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  1. #1

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    Unglücklich Bodenklasse 7 - Keller

    Hallo Zusammen,

    wir haben ein Grundstück erworben und nun erschreckend feststellen müssen, dass am 1,30m reiner Fels kommt. Vor Ewigkeiten war es wohl mal ein Steinbruch

    Wie geht man denn nun am besten vor und mit welchen Mehrkosten ist zu rechnen?
    Sind echt etwas verzweifelt, da wir ohnehin finden, dass die Baukosten extrem gestiegen sind.

    Vielen Dank und Grüsse
    Anika
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  2. Bodenklasse 7 - Keller

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Sieh es mal positiv... Du hast geschickt 1000 Euro für das Baugrundgutachten gespart, die kannst du jetzt deinem Bauunternehmer geben und noch ein paar Scheine mehr...

    mehrere Möglichkeiten: Kein Keller, halber Keller (Also haus höher setzen) oder ausschachten (Sprengen?)

    Das eine kostet Platz, das Andere kostet Geld.

    Dafür hast du aber kein Gründungsproblem...
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  4. #3

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    Leicht oder schwer lösbarer Fels?
    Ist es ein ebenes Grundstück? evtl. ohne Keller bauen?
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  5. #4

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    Vor Ewigkeiten war es wohl mal ein Steinbruch
    Und welcher Stein wurde hier gebrochen?

    Hier gibt es schon signifikante Unterschiede!

    Auch würde ich mir dann mal Gedanken bzgl. der Bauwerksabdichtung machen. Fräst man in einen solchen Untergrund ein Loch, in welches man später das Haus stellt, so wird dieses Loch quasi wie eine Badewanne funktionieren. Nur daß diese Badewanne dann über keinen Stöpsel verfügen würde, über den man das Wasser wieder ablaufen lassen kann.

    Sollte das Grundstück dies hergeben (Größe), so würde ich hier die Variante "ohne Keller" ins Spiel bringen.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Anika1977 Beitrag anzeigen
    Hallo Zusammen,

    wir haben ein Grundstück erworben und nun erschreckend feststellen müssen, dass am 1,30m reiner Fels kommt. Vor Ewigkeiten war es wohl mal ein Steinbruch :
    Auf welche Weise habt ihr das festgestellt?

    Zitat Zitat von Anika1977 Beitrag anzeigen
    Wie geht man denn nun am besten vor und mit welchen Mehrkosten ist zu rechnen?

    Ich hol mal etwas aus... ;-)

    Wir haben 2011 ein Grundstück gefunden welches perfekt war - Lage gut, Ausrichtung gut, Baulücke d.h. rechts und links schon fertig und damit klar was dort hinkommt - keine Überraschungen. Alles gut. Zu dem Grundstück gab es ein Bodengutachten - haben wir dem Eigentürmer abgekauft bevor wir das Grundstück kauften.

    Das Bodengutachten bestand aus zwei Bohrungen an zwei verschiedenen Punkten - Bohrung wurde einmal nach 1.30 und einmal nach 1.7m oder so abgebrochen, da Festgestein getroffen wurde. Das Gutachten formulierte dann auch sehr vorsichtig "mit Bodenklasse 6 und 7 ist zu rechnen etc.". Es handelte sich um Sandstein - teilweise verwittert - aber eben auch Fest.

    Wir wollten ohne Keller bauen ursprünglich - damit wäre das erstmal nur insoweit ein Problem gewesen als das wir hätten viel auskoffern und verfüllen müssen, da eine Auffüllung bestand.

    Grundstück wurde also gekauft.

    Während der Planung kam dann immer mehr das Gefühl auf das wir einen Keller wollen/brauchen. Dann stand die Frage im Raum wieviel uns dann die Erdarbeiten kosten würden. Also Angebote eingeholt - wir hatten damit gerechnet das wir ca. 1/3 ausmeißeln müssen. Wir hatten dann zwei die in Frage kamen - einer war für das normale auskoffern günstig - beim meißeln aber sehr teuer. Der Andere war beim normalen baggern teurer und beim meißeln dann günstiger. Unter'm Stich stand bei beiden etwa das gleiche. Die Mehrkosten waren in der Region 10k EUR.

    Nun war die Frage wieviel man wirklich meißeln muss und ob unsere 1/3 vielleicht 1/2 werden oder nur 1/4, denn beim Bodengutachten liegt ja nur ein punktueller Aufschluss vor - wenn es doof läuft hat man genau neben einem Felsen gebohrt der bis quasi auf Geländeoberfläche geht ;-) (derjenige der bei uns das Bodengutachten gemacht hat war aber auch nicht sehr engagiert - wenn man zweimal solch ein Ergebnis hat könnte man durchaus den Auftraggeber mal anrufen und ihm nahelegen noch an zwei weiteren Stellen zu bohren um das Ergebnis abzusichern..)

    Der Kellerbauer hat dann vorgeschlagen das er einfach mal nen Bagger vorbeischickt wenn er einen in der Gegend hat um eine Probeschürfe zu machen um einfach mal zu sehen wie weit der Bagger kommt. Also kam eine Woche später ein mittelgroßer Bagger und hat an den Ecken des geplanten Hauses gegraben. Mit der normalen, glatten Schaufel kam er so etwa einen Meter - danach dann eine schmalere Schaufel mit Zähnen und relativ problemlos bis auf ca. 2.20m - es wurde zwar schwieriger, aber ging noch. Die ganze Aktion hat 2h gedauert und hätten wir dann den Keller nicht gekauft wären dafür 400 EUR oder so berechnet worden...

    Damit war das Risiko dann schonmal minimiert. Keller konnte kommen.

    Wir haben statt 10k Extrakosten für meißeln nur 3k eingeplant.

    So - dann rollte der Bagger. Der war dann zwei Nummern größer als der zur Probeschürfe - ging ziemlich gut - es wurde dann im letzten drittel fester, aber auch da kam er mit der Zahnschaufel gut vorran.

    Irgendwann ging es dann aber nicht mehr weiter - da wurde der Sandstein dann richtig massiv, so daß man hätte meißeln müssen. Das war ca. 10cm unter der geplanten Unterkannte Bodenplatte. Daher haben wir nun nur 10cm Kies unter der BoPla statt geplanten 30 - dafür allerdings gut tragfähigen Boden darunter. Dämmung unter Bodenplatte hatten wir von Anfang an nicht geplant, weil dadurch ja potentiell höhere Kosten beim meißeln entstanden wären....

    Das Polster für die Mehraufwendungen bei der Gründung haben wir trotzdem gebraucht - es wurde in dem Bereich des Sandsteins ein ausgemeißelter Bereich gefunden der als Regenwasserkanal der ehemaligen Kaserne diente - ging bis auf 5m unter Gelände und wurde dann ausgeschachtet und ordentlich verfüllt und verdichtet.

    Was will ich mit der langen Story sagen: es kommt drauf an ;-) Auch ein Bodengutachten kann nicht alles klären...

    Bei uns war der Fall mit "Sandstein" vermutlich noch relativ harmlos - Granit wäre der Tod... und die Wasserlage ist zu klären!




    Zitat Zitat von Anika1977 Beitrag anzeigen
    Sind echt etwas verzweifelt, da wir ohnehin finden, dass die Baukosten extrem gestiegen sind.
    Tja - umsonst ist nichtmal der Tod ;-)
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  7. #6
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  8. #7
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    Hallo,

    Danke fürs schnelle Antworten. Hier das Gutachten...
    Ohne Keller geht bei uns nicht, dürfen nur 2 Stockwerke gebaut werden und Grundstückgrösse lässt keine Verbreiterung zu. Den Platz brauchen wir mit 2 Kids auf jeden Fall.

    Lg Anika
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  9. #8

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    ....und Grundstückgrösse lässt keine Verbreiterung zu.
    Wie groß ist denn das Grundstück?

    Den Platz brauchen wir mit 2 Kids auf jeden Fall.
    Ist das so? Den Keller benötigt man ja idR für untergeordnete Räume/ Technikräume: Anschlußraum/ Heizung, Hauswirtschgaftsraum, evtl. Lager.

    Je nach Art der Heizung ließe sich diese auch in einem Raum im EG unterbringen. Die Waschmaschie kann auch im OG stehen (--> kurze Wege!) und Lagerraum kann ggf. (auch wieder abhängig von der Bauform) im Spitzboden / Bühne untergebracht werden.

    Das mag nach "Notlösung" klingen, hat m.E. aber in Teilen durchaus Charme und diszipliniert ein wenig beim Ansammeln von Sperrmüll
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  10. #9

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    Die Daten, die Thomas erfragt würde mich auch interessieren. Kannst Du mal den Lageplan reinstellen?
    Wir hatten ursprünglich auch ohne Keller geplant und bei uns ist es dann aufgrund des Bodengrundgutachtens doch einer geworden (unser Haus steht auf 10 Betonstützen, da der tragende Grund erst später kommt) Da haben wir den Beton lieber in Form von Weißer Wanne genommen, als ihn "einfach so reinzukippen".
    Und eigentlich ist der Keller viel zu groß, aber auffüllen schafft man ja immer ;-)
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  11. #10
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    Das Grundstück hat 600 qm. Wir benötigen im Keller 1 ausgebautes Zimmer, Lagerraum und Waschküche mit Trockenplatz. Waschküche oben haben wir jetzt und das macht mich wahnsinnig... (jetzt ist das eigentliche Büro gerade Bügel- und Abstellplatz - und arbeiten tu ich auch noch drin)

    Wird nur teilunterkellert.
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  12. #11

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    Wir benötigen im Keller 1 ausgebautes Zimmer
    WAS ist ein ausgebautes Zimmer bzw. was versteht Ihr darunter? (Raumhöhe? Nutzung?)

    Waschküche mit Trockenplatz....wahnsinnig
    Kann ich mir vorstellen, wenn man den besonderen "Problemen" solcher Räume nicht Rechnung trägt. Also eine entsprechend schalltechnisch bessere Tür, damit man beim Schleudergang nicht selber ins Schleudern kommt.....
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  13. #12

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    Fels ist nicht gleich Fels. In dem Bodengutachten sollte zumindest aufgeführt sein mit welcher Schicht und welcher Bodenklasse gem. DIN 18300 zu rechnen ist. Aber das kann man bei dem Büro auch nicht erwarten,

    In Brigachtal-Kirchdorf steht der Obere Muschelkalk an. Der dürfte in die Bodenklasse 7 gemäß DIN 18300 fallen. Bei der Gründung kann gespart werden. Dafür wird der Aushub eben etwa teuerer. Der Aushub kann an ein Schotterwerk verkauft werden. Grundwasser drüfte je nach topographischer Lage keine Rolle spielen.


    Sind echt etwas verzweifelt, da wir ohnehin finden, dass die Baukosten extrem gestiegen sind.

    Aufgrund der niedrigen Zinsen bauen zur Zeit sehr viele Leute. Angebot und Nachfragen regeln nun mal den Preis

    Einfach mal bei einigen lokalen Tiefbauer nachfragen, was der Aushub kostet. Die kennen sich am Besten aus.
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  14. #13
    Themenstarter

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    Ausgebautes Zimmer: Kein Abstellraum sondern richtiger Boden, Fußbodenheizung und tapezierte Wände...

    Das mit dem Schotterwerk ist eine gute Idee.

    Laut Anfrage dürften wir mit 6.500€ rechnen
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Grundwasser drüfte je nach topographischer Lage keine Rolle spielen.
    Grundwasser im klassischen Sinne sicher nicht, aber Oberflächen- und/oder Schichtenwasser. Der Felssockel dürfte sehr wahrscheinlich die wasserundurchlässige Schicht sein bis zu der Regenwasser versickert und dann auf dieser Schicht entlangläuft....bis es (das Regenwasser) auf die Badewanne trifft um sich in dieser zu sammeln.....

    Ausgebautes Zimmer:
    Es sollte nur sichergestellt sein, daß dieses Zimmer entweder -wenn als Aufenthaltsraum geplant (Gast/ Kind/...) entsprechend dessen Anforderungen* geplant und ausgeführt wird oder eben kein solcher Raum ist und auch nicht als solcher genutzt wird.

    * 2. Rettungsweg, Belichtung, Belüftung
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  17. #15

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    Zitat Zitat von Thomas B Beitrag anzeigen
    Grundwasser im klassischen Sinne sicher nicht, aber Oberflächen- und/oder Schichtenwasser. Der Felssockel dürfte sehr wahrscheinlich die wasserundurchlässige Schicht sein bis zu der Regenwasser versickert und dann auf dieser Schicht entlangläuft....bis es (das Regenwasser) auf die Badewanne trifft um sich in dieser zu sammeln.....
    Die Ferndiagnose trifft leider nicht zu. Bevor man irgendwas ins Blaue rät, sollte man sich mit den verfügbaren Daten beschäftigen, als da waren Geologische und Topographische Karte. Der im Bereich Brigachtal anstehende Obere Muschelkalk ist stark geklüftet, teilweise verkarstet und weist auf einer Mächtigkeit von ca. 70 m im Bereich Brigachtal keine stauenden Horizonte auf. Der Obere Muschelkalk wird das Niederschlagswasser also sicher nicht stauen und aus der Baugrube wird keine Badewanne werden. Brigachtal liegt in einem Tal mit schmalen Talaue und steilen Hängen. Nur in der Talaue ist mit Grundwasser zu rechnen. Wenn das Baugebiet "Ob dem Dorf" genannt wird, dann wird einem auch klar, dass eher nicht mit Grundwasser zu rechnen ist.

    Manchmal schon erstaunlich, dass die Architekten von sonstwo sich besser aus kennen als der Geologe mit lokaler Erfahrung.
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