Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 41
  1. #1
    Avatar von Schnabelkerf
    Registriert seit
    05.2009
    Ort
    Hamburg
    Beruf
    EDV-Support
    Beiträge
    662

    Lohnsteuererklärung Arbeitszimmer bei nebenberuflichen Gewerbe - ein paar Fragen...

    Ich hoffe das diese Frage in diesem Bereich richtig ist. Und ich erwarte auch keine "Rechtsberatung" sondern mir reichen auch Laienerfahrungen oder ein LInk zur richtigen Antwort den ich trotz wilder Googlesuche nicht gefunden habe.

    Da wir seit 2010 die Steuererklärung irgendwie nicht mehr abgegeben hatten kam es dann jetzt zur mehrfach angedrohten (aber nicht ernst genommen) Steuerfeststellung für gleich drei Jahre. Diese sind für uns natürlich nicht sonderlich günstig.

    So pressiert es etwas mit der Abgabe der ja sowieo noch erforderlichen Einkommenssteuererklärung. Anfang 2011 sind wir ins neu gebaute Haus eingezogen und dieses hat auch endlich ein richtiges Arbeitszimmer bzw. sogar deren zwei. Diese würde ich natürlich gerne steuerlich geltend machen.

    Nun betreibe ich ein nebenberufliches Gewerbe bei dem ich diese Kosten geltend machen möchte. Dazu folgende Fragen:

    1. Ich habe zwei Arbeitszimmer. Ein "normales" für Bürokram mit 13 m², und ein kleines "PC Werkstattzimmer" mit 6 m². Zähle ich die Flächen also einfach zusammen? Beide erfüllen natürlich die sonstigen Bedingen (abgeschlossen, kein Durchgangszimmer, angemessene Größe zur Gesamtwohnfläche usw, keine Fenrseher oder Betten )

    2. ich lese immer wieder die Aussage: bei "normalen" Arbeitszimmer max. 1250 €/Jahr sind anrechenbar, anderseits lese ich aber bei Gewerbe auch immer das die GANZEN Kosten anrechenbar sind. Was gilt nu? Ich komme locker über die 1250 € rüber.

    3. Die anrechenbaren kosten setzten sich ja aus Strom, Müllgebphren, Zinsen, usw. und den 2% Abschreibung auf die Baukosten des Hauses (ohne Grundstückskosten) zusammen. Zählen zu den Baukosten dann auch die Nebenkosten für die Erschließung etc. dazu? Die sind ja keine Peanuts.

    4. Bei einem Umsatz von nur ~ 5000 €/Jahr und dank dem Arbeitszimmer schrumpft mein "Gewinn" nun rapide. In 2011 bei einem Umsatz von unter 4000 € ist es eher +- Null. Da ein Gewerbe aber eine Gewinnerzielungsabsicht haben soll weis ich nicht ob es nicht "negative" Folgen haben kann wenn ich meinen Gewinn jetzt so niedrig angebe. Für mich ist das Gewerbe eher eine sich selbst finanzierende Fortbildung/Herausfoderung aber ich weis nicht ob so etwas gewollt ist?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Lohnsteuererklärung Arbeitszimmer bei nebenberuflichen Gewerbe - ein paar Fragen...

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Handelt es sich um einen angemeldeten Gewerbebetrieb?
    Sind die Arbeitszimmer dann im "Betriebsvermögen"?

    Hier mal lesen. So wie ich Deinen Beitrag verstanden habe, nebenberufliche Tätigkeit, wird die Obergrenze von 1.250,- € pro Jahr greifen. Das sollte man aber mit einem Steuerberater besprechen.

    http://www.bundesfinanzministerium.d...cationFile&v=3

    Bsp.: Seite 9
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3

    Registriert seit
    04.2012
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Physikerin
    Beiträge
    1,158
    Zitat Zitat von Schnabelkerf Beitrag anzeigen
    Ich hoffe das diese Frage in diesem Bereich richtig ist. Und ich erwarte auch keine "Rechtsberatung" sondern mir reichen auch Laienerfahrungen oder ein LInk zur richtigen Antwort den ich trotz wilder Googlesuche nicht gefunden habe.

    Da wir seit 2010 die Steuererklärung irgendwie nicht mehr abgegeben hatten kam es dann jetzt zur mehrfach angedrohten (aber nicht ernst genommen) Steuerfeststellung für gleich drei Jahre. Diese sind für uns natürlich nicht sonderlich günstig.

    So pressiert es etwas mit der Abgabe der ja sowieo noch erforderlichen Einkommenssteuererklärung. Anfang 2011 sind wir ins neu gebaute Haus eingezogen und dieses hat auch endlich ein richtiges Arbeitszimmer bzw. sogar deren zwei. Diese würde ich natürlich gerne steuerlich geltend machen.

    Nun betreibe ich ein nebenberufliches Gewerbe bei dem ich diese Kosten geltend machen möchte. Dazu folgende Fragen:

    1. Ich habe zwei Arbeitszimmer. Ein "normales" für Bürokram mit 13 m², und ein kleines "PC Werkstattzimmer" mit 6 m². Zähle ich die Flächen also einfach zusammen? Beide erfüllen natürlich die sonstigen Bedingen (abgeschlossen, kein Durchgangszimmer, angemessene Größe zur Gesamtwohnfläche usw, keine Fenrseher oder Betten )
    Ein AZ geht sicher. Aber 2? Ich würd’s so probieren, aber auch beide AZ erwähnen. Falls es dem FA nicht passt, wird es schon entsprechend kürzen.

    Zitat Zitat von Schnabelkerf Beitrag anzeigen
    2. ich lese immer wieder die Aussage: bei "normalen" Arbeitszimmer max. 1250 €/Jahr sind anrechenbar, anderseits lese ich aber bei Gewerbe auch immer das die GANZEN Kosten anrechenbar sind. Was gilt nu? Ich komme locker über die 1250 € rüber.
    Sofern das AZ den Mittelpunkt Deiner nebenberuflichen Tätigkeit darstellt, kannst Du die vollen Kosten ansetzen. Früher hieß es mal Mittelpunkt heißt 90% der Tätigkeit spielt sich da ab, inzwischen geht man davon aus, dass es lediglich über 50% sein müssen.
    Auch mal hier nachlesen:
    http://www.finanztip.de/haeusliches-arbeitszimmer

    Zitat Zitat von Schnabelkerf Beitrag anzeigen
    3. Die anrechenbaren kosten setzten sich ja aus Strom, Müllgebphren, Zinsen, usw. und den 2% Abschreibung auf die Baukosten des Hauses (ohne Grundstückskosten) zusammen. Zählen zu den Baukosten dann auch die Nebenkosten für die Erschließung etc. dazu? Die sind ja keine Peanuts.
    Gebäudeversicherung kann auch anteilig angesetzt werden!

    Zitat Zitat von Schnabelkerf Beitrag anzeigen
    4. Bei einem Umsatz von nur ~ 5000 €/Jahr und dank dem Arbeitszimmer schrumpft mein "Gewinn" nun rapide. In 2011 bei einem Umsatz von unter 4000 € ist es eher +- Null. Da ein Gewerbe aber eine Gewinnerzielungsabsicht haben soll weis ich nicht ob es nicht "negative" Folgen haben kann wenn ich meinen Gewinn jetzt so niedrig angebe. Für mich ist das Gewerbe eher eine sich selbst finanzierende Fortbildung/Herausfoderung aber ich weis nicht ob so etwas gewollt ist?
    Mit der Gewinnerzielungsabsicht ist es so eine Sache. Das FA unterstellt gerne, dass man nur die Kosten seines Hobbys geltend machen will (besonders bei Fotografen und Malern). Üblicherweise akzeptiert das FA daher 3 Jahre lang Nullgewinne oder gar Verluste und unterstellt dann fehlende Gewinnerzielungsabsicht, was Dich dann verpflichten kann, die Steuerersparnis (bei Verlusten) zurückzuerstatten. Unfair ist das schon, denn wenn sich dann doch noch Gewinne, dann hält das FA sofort die Hand auf.
    Also schau drauf, dass sich im 4. Jahr Gewinne einstellen, dann sollte es passen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Zitat Zitat von Corinna72 Beitrag anzeigen
    Sofern das AZ den Mittelpunkt Deiner nebenberuflichen Tätigkeit darstellt, kannst Du die vollen Kosten ansetzen. Früher hieß es mal Mittelpunkt heißt 90% der Tätigkeit spielt sich da ab, inzwischen geht man davon aus, dass es lediglich über 50% sein müssen.
    Auch mal hier nachlesen:
    http://www.finanztip.de/haeusliches-arbeitszimmer

    Da wäre ich mir aber nicht so sicher. Steht auch in dem link:

    Wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellt, sind Ihre Kosten unbeschränkt abzugsfähig.
    Bei einer Nebentätigkeit ist das wohl nicht erfüllt. Er verdient seine Brötchen ja in einem Hauptjob an einem anderen Ort und nicht in diesem Arbeitszimmer.

    Deswegen auch meine obige Frage mit dem angemeldeten Gewerbe und ob das Arbeitszimmer in´s Betriebsvermögen kommt, dann sieht das nämlich wieder anders aus.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5

    Registriert seit
    04.2012
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Physikerin
    Beiträge
    1,158
    Es gibt doch sicher eine eigene EÜR für das Nebengewerbe.
    Dort gehört dann das AZ rein. Für die Haupttätigkeit wird es natürlich nicht angesetzt.

    Die Formulierung bezieht sich doch auf die Tätigkeit und nicht auf die Person, würde ich jedenfall so interpretieren

    Sollte doch eigentlich klappen...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6
    Themenstarter
    Avatar von Schnabelkerf
    Registriert seit
    05.2009
    Ort
    Hamburg
    Beruf
    EDV-Support
    Beiträge
    662
    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Da wäre ich mir aber nicht so sicher. Steht auch in dem link:

    Bei einer Nebentätigkeit ist das wohl nicht erfüllt. Er verdient seine Brötchen ja in einem Hauptjob an einem anderen Ort und nicht in diesem Arbeitszimmer.

    Deswegen auch meine obige Frage mit dem angemeldeten Gewerbe und ob das Arbeitszimmer in´s Betriebsvermögen kommt, dann sieht das nämlich wieder anders aus.
    Das Gewerbe ist seit 2004 offiziell angemeldet und wird seid dem auch in jeder Steuererklärung angegeben.

    Das mit dem Betriebsvermögen kann ich nicht beantworten... Ich war schon mächtig stolz das ich mal einen teuren Multifunktionslaserdrucker per AfA eingetragen bekommen habe in die EüR von Elster. Darüber hinaus ist meine "Buchführung" eine Calctabelle mit den Rechnungen die ich gestellt habe und die Anschaffungen fürs Gewerbe sammel ich mir dann nachträglich in einer anderen Tabelle zusammen. Also eher Chaos. Daher kommt für mich auch kein Steuerberater in frage. Dafür fehlen einfach die Vorrausetzunge Sollten die das mal prüfen wollen dann wirds lustig Die anteiligen Arbeitszimmerkosten habe ich ebenso in einer dritten Tabelle (deren vorlage ich irgendwo runtergeladen habe) erstellt.

    Das mit dem "Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit " ist mir auch mehrfach gelesen. Aber eigentlich muß sich das doch nur auf die Nebentätigkeit beziehen? Alles andere wäre doch irgendwie unfair.

    Die Frage mit den anrechenbaren Baukosten würde mich noch sehr interessieren. Alle Baukosten ausser den Grundstückskosten? Also auch für alle Anschlüße usw?

    und JA ich mache immer eine EüR in Elster. Wobei ich mir gar nicht so sicher bin ob ich die jemals abgegeben habe oder nur die eine Zahl in der Anlage "G" in der Hauptsteuererklärung. hmmm.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7

    Registriert seit
    04.2012
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Physikerin
    Beiträge
    1,158
    Zitat Zitat von Schnabelkerf Beitrag anzeigen
    Das Gewerbe ist seit 2004 offiziell angemeldet und wird seid dem auch in jeder Steuererklärung angegeben.
    Dann pass auf, dass Du es mit der Absetzerei nicht übertreibst. Nach 3 Verlustjahren will das FA mal Gewinne sehen, z.B. im 4. Jahr eine schwarze Null und dann jedes Jahr ein bisschen mehr Gewinn. Zumindest in den ersten JAhren, dann erst ist die Sache fürs FA glaubwürdig. Später dürfen in der Regel dann auch mal wieder einzelne Verlustjahre auftreten, ohne dass gleich fehlende Gewinnerzielungsabsicht unterstellt wird, aber eben nicht dauerhaft am Anfang.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8
    Themenstarter
    Avatar von Schnabelkerf
    Registriert seit
    05.2009
    Ort
    Hamburg
    Beruf
    EDV-Support
    Beiträge
    662
    Nochmal zur Gewinnerzielungsabsicht: Reichen also 10% vom Umsatz aus um das zu erfüllen? "Richtige" Großkonzerne machen ja auch nicht mehr oder?

    Also VOR 2011 (ohne Arbeitszimmer) hatte ich immer deutlichen Gewinn! Also eher mehr als 50% vom Umsatz! Da kann sich das FA wirklich nicht beschweren!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9

    Registriert seit
    04.2012
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Physikerin
    Beiträge
    1,158
    Da gibt es kein Gesetz für. Da haben die FA interne Anweisungen und an die kommt man nicht ran.
    Mach es so, dass es glaubwürdig ist, dass es dem gesunden Menschenverstand entspricht und dass Du dabei ein gutes Gewissen hast, natürlich muss es auch ehrlich sein, aber das ist ja eh klar.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Die erst Schwierigkeit ist die Unterscheidung ob es "nur" um ein häusliches Arbeitszimmer geht, oder um eine (klingt blöd, ich weiß) "Betriebsstätte".

    Deswegen hatte ich in meinen link auf Seite 9 verwiesen.

    Nutzung des Arbeitszimmers zur Erzielung unterschiedlicher Einkünfte
    Dann

    Übt ein Steuerpflichtiger mehrere betriebliche und berufliche Tätigkeiten nebeneinander aus und bildet das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung, so sind die Aufwendungen für das Arbeitszimmer entsprechend dem Nutzungsumfang den darin ausgeübten Tätigkeiten zuzuordnen. Liegt dabei der Mittelpunkt einzelner Tätigkeiten außerhalb des häuslichen Arbeitszimmers, ist der Abzug der anteiligen Aufwendungen auch für diese Tätigkeiten möglich.
    Hier kann wohl davon ausgegangen werden, dass in diesem Arbeitszimmer nur die nebenberufliche Tätigkeit ausgeführt wird.

    Liegt der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung nicht im häuslichen Arbeitszimmer, steht für einzelne Tätigkeiten jedoch kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, können die Aufwendungen bis zur Höhe von 1.250 € abgezogen werden. Dabei sind die Aufwendungen für das Arbeitszimmer entsprechend dem Nutzungsumfang den darin ausgeübten Tätigkeiten zuzuordnen. Soweit der Kostenabzug für eine oder mehrere Tätigkeiten möglich ist, kann der Steuerpflichtige diese anteilig insgesamt bis zum Höchstbetrag abziehen. Eine Vervielfachung des Höchstbetrages ist ausgeschlossen (objektbezogener Höchstbetrag, vgl. BFH-Urteil vom 20. November 2003, - IV R 30/03 -, BStBl II 2004 S. 775).
    Für die nebenberufliche Tätigkeit steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Hier ist auch das Thema mit den 2 Zimmern angesprochen, also eine Vervielfachung ist nicht möglich, da es sich um einen objektbezogenen Höchstbetrag handelt.

    Ich unterstelle jetzt, dass unter den obigen Bedingungen die 1.250,- € greifen.

    So, und jetzt kommt der Punkt warum ich an einen Steuerberater verweise.

    Wenn das angemeldete Nebengewerbe das Arbeitszimmer im Betriebsvermögen hat, dann sind alle anteiligen Kosten abzugsfähig. Eine Höchstgrenze gibt es nicht, aber nachdem in dem Haus ja auch privat gewohnt wird, muss man erst einmal eine Aufteilung vornehmen. Das ist aber noch nicht genug, denn man muss auch daran denken, was mit dem Arbeitszimmer passiert wenn der Gewerbebetrieb einmal aufgelöst wird. Da gibt es auch mehrere Möglichkeiten, die unter Umständen zu Steuernachforderungen führen können.

    Wenn alles so einfach wäre.......dann würden wir nicht in Deutschland leben.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #11

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Zitat Zitat von Schnabelkerf Beitrag anzeigen
    Nochmal zur Gewinnerzielungsabsicht: Reichen also 10% vom Umsatz aus um das zu erfüllen? "Richtige" Großkonzerne machen ja auch nicht mehr oder?
    Du kannst doch eine nebenberufliche Tätigkeit nicht mit einem Großkonzern vergleichen. Es gibt keine Vorgaben in der Art, dass ein Betrieb xx% an Gewinn erwirtschaften muss, Liebhaberei definiert das FA völlig anders.

    Hier geht es eher darum, ob der Nebenerwerb nach "allgemeinen betriebswirtschaftlichen Grundsätzen" geführt wird. Dazu gehören so Dinge wie eine ordnungsgemäße Buchführung und eine auf längere Sicht betrachtete Absicht Gewinne zu erzielen. Wenn Du beispielsweise nur Verluste erzielst, die mit Deinem hauptberuflichen Einkommen ausgeglichen werden, dann wird man davon ausgehen, dass die nebenberufliche Tätigkeit nicht darauf angelegt ist Gewinne zu erwirtschaften.
    Bei der Gewinnerzielungsabsicht wird man auch überprüfen, ob die Nebentätigkeit überhaupt geeignet ist Gewinne zu erzielen. Solche Diskussionen kann man am besten entkräften indem man Gewinne ausweist. Kein Mensch wird Dir abnehmen, dass Du jeden Tag sagen wir mal durchschnittlich 2-3h Arbeit investierst, nur damit am Jahresende 500,- € Gewinn in den Büchern stehen. Investierst Du aber kaum Zeit in die Nebentätigkeit, dann ist eine Gewinnerzielungsabsicht ebenso fraglich.

    d.h. es geht nicht um eine konkrete Zahl an Umsatz oder Gewinn, sondern auch da drumherum muss passen.

    Gruß
    Ralf
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #12

    Registriert seit
    09.2013
    Ort
    NRW
    Beruf
    Sparkassenfachwirt
    Beiträge
    1,473
    Am Rande: Eine Betriebsstätte ruft auch die GEZ auf den Plan wenn man Pech hat.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #13

    Registriert seit
    08.2005
    Ort
    BW
    Beruf
    Dipl.Ing. NT
    Beiträge
    48,841
    Zitat Zitat von toxicmolotow Beitrag anzeigen
    Am Rande: Eine Betriebsstätte ruft auch die GEZ auf den Plan wenn man Pech hat.
    Ist es nach der Neuregelung nicht so, dass das "Büro" im eigengenutzten Haus grundsätzlich gebührenfrei bleibt? RBSTV §5 Abs. 5

    §5 Rundfunkbeitrag im nicht privaten Bereich

    .............

    (5) Ein Rundfunkbeitrag nach Absatz 1 ist nicht zu entrichten für Betriebsstätten
    1. die gottesdienstlichen Zwecken gewidmet sind,
    2. in denen kein Arbeitsplatz eingerichtet ist oder
    3. die sich innerhalb einer beitragspflichtigen Wohnung befinden, für
    die bereits ein Rundfunkbeitrag entrichtet wird.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  16. #14

    Registriert seit
    07.2013
    Ort
    Meißen
    Beruf
    Steuerberater
    Beiträge
    368
    Nochmal zur Gewinnerzielungsabsicht: Reichen also 10% vom Umsatz aus um das zu erfüllen? "Richtige" Großkonzerne machen ja auch nicht mehr oder?
    Richtige Großkonzerne bezahlen hundert tausende für Ihre kleine "Privat-Armee" an Steuerberatern, die man bei Bedarf auf die Finanzverwaltung hetzen kann.

    Steuererklärungen nicht abzugeben, trotz Aufforderung + kein Steuerberater = leichte Beute für's FA ... Naja, irgendwoher müssen ja die Rekordeinnahmen des Fiskus herkommen. Sei mir nicht böse, aber mit solchen Ideen, den Gewinn irgendwie "hinzubiegen" läufst Du direkt auf diverse Steuervergehen zu. Geh' zum Steuerberater (einer reicht schon) oder zahl' das Lehrgeld irgendwann mal ans Finanzamt. Das Rumgestochere im Nebel hier wird Dir nicht weiterhelfen.

    Nur mal so als kleiner Hinweis: Steuernachzahlungen die eine BP feststellt, werden mit 6% p.a. bzw. 0,5% p.m. verzinst.

    Zu guter Letzt, weil's doch gerne mal vergessen wird: Schon Einspruch eingelegt? Wenn die Monatsfrist für Rechtsmittel abgelaufen ist, wird nämlich auch bei einem Schätzungsbescheid die Luft dünn; da kann man sich vielleicht noch über den Vorbehalt der Nachprüfung retten - wenn der drin steht. Und wenn der nicht einfach aufgehoben wird, bevor die "korrekte" Steuererklärung abgegeben wurde.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  17. #15

    Registriert seit
    09.2013
    Ort
    Berlin
    Beruf
    Betriebswirt
    Beiträge
    209
    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Ist es nach der Neuregelung nicht so, dass das "Büro" im eigengenutzten Haus grundsätzlich gebührenfrei bleibt? RBSTV §5 Abs. 5
    Ja.
    War auch vorher so, da allerdings nur per Gerichtsentscheid.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen