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  1. #1

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    Brunnenbohrung Wärmepumpe: Durchmesser / Unternehmen nach DVGW-Arbeitsblatt W 120

    Guten Tag!

    Ich habe verschiedene Angebote zum Bau einer Brunnenanlage für meine Wärmepumpe eingeholt, die sich - wer hätte es anders erwartet - zum Teil erheblich unterscheiden. Zwei Fragen:

    1. Spricht etwas gegen / für einen Bohrdurchmesser von nur 10cm? Aufgrund des geringeren Aufwands bei Bohrmaschinen etc. ist diese Bohrung natürlich wesentlich billiger. Es stellt sich mir nur die Frage, ob ich hier später Probleme bekomme, dass nicht genügend Wasser zur Verfügung steht oder nachlaufen kann? Oder gibt es dieses Problem nicht, weil die Pumpe wirklich im Grundwasser hängt?

    2. Was ist von der Liste Bohr- und Brunnenbauunternehmen nach DVGW-Arbeitsblatt W 120 zu halten? Sind alle Firmen durch diese Zertifizierung zu empfehlen? Sind alle anderen Firmen eher zu meiden? Oder ist diese Liste zwar nett, aber sagt praktisch weder das eine, noch das andere aus?

    3. Dass so eine Anlage relativ umfangreich ist bzw. viele Punkte beachtet werden müssen, habe ich mittlerweile festgestellt. Ich frage mich aber woran ich ein gutes Angebot erkenne, dass weder zu wenig Leistungen noch überflüssige Leistungen enthält. Irgendwelche Tipps?

    Viele Grüße
    Sebastian Knauer
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  2. Brunnenbohrung Wärmepumpe: Durchmesser / Unternehmen nach DVGW-Arbeitsblatt W 120

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  3. #2

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    Zum Durchmesser kann man nicht wirklich was sagen, wenn der Grundwasserleiter nicht bekannt ist. Ein Bohrdurchmesser (nicht Ausbau) von 10 cm ist aber schon klein.
    Die Zertifizierungen kosten ein Heidengeld, so dass durchaus gute Unternehmen den Aufwand scheuen.
    Es sollte ja aber wohl eine Planung der Anlage geben, die auch Vorgaben für die Fördermengen macht. Ebenso sollte da eine Annahme zur Ergiebigkeit und Durchlässigkeit des GW-Leiters drin sein.
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  4. #3

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    Die Münchner Terassenschotter sind sehr gut durchlässig und für eine Geothermieanlage mit Grundwasser geeignet. Im Süden liegt ein hoher Grundwasserflurabstand bis 22 m vor nach Norden hin steigt der Grundwasserspiegel bis auf knapp unter Gelände an. Siehe link:

    http://maps.muenchen.de/rgu/grundwasserflurabstand

    10 cm Bohrdurchmesser sind ein Witz. Die erforderliche Entnahmemenge/Aufnahmemenge wird nicht ausreichen. In den Brunnen passt nicht mal eine 4 Zollpumpe. Es könnte höchstens eine Saugpumpe eingesetzt werden.

    Sie benötigen ein Büro, dass die Anlage plant. Für eine Geothermieanlage mit Grundwasser benötigen Sie eine wasserrechtliche Genehmigung. Evtl. wird in der Genehmigung eine DVGW-zertifizierte Bohrfirma gefordert.
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  5. #4
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    Zitat Zitat von peterk61 Beitrag anzeigen
    Die Münchner Terassenschotter sind sehr gut durchlässig und für eine Geothermieanlage mit Grundwasser geeignet. Im Süden liegt ein hoher Grundwasserflurabstand bis 22 m vor nach Norden hin steigt der Grundwasserspiegel bis auf knapp unter Gelände an. Siehe link:
    http://maps.muenchen.de/rgu/grundwasserflurabstand
    Danke für den Link! Wir bauen in Trudering: GW-Flurabstand 4 - 6 m. Wurde auch von einem Bauherrn eine Straße weiter bestätigt. Boden ist typischer Truderinger Kies/Schotter Mischung.

    Zitat Zitat von peterk61 Beitrag anzeigen
    10 cm Bohrdurchmesser sind ein Witz. Die erforderliche Entnahmemenge/Aufnahmemenge wird nicht ausreichen. In den Brunnen passt nicht mal eine 4 Zollpumpe. Es könnte höchstens eine Saugpumpe eingesetzt werden.
    Oh sorry mein Fehler, mir war nicht bewusst, dass es hier einen elementaren Unterscheid gibt. Der Ausbaudurchmesser ist 10cm! Mal grob geplant (sprich ins Angebot reingerechnet) ist die Grundfos SP 3A-6.

    Zitat Zitat von peterk61 Beitrag anzeigen
    Sie benötigen ein Büro, dass die Anlage plant. Für eine Geothermieanlage mit Grundwasser benötigen Sie eine wasserrechtliche Genehmigung. Evtl. wird in der Genehmigung eine DVGW-zertifizierte Bohrfirma gefordert.
    Antrag auf Bohrgenehmigung und wasserrechtliche Nutzung würde das Bohrunternehmen stellen. Sie haben in der Nähe auch schon andere Brunnen gebohrt, sollte also ohne Zertifizierung klappen.

    Mir ist klar, dass der Brunnen / die Durchflussmenge entsprechend der benötigten Wärmeleistung angepasst sein muss.
    -> Brauche ich oder empfehlen sie trotzdem die Anlage von einem Fachmann planen zu lassen? Und was kostet so etwas ca.?
    -> Wie sehen sie die 10 cm Durchmesser mit den neuen Infos oben? Ich gehe davon aus, dass mir die Firma eine entsprechende Durchflussmenge im Angebot zusichert?

    Danke!
    Wk
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Wookie81 Beitrag anzeigen
    -> Brauche ich oder empfehlen sie trotzdem die Anlage von einem Fachmann planen zu lassen? Und was kostet so etwas ca.?
    -> Wie sehen sie die 10 cm Durchmesser mit den neuen Infos oben? Ich gehe davon aus, dass mir die Firma eine entsprechende Durchflussmenge im Angebot zusichert?
    Vorteil eines unabhängigen Planers ist wie immer, dass er nicht weitere Leistungen wie hier z.B. Brunnen etc. verkaufen will. Dadurch wird verhindert, dass Unnötiges oder Überdimensioniertes verkauft wird.

    Die Kosten hängen stark vom Umfang der Arbeiten ab und die wiederum von den lokalen Erfahrungen des Planers.

    Die Förderleistung hängt stark von der Förderhöhe ab. Die SP 3A-6 schafft max. 3 m³/h. Überschlägig kann von einer Heizleistung von 10 KW je 2 m³/h Wasserförderung ausgegangen werden. Ob das reicht kann ich nicht beurteilen!
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  7. #6

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    SP3A6 im 100er Rohr ist Schwachsinn. Die sitzt press im Rohr und zieht den Sand durch die Schlitze. Das ist dann ´ne echte Wärmepumpe. Vergiss die Firma, die sowas vorschlägt.
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  8. #7

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    Zitat Zitat von KATMat Beitrag anzeigen
    SP3A6 im 100er Rohr ist Schwachsinn. Die sitzt press im Rohr und zieht den Sand durch die Schlitze. Das ist dann ´ne echte Wärmepumpe. Vergiss die Firma, die sowas vorschlägt.
    Stimmt!!

    Eine 4 Zollpumpe wie die SP3-A6 kann zwar in einen 4 Zoll-Pegel eingebaut werden, aber jeder Ein- und Ausbau ist ein Abenteuer. Daher mindestens 5 Zollausbau oder die Angelegenheit einem unabhängigem Planer übergeben.
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  9. #8
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    Zitat Zitat von peterk61 Beitrag anzeigen
    Vorteil eines unabhängigen Planers ist wie immer, dass er nicht weitere Leistungen wie hier z.B. Brunnen etc. verkaufen will. Dadurch wird verhindert, dass Unnötiges oder Überdimensioniertes verkauft wird.
    Die Kosten hängen stark vom Umfang der Arbeiten ab und die wiederum von den lokalen Erfahrungen des Planers.
    Es gibt diesen Mathematiker-Witz: Was ein Mathematiker sagt ist zwar 100%ig richtig, hilft einem aber nicht weiter
    Vorteil eines Planer ist mir bekannt, was ich nicht einschätzen kann ist a) ist einer notwendig oder kann das auch das Brunnenbauunternehmen und b) in welchem Kostenrahmen bewegen wir uns bei einer Anlage für ein Neubau EFH (300€, 600€, 1200€ oder mehr)?

    Zitat Zitat von peterk61 Beitrag anzeigen
    Die Förderleistung hängt stark von der Förderhöhe ab. Die SP 3A-6 schafft max. 3 m³/h. Überschlägig kann von einer Heizleistung von 10 KW je 2 m³/h Wasserförderung ausgegangen werden. Ob das reicht kann ich nicht beurteilen!
    Ja wir haben so 8 kW Wärmebedarf, sollte also hinkommen ...

    Zitat Zitat von KATMat Beitrag anzeigen
    SP3A6 im 100er Rohr ist Schwachsinn. Die sitzt press im Rohr und zieht den Sand durch die Schlitze. Das ist dann ´ne echte Wärmepumpe. Vergiss die Firma, die sowas vorschlägt.
    ... aber dann wohl bei einer anderen Firma.

    Viele Grüße
    Wk
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  10. #9

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    Hallo Sebastian,

    wir stehen heute auch vor der Entscheidung wie du vor 2 Jahren, darum bin ich auf diesen Thread gestoßen. Kannst du uns mitteilen, für was du dich entschieden hast und ob du die Entscheidung heute wieder so getroffen hättest?

    Bei uns ist der aktuelle Stand folgender:
    - Bestandsbrunnen (Durchmesser 1m, Tiefe 4,5m, Wasserstand bei 2,5m Tiefe) soll als Sickerbrunnen verwendet werden (Empfehlung des Sachverständigen)
    - Pumpversuch im Bestandsbrunnen war erfolgreich: stabiler Wasserstand bei 1 l/sec. = 3600 l/h
    - Wasserprobe ebenfalls erfolgreich: Eisen und Mangangehalt jeweils weit unter kritischem Wert

    Jetzt steht also die Bohrung des Saugbrunnens bevor (dessen Position auch eruiert wurde mit folgenden Vorgaben: vom Sickerbrunnen aus gesehen nicht in Wasser-Fließrichtung und mind. 15m Entfernung vom Sickerbrunnen).
    Vorgeschlagen wurde ein Bohrung von 36 cm (vom Sachverständigen) bzw. 30 cm (von der Bohrfirma), um ein 125mm PVC Rohr einzusetzen. Der Schachtring (Durchmesser?) soll wohl 1,5m tief sein, die Pumpe in 4-5m Tiefe eingesetzt werden.
    Unser momentan favorisierter Heizungsbauer hat für das (in Zukunft) KfW85-Standard-EFH (ca. 150m² Wohnfläche) eine Wärmepumpe mit 9,7KW Leistung "errechnet". Die anderen beiden Heizungsbauer 7,7KW bzw. 13,4KW, man spürt also die Genauigkeit.

    So, jetzt aber zu den Fragen:
    Für welche Pumpe hast du dich dann entschieden? Wie tief sitzt die Pumpe?
    Reicht bei dir das 100mm-Rohr für die Entnahmemenge/Aufnahmemenge bzw. den Heizbedarf von 8KW ? Welche Wassertemparatur hast du etwa?
    Wieviel hat die Brunnenbohrung dann eigtl. gekostet (Saug- und Sickerbrunnen oder habt ihr auch nur einen gebraucht?) für wieviel Meter Bohrtiefe?

    Danke und viele Grüße,
    Mayo
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  11. #10

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    Zitat Zitat von Mayo666 Beitrag anzeigen
    Unser momentan favorisierter Heizungsbauer hat für das (in Zukunft) KfW85-Standard-EFH (ca. 150m² Wohnfläche) eine Wärmepumpe mit 9,7KW Leistung "errechnet". Die anderen beiden Heizungsbauer 7,7KW bzw. 13,4KW, man spürt also die Genauigkeit.
    Na ja, man könnte ja eine Heizlastermittlung nach EN12831 in Auftrag geben, dann gäbe es auch ein richtiges Ergebnis. Gratis wird das niemand rechnen, das ist klar. Da wird dann eher der dicke Daumen ausgepackt, bestenfalls mit irgendwelchen "Formeln" eine Heizlast abgeschätzt.
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  13. #11
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    Zitat Zitat von Mayo666 Beitrag anzeigen
    wir stehen heute auch vor der Entscheidung wie du vor 2 Jahren, darum bin ich auf diesen Thread gestoßen. Kannst du uns mitteilen, für was du dich entschieden hast und ob du die Entscheidung heute wieder so getroffen hättest?
    (...)
    Für welche Pumpe hast du dich dann entschieden? Wie tief sitzt die Pumpe?
    Reicht bei dir das 100mm-Rohr für die Entnahmemenge/Aufnahmemenge bzw. den Heizbedarf von 8KW ? Welche Wassertemparatur hast du etwa?
    Wieviel hat die Brunnenbohrung dann eigtl. gekostet (Saug- und Sickerbrunnen oder habt ihr auch nur einen gebraucht?) für wieviel Meter Bohrtiefe?
    Ich habe zwei Brunnen 22cm bohren lassen, Ausbau mit 20cm und Pumpe mit 3,6m³/h bis 15m Förderhöhe (GrundFos? kA müsste ich erst in den Unterlagen suchen ...). Gebohrt wurden so 10-12m, Grundwasser in rauen Massen ist in ca. 8m und damit hängt die Pumpe auf 9-10m (halt gut mit Wasser überdeckt und nicht im Schlick am Boden). Gekostet hat der Spaß etwas weniger als 11 k€.

    Von dem 10cm Rohr hab ich also Abstand genommen, die jetzt geförderte Wassermenge passt, die Pumpe ist etwas überdimensioniert. Wassertemperatur kann ich nicht sagen, da ich einen Wärmetauscher mit Solekreis dazwischen habe ... müsste mal nen Temeraptursonde anschließen.

    Alles in allem schon ein gute Heizung, aber kein billiger Spaß und viel Arbeit (Stichwort: Fördergenehmigung/Brunnengutachten) ... bevor ich das nochmal mache, würde ich mir ernsthaft überlegen ne Gasheizung einzubauen.

    Gruß
    Sebastian
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  14. #12

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    Hallo Sebastian,
    vielen Dank für die Infos.
    Ich habe zwar noch weitere Fragen (Dimensionierung Pufferspeicher, ERR etc.), aber da mach ich dann einen eigenen Thread.
    Grüße, Mayo
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