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Probleme durch fehlende Rechnungsstellung?

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  1. #1

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    Probleme durch fehlende Rechnungsstellung?

    Hallo zusammen,

    wir haben den Fall, dass ein Handwerker eines "grundlegenden Gewerkes" (im Fußbodenaufbau) mit zwei Aufträgen an unserem Bau aktiv war, aber auch nun nach mehreren Jahren noch keinerlei Rechnung gestellt hat. Die Beauftragung erfolgte unsererseits nicht schriftlich, sondern mündlich durch den Architekten.

    Haben wir durch die Nichtabrechnung des HW einen Nachteil oder ein Risiko oder sonst was?
    Oder unser Architekt? (Wir haben bei ihm LP5-9 beauftragt).
    Was ist z.B. mit der Gewährleistung?
    Wann verjähren die Ansprüche des HW?

    Danke und Gruß
    Seev
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  2. Probleme durch fehlende Rechnungsstellung?

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  3. #2

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    Naja, "nach mehreren Jahren" verjähren irgendwann dessen Ansprüche auf Vergütung wie auch Deine auf Gewährleistung.

    Jetzt kannst du das Risiko abwägen dass in den nächsten Jahren noch Mängel auftreten, gegenüber dem "Schnäppchen", dass Du gemacht hast.

    Ganz ehrlich? Ich würde erst einmal kontrollieren, ob die Rechnung nicht doch gestellt wurde, und wenn auch "um die Ecke" im Rahmen eines anderen Gewerkes.

    Bei einer kleineren Summe, ich sag mal deutlich unter 500 €, würde ich das inzwischen unter "selbst schuld" abhaken. Darüber würde irgendwann mein schlechtes Gewissen zu laut werden. Schließlich hast du auch die entsprechende Leistung erhalten.

    Wir haben zumindest bei den Gewerken, mit denen wir zufrieden waren, im Zweifelsfall auch die Rechnung angefordert. Bei den anderen haben wir das Geld lieber solange angelegt, für die eventuelle und teils auch eingetretene Mängelbeseitigung. Aber einfach "eingesackt" haben wir nichts.
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  4. #3

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    fordert den unternehmer auf, die rechnung bis xx.xx.xxxx zu stellen und kündigt an, die rechnung danach selbst zu erstellen und die kosten dafür in abzug zu bringen. vorher erkundigt ihr euch noch, ob es den unternehmer noch gibt. ist er insolvent, nichts machen.
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  5. #4
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    Das Unternehmen ist vermutlich nicht insolvent, mein Architekt arbeitet offenbar weiterhin mit ihm. Aber sicher eine zu prüfende Frage.

    Was ist der Hintergrund dafür eine Rechnung möglicherweise sogar selbst zu erstellen?? und 2. was ist die Folge davon und was 3., wenn keine Rechnung gestellt würde? ... abgesehen davon, dass dann eben kein Geld bezahlt würde.

    Ich sah es bisher nicht als meine Aufgabe an, einem AN oder sonstigem Geschäftspartner auch diesen Job noch abzunehmen. Von "einsacken" kann deshalb aber m.E. keine Rede sein.
    Interessant ist in diesem Zusammenhang noch die Rolle des Architekten: Wenn er aufgrund des besonderen Treueverhältnisses üblicherweise BH-freundlich prüfen muss, wie hier schon geschrieben wurde, dürfte er dann von sich aus einen AN auffordern Rechnungen zu stellen? Möglicherweise hat das ohne Abrechnung ja sonst für ihn mehr folgen als für mich?

    Vielen Dank. .... (wenn nötig, gerne auch per PN)
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  6. #5

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    Etwas Ähnliches habe ich bei meinem Bau auch erlebt.

    Der Handwerksbetrieb hat nach Fertigstellung des Gewerks über ca. EUR 7000 keine Rechnung gestellt. Da ich einen der Mitarbeiter öfter sehe, habe ich ihn x- mal gebeten, den Chef an die Rechnung zu erinnern. Nichts.
    Inzwischen sind rund fünf Jahre vergangen und diesem Mitarbeiter ist aufgegangen, was da los war:
    Der Firmeninhaber hatte den gut gehenden Betrieb damals erst übernommen und der alte Besitzer war noch am Umsatz beteiligt. Ab Übernahme gab es aber nur noch wenig Umsatz (wen wundert`s...) und der alte Chef schaute in die Röhre.
    Ob das nicht eine Milchmädchenrechnung war? Keine Ahnung, auf jeden Fall hat er auch bei einigen anderen Bauherren auf die Rechnungsstellung verzichtet, wie ich rausgefunden habe.

    Von mir kriegt er jedenfalls nichts mehr.
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Seev Beitrag anzeigen
    Wann verjähren die Ansprüche des HW?
    Die Verjährungsfrist für Forderungen aus Werkvertrag beträgt 3 Jahre (gerechnet ab dem Ende des Kalenderjahres, in dem die Forderung entstand).
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  8. #7

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    Handwerker sind aber verpflichtet, nach 6 Monaten die Rechnung gestellt zu haben...

    Eigentlich...
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  9. #8
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    Nur als Hinweis - wenn er nach Verjährung doch noch kommt und Sie ihm gutmütig was überweisen, dann können Sie es meines Wissens nicht mehr zurückfordern. Mir wurde das so erläutert, dass er ja einen Anspruch darauf habe, nur durchsetzen könne er den Anspruch aufgrund der Verjährung nicht mehr.
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  10. #9
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    Ich spekuliere nicht auf Verjährung (dazu fehlt noch ein gutes Jahr), wollte aber wissen, was es für Hinter-Gründe / Folgen dafür geben könnte, z.B. wie oben empfohlen "mir selbst" eine Rechnung zu schreiben, dazu noch auf Kosten des AN!? ...

    (Auslöser ist mein Architekt, der mich etwas seltsam gefragt hat, was er machen soll. Deshalb wollte ich von unabhängiger Seite eine objektive Info dazu.)
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  11. #10
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    Was die Sache für mich noch etwas unklarer als sonst macht, ist die Tatsache, dass ich mit der Ausführung des zweiten Auftrages nicht zufrieden bin (da eine nicht bestellte und nicht gewollte Ausführung eingebaut wurde), aber eine Nachbesserung vom HW damals nicht angegangen wurde (ich auch nicht sehr anstrebe), aber auch keine sonstigen Verhandlungen z.B. über den Preis anliefen, was mein Vorschlag war.

    Was passiert denn dem HW, wenn er o.g. Frist nicht einhält?
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  12. #11

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    Dann kriegt er ggf. Ärger mit seinem Finanzamt.
    Auf das Verhältnis zu Dir hat das aber nicht direkt Einfluss. U.u. kommt aber das FA auf Dich zu und verlangt dann die MWSt stattdessen von Dir.
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  13. #12

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    Ich würde einfach abwarten. Damit vergibt man sich m.E. nichts. Entweder die Rechnung kommt, ok, dann muss man halt zahlen und hat solange den Liquiditätsvorteil genossen. Oder die Rechnung kommt nicht, dann wird der Liquiditätsvorteil noch größer. Letztendlich ist es der Job des Handwerkers auch seine Rechnungen zu stellen. Die gut organisierten vergessen das auch nicht.

    Zahlen kann man übrigens auch jederzeit, dazu bedarf es ja nicht ausdrücklich einer Rechnung. Nur versteuern sollte der gute Mann das Geld dann auch. Und man sollte sich die Zahlung ordentlich quittieren lassen.

    Eigenrechnung (Gutschrift im umsatzsteuerlichen Sinne) kann ich nicht empfehlen. Dazu ist der Privatmann nicht verpflichtet und dann darf er das auch mal hübsch bleiben lassen. Ist so ein Zettel erstmal in der Welt, kommt das FA auf die abenteuerlichsten Ideen.
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  14. #13

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    dein architekt kann seine schlussrechnung nicht schreiben und er bleibt länger in seiner haftung, wenn er bis phase 9 beauftragt ist.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Zitat Zitat von Julius Beitrag anzeigen
    Dann kriegt er ggf. Ärger mit seinem Finanzamt.
    Auf das Verhältnis zu Dir hat das aber nicht direkt Einfluss. U.u. kommt aber das FA auf Dich zu und verlangt dann die MWSt stattdessen von Dir.
    Versteh ich nicht. Kannst du das irgendwie ein bisschen opulenter erklären? Sowohl den Durchgriff des Finanzamtes, als auch warum bei nicht gestellter Rechnung überhaupt ein Umsatzsteueranspruch der Finanzbehörde entsteht?
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  17. #15

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    Nö. Dafür gibts Fachleute.
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