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Frage zu Dacharbeiten

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  1. #1

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    Frage zu Dacharbeiten

    Guten Abend,

    ich stelle meine Frage nicht als Hausbesitzer und nehme selbst keine Arbeiten vor, sondern habe viel mehr eine Frage als Mieter. Ich hoffe, das ich diese Frage hier stellen darf und dass sie richtig eingeordnet ist. Doppelpost: Ich habe diese Frage auch unter "wer-weiss-was" gestellt um die Chance auf eine Antwort zu erhöhen.

    Ich bin Mieter einer Dachgeschosswohnung und momentan von einer energetischen Maßnahme "betroffen". Neben den Arbeiten am Dach selbst werden auch die Fenster der Dachgeschosswohnungen ausgewechselt und müssen wegen der neuen Dämmung auch etwas nach außen gesetzt werden. Hierauf bezieht sich auch meine Frage bzw. meine Unsicherheit, weil ich nicht genau weiß, wie ich mich verhalten soll.

    Der Austausch der Fenster (Velux, also Dachschrägenfenster) hat bereits stattgefunden und im Zuge dieses Austausches wurde die Innenverkleidung meiner Fenster entfernt (teilweise herausgebrochen, herausgeschnitten - wie genau, das weiß ich nicht). In Folge dieser Entfernung kann ich nun auf's Dach schauen bzw. auf den Zwischenraum zwischen Dachgebälk und "Außenhaut" des Daches, also der Bereich, in dem auch die alte Dämmung untergebracht ist (Bitte nicht falsch verstehen, nur der Bereiche um die Fenster ist entfernt, nicht die komplette Wandseite). Diesen Blick habe ich nach wie vor, weil die Innenverkleidung erst nach Komplettsanierung des Daches erfolgen soll. Ich kann nun die alte Dämmung sehen und habe mir privat durch ein Gutachten bestätigen lassen, dass diese Dämmung krebserregende Stoffe enthält (kein Asbest, sondern KMF!), die laut Aussage des Gutachtens auch durch eine Spezialfirma entfernt werden müssten.

    Da ich nicht genau weiß, wie die Innenarbeiten abgelaufen sind bzw. was genau gemacht wurde bin ich nun etwas ratlos, wie ich diese Information einordnen soll. Meine Befürchtung geht dahin, dass die alte Dämmung evtl. einfach herausgenommen und in einen Sack gestopft wurde (es ist nicht ganz sicher, dass wirklich vollständig gedämmt war, da bei meinen Nachbarn die Dämmung noch komplett zu sehen ist. Es wäre schon seltsam, wenn sie bei mir rauskäme, bei den Nachbarn aber nicht, aber genau weiß ich es nicht).

    Ich bin mir aber relativ sicher, das bei den gemachten Innenarbeiten meine Möbel nicht ausreichend geschützt wurden, da ich sowohl Staubrückstände, als auch kleine Teile der Dämmung oder des Wandmaterials in den betroffenen Zimmern gefunden habe. Sollte also wirklich Dämmung in größerer Menge entfernt wurden sein, gehe ich davon aus, dass dies wie oben beschrieben gehandhabt wurde. Besondere Sorgen mache ich mir auch deshalb, weil mein Schlafzimmer betroffen ist, in dem sich zu dieser Zeit auch mein Bett samt Matraze befand. Da mir mehrfach zugesichert wurde, dass meine Möbel geschützt werden, habe ich keine besonderen Schutzmaßnahmen getroffen, sondern die Möbel lediglich unter den Fenstern weggeschoben.

    Meine Frage ist nun: Sollte wirklich Dämmwolle in der von mir beschriebenen Weise entfernt wurden sein, wie groß ist nach eurer/ihrer Erfahrung die Gefahr für mich als Mieter, das die gefährlichen Kleinstrückstände der alten Dämmwolle in der Wohnung sind und auch bleiben? Reicht es, wie mir schon empfohlen wurde, gründlich zu lüften und zu saugen und dann zu wischen? Oder wäre es ratsam, schwerere Geschütze (Raumluftmessung, Spezialsauger) zu verwenden? Ist es sinnvoll, hier ein "größeres Fass" aufzumachen und die Verwaltung mit dem Ergebnis zu konfrontieren oder wäre das etwas übers Ziel hinausgeschossen?

    Ich weiß, das eine solche Frage aus der Ferne nur sehr schwer zu beantworten ist, würde mich aber sehr freuen, wenn mir jemand in dieser Sache ein paar Tips oder Erfahrung nennen könnte. Kommt vielleicht jemand vom Bau und kann das etwas realistisch einschätzen? Hat schon mal jemand ähnliche Erfahrung gemacht?

    Ich habe versucht, meinen Text so asuführlich wie nötig, aber doch so kurz wie möglich zu halten. Das ist ziemlich schwierig. Sollte aber noch jemand eine wichtige Information vermissen, dann gern auch eine Frage stellen.

    Vielen Dank und viele Grüße,
    André
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  2. Frage zu Dacharbeiten

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  3. #2

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    Es müßte zuerst mal ermittelt werden, wann diese Dämmstoffe, wenn es sich um Mineralwolle handelt, eingebaut worden sind. Seit dem 01.06.2000 dürfen in Deutschland nur noch KMF-Dämmstoffe (künstliche Mineralfasern) produziert und verarbeitet werden, die nach der Gefahrstoffverordnung als unbedenklich gelten.

    Natürlich muß beim Umgang bzw. Ausbau von "alten" Mineralwolle Dämmstoffen die TRGS 521 (Abbruch-, Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten) beachtet werden. Der Umgang mit „alten“ Mineralwolle-Dämmstoffen ist nur nach dieser Vorschrift möglich bzw. zulässig.
    Eine Abschottung nach innen, damit keine Feinstäube freigesetzt werden ist zwingend notwendig.

    So wie Sie das hier beschreiben ist das nicht zu akzeptieren.
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  4. #3
    Themenstarter

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    Guten Morgen,

    vielen Dank für Ihre Antwort.
    Es handelt sich auf jeden Fall um alte Dämmstoffe, das Gutachten bestätigt mir zum einen die Gefährlichkeit des Stoffes und zum anderen weiß ich, dass das Dach nicht erst in den 90igern gedeckt wurde. Gesehen habe ich es nicht, aber im Gespräch mit der Verwaltung fiel einmal der Zeitraum um die 70iger. Ich denke also, es handelt sich um Dämmwolle aus dieser Zeit und wenn ich richtig informiert bin, war das ja auch die Zeit, in der man die Stoffe noch "bedenkenloser" einsetzte.

    Um den Fall noch etwas zu präzisieren, lade ich einmal zwei Fotos hoch (die Qualität ist nicht die beste, aber ich kann es gerade nicht ändern, weil ich nicht in der Wohnung bin). Es ist nämlich auch schon das Missverständnis aufgekommen, es fehlten Teile meiner dachseitigen Wand. Das ist nicht so.

    Anhang 38129Anhang 38130

    Auf dem einen Foto ist zu sehen, dass die Fensterinnenverkleidungen offen liegen (alle 4 Seiten). Auf dem zweiten Foto ist die alte Dämmwolle zu sehen. Diese ist zu sehen, wenn man in der Öffnung ca. 2 m nach oben guckt und auch nach unten (ca. 1 m) ist noch Dämmwolle zu sehen. Im unmittelbaren Einsichtsbereich selbst ist nur noch ein längliches Stück zu sehen (sieht mehr aus wie "vergessen") und wenige kleinere Krümel.

    Ich möchte hier auch noch ein paar Fragen stellen, die mich vielleicht auch in der Sache weiterbringen bzw. meine Unsicherheit etwas verringern können:
    1. Die Innenseiten liegen ja offen bzw. sind rudimentär mit Folie abgeklebt (auf mein Verlangen nachträglich). Ist es sehr wahrscheinlich, das durch Luftströmung (zum Beispiel offenes Fenster) Kleinstteile dauerhaft herumgewirbelt werden können oder sind die in der Wolle, wenn diese nicht aktiv durch einen Menschen bewegt wird, fest?

    2. Gibt es eine Möglichkeit, eine Art Schnelltest der Raumluft durchzuführen. Ich weiß, das ein Schnelltest keine Analyse ersetzen könnte, aber diese ist wahrscheinlich zeitaufwändiger und teurer. Mit einem geeigneten Schnelltest hätte ich zumindest einen Anhalt, ob ich weitergehen sollte oder ob ich übertreibe.

    3. Ich habe ja beschrieben, das mein Bett in dem Raum steht. Zwar habe ich mein Bettzeug vor den Arbeiten noch aus dem Raum entfernt, nicht aber meine Matratze weggenommen. Ich hielt das nicht für nötig, weil ich ja annahm, es würde alles abgedeckt. Nun habe ich schon vereinzelte Krümel auf der Matratze gefunden. Verfangen sich solche Kleinstteile in der Matraze und können dann auch (längerfristig) schaden oder könnte ich sie durch gründliches Absaugen der Matratze entfernen? Sollte ich die Matratze testen lassen?

    Vielen Dank für Antworten bzw. Einschätzungen der Situation.

    Viele Grüße,
    André
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  5. #4

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    Ich gebe Ihnen die Empfehlung, wenden Sie sich an das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz in Niedersachsen..Da gibt es mehrere, Sie müssen das für Sie zuständige heraussuchen.
    Und weitere Informationen erhalten Sie unter der TRGS 521...
    Die Situation so wie Sie das beschrieben ist nicht hinzunehmen. Wenn aller Staub beim Einbau in Ihre Wohnung gelangt ist, dann können Sie das so nicht belassen und die Wohnung weiterhin nutzen.
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