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  1. #1

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    "Atmende" Wände

    würde mich interessieren, was zu diesem Punkt die derzeit herrschende Lehrmeinung ist. Bis vor kurzem gab es zu nahezu keinem sonstigen Thema der Bauphysik so differierende Meinungen wie zu der Frage der atmenden und damit angeblich das Wohnklima verbessernden Wände.

    Grüße
    _____berndk
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  2. "Atmende" Wände

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  3. #2
    bauworsch
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    Wenn Wände

    atmen, dann schnarchen die auch nachts
    Was verbinden Sie mit dem Begriff atmend speziell?
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  4. #3

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    Feuchteregulierend

    Also atmende Wände sind mir auch noch nicht vorgekommen. Sehr wohl kann durch eine diffusionsoffene Wand Feuchte nach außen transportiert werden. Der Dampfdurchgang einer Wand mit einem Gesamt Sd-Wert von 5 m beträgt ca. 4 g pro Stunde pro m²; d.h. bei einem normalen EFH (ca 150 m² Außenwandfläche) ca. 14,4 ltr.

    Ein diffusionsoffene Wand sorgt also dafür, daß sowohl rel. Luftfeuchte, wie Oberflächentemperatur der Innenseiten derAußenwände für ein behagliches Klima sorgt.

    Dazu auch eine kostenfreie Schrift der DGfH (Deutsche Gesllschaft für Holzforschung) "Wohngesundheit im Holzbau" auch unter www.infoholz.de
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  5. #4
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    atmen ...

    nein
    feuchtigkeitsregulierend: ja
    günstigere holzschutzklasse: ja
    verzicht auf chem. holzschutz: ja (meistens)
    robuster und sicherer: ja
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  6. #5
    Avatar von Herbert
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  7. #6

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    @Herr Basque, da sind wohl die Pferde etwas mit Ihnen durchgegangen.

    Nach der DIN 4108-3 Formel A.11 ist: g = (pi - pe)/ Z Und Z = 1,5*10^6 (m kg Pa/kg) *sd. Und auch in anderen Stellen steht dasselbe.

    Also bei pi - pe = 1000 Pa (schon sehr hoher Wert), sd = 5 m kommen bei mir g = 0,13 "my"g/(m²h) raus - also erheblich weniger. Bei Ihren 150 m² als 19,5 "my"g/h.

    Also die Feuchtigsverringerung durch die Wand kann man vergessen. Die 5 bis 15 l/Tag können nur durch Lüften entfernt werden.
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  8. #7
    Themenstarter

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    Atmende Wände

    Danke, Herbert, habs mir gerade angesehen und bin äußerst beruhigt dass das Märchen von den atmenden Wänden unter Fachleuten kein Thema mehr ist.

    @NBasque: Der Vorteil einer diffusionsoffenen Schicht ist also nur der Abtransport von zu hoher rel. Luftfeuchte, richtig? (der zweite erwähnte Vorteil angenehmerer - höherer - Wandtemperaturen wird doch wohl eher durch entsprechende Dämmung erfüllt, oder nicht?)
    Das setzt nun einerseits voraus, dass die Luftfeuchte auch tatsächlich zu hoch wird - über 70%, andererseits, dass in so einem Fall der Austausch auch einigermassen schnell durchgeführt wird - innerhalb von längstens 1 bis zwei Stunden, längere Dauer wäre nutzlos. Ersteres kann sicher vorkommen , in EFH aber wohl eher selten und nur bei stark unvernünftiger Nutzung, letzteres bezweifle ich einfach eher, obwohl ich es nicht weiß.

    Gegenvorschlag: können temporäre Feuchtigkeitsspitzen nicht viel besser von Bauteilen mit Pufferfunktion aufgenommen werden, um sie später wieder abzugegen: Holzbauteile, Lehmputz, frei hängende Garderobe (!) etc. Dadurch fiele die Notwendigkeit von dampfdiffusionsoffen Wandaufbauten weitgehend weg.
    Unberücksichtigt bleiben jetzt mögliche weitere Argumente, wie dass Feuchtigkeit in der Dämmung grundsätzlich unerwünscht ist, richtiges Lüften als allereffizienteste Lösung, ...

    Grüße
    _____berndK
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  9. #8

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    Eine Pufferwirkung kann zwar Feuchtigkeitsspitzen abfangen (und sehr viele Oberflächen haben diese Eigenschaft), aber trotzdem muß die Feuchtigkeit durch Lüften raus. Durch die Wand gehen weniger als 1 % der Feuchtikeit - ganz gleich ob diffusionsdicht oder doch etwas offener - z.B. die erwähnten sd = 5 m.
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  10. #9
    Gast
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    Märchen, oder lang ist´s her.

    Ob der Begriff atmende Wände richtig oder nur sinnbildlich verwendet worden ist, ist egal.

    Gemeint wurde wohl die ältere Bauweise in 2DF oder 3DF Steingrößen(Poroton/KS-Stein) mit 1-1,2cm Fugen vertikal/horziontal Kalk-Zement-Mörtel/Putz, 2 schalige Bauweise(mit Hinterlüftung/Kamineffekt).
    Das durch jene Bauweise eine größere Menge Feuchtigkeit diffundiert dürfte jeden klar sein, bedenkt man, das die vorwiegende Bauweise heute nur noch Fugen mit 3mm aufweist, und WDVS Anwendung findet.
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  11. #10

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    Ob durch die Wände 1 % oder 1 %o wandert dürfte doch gleich sein - die Feuchtigkeit ging schon immer nur durch Lüften raus.
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  12. #11

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    Tja, und wenn das so ist, warum werden dann luftdichte Konstruktionen mit PE-Folie von bestimmten Leuten ständig ideologisch als "Plastiktüten" oder ähnliches diskriminiert, was ja signalisiert, dass man darin keine Luft bekommt? Ich fühle mich in meiner Plastiktüte wohl, lüfte allerdings auch ordentlich. Und über den Wert und das Funktionieren der PE-Folien gibt's Untersuchungen an Häusern, die mindestens 5 jahre alt waren. Das hatte ich in bau.de schon mehrmals erwähnt. Aber es wollte kaum einer wissen. Tja, Meinungen sind eben hartnäckig.

    tst
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  13. #12
    Avatar von Herbert
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    Sie haben Ihre Frage

    schon selbst beantwortet: Ideologie
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  14. #13

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    Ideologie ??

    Ob Ideologie hin oder her. Das was wir in der Bauphysik rechnen hat Modellcharakter und entspricht nicht in allen Punkten der Realität.

    Wie sonst ist es zu begründen, daß Bewohner eines Blockhauses Dinge berichten, die es eigentlich (nach Bauphysik) nicht geben dürfte.

    z.B. Abends gefeiert, die Bude vollgequalmt - und am nächsten morgen ist kein Niktingeruch mehr bemerkbar.

    z.B. Im Bad lange und heiß geduscht - kein Fenster beschlagen

    Jetzt werden sie sagen - ja aber die so eine "Bude" ist ja nicht dicht und durch die Fugen entweicht alles. Dann müßten ja wohl auch die Heizkosten imens sein. Aber gefehlt - bei weitem - den gerade im Blockhaus sind die Heizkosten deutlich niedriger als in vergelichbaren Holzrahmenhäusern.

    Oder ist das verwendete Modell von Holz als Material (mit seinem Sd und Lambda.Wert und Feuchtetransportverhalten) doch nicht richtig erfaßt ????
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  16. #14
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    Ich kanns ja kaum glauben: hier gibts tatsächlich Leute, die - wie auch ich - der Ansicht sind, diffusionsoffen oder -sperrend ist weitgehend eine Glaubensfrage und lässt sich nicht wirklich empirisch belegen. Und dass das Lüften durch nichts, auch nicht durch die allerbeste Membran-Folie ersetzen lässt.

    BTW: auch ich fühle mich in unserem Plastiksackerl (in Ö gibt es keine "Tüten") sehr wohl und kann es nur weiterempfehlen. Das Wohnklima ist ja jedenfalls fast schon beängstigend gut.


    Grüße
    ____berndk :Roll
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  17. #15
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    is sicher toll ...

    in einer plastiktüte zu wohnen. besonders wenn ich an die erforderliche chemie für den holzschutz denke.

    IHR HABT NERVEN!
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