kalten Tagen mit Holz heizen. Rechnet sich aber nur wenn der Gasanschluss viele Tausend EUR kostet. Ein Kollege hat das letztes Jahr so realisiert.
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  9. #8

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    Ich war auf der Ish in Frankfurt.
    In Zukunft sollen möglichst viele Energiequellen gekoppelt werden um immer günstig zu bleiben.
    Allerdings ist die Lösung derzeit zu teuer.
    Mir kommt Solar für trinkwasser nur auf das Dach wenn es auch eine Heizungsunterstützung gibt....
    Eine Wärmepumpe ist bei Neubauten sehr gefragt..........
    Wir bauen eigentlich nur Wärmepumpen ein mit Tiefenbohrung
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  10. #9

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    Zitat Zitat von EinStein1980 Beitrag anzeigen
    Zwei Techniken stehen zur Auswahl, Gas oder eine Luft-WP (Innenaufstellung)
    Alle anderen haben wir soweit ausgeschlossen.
    Dann einfach mal mit spitzer Feder rechnen, und vermutlich wird die Entscheidung dann Pro Gas ausfallen. Wenn ein WP Konzept funktionieren und wirtschaftlich sein soll, dann müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Auch der Einkaufspreis ist hier entscheidend, und der ist speziell in Deutschland völlig überzogen.

    Betrachtet man dann noch die aktuellen Strompreise, dann lässt sich im Moment mit einer LWP kaum ein Vorteil erwirtschaften, so dass jeder Euro mehr an Investitionskosten hart erarbeitet werden muss.

    Ich würde bei WP, wenn immer möglich, auf Konzepte mit hoher/konstanter Quellentemperatur setzen. Das wären dann vorzugsweise Sole- oder DV-WP. Anstatt einer teuren Tiefenbohrung würde ich natürlich einen Flächen-/Graben-/sonstwie Kollektor planen.

    Die Ablufttemperatur der Raumbelüftung ist im Winter immer höher als die Umgebungsluft, kann diese nicht Ansaugseitig in die WP geführt werden? Auch wenn es nur ein 10-20% des Volumina sind, müsste das doch dem System zuspielen.
    Die Frage wurde oben ja bereits beantwortet. Hier ist die benötigte Luftmenge, genauer gesagt der Volumenstrom entscheidend. Luft hat nur eine geringe spez. Wärmekapazität. Damit man da Energie entziehen kann, muss man große Mengen bewegen. Dein Aufstellraum wäre innerhalb von Sekunden erschöpft.

    Gruß
    Ralf
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  11. #10

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    monolithisch Wandaufbau mit hardschaum im Ziegel was man heute alles unter monolithisch versteht. Ich finde Hardschaum gehört auf den Ziegel und nicht in den Ziegel, aber will hier keine Diskussion wieder starten. Nur die Produktblätter von den Anbieter lesen sich alle gleich.


    Kann man eigentlich die Kfw Passivhaus förderung mit Gas Therme bekommen? Bin mir da nicht sicher.
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  12. #11

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    Zitat Zitat von Jan81 Beitrag anzeigen
    monolithisch Wandaufbau mit hardschaum im Ziegel was man heute alles unter monolithisch versteht.
    Man könnte auch schreiben "monolithischer Wandaufbau mit Luft im Zieigel....was man heute alles unter monolithisch versteht "

    Hier wird halt das Füllmaterial zum Bestandteil des Ziegels.

    Gruß
    Ralf
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  13. #12

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    Zitat Zitat von EinStein1980 Beitrag anzeigen
    Gasbrennwert günstiger in der Anschaffung als WP, aber der Gasanschluss, der Schornstein, und der Zähler wollen zugerechnet werden und der Feger.
    Hi, zumindest den Gasanschluss gibt es häufig sogar gratis, wenn man sich im Gegenzug x Jahre auf den Anbieter festlegt.

    Beispiel bei uns hier vor Ort: Gasanschluss kostet 3500 Euro, man bekommt aber 7 Jahre eine jährliche 500 Euro Gutschrift, wenn man sich für die 7 Jahre vertraglich bindet.

    Gruß
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  14. #13

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    Zitat Zitat von Gerd122 Beitrag anzeigen
    Beispiel bei uns hier vor Ort: Gasanschluss kostet 3500 Euro, man bekommt aber 7 Jahre eine jährliche 500 Euro Gutschrift, wenn man sich für die 7 Jahre vertraglich bindet.
    Echt? Paradies...da fliest Milch und Honig und die gebratenen Tauben fliegen direkt...
    Ernsthaft. DAS nenn ich Kundenbindung, nicht schlecht. Wobei ich das "häufig" eher durch "mancherorts" ersetzten würde. Zumindest ich höre das erste mal von sowas.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Der Trick funktioniert ja auch mit den Gastanks.
    Und hat man die Kunden erst einmal auf einen Tarif festgenagelt, dann kann man ja......

    Gruß
    Ralf
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  17. #15

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    trotzdem wird diese Rechnung doch quasi immer aufgehen, oder? Soviel teurer kann der Tarif doch gar nicht sein, dass sich das nicht rechnet. Die müssten ja quasi das doppelte verlangen...
    Bei Gastanks ist das klar, aber bei Erdgas aus der Leitung, wirds doch auch nicht soviele Anbieter geben, die die Leitung legen dürfen.
    @ Gerd: was kostet denn der m³ bei Euch bei diesem Anbieter wenn man das Spiel mitmacht...
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