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Erfahrungen mit Glasgranulat im Fußbodenaufbau

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  1. #1

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    Erfahrungen mit Glasgranulat im Fußbodenaufbau

    Liebe Foristen,

    ich habe mal eine Frage zum Thema Glasgranulat im Bodenaufbau.

    Hintergrund: Nach der Flut in diesem Jahr mussten wir feststellen, dass die Jahrhunderthochwasser doch häufiger kommen und bauen nun im Erdgeschoss unseres Büros den Boden komplett neu auf, damit die Schäden und die Trocknungszeiten sich beim nächsten Mal soweit in Grenzen halten, dass man schnell wieder rein kann. Das Haus ist aus dem 16. Jahrhundert und teilweise mit einem Tonnengewölbe unterkellert. In dem Keller steigt das Grundwasser mit Elbeniveau und läuft ohne Pumpen auch wieder raus. Wir haben nach 2002 das Tonnengewölbe mit Beton verstärkt, ansonsten machen wir im Keller nichts, weil letztendlich das Wasser sowieso rein kommt und so ist es "nur" Grundwasser und der Wasserdruck von außen wird ausgeglichen.
    Nun aber zum Boden im Erdgeschoß: Wir haben den Boden bis auf die Gewölbezwickel abgetragen (was man da so findet...) und wollen den Boden neu aufbauen. Dazu wurde uns als kapillarbrechende Schicht Glasgranulat empfohlen, das auch recht gut als Wärmedämmung funktionieren soll. Das heißt der Boden sähe grob so aus: Gewölbe - Geovlies - verdichtetes Glasgranulat - Folie - Verbundestrich - Fliesen.
    Jetzt ist es so, dass dieses Glasgranulat vom Hersteller natürlich als das Beste seit der Erfindung von geschnittenem Brot angepriesen wird. Lt. Aussage muss man "nur" entsprechende Anschlüsse für eine Trocknung schaffen und das ganze lässt sich schnell und einfach trocknen und hat den Vorteil, dass es eben kapillarbrechend ist, d.h. das Wasser würde nicht weiter steigen als der Pegel. Dazu muss man wissen, dass wir im Erdgeschoß dieses Jahr ca 5 cm unter Wasser standen und die Wände bereits per Injektionsverfahren "abgedichtet" wurden, was sich auch bewährt hat.
    Wenn also das Glasgranulat hält, was versprochen wird, klingt das nach einer interessanten Möglichkeit, zumal angeblich auch die Dämmwirkung sehr gut sein soll. Jetzt ist es leider so, dass ich das noch nirgendwo mal in Aktion gesehen habe, deshalb die Frage an das liebe Forum: Hat jemand schon Erfahrungen mit dem Einsatz von Glasgranulat gemacht und gibt es Dinge auf die man dabei besonders achten muss?

    Es grüßt der Bauamateur!
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  2. Erfahrungen mit Glasgranulat im Fußbodenaufbau

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  3. #2

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    Gratuliere zur Erfindung des schwimmenden Verbundestrichs auf Trennlage!
    Hoffentlich hast Du das schon patentieren lassen...

    Der Rest hingegen klingt für mich ganz brauchbar.
    Ich würde das riskieren, wenn es mein Haus wäre (zum Glück ist das hier ne wasserarme Gegend).
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  4. #3
    Themenstarter

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    Mmh, einfach mal risikieren weil es gut klingt, läuft meiner risikoaversen Grundeinstellung etwas zuwider. Ansonsten höre ich aus der Bemerkung einen gewissen Sarkasmus heraus der wohl auf die falsche Benutzung der Terminologie abstellt, für mich als Laien jedoch leider etwas näherer Erläuterung bedarf.
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  5. #4

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    ist dieses Glasgranulat das, was allgemein als Glasschaumschotter bekannt ist oder eher Blähglasgranulat, welches von einem (zumindest mir) bekannten Fertigteil-, Dämmstoff- und Steinhersteller kommt?
    Beides dürfte feuchtebeständig sein, aber nochmal nachfragen. Ersteres benötigt eine ordentliche Mindest-Einbaustärke, damit es verdichtet werden kann.
    Alternativ könnte man über Glasschaumplatten nachdenken. Bei diesen kommt Feuchtigkeit erst gar nicht rein, bei den mit Hohlräumen eingebrachten Materialien muss halt schauen, wie man die Feuchtigkeit wieder rausbekommt...
    Für die Platten braucht man aber eine stabile Unterlage, also eine Betonplatte o.ä.
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  6. #5
    Lebski
    Gast
    Ich würde auch in Richtung einer Fußbodenkonstruktion nachdenken, die kein Wasser aufnimmt.

    Es gibt SV für Estrichkonstruktionen, die können solche Problemfälle aufnehmen, analysieren, Ausschreibung machen und die Ausführung überwachen. Darüber würde ich mal nachdenken.
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  7. #6
    Themenstarter

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    @ Alfons Fischer: vielen Dank für den Beitrag! Also, es handelt sich um Glasschaumgranulat (darf man Hersteller hier nennen?), das in kleinen "Bröckchen" kommt und eingefüllt wird. Sieht tatsächlich aus wie Schotter, von daher vermute ich, dass es sich um ersteres handelt. Auf Grund des unebenen Untergrunds (altes Tonnengewölbe, Bruchsteingemauert) müsste man für eine ebene Unterseite ziemlich viel Beton verbauen, deshalb die Idee, das ganze gleich mit dem Granulat aufzufüllen. Das mit der Mindesteinbaustärke ist ein guter Hinweis, denn an den Seiten ist zwar genug Platz, nur muss auf dem Gewölbezwickel auch noch genug Platz da sein.

    @ Lebski: Wir haben in der Tat einen hochwassererfahrenen Architekten an Bord geholt. Nur sind seine praktischen Erfahrungen mit diesem speziellen Baustoff nicht so groß und der Hersteller des Materials selbst wird wohl kaum auf Nachteile oder Probleme herstellen. Grundsätzlich ist die Idee, die Hohlräume zwischen Tonnengewölbe und Erdgeschoss mit einer Materialschicht auszufüllen, die das Wasser nicht "speichert", wenn die Flut abläuft und die bei etwas niedrigerem Pegel das Wasser nicht mittels Kapillareffekt doch noch ins Erdgeschoss bringt. Der Estrich selbst (darüber) soll hochwassersicher aufgebaut werden (dazu hat der Architekt auch ganz gute Erfahrungen und Referenzen konnten wir in der Nachbarschaft auch schon anschauen).
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  8. #7
    Lebski
    Gast
    Dann mach ich aber keine Schicht rein, die Wasser annimmt. Da arbeite ich mit einem Bodenaufbau, der:
    1. Sperrt
    2. Kein Wasser annimmt
    3. Dadurch keine Trocknung benötigt

    Also Schaumglas in Heißbitumen und Gussasphaltestrich. Nass wird dann nur die Kellerdecke, die muss man dann von unten trocknen. Oben kann abgepumpt werden, fertig. Und vieleicht mal über Barrieren nachdenken, so dass kein Wasser ins EG kommt.
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  9. #8

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    Hmmm -Lebski, nix gegen Deinen Wunsch, Wasser erst gar nicht in den Querschnitt zu lassen, aber wenn das Wasser bei dem noch durchlässigen Aufbau bis 5 cm über OK Estrich steht, bin ich mir nicht sicher, ob ein undurchlässiger Aufbau richtig ist, da dieser ja dann einem nicht unerheblichen Staudruck von Unten ausgesetzt wäre. Ob der das schadfrei übersteht? Reicht das Eigengewicht des AUfbaus aus, um ihn am Aufschwimmen zu hindern?

    In so weit hat ein "absaufender", aber auch nicht zurückhaltener Aufbau schon seinen Charme.
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  10. #9
    Lebski
    Gast
    Ja, berechtigte Frage. Deshalb die Empfehlung eines speziellen SV.

    Nach jedem Hochwasser eine technische Trocknung durch den Estrich mit Bohrungen ist auch nicht so toll. Ich bezweifle auch, dass auf Dauer keinerlei Belastung aus der Dämm (Drain) Schicht entsteht.
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  11. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  12. #10
    Themenstarter

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    Ja, das mit dem Aufschwimmen ist in der Tat eine Sache, die auch schon thematisiert wurde. Grundsätzlich kamen da mehrere Überlegungen zusammen: Kommt das Wasser nicht ganz so hoch wie jetzt (30-40cm niedriger), dann steht das Wasser im Keller und in den seitlichen Hohlräumen über dem Tonnengewölbe. Dann sollte es eine Schicht geben, welche die aufsteigende Nässe stoppt. Die Schicht sollte nicht zu weit unten sein, weil sie sonst bei etwas niedrigerem HW "überlaufen" wird. Wenn aber das Hochwasser höher als EG kommt, entsteht das Problem des Wasserdrucks. Dazu kam auch schon der Vorschlag, über die Glasgranulat-Schicht eine Betondecke einzuziehen, die an den Wänden verankert wird und durch Gewicht + Verankerung ein Aufschwimmen des darüber gelegenen Estrichs verhindert. Damit würde aber der Boden insgesamt wohl etwas höher ausfallen als vorher, was bei ca. 3,20 m Deckenhöhe im EG nicht zu einer geduckten Haltung führen wird, allerdings sitzen die Fenster dann etwas niedrig.
    Alternativ könnte man eine Art "Flutventil" einbauen, das eine geregelte Überflutung und damit einen Druckausgleich ermöglicht. Wenn der Boden dicht ist, geht man danach mit Kärcher und Abzieher durch, trocknet und kann wieder rein. Da die Elbe nicht innerhalb sehr kurzer Zeit steigt, sondern der Vorlauf mindestens 2-5 Tage beträgt, hat man für die Sicherung des Mobiliars auch genügend Zeit.
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  13. #11
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    hohlräume abdichten - vermeiden - kontrollieren?

    an die 100%-abdichtung glaube ich nicht, zumal unerwünschte
    wasserstände so lange dauern können, dass durch die vorhandenen
    saugfähigen oberflächen (z.b. putze) genügend schädlicher
    feuchtetransport stattfinden kann - dann hat man nix gewonnen,
    ausser maximal verlängerten/unmöglichen austrocknungsphasen.

    ich bin bestimmt nicht der megafan von glasschaumschotter - aber
    hier halte ich zumindest die idee für weiterentwicklungswürdig.

    die "normale" und uralte lösung (ich glaube, prof. cziesielski) sieht
    definierte lüftungskanäle zwischen e. "polster" unter dem estrich
    und entsprechende randausbildung vor.
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