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Mast: Erdung, Potentialausgleich, was braucht man?

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  1. #1

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    Mast: Erdung, Potentialausgleich, was braucht man?

    Hallo,

    ich habe vor, auf meinem Flachdach eine Wetterstation aufzustellen, die an einem Sat-Balkonständer befestigt werden soll. Das Thema Potentialausgleich habe ich leider nicht rechtzeitig bedacht, deshalb liegt auf dem Dach jetzt erstmal nur eine Signalleitung. Nachdem ich von verschiedenen Fachleuten unterschiedliche Meinungen gehört habe, frage ich mich, was ich eigentlich mindestens brauche.

    Standard scheint wohl zu sein, so einen Mast mit 16mm² Kupfer an die Potentialausgleichsschiene anzuschließen. Mehr nicht.

    Ohne Eingriff in den (noch nicht ganz fertigen) Baukörper hätte ich außerdem die Möglichkeit, eine Fangstange mit separatem Erder installieren zu lassen. Kann ich in diesem Fall auf den Potentialausgleich des Mastes verzichten? Muss der separate Erder dann zwingend mit der Potentialausgleichsschiene verbunden werden? Wenn ja, dann brauche ich sowieso einen Mauerdurchbruch und könnte dann die Potentialausgleichsleitung auch gleich außen (unter dem Putz?) bis nach oben zum Mast führen und auf die Fangstange verzichten, oder?

    Markus
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  2. Mast: Erdung, Potentialausgleich, was braucht man?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    EInfach mal hier lesen.

    Blitzschutz, Blitzplaner, da findest Du alle notwendigen Infos.

    http://www.bauexpertenforum.de/forum...?122-Linktipps

    Gruß
    Ralf
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  4. #3

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    Zitat Zitat von markus s Beitrag anzeigen
    ... ich habe vor, auf meinem Flachdach eine Wetterstation aufzustellen, die an einem Sat-Balkonständer befestigt werden soll.
    Blitzschutztechnisch macht es keinen Unterschied ob in Blitzschutzzone LPZ 0A eine Antenne, Lampe oder eben auch eine Wetterstation installiert ist.

    Zitat Zitat von markus s Beitrag anzeigen
    Standard scheint wohl zu sein, so einen Mast mit 16mm² Kupfer an die Potentialausgleichsschiene anzuschließen. Mehr nicht.
    In der realen Praxis ist es leider nicht Standard, dass insbesondere Antennenmaste normkonform geerdet sind.

    Zitat Zitat von markus s Beitrag anzeigen
    Ohne Eingriff in den (noch nicht ganz fertigen) Baukörper hätte ich außerdem die Möglichkeit, eine Fangstange mit separatem Erder installieren zu lassen. Kann ich in diesem Fall auf den Potentialausgleich des Mastes verzichten?
    Direkterdungen sind zwar nach den anerkannten Regeln der Technik (aRT) zulässig, entsprechen aber nicht mehr dem Stand der Technik. Die Montage einer getrennten Fangeinrichtung und der Ableitung mit 50 mm² Draht ist qualifizierten Blitzschutzfachkräften vorbehalten. Der DEHN-Blitzplaner wird gerade normaktuell neu aufgelegt, ist aber noch immer die Bibel des Blitzschutzes. Das Bild 9.5.8 mit einem 16 mm² Cu-Draht ist jedoch (leider) nicht normkonform.

    Elektrofachkräfte ohne Zusatzqualifikation sind per se keine qualifizierten Blitzschutzfachkräfte. Ebenso nicht im Blitzschutzbau tätige Dachdecker- und Klempner-Firmen, welche die unten stehende Formel für den Trennungsabstand nicht aus dem Stand aufsagen können.

    Zitat Zitat von markus s Beitrag anzeigen
    Muss der separate Erder dann zwingend mit der Potentialausgleichsschiene verbunden werden?
    Ja, mit mind. 16 mm² Cu, siehe ABB-Merkblatt #10. Wenn man noch V4A-Anschlussfahnen an einen Ringerder für Isolierten Blitzschutz des Gebäudes oder z. B. auch nur den Teilschutz einer Solaranlage nachrüsten kann, sollte man das tun, weil es bei offenem Arbeitsraum wenig Kosten verursacht und man damit mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt.

    Zitat Zitat von markus s Beitrag anzeigen
    Wenn ja, dann brauche ich sowieso einen Mauerdurchbruch und könnte dann die Potentialausgleichsleitung auch gleich außen (unter dem Putz?) bis nach oben zum Mast führen und auf die Fangstange verzichten, oder?
    Eine Blitzschutzanlage ist bei Wohnhäuseren ebenso freiwillig wie ein Schutz über getrennte Fangeinrichtungen. Man muss sich nur bewusst sein, dass im Falle eines Direkttreffers bei subotimalen Direkterdungen imFalle eines Direkttreffers Schäden durch Teilblitzströme unvermeidlich sind. Ohne Fangstange ist auch ein für 200 kA blitzstromtragfähiger 16 mm² Cu-Draht zulässig, der aber nicht ungefährlicher als ein Blitzableiterdraht ist und daher ebenfalls gefährliche Näherungen zu Personen und anderen Kabeln vermeiden sollte. Bei innenliegenden HES sollte man daher bei Neubauten stets Anschlussfahnen an den Fundament- bzw. Ringerder vorsehen.

    Alle Anschlussbauteile einschließlich der in Haupterdungsschiene (HES) umgetauften PAS müssen nach neuer DIN EN 62561-1; VDE 0185-561-1:2013-02:2013-02 bzw. der Vorgängernorm DIN EN 50164-1; VDE 0185-201:2009-03:2009-03 blitzstromtragfähig "H"-zertifiziert sein.

    Bleibt abschließend noch zu hoffen, dass ausnahmsweise diese Hauserdung nicht normwidrig vom Rohbauunternehmer, sondern nach DIN 18014 von einer Elektrofachkraft verlegt, gemessen und fotografisch dokumentiert wurde und möglichst auch blitzstromtragfähig konzipiert wurde.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
    Eine Blitzschutzanlage ist bei Wohnhäuseren ebenso freiwillig wie ein Schutz über getrennte Fangeinrichtungen. Man muss sich nur bewusst sein, dass im Falle eines Direkttreffers bei subotimalen Direkterdungen imFalle eines Direkttreffers Schäden durch Teilblitzströme unvermeidlich sind. Ohne Fangstange ist auch ein für 200 kA blitzstromtragfähiger 16 mm² Cu-Draht zulässig, der aber nicht ungefährlicher als ein Blitzableiterdraht ist und daher ebenfalls gefährliche Näherungen zu Personen und anderen Kabeln vermeiden sollte. Bei innenliegenden HES sollte man daher bei Neubauten stets Anschlussfahnen an den Fundament- bzw. Ringerder vorsehen.
    Ich habe nach Rücksprache mit dem Elektriker und einem Blitzschutzfachmann jetzt 16 mm² Kupfer vom Dach bis in den Keller verlegt. Wenn man mehr machen will, dann wäre laut Blitzschutzfachmann die nächste sinnvolle Stufe ein vollständiger äußerer Blitzschutz. Ohne inneren Blitzschutz erzeugt ein Direkteinschlag aber immer noch einiges an Elektroschrott. Deshalb halte ich die Reihenfolge nichts, innerer Blitzschutz (gegen mäßig wahrscheinliche Einschläge in der näheren Umgebung), äußerer Blitzschutz (gegen wenig wahrscheinliche Volltreffer) für am sinnvollsten. Je nach Budget oder Wert der gefährdeten Geräte kann man dann entscheiden, wie weit man gehen will.

    Zitat Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
    Bleibt abschließend noch zu hoffen, dass ausnahmsweise diese Hauserdung nicht normwidrig vom Rohbauunternehmer, sondern nach DIN 18014 von einer Elektrofachkraft verlegt, gemessen und fotografisch dokumentiert wurde und möglichst auch blitzstromtragfähig konzipiert wurde.
    Hoffen tue ich es, glauben eher nicht.
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  6. #5

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    @Dipol
    ist ja echt lobenswert ,wie fundiert Deine Beiträge sind!Versteht nach mehrmaligem Durchlesen nur der Fachmann!
    @TE
    Respekt ,wie Du Deine Handwerker im Griff hast!
    Beitrag von R.B. lesen und verstehen
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  7. #6

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    Zitat Zitat von markus s Beitrag anzeigen
    Ich habe nach Rücksprache mit dem Elektriker und einem Blitzschutzfachmann jetzt 16 mm² Kupfer vom Dach bis in den Keller verlegt.
    Wollte ein Blitzschutzbauer eine Ableitung innen verlegen, würde das bei jedem Häuslebauer eine Kriegserklärung auslösen. Bei einem 16 mm² Cu, der bei Blitzstromeintragungen nicht weniger, sondern wegen seiner größeren Erwärmung gefährlicher ist, setzt dagegen das Problembewusstsein regelmäßig vollständig aus.

    Stand der Technik ist schon lange nicht mehr Direkterdung sondern Isolierter Blitzschutz. Und wer heuzutage noch blitzstrombelastete Erdleiter gleich welchen Querschnitts nicht mit normkonformen Trennungsabstand außen und gezielt an eine eigene Erder-Anschlussfahne verlegt, beweist damit seine fehlende blitzschutztechnische Kompetenz.

    Bei einer blitzschutztechnischen Doppelberatung durch ein Elektriker-/Blitzschutzbauer-Duo sollte eigentlich nix mehr schief gehen können, oder? Wenn wenigstens einer von beiden ein VDE-Abo hat, war Trennungsabstand kein Fremdwort, und dann wurdest du mit vereinten Kräften davon abgehalten den 16 mm² Cu-Erdleiter "tradionell" innen als Blitzeinleiter zu verlegen. Und dass man an den außen verlegten Erdungsdraht auch metallische Hausteile wie z. B. die Dachrinne korrosionsverträglich anschließen muss, wurde auch erwähnt?

    Zitat Zitat von markus s Beitrag anzeigen
    Wenn man mehr machen will, dann wäre laut Blitzschutzfachmann die nächste sinnvolle Stufe ein vollständiger äußerer Blitzschutz.
    Auch wenn baurechtlich keine Blitzschutzanlage vorgeschrieben ist, ist ein Isolierter Blitzschutz nach dem Stand der Technik insbesondere zum Schutz von elektrischen Dachinstallationen wie Photovoltaikanlagen oder Antennen zu empfehlen. Als Zwischenstufe wäre auch noch ein isolierter Teilschutz möglich, wie er schon seit langem für neue Antennen empfohlen ist. Obwohl bislang von einer Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage die Rede war, frage ich trotzdem mal nach ob wirklich keine anderen schützenswerten Dachaufbauten gibt.

    Zitat Zitat von markus s Beitrag anzeigen
    Ohne inneren Blitzschutz erzeugt ein Direkteinschlag aber immer noch einiges an Elektroschrott.
    Das ist eine Binsenweisheit, Äußerer und Innerer Blitzschutz gehören selbstverständlich zusammen.

    Zitat Zitat von markus s Beitrag anzeigen
    Deshalb halte ich die Reihenfolge nichts, innerer Blitzschutz (gegen mäßig wahrscheinliche Einschläge in der näheren Umgebung), äußerer Blitzschutz (gegen wenig wahrscheinliche Volltreffer) für am sinnvollsten.
    Der Satz ist mächtig verunglückt, das soll hoffentlich kein Plädoyer gegen elementare Schutzmaßnahmen wie Fundamenterder und Schutzpotenzialasugleich sein.

    In der Tat sind mittelbare Überspannungsschäden mehr als fünf Mal häufiger als direkte Blitzschäden und laut GdV die indirekten Überspannungsschäden wesentlich aufwändiger als die direkten Blitzschäden. Die Versicherer dürfen sich über jedes blitzschutztechnisch unfundierte Statement und Bauchgefühle von Laien über vermeintlich unnötige Schutzmaßnahmen die Hände reiben, denn würden alle Gebäude gemäß Risikoanlalyse nach DIN EN 62305-2 (VDE 0185-305-3) mit einem wirtschaftlichen Blitz-/Überspannungsschutz ausgestattet, würden ja deren Umsätze drastisch zurück gehen.

    Zitat Zitat von nolu13 Beitrag anzeigen
    @Dipol
    ist ja echt lobenswert ,wie fundiert Deine Beiträge sind!Versteht nach mehrmaligem Durchlesen nur der Fachmann!
    Zuckerbrot und Peitsche? Pädagogisch betrachtet ist mehrfach durchlesen vorteilhaft, dann bleibt nämlich auch mehr hängen.

    In einem Forum für Bauexperten muss man m. E. auch nicht alles so breit erklären, dass es selbst von handwerklich unbegabten Laien als Anleitung zu unzulässigen Do-it-yourself-Arbeiten missverstanden wird. Ich bin ja schon zufrieden falls es mir auf meine alten Tage noch gelingt, dass Trennungsabstand in der Eli-Gilde kein Fremdwort bleibt.

    PS: Vergangene Woche kam eine Mitteilung der HWK Stuttgart, dass im Berufsbild der Klempner nun auch Blitzschutz gelehrt werden soll. Da sind die ja bald dran, nur wer bringt die Materie auch den als Blitzschutzbauer tätigen Dachdeckern und insbesondere den EFK bei?
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