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Problem mit den Heizkörpernischen

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  1. #1

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    Problem mit den Heizkörpernischen

    Hallo zusammen - ich bin der Neue

    Lese hier nun schon ein paar Jahre interessiert mit und nun hat es mich auch erwischt und ich weiß nicht mehr weiter...

    Bei der Baustelle handelt es sich um einen Altbau aus den frühen 50er Jahren. Eine Büroetage soll komplett saniert werden. Im Zuge dessen schlug der Chef & Planer der Sanitär- und Trockenbaufirma das verschließen der Heizkörpernischen vor. Hörte sich für mich erstmal sinnig an, also habe ich eingewilligt

    Ausgeführt wurden die Arbeiten mit Isover Integra 032 Klemmfilz 100mm + Rigips auf Metallständerwerk. Dummerweise habe ich mich vorher NICHT mit einem Spezialisten für Innendämmung zusammengesetzt und mich auch NICHT hier im Forum selber schlau gemacht...

    Als ich sah, dass die Arbeiten ohne eine Dampfbremse ausgeführt wurden und mir versucht wurde das als "normal" zu verkaufen kam mir das doch sehr komisch vor und so habe ich mich in die Materie eingearbeitet. Die überwältigende Mehrheit ist offensichtlich der Meinung das - Mineralwolle zur Innendämmung gar keine gute Idee ist...

    Der Chef der Firma hat mir dann diesen Artikel vorgelegt um mich zu beruhigen: http://www.freiburg.de/pb/site/Freib...endaemmung.pdf

    Aber wenn ich den Wandaufbau in den u-wert Rechner eingebe, habe ich eine Trocknungsdauer von 96 Tagen... Der Chef meinte, da ja überall wieder Heizkörper drankommen, sollte man sich da keine Sorgen machen, würde alles viel schneller trocknen - außerdem sei in dem "idiotischen u-wert Rechner" die Kapillarität von der Konstruktion nicht berücksichtigt.

    Im Nachhinein hätte ich am besten alles so lassen sollen wie es war (also nix Nischen dämmen), aber dazu ist es nun leider zu spät... innerhalb eines Tages waren 8 Heizkörpernischen verschlossen und verfugt - ich kam als sie gerade die letzte zumachen wollten und entdeckte die fehlende Dampfbremse.

    Die große Frage nun:

    Glaube ich dem Herrn und der ominösen Langzeitstudie, oder lasse ich den ganzen Mist wieder wegreißen? Da es hier allerdings um rund 50qm Nischenfläche geht, will ich wenigstens jetzt gut recherchieren und meine Optionen abwägen...

    Selbst wenn die Firma jetzt eine Dampfbremse einbaut - die Arbeiten sind nicht anhand der Richtlinien von Saint-Gobain ausgeführt worden: Es ist nämlich nur eine Dämmschicht verbaut worden - in den offiziellen Verarbeitungsrichtlinien ist aber ein zweilagiger Aufbau vorgesehen.

    Was sagen die Experten?

    Gruß & Dank - Franse

    PS: Gesetzt der Fall, dass ich mich zum entfernen der Konstruktion entscheide - kann ich die Dämmung (Isover Integra 032) wirklich, so wie der Hersteller angibt mit dem anderen Bauschutt entsorgen ? Habe bei der Deponie angerufen und die wussten von nichts und meinten Mineralwolle sei Mineralwolle... aber warum scheibt Saint-Gobain dann sowas hier: http://www.isover.de/SYSTEM_Metanavi...mmstoffen.aspx ???
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  2. Problem mit den Heizkörpernischen

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  3. #2

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    Zitat aus dem Artikel:

    Aufgrund von Langzeituntersuchungen an Innendämmungen im e.u.[z.], Springe, konnte in der Praxis nachgewiesen werden, dass auch diffusionsoffene Innendämmungen feuchtesicher funktionieren können, wenn Standort, Nutzung sowie Strahlungsabsorption der Fassaden günstige Randbedingungen schaffen. Die beispielhaft durchgeführten Simulationsrechnungen zeigen aber auch, dass bei wohnüblichem („normalem“ nach WTA) Raumklima kritische Situationen nicht völlig ausgeschlossen werden können. Insofern sind Mindest- s_d,i-Werte von 0,5 bis 0,7 m, die sich aus der DIN 4108-3 ergeben, nach wie vor eine sinnvolle Empfehlung, um auf der sicheren Seite
    zu liegen. Hiervon kann abgewichen werden:
    ● wenn die innere Feuchtelast niedrig ist (geringe Feuchtequellen und/oder kontrollierte Wohnungslüftung)
    ● oder die Dämmstoffe nachweislich über „kapillaraktive“ Eigenschaften verfügen.


    Bei dieser Zusammenfassung den Artikel als Begründung für einen Verzicht auf eine Dampfesperre heranziehen zu wollen ist schon eine Frechheit.

    Lass die Dinger runterreissen und nach den anerkannten Regeln der Technik neu errichten. Lass das von einem Bauklimatiker planen.
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