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Thema: Vakuum?

  1. #1

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    Vakuum?

    Hallo,

    hat eigentlich jemand schon praktische Erfahrung mit den Vakuumdämmungen? Das hört sich ja alles traumhaft an. Passivhausdämmwerte bei 4cm dicken Platten.
    Könnte mir schon vorstellen dass da ein Markt existiert. Bei 4cm Materialdicke wäre auch eine Innendämmung im Bestand super möglich ohne an der Gebäudehülle etwas zu verändern was ja insbesondere im Denkmalschutz eine Rolle spielt. Untersparrendämmung auch das wäre bei 4cm kein Problem. Es soll ja auch schon weiterentwicklungen geben die es ermöglichen das Vakuum "nachzupumpen" sollte sich das Paneel langsam mit Luft füllen. Also eine Art Anschluss für eine Vakuumpumpe. Vakuum sollte ja vom technischen Standpunkt her sowieso das maximal mögliche sein, mehr denke ich geht physikalisch nicht mehr. Irgendwo muss ja auch diese Platte ausgesteift werden (nichts hält ja bekanntlich nicht).

    Wie seht ihr den Trend, werden diese Platten künftig mehr eingesetzt? Gut billig sind die nicht und auch bei der Planung muss man die Dinger auf Maß bestellen da die ja nicht beschädigt werden dürfen aber wenn hier der Preis sinken sollte halte ich die Vakuumdämmungen für sinnvoll. Wie seht ihr das? Schon jemand verbaut?
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  2. Vakuum?

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  3. #2

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    Bin auch sehr gespannt auf Antworten. Vom Kopf her verstehe ich die Sache, vom Bauch her traue ich ihr nicht...
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  4. #3
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    Gerade im Bestand sehe ich hier das Potenzial, also da wo man an der Aussenfassade nichts machen kann und will (Fachwerk, etc....) hier kann man dankt der schlanken Bauweise die Dämmung innen verlegen (4cm bekommt man problemlos unter den Sparren auf die Innenseite). Natürlich ist ein erhöhter Planungsaufwand von nöten (Platten auf Maß bestellen, Stöße sauber ausführen) und auch der Preis hats in sich. Aber beim Preis bin ich hoffnungsvoll dass hier evtl. noch was passiert. Und die Möglichkeit sollte gegeben sein die Platten nach 10 - 20 Jahren nachevakuieren zu können. Ansonsten dank der schlanken bauweise wirklich ein interessantes Produkt. Ein Kühlschrank funktioniert ja heute ähnlich Die sind ebenfalls zumindest z.T. ganz dünn mit Vakuum gedämmt
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  5. #4
    Avatar von Flocke
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    Gerade für die alten Bestandsgebäude sind solche Platten Gift. In einem Fachwerk ohne jegliche ebene Flächen auf den Außenwänden nahezu diffusionsdichte Platten aufzubringen, kann das Gebäude nachhalzig schädigen.
    Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht den Ehrgeiz mit immer schlankeren, und dafür unverhältnismäßig teureren, Platten arbeiten zu müssen nicht. Im Regelfall wird der eingesparte Platz mit einem noch größerem Fernseher oder einem Monster Kühlschrank doch wieder zugestellt.
    Für viele Sondermaßnahmen halte ich die Platten für gut. Was sie in meinen Augen für den Baubereich unbrauchbar macht ist die fehlende Möglichkeit die Vakuumanzeiger im eingebauten Zustand kontrollieren zu können. Viele Betriebe sind bereits mit dem Einbau herkömmlicher Dämmstoffe überfordert und sollten mit solch sensiblen Bauteilen lieber nicht in Berührung kommen.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Ich sehe das Potential besonders bei Innendämmung (Rauminnenseitig), da wo es eben nicht möglich ist große Dämmpakete auf der aussenseite anzubringen oder die Fassade aussen unverändert bleiben soll (Fachwerk). Extremes Beispiel: Reihenhaus, Stadtmitte direkt an der Strasse. Hier müsste bei herkömmlicher Dämmung die Grenzer überbaut werden, Rauminnenseitige Vakuumpaneele ermöglichen hier eine Dämmung.
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  7. #6
    Avatar von Flocke
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    Nochmal: Im Altbau sind solche Platten ungeeignet. Fachwerk und diffusionsdicht vertragen sich nicht. Es gibt neben der WLG noch andere Werte die beachtet werden müssen. Bei vielen Häusern ist es noch nicht einmal notwendig mit extrem dicken Dämmungen zu arbeiten. So etwas muß dem Bestand angepasst werden.
    Bei Innendämmung sind eine gute Planung und erfahrene Verarbeiter dringend notwendig. Esd ist an sich schon ein heikles Thema und eine sehr gute Dämmung der Rauminnenseiten bringt neue Schwachpunkte mit sich. Einbindung der Decken und Böden und anschließende innenwände....
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  8. #7

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    Zitat Zitat von CineXXX Beitrag anzeigen
    Ich sehe das Potential besonders bei Innendämmung (Rauminnenseitig), da wo es eben nicht möglich ist große Dämmpakete auf der aussenseite anzubringen oder die Fassade aussen unverändert bleiben soll (Fachwerk). Extremes Beispiel: Reihenhaus, Stadtmitte direkt an der Strasse. Hier müsste bei herkömmlicher Dämmung die Grenzer überbaut werden, Rauminnenseitige Vakuumpaneele ermöglichen hier eine Dämmung.
    Ich sehe für dieses Material für Innendämmung von Außenwänden null Potential. Auch nicht für die angesprochenen Untersparrendämmungen

    Innendämmung mit solche einem Material bei Fachwerk ist absolutes No-Go und bei anderen Konstruktionen auch nicht viel einfacher! Flocke hat's schon gesagt.
    Innendämmung ist ohnehin nicht einfach. Und mit solchen Konstruktionen (sollten sie überhaupt funktionieren...?) macht man die Situation nur noch kritischer... Wenn da jemand rangeht, der nicht weiß, was er tut, dann sind Schäden vorprogrammiert...

    Ich persönlich empfehle immer bewährte Standard-Materialien und Standard-WLG. Sonder-Dämmstoffe nur dann, wenn es absolut nicht anders geht und wenn die Möglichkeiten, aber auch die Risiken (und der Preis!) vorher ausreichend verdeutlicht wurden.


    ich weiß leider nicht, was Sie mit Ihren Fragen bezwecken...
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  9. #8

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    Vorsicht mit diffusionsdichten Innendämmungen, wie Flocke bereits angemerkt hat.

    Im Fachwerkbereich ist eine dampfdichte Ebene nicht herstellbar wegen der vielen Durchdringungen (Deckenbalkenauflager, Unterzüge, Sparrenfüsse, etc.) und der ungeeigneten Anschlußmöglichkeiten am Bestand. Außerdem schadet zu viel Innendämmung oft der historischen Konstruktion (bei zu starker Dämmung keine ausreichende Trocknung der Fachwerkhölzer mehr möglich, Schlagregen, etc.).
    Schauen Sie sich mal die WTA-Arbeitsblätter als Empfehlungen für Innendämmung von Fachwerkkonstruktionen an, da sind normalerweise 6-8 cm diffusionsoffener Dämmputz bzw. z.B. in Lehm eingebettet Holzfaserplatten mit 4-6cm Stärke vorgeschlagen. Mit Wandheizung und genauerer Berechnung geht noch etwas mehr, aber hochdämmende Baustoffe sind hier Fehl am Platz.
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  10. #9

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    Das Problem hat sich meist dann erledigt wenn Preise auf den Tisch kommen. Man muss schon sagen, Gott sei Dank, denn sonst hätte man schon mehr Bestandsgebäude massiv geschädigt.

    Innendämmung ist sowieso schon sehr kritisch, wenn jetzt noch eine hoch wärmedämmende Innendämmung in´s Spiel kommt, die zudem diffusionsdicht ist, dann sind Schäden nahezu unausweichlich. Hinzu kommt, dass die Verarbeitung dieser Vakuumpaneele nicht ganz einfach ist, d.h. das Risiko für eine mangelhafte Konstruktion steigt weiter.

    Ich kann nur empfehlen, Finger weg von Innendämmung wenn es andere Möglichkeiten gibt. Man macht sich damit das Leben einfach leichter. Sollte aus irgendwelchen Gründen eine Außendämmung absolut nicht möglich sein, dann kann man über eine moderate Innendämmung nachdenken. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass man aus einem Oldtimer keinen Neuwagen machen kann. Allein schon der Versuch, aus einem alten "historischen" Bau ein Passivhaus machen zu wollen, ist völlig sinnfrei.

    Gruß
    Ralf
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  11. #10

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    Die Sache mit der Innendämmung hat noch einen ganz anderen Haken. Die Paneele ansich sind absolut dampfdicht, aber die Stöße so offen wie die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark (oder Frankreich oder oder). Und luftdicht sind die Konstrukte auch nicht
    Es ist also zusätzlich Schicht erforderlich, die eine flächige Dampf- und Luftdichte herstellt. Das ist bei konventionelle Konstruktionen schon nicht ohne, aber bei so hohen Dämmwerten auf minimaler Tiefe.....

    Weiterhin fehlen Langzeiterfahrungen zur Haltbarkeit der Ummantelung jenseits mech. Beschädigung.
    Es hat immer wieder in den letzten 40 Jahren hochgelobte Entwicklungen gegeben, die nach ein paar Jahren keiner mehr montierte, weil sich grosse Problempotentiale auftaten.
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  12. #11

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    Ich sehe lediglich eine Anwendung heute bei hoch-wärmegedämmten Häusern, wo man ansonsten bei Konstruktionsdetails Kältebrücken hätte: So hatten wir z.B. den Wunsch im Giebel ein normal hohes Fenster mit Rolladen (Revision aussen) zu haben, das hat sich mit den statischen Erfordernissen gebissen: Ringbalken und Sturz genau auf Höhe Rolladenkasten. Hier haben zwei Vakuumdämmpanele das ganze dann wieder bei gleichem U-Wert möglich gemacht.
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  13. #12
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    Und dann schlägt einer einen Nagel in die Wand... PFFFFFT

    Ein Kollege hat das mal auf einer Dachterrasse verlegen lassen, da sie sonst mit den Aufbauhöhen nie gelangt hätte - die Dachdecker seien in Socken herumgelaufen. Interessanter finde ich Aerogel, (gibts übrigens auch in Kombination mit Vakuum), das hat ein enormes Potential. Nur bezahlen will das - wie immer - so gut wie niemand.
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  14. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  15. #13
    Themenstarter

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    Gegen Nägel haben die Platten eine MDF Deckschicht so wie ich das verstanden habe.
    Aber ich sehe schon die Platten werden hier überwiegend negativ bewertet, dann dürfte deren Einsatz wohl relativ sinnlos sein.
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  16. #14

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    Wir haben mit dem Gedanken gespielt.

    Unser Haus (70er-Jahre, inzwischen saniert) steht auf der Grenze, der Nachbar daneben hat neu bei uns drangebaut. Netterweise hat er uns gestattet, die nicht durch sein Haus abgedeckten verbleibenden Flächen auf seinem Grundstück zu dämmen. Das war qm-mäßig nicht viel, und wir wollten es natürlich möglichst dünn.

    Der Gipser (der auch die Dämmung des Nachbarn gemacht hat) hat das schon mal verbaut und uns abgeraten. Neben dem Planungsaufwand (nach Maß bestellen) ist der Verarbeitungsaufwand hoch und die Dinger empfindlich. Über Preise haben wir dann gar nicht mehr gesprochen, zumal es dem Nachbarn auf einige cm mehr oder weniger auch nicht ankam.
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