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  1. #1

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    Altbau 2-3fach Verglasung, Außendämmung und KfW

    Hallo zusammen,

    wir möchten ein Haus BJ'64 kaufen, welches grundsaniert werden muss (Heizung, Fenster, Elektro, Bäder, etc.). Es handelt sich hierbei um ein dreigeschoßiges Reihenmittelhaus ohne Keller, mit Flachdach. Die Balkone der beiden Obergeschoße sind ebenfalls sanierungsbedürftig. Hier wollen wir den Wohnraum um die Balkone erweitern, indem die Fensterfronten "nach draußen" auf das Balkonende gezogen werden. Die energetische Sanierung (Fenster, Haustür, Heizung) möchten wir über KfW Einzelmaßnahmen finanzieren.
    Wegen der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen sind wir aktuell noch dabei, den Kostenplan zu erstellen. Das Haus gehört uns also noch nicht. Aber Fachleute wie Architekten, Statiker und Energieberater würden gerne beauftragt werden und geben vorab keine belastbaren Auskünfte zum konkreten Objekt (ist auch verständlich). Leider auch keine Schätzungen, aus denen sich die Kosten ableiten liesen...
    Daher haben wir viel recherchiert und mit vielen Leuten gesprochen - aber mit jeder weiteren Information wird's immer komplizierter, habe ich den Eindruck. Also, der Reihe nach:

    Sämtliche Fenster sollen ausgetauscht werden, Finanzierung über KfW151. Wir wollten ursprünglich 2fach-Verglasung und aus Kostengründen die Aussendämmung (vorerst) weglassen. Die KfW fördert aber nur Fenster mit U-Wert bis 0,95, also wird es 3fach-Verglasung. Nun meint unser Fensterbauer, dass 3fach-Verglasung ohne Außendämmung bei einem Altbau nicht sinnvoll wäre und die KfW das auch nicht fördern würde. Ist das denn korrekt?

    Weiterhin habe ich nun öfter gehört/gelesen, dass ohne die Aussendämmung bei solchen modernen/luftdichten Fenstern die Gefahr von Schimmelbildung gerade an Wandflächen und -Ecken stark steigen würde. Neben regelmässigem Lüften würde ein Lüftungskonzept benötigt. Ist da denn was dran, oder genügt häufiges, regelmässiges Stoßlüften?

    Was den Umbau der Balkone angeht: Da wurde mir erzählt, dass wegen der Wohnraumerweiterung (kommen ca. 10% zur Gesamtfläche hinzu) die aktuelle EnEV vollständig eingehalten werden müsste. Bspw. müsste dann die Aussendämmung gemacht, Dach (ist von 2012 gedämmt mit EPS035 180mm) geprüft werden, etc. Was hat es denn damit auf sich?

    Danke Euch vorab!
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  2. Altbau 2-3fach Verglasung, Außendämmung und KfW

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Zitat Zitat von Waterdragon Beitrag anzeigen
    Wegen der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen sind wir aktuell noch dabei, den Kostenplan zu erstellen. Das Haus gehört uns also noch nicht. Aber Fachleute wie Architekten, Statiker und Energieberater würden gerne beauftragt werden und geben vorab keine belastbaren Auskünfte zum konkreten Objekt (ist auch verständlich). Leider auch keine Schätzungen, aus denen sich die Kosten ableiten liesen...
    Auch der letzte Satz sollte verständlich sein. Solche Schätzungen anzustellen, kostet viel Zeit und Arbeit - und wenn es hinterher nicht stimmt, ist der Ärger vorprogrammiert, weswegen kein Fachmann aus dem hohlen Bauch heraus eine Schätzung nennen würde. Und ohne entsprechende Kenntnis / Begutachtung des Objekts schon mal gar nicht.

    Leistung ohne Lohn gibt es nicht. Wenn Du etwas haben willst, musst Du auch dafür bezahlen. Also beauftrage einen Architekten, Energieberater o.ä. ganz regulär. Das kostet ein paar EUR. Es nicht zu tun, und hinterher festzustellen, dass man sich verkalkuliert hat, wird auf jeden Fall *noch* teurer - und kann im schlimmsten Fall so ein Projekt auch ganz zu Fall bringen.

    Bauphysik ist nicht trivial, und man hat sich schnell etwas kaputtrenoviert.

    Das mit dem Schimmel an den Innenwänden, wenn die Fenster gedämmt sind, kann ich bestätigen. Ich kenne einen solchen Fall: Schimmel hinterm Schrank; die Wand war richtig nass, und die Tapete hatte sich schon komplett abgelöst.

    Lüftungskonzept kannst Du da vergessen. Das hält auf Dauer niemand 100%ig konsequent durch (und es nur hin und wieder vergessen reicht schon aus). Stellenweise ist es auch gar nicht sinnvoll realisierbar. Wie willst Du das z.B. im Winter im Schlafzimmer nachts umsetzen? Alle zwei Stunden aufstehen zum stoßlüften? Bis Du morgens zum Lüften aufstehst, ist die Wand nämlich bereits feucht. Und die ganze Nacht mit geöffnetem Fenster verbringen, damit die Luft trocken bleibt? Dann kannst Du auch auf die gedämmten Fenster verzichten. Und morgens nach dem Duschen? Wirft der erste dann alle aus dem Bett, weil er jetzt "stoßlüften" muss? Und hinterher ist es im Bad so kalt, dass dort keiner mehr freiwillig ohne Jacke reingeht?

    Dann besser die Fassadendämmung machen und die Fenster später nachrüsten. Glas schimmelt gemeinhin nicht so schnell.Oder erst die Vorderseite des Hauses machen (Fassade+Fenster), und etwas später dann die Rückseite. Oder zunächst mal eine gescheite Dämmung der obersten Geschossdecke.

    Es gibt viele Möglichkeiten, auch mit kleinem Geld etwas sinnvolles anzufangen. Vielleicht tut es zunächst auch eine Brennwertheizung, die im Vergleich zu einem alten Boliden durchaus 1/3 Energie sparen kann - und das ist günstiger als neue Fenster.

    Lass Dich fachmännisch beraten, sonst ist die Enttäuschung vorprogrammiert.

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  4. #3

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    Irgendwas passt da nicht.

    Zitat Zitat von Waterdragon Beitrag anzeigen
    Sämtliche Fenster sollen ausgetauscht werden, Finanzierung über KfW151.
    Das Programm 151 ist für KfW Effizienzhäuser, wenn es nur um Einzelmaßnahmen geht, wären das Programm 152 das Richtige. Das bedeutet zwar nicht, dass die Vorgaben zu den U-Werten bei Einzelmaßnahmen irrelevant sind, aber es ergibt sich eine andere Betrachtungsweise.

    Auch die Sache mit den 10% hast Du falsch verstanden.

    Aber Fachleute wie Architekten, Statiker und Energieberater würden gerne beauftragt werden und geben vorab keine belastbaren Auskünfte zum konkreten Objekt (ist auch verständlich). Leider auch keine Schätzungen, aus denen sich die Kosten ableiten liesen...
    Daher haben wir viel recherchiert und mit vielen Leuten gesprochen - aber mit jeder weiteren Information wird's immer komplizierter, habe ich den Eindruck.
    Ja was denn nun, willst Du das Haus kaufen oder nicht?

    Es versteht sich wohl von selbst, dass die "Fachleute" nicht kostenlos irgendwelche Planungen erstellen. Aber was passiert wenn Du selbst recherchierst, das zeigen Deine Fragen bzw. Missverständnisse.

    Deswegen mein Rat, beauftrage einen Energieberater, vorzugsweise einen Architekt mit Erfahrung in der Modernisierung von Gebäuden. Anhand der Maßnahmen kann man dann entscheiden, welches Förderprogramm sinnvoll ist und welche Anforderungen seitens der KfW einzuhalten sind. In manchen Fällen kann es sogar sinnvoller sein auf Fördermittel zu verzichten, wenn man dafür an anderer Stelle Vorteile hat.

    Man muss also das Gesamtkonzept betrachten, und genau das ist Aufgabe des Energieberaters.

    Bsp.: Der FB hat Recht, dass ein Austausch der Fenster nicht sinnvoll ist wenn der U-Wert der Wand schlechter ist als der der Fenster. Hintergründe wurden schon genannt (Lüftung, Kondensation, Schimmel etc.). Es ist auch richtig, dass im Rahmen von Einzelmaßnahmen so etwas nicht gefördert wird. Siehe auch Erläuterung zu den KfW Programmen.

    Da wurde mir erzählt, dass wegen der Wohnraumerweiterung (kommen ca. 10% zur Gesamtfläche hinzu) die aktuelle EnEV vollständig eingehalten werden müsste. Bspw. müsste dann die Aussendämmung gemacht, Dach (ist von 2012 gedämmt mit EPS035 180mm) geprüft werden, etc. Was hat es denn damit auf sich?
    Das ist zwar grundsätzlich richtig, sprich die EnEV muss vollständig eingehalten werden, ABER das bedeutet nicht, dass das komplette Haus auf EnEV Niveau gebracht werden muss. Dafür kann es aber andere Gründe geben (Bsp.: KfW), aber das hat nichts mit der EnEV zu tun.

    Deswegen wiederhole ich mich, bevor Du weiterhin viel Zeit für unnütze Recherche investierst, und Dir nur was "erzählt" wird, mache Nägel mit Köpfen. Wenn Du das Haus kaufen möchtest, und davon gehe ich jetzt einmal aus, dann beauftrage jemanden mit der Planung der Modernisierungsmaßnahmen. Ansonsten suchst Du nächstes Jahr noch an Infos und bist keinen Schritt weiter.

    Gruß
    Ralf
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  5. #4

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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    In manchen Fällen kann es sogar sinnvoller sein auf Fördermittel zu verzichten, wenn man dafür an anderer Stelle Vorteile hat.
    Hier hilft auch eine simple Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Wenn ich 10.000 EUR investieren muss, um 2.500 EUR Fördermittel zu erhalten und für 3.000 EUR Energiekosten zu sparen - dann ist das was für Idealisten, aber nicht für Leute, die mit dem Geld haushalten und jeden Euro zwei Mal umdrehen müssen. Ich habe den Verdacht, dass aber genau das bei Waterdragon der Fall ist.

    Deshalb hier noch ein Grund, warum es besser ist, hier einen Fachmann seine reguläre Arbeit machen zu lassen:

    Ein Energieberater z.B. kann ausrechnen, welche Maßnahme wieviel kostet, wieviel spart, und in welcher Reihenfolge die Maßnahmen möglich, sinnvoll oder sogar kontraproduktiv sind. Das ist dann ein Leitfaden, an dem man sich je nach persönlicher finanzieller Lage entlanghangeln kann. Und man hat eine bestimmte Gewissheit, was das Fällen der Entscheidungen betrifft.

    Und sollte der Energieberater feststellen, dass das, was Waterdragon sich vorstellt, mit seinen finanziellen Mitteln nicht machbar ist, und er deswegen Abstand vom Hauskauf nimmt, besteht ja immer noch die Chance, dass er das Gutachten an den Verkäufer oder den tatsächlichen Käufer "weiterverkaufen" und so zumindest einen Teil der Kosten wieder zurück erhalten kann.

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  6. #5

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    Guten Abend,

    Kernsanieren und dann später die Fassade machen ?? Ehrliche Meinung? Das ist Murks !!!! Dann sanierst de jetzt 1,5 jahre, drinnen ist alles fertig und dann fängst de wieder an. Hätt ich persönlich keinen Bock drauf.

    Was ist z.B.wenn Du bodengleiche Fenster haben möchtest? Dann musst eh an die Fassade ran. Ein Gewerk baut auf dem anderen auf.

    Und, mit dem Programm 152 werden ernergetische Einzelmassnahmen gefördert.

    Du kannst theoretisch die kompletten Fenster tauschen der Uw Wert dieser muss aber im Verhältnis zum U Wert der Fassade stehen, ansonsten nicht förderfähig über die KfW.

    Mal eine ganz andere Frage, wieviel Zeit rechnet ihr denn ein für Eure Sanierung.

    Der

    Tom
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