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  1. #1

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    Altbau ungedämmt. EnEV Verständisfrage

    Hi!

    mal kurz zum Verständnis.
    Altbau Bj 63.
    - Dach nicht gedämmt
    - Wände nicht gedämmt
    - Wasserleitungen nicht gedämmt
    - Fenster alt

    Muss der jetzige Eigentümer nun nach EnEV2009 bis Ende 2013 Maßnahmen in jedem Fall durchführen oder muss er nicht?
    Oder muss er das nur wenn er renoviert/saniert?

    Wie verhält es sich wenn der Eigentümer wechselt?
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  2. Altbau ungedämmt. EnEV Verständisfrage

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  3. #2

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  4. #3

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    EnEV 2009 §10 sieht folgende Maßnahmen vor die auszuführen sind:

    a.) Heizkessel die vor dem 01.10.1978 eingebaut wurden, müssen ersetzt werden
    b.) Wärmeverteilleitungen und WW-Leitungen in unbeheizten Bereichen müssen gedämmt werden
    c.) Obere Geschossdecke (alternativ das Dach selbst) muss gedämmt werden.

    Dazu gibt es aber folgendes zu beachten:

    zu a.)

    Bei Ein- und Zweifamilienhäusern, von denen der Eigentümer eine Wohnung am 01.02.2002 selbst bewohnt hat, müssen solche "alten" Heizkessel nur dann außer Betrieb genommen werden, wenn ein Eigentümerwechsel nach dem 01.02.2002 stattgefunden hat. Die gesetzlichen Verpflichtungen gehen auf den neuen Eigentümer über, der diesen Heizkessel zwei Jahre nach dem ersten Eigentumsübergang außer Betrieb zu nehmen hat. (§ 10 Abs. 5 nr. 2 EnEV).
    Weiterhin ist zu bedenken:

    Die Verpflichtung entfällt, wenn die für die Nachrüstung erforderlichen Aufwendungen durch die eintretenden Einsparungen nicht innerhalb angemessener Frist erwirtschaftet werden können. (§ 10 Abs. 6 EnEV)
    in Verbindung mit:

    Die Verpflichtungen zur Dämmung von Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie obersten Geschossdecken entfallen, wenn die für die Nachrüstung erforderlichen Aufwendungen durch die eingetretenen Einsparungen nicht innerhalb einer angemessenen Frist erwirtschaftet werden können. (§ 5 Abs. 1 EnEG)
    Bei der angemessenen Frist ist die (Rest)Nutzungsdauer des Gebäudes zu berücksichtigen. Bei einer Amortisationsdauer von 10 Jahren oder kürzer, wird von einer Wirtschaftlichkeit ausgegangen. Der Punkt mit der Wirtschaftlichkeit ist noch umstritten, anscheinend genügen die bisherigen Urteile nicht.

    Wechselt der Eigentümer, dann müssen die obigen Maßnahmen nachgeholt werden. Alle weiteren Anforderungen der EnEV sind erst dann zu erfüllen, wenn an den entsprechenden Bauteilen Änderungen vorgenommen werden.

    Folgende Punkte könnten auch noch interessant sein:

    Es besteht die Möglicheit sich als Gebäudeeigentümer wegen unbilliger Härte im Einzelfall von den Nachrüstungspflichten befreien zu lassen (§ 25 EnEV). Unbillige Härte kann wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise vorliegen.
    Bei Nichterfüllung des Wirtschaftlichkeitsgebots liegt unbillige Härte vor. (§ 25 Abs. 1 EnEV). Auch wenn ein Eigentümer zum gleichen Zeitpunkt oder in nahem zeitlichen Zusammenhang mehrere Pflichten nach EnEV oder anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften aus Gründen der Energieeinsparung (z.B. Heizkostenverordnugn) zu erfüllen hat und ihm dies nicht zumutbar ist (§ 25 Abs. 2 EnEV).
    Was objektiv wirtschaftlich zumutbar und was subjektiv zumutbar wird in der Verordnung nicht geklärt.

    Gruß
    Ralf
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  5. #4
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    c.) Obere Geschossdecke (alternativ das Dach selbst) muss gedämmt werden.
    Beim Dach. D.H. aber auch das ich dann einen U-WErt von 0,24 zwingend erfüllen muss, oder?

    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Alle weiteren Anforderungen der EnEV sind erst dann zu erfüllen, wenn an den entsprechenden Bauteilen Änderungen vorgenommen werden.
    Ich kaufe das Haus und möchte die Fenster austauschen. Was muss hier dann beachtet werden?
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  6. #5

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    Zitat Zitat von ma4er72 Beitrag anzeigen
    Beim Dach. D.H. aber auch das ich dann einen U-WErt von 0,24 zwingend erfüllen muss, oder?


    Ich kaufe das Haus und möchte die Fenster austauschen. Was muss hier dann beachtet werden?
    Steht alles in der EnEV. Decken/Dachschrägen 0,24W/m2K, Fenster 1,3W/m2K.

    Ergänzung:

    Wird bei Maßnahmen nach Buchstabe b oder d der Wärmeschutz als Zwischensparrendämmung ausgeführt und ist die Dämmschichtdicke wegen einer innenseitigen Bekleidung oder der Sparrenhöhe begrenzt, so gilt die Anforderung als erfüllt, wenn die nach anerkannten Regeln der Technik höchstmögliche Dämmschichtdicke eingebaut wird.
    Gruß
    Ralf
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  7. #6
    Themenstarter

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    Ok. Danke. Dann hab ich es doch richtig verstanden. Nur das mit der Sparrenhöhe ist interessant.
    Da ich nur 14er Sparren hab, brauch ich keine Aufdopplung oder sowas. Gut -)

    Danke und Gruß
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