Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 20
  1. #1

    Registriert seit
    08.2013
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Journalist
    Beiträge
    10

    Altbauflachdach stinkt bestialisch. Teer?

    Mir ist schon klar, dass ihr beim Lesen nicht riechen könnt, was ich rieche. Ich versuche trotzdem, mein Problem zu erklären. Seit ein paar Monaten wohne ich im obersten Stock eines Altbaus, der nach dem Krieg ein Notdach - Flachdach - bekommen hat. Seit der Hitzewelle stinkt es vom Dach her im (zum Dach offenen) Treppenhaus gewaltig. Scharf irgendwie, ähnlich wie beim Straßenbau, aber doch anders. Außerdem fallen komische braune Bröckchen vom Dach auf meinen Balkon. Zäh, klebrig - ihgitt.
    Ich weiß, dass der Vermieter im Frühjahr was am Dach hat machen lassen. Natürlich weiß ich nicht, was genau. Und der ist jetzt in Urlaub. Jetzt frage ich mich natürlich, ob meine Kopfschmerzen von dem, was da riecht, kommen. Das wäre echt ärgerlich. Was kann ich denn tun, um rauszukriegen, worum es sich handelt und ob das arg schädlich ist?
    Danke für nette Antworten!
    Susi
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Altbauflachdach stinkt bestialisch. Teer?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2
    Inkognito
    Gast
    PAK ist das Stichwort, schicken Sie doch die braunen Bröckchen ins Labor?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3

    Registriert seit
    06.2013
    Ort
    Karlsruhe
    Beruf
    Maschinenbau
    Beiträge
    63
    Carbolineum – Wikipedia ?

    Grüße
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4
    Themenstarter

    Registriert seit
    08.2013
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Journalist
    Beiträge
    10
    Puh, das ist ja eine blöde Geschichte!
    Carbolineum glaube ich eher nicht, weil die Bröckchen, die vom Dach auf den Balkon fallen, zu groß sind. Carbolineum wird doch eher ölig streichbar sein, oder? Ich schätze, nachdem ich etwas mehr gegoogelt habe, es handelt sich um Bitumen oder Teer, was ja wohl fast dasselbe ist.
    Kann man denn ein Flachdach überhaupt decken, ohne PAK-haltige Substanzen einzusetzen?
    Irgendwas müsste ich dem Vermieter halt vorschlagen können, wenn ich demnächst mit ihm spreche. Und da habe ich bisher keine Idee, leider...
    Danke für eure Hilfe, die Susi
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5

    Registriert seit
    01.2010
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Architekt
    Benutzertitelzusatz
    Architekt, Sachverständiger f. Schäden an Gebäuden
    Beiträge
    5,300
    Zitat Zitat von Susannesorglos Beitrag anzeigen
    ... Kann man denn ein Flachdach überhaupt decken, ohne PAK-haltige Substanzen einzusetzen?
    ja, kann man. (Aber irgendwas kommt aus fast jedem Material heraus ...)

    Zitat Zitat von Susannesorglos Beitrag anzeigen
    Irgendwas müsste ich dem Vermieter halt vorschlagen können, wenn ich demnächst mit ihm spreche.
    Als juristischer Laie denke ich, dass Du genau das nicht musst, sondern lediglich Deinen Vermieter zur Beseitigung des Mangels an der Mietsache (Gefahr für Deine Gesundheit durch Ausgasung und für Deine Sachen durch Flecken) auffordern. Hierfür solltest Du (ggf. unter Einsatz Deiner Rechtsschutzversicherung) juristische Hilfe in Anspruch nehmen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6
    Themenstarter

    Registriert seit
    08.2013
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Journalist
    Beiträge
    10
    Ich kenne ihn ganz gut und mag ihn auch. Viel Geld hat er leider nicht, aber er hat bestimmt kein Interesse daran, den Mietern und sich selbst (wohnt auch hier) zu schaden. In welche Richtung muss man denn denken, wenn es um eine vernünftige Flachdachsanierung geht?
    Überhaupt nicht skeptisch Susi
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7
    Bauexpertenforum
    Registriert seit
    01.2004
    Ort
    Kornwestheim
    Beruf
    Bauingenieur
    Benutzertitelzusatz
    Nachdenken kostet extra.
    Beiträge
    5,636
    Zitat Zitat von Susannesorglos Beitrag anzeigen
    ... es handelt sich um Bitumen oder Teer, was ja wohl fast dasselbe ist.
    eben nicht fast dasselbe. Daher werden nur noch Bitumen- und keine Teerbaustoffe mehr verwendet.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8
    Themenstarter

    Registriert seit
    08.2013
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Journalist
    Beiträge
    10
    Hm. Also nicht fast dasselbe.
    Wäre nur Bitumen auf dem Dach, wäre also alles gut und es könnte bei Sonnenschein doch eigentlich auch nicht so stinken, oder?
    Aber was, wenn beides auf dem Dach ist? Ich stelle mir vor, dass mehrere Schichten von Dachpappe übereinander liegen. Ganz unten gute alte Ware aus den 50ern. Und ganz oben drauf eine gestrichene Bitumenfarbschicht. Wenn es jetzt heiß wird, geht der Dampf nach unten, weil es nach oben gut dicht ist.
    Kann das sein?
    Grüße von der Susi
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9
    Themenstarter

    Registriert seit
    08.2013
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Journalist
    Beiträge
    10
    Also jetzt wissen wir mehr. Es sind PAK in dem teerartigen Zeug und leider auch in "extremem Maß" in meinem Hausstaub. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie es weiter geht. Dazu müsste man erstmal wissen, auf welchem Weg diese PAKs vom Dachboden in die Wohnung kommen. Gehen sie durch die Decke? Das Haus wurde 1903 gebaut, wahrscheinlich ist laut "Fachleuten" entweder undurchlässiger Lehm oder irgendeine Schlacke in der Decke zwischen Dach und oberstem Stockwerk. Oder bewegen sie sich nur durch das Treppenhaus nach unten? Dann würde nämlich notfalls eine feste Tür das Gift aus dem Treppenhaus draußen halten. Weiß das jemand?
    Danke, eure Susi
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10

    Registriert seit
    01.2010
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Architekt
    Benutzertitelzusatz
    Architekt, Sachverständiger f. Schäden an Gebäuden
    Beiträge
    5,300
    Ich fürchte, Dein Ansatz ist der falsche! Deine Bemühungen um die Problemlösung und das Portemonai Deines Vermieters ehren Dich, sind aber eigentlich seine Sache.

    Dir sollte es jetzt zu allererst um den Schutz Deiner Gesundheut gehen! Abhängig von den konkret gemessenen Stoffen und ihrer Konzentration könnte dies bedeuten, dass Deine Wohnung durch die PAK-Belastung momentan unbewohnbar ist!

    Ich würde mich vorsorglich ab sofort nicht mehr in der Wohnung aufhalten (für die erste Nacht zu Freunden),
    mich sofort in der Rechtsberatung des Mietervereins oder direkt bei einem entsprechend versierten Anwalt über das richtige Vorgehen informieren und dann ggf. auf Kosten Deines Vermieters im Hotel oder einer Ersatzwohnung schlafen, bis keine akute Gefahr für Deine Gesundheit mehr besteht - das könnte nach Abschluß der Sanierung sein. Bis dahin die Wohnung nur mit Schutzmaßnahmen betreten, wie sie hier für eine solche Dachsanierung zu sehen sind: http://www.schadstoffsanierung-loren...Downloads.html

    Das gilt je nach Belastung auf für Deine Nachbarn!

    In die Wohnung würde ich erst zurückgehen, wenn ich mir für mich sicher geworden bin, dass für mich keine akute Gefahr mehr besteht. Dabei könnte bspw. auch die Kontaktaufnahme zum bezirklichen Gesundheitsamt helfen.

    Zum Juristischen mehr auch hier: http://www.berliner-mieterverein.de/...506/050614.htm

    Die Sanierung gehört dann in die Hand eines spezialisierten Entsorgungsfachbetriebes, die Neueindichtung des Daches in die eines Dachdeckers.

    Ich möchte Dir keine Angst machen, aber bei krebserregenden Stoffen ist jede Exposition zu viel.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #11
    Inkognito
    Gast
    PAK kommt aus diversen Ecken, im Hausstaub kann das auch der Parkettkleber gewesen sein. Wie dem auch sei, ich würde mir eine neue Wohnung suchen, möglichst zeitnah. Sympathie ist nie verkehrt, ich hoffe der Vermieter lässt sie auch aus Sympathie dort schon die ganze Zeit umsonst wohnen.

    Ernsthaft, es ist sein Problem das Ihre Gesundheit gefährdet. Und wenn was am Dach gemacht wurde, dann ist das Problem bekannt. Dachdecker sind auch nicht doof. Und die Idee einfach die Türe zuzumachen... das ist so ein bisschen wie aus den Augen, aus dem Sinn: Komm' wir verbuddeln den Atommüll hinter dem Haus und dann können wir erleichtert aufatmen.
    Unter PAK kann sich anscheinend keiner was vorstellen.... fragen Sie sich, was würden Sie machen, wenn es Asbest wäre?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #12

    Registriert seit
    06.2008
    Ort
    Frankfurt
    Beruf
    Altlaster/Baugrundler
    Beiträge
    640
    PAK sind eine Stoffgruppe von über 200 Einzelstoffen. Grundsätzlich gilt: je giftiger, desto weniger flüchtig und wasserlöslich. Auch bei hohen Gehalten im Hausstaub bleibt die Aufnahme bei Erwachsenen idR gering bis vernachlässigbar; anders ist das bei Kleinkindern.
    Wenn allerdings ein deutlicher Geruch wahrnehmbar ist deutet das darauf hin, dass leichterflüchtige PAK überproportional beteiligt sind (Naphtalin). Das ist bei teerhaltiger Dachpappe normalerweise nicht so.
    Bröckchen können auch auf Teerkork hindeuten; eine Dämmung, die in den 60er Jahren eingesetzt wurde. Die wäre innen und könnte bei großer Hitze auch PAK in Gasphase freisetzen. Die adsorbieren dann am Hausstaub. Ggf. kann man das am PAK-Spektrum erkennen.
    Grundsätzlich sollte da sicher was gemacht werden, aber Panik wäre wohl übertrieben.
    Sind die Emissionen denn auch bei kühlerem Wetter gleichstark wahrnehmbar?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #13

    Registriert seit
    01.2010
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Architekt
    Benutzertitelzusatz
    Architekt, Sachverständiger f. Schäden an Gebäuden
    Beiträge
    5,300
    Zitat Zitat von KATMat Beitrag anzeigen
    Sind die Emissionen denn auch bei kühlerem Wetter gleichstark wahrnehmbar?
    Aus dem Ursprungspost: "Seit ein paar Monaten wohne ich im obersten Stock eines Altbaus, der nach dem Krieg ein Notdach - Flachdach - bekommen hat. Seit der Hitzewelle stinkt es vom Dach her im (zum Dach offenen) Treppenhaus gewaltig. Scharf irgendwie, ähnlich wie beim Straßenbau, aber doch anders. Außerdem fallen komische braune Bröckchen vom Dach auf meinen Balkon. Zäh, klebrig - ihgitt."
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  16. #14

    Registriert seit
    06.2008
    Ort
    Frankfurt
    Beruf
    Altlaster/Baugrundler
    Beiträge
    640
    Frage übersetzt: stinkt es auch nach der Hitzwelle gleichermaßen?
    Dann wäre es relativ sicher, dass es dauerhaft gasförmige Emissionen sind (und auch eine nennenswerte Aufnahme stattfindet) - was bei PAK die ganz ganz große Ausnahme darstellt.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  17. #15
    Bauexpertenforum Avatar von stefan ibold
    Registriert seit
    01.2003
    Ort
    bad oeynhausen / garbsen
    Beruf
    dachdeckermeister
    Benutzertitelzusatz
    öbuv SV der HWK OWL zu Bielefeld
    Beiträge
    2,502
    Moin,

    Wenn die Dachdecker etwas gemacht haben, dann könnte es sein, dass die Dachfläche/Abdichtung mit einem Dachlack gestrichen wurde. Eine Praxis, die mittlerweile nicht mehr so häufig durchgeführt wird, da die Dachlacke fast keine Lösungsmittelmehr enthalten dürfen. Diese haben nämlich das alte und versprödete Bitumen der Deckschicht etwas angelös und damit (vorübergehend) wieder flexibler gemacht, was die Bahn weniger anfällig gemacht hat. Inzwischen sind das fast alles nur noch Emulsionen auf Wasserbasis, die nicht mehr anlösen, sondern nur noch farbgebend sind. Bei den Oberlagen, die seit den Ende der 1970-er Jahren Verwendung finden, ist so ein Anstrich eigentlich überflüssig.
    Was jedoch verwundert ist der Umstand, dass die Bröckchen (gibt es Bilder davon??) umherfliegen sollen. Das hieße nämlich, dass - vorausgesetzt, es ist tatsächlich Kork als Wärmedämmung - dieser ungeschützt auf der Dachfläche herumliegen würde. Allerdings würde das den scharfen Geruch erklären, denn wenn Kork nass wird, stinkt er wiederlich.

    Grüße

    stefan ibold
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen